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Schluss mit Vorurteilen zur neuen Version von STARLIGHT EXPRESS

Kaum ein anderes Musical polarisiert derzeit so stark, wie STARLIGHT EXPRESS in Bochum. Anlässlich des 30. Geburtstages des rasantesten Musicals im Universum gab es im vergangenen Jahr eine überarbeitete Version des Erfolgsmusicals aus der Feder von Andrew Lloyd Webber. Schon vorab wurden die verschiedensten Meinungen - oft unter die Gürtellinie gehend - in unterschiedlichsten Musicalforen kundgetan. Wir haben uns in diesem Jahr wieder einmal ins STARLIGHT EXPRESS-Theater gewagt und möchten nun mit sämtlichen Vorurteilen in Konfrontation gehen und damit aufräumen.

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Starlight Express 30 Skulptur
Starlight Express rote 30 © Jens Hauer

Wenn die Leidenschaft beginnt – STARLIGHT EXPRESS

Wie bei vielen anderen Musicalliebhabern, begann meine Leidenschaft zum Genre mit einem Besuch des STARLIGHT EXPRESS in Bochum. Dies dürfte so um das Jahr 2007 gewesen sein. Und ich war einfach so fasziniert, dass ich mehr von diesem Genre, aber auch vom STARLIGHT EXPRESS sehen wollte.

Die nächsten Besuche in Bochum kamen dann in den Jahren 2012 und 2016 und für mich wurde immer unbegreiflicher, was ich einmal an diesem Stück so grandios fand. Hatte sich das Stück wirklich so sehr zum Negativen verändert oder lag es daran, dass ich eben keine fünfzehn mehr war und sich die kindliche Magie in mir aufgelöst hatte?

Wenn Vorurteile die Überhand gewinnen & die Neugier siegt

Die Meldung, dass STARLIGHT EXPRESS anlässlich seines 30. Geburtstages die nächsten größeren Veränderungen an der Show vornehmen will, trat einen regelrechten Shitstorm in der Musicalcommunity los. Der wohl größte Schock für alle Anhänger des Stückes, war wohl die Tatsache, dass der so lieb gewonnene Charakter des “Papa” von der Bildfläche verschwinden soll und durch eine “Mama” ersetzt wird. Doch es sollten noch weitere Veränderungen angekündigt werden, die auf wenig Verständnis stießen.

Elektra

© BB-/Mehr-Entertainment

Ich selbst sah der Situation auch etwas kritisch entgegen. Jedoch kam in mir die Hoffnung hoch, dass eine komplette Veränderung der Show ja vielleicht auch etwas an “meinem STARLIGHT-Gefühl” ändern könnte. Somit verfolgte ich die Pressemeldungen bis kurze Zeit nach der Premiere der “neuen” Show sehr aufmerksam. Aber irgendwie sprang der Funke dann doch nicht wirklich auf mich über. Um meiner dennoch vorhandenen Neugier neues Futter zu geben, entschloss ich mich, in diesem Jahr doch mal wieder nach Bochum zu fahren.

“Frischer Wind” im STARLIGHT EXPRESS

Und somit saß ich dann im Mai diesen Jahres (kurz vor dem Castwechsel) in der STARLIGHT-Hall und durfte mich von dem “neuen” Treiben auf der Bühne überzeugen. Als erstes fiel mir ins Auge, dass der komplette Boden im Theatersaal ausgewechselt wurde und die Streckenverläufe mittels einer Lasertechnik aufgezeichnet werden. Insgesamt wirkte das Theater sowie der Saal wie nach einer Verjüngungskur.

Auch die Bandansage des kleinen Jungen, der nun endlich schlafen soll, wurde modernisiert und der aktuellen Zeit angepasst. Für mich das größte Bedenken vorab, waren die neuen Kostüme, die den einzelnen Rollen verpasst wurden. Und dann kamen Sie – die Züge, die allesamt das Rennen für sich entscheiden wollen.

Die Kostüme wirken in der Tat alle sehr modern, aber aufgrund der gesamten Erneuerung keineswegs unpassend. Am meisten positive Stimmung verbreitete das neue Elektra-Kostüm, welches ich mit vorab sehr negativer Stimmung betrachtet habe. Es wirkt zwar im Vergleich zu dem Vorgänger etwas schlichter, passt sich aber durch einige “Spezialeffects” perfekt in die Szenerie ein und entpuppt sich als wahres Meisterwerk der Technik – eben ganz, wie es sich für eine E-Lok gehört.

Mama die alte Dampflok

© BB-/Mehr-Entertainment

Wenn aus “Papa” dann auf einmal “Mama” wird

Die wohl größte Veränderung der “neuen” Version vom STARLIGHT EXPRESS wird ganz gewiss in die Geschichte des Erfolgsmusicals aus der Feder von Andrew Llyod Webber eingehen. Auf einmal steht nämlich als in die jahregekommene Dampflok nicht mehr “Papa” auf der Bühne, sondern “Mama”.

Diese wird in der Erstbesetzung von Reva Rice verkörpert. Für Rice gleich ein doppelt schweres Los. Mit STARLIGHT EXPRESS startet sie in ihr erstes deutsches Musicalengagement und übernimmt dann gleich eine Rolle, auf welche die meisten Besucher sehr kritisch blicken. Doch dies lässt sich Reva Rice in keinster Weise anmerken. Voller Tatendrang übernimmt sie diesen Part und für den Rest der Show vergisst man sogar “Papa” ein wenig.

Ob dieser Wechsel nun wirklich unbedingt nötig war, um dem Musical eine “Auffrischung” zu geben, darf weiterhin im Raum stehen bleiben. Dennoch lässt sich sagen, dass es der Qualität der Show keinen Abbruch getan hat. Gerade im Musicalbereich sollte man neuen Dingen einfach positiv gegenüber stehen, denn wer will denn in 30 Jahren noch immer das gleiche sehen!?

Hochmoderne technische Raffinessen & altbekannte Lieder

Auch durch viele, technisch moderne Mittel bekommt die Show einen neuen Glanz. Modernste Lasertechniken rücken die Inszenierung noch mehr in Szene und sorgen für eine spektakuläre Show an diesem Abend. Für den Besucher von STARLIGHT EXPRESS hält das gesamte Team bei einem Showbesuch viele schöne Momente bereit und sorgt für nahezu schwerelose Augenblicke.

Bei den Songs gibt es tatsächlich auch einige Veränderungen. Neben neuen Liedern wurden aber auch die altbekannten Stücke neu in Szene gesetzt und bekamen somit wieder einen anderen Fokus gesetzt. Auch das Klangerlebnis darf nicht unterschätzt werden. Dieses bekam eine “Generalüberholung” und kann sich wirklich “hören” lassen.

Coco & Belle

© BB-/Mehr-Entertainment

Nach wie vor mein absoluter Lieblingssong ist “Für immer”. Für mich persönlich eine der besten Veränderungen in den letzten Jahren. Und zum Glück wurde er auch in der “neuen” Version beibehalten. Bei der Interpretation dieses Songs stand auch bei meinem Showbesuch im Mai kurzzeitig die Welt um mich herum still.

Lass jetzt los!

Und als dann “Rusty” auf einem Podest empor fuhr und unzählige Laserstrahlen auf ihn gerichtet wurden, um einen der atemberaubendsten Bühnenmomente des Abend mit dem Titelsong zu präsentieren, konnten sich die Tränen in meinen Augen nicht mehr zurückhalten lassen. In diesem Moment wurde mir eines bewusst – er ist zurück, der legendäre STARLIGHT EXPRESS. Und in diesem Augenblick wusste ich eines – es war nicht die verloren geglaubte kindliche Magie in mir, die sich in den letzten Jahren in mir breit gemacht hatte in Bezug auf den STARLIGHT EXPRESS.

Für mich ganz persönlich zählte dieser Abend im STARLIGHT EXPRESS unweigerlich zu den schönsten seit meinem ersten Showbesuch vor nun mehr als zwölf Jahren. Veränderungen sollten nicht immer nur als “böses Omen” gesehen werden, sondern als Chance für etwas ganz Großes. Ein ganz besonderes Dank geht aber hierbei auch an die Künstler, ohne die es gar nicht möglich wäre seit Jahren (unabhängig von jeglicher Veränderung), dieses Stück so unglaublich liebevoll in Szene zu setzen. Ohne euch hätten wir nur eine leere Bühne.

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Kategorie: Kritiken, Starlight Express

Autor: C. Demme (24.08.2019)

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