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Ron Holzschuh Interview – Musical1 Podcast 74

Es ist die Weihnachtsgeschichte schlechthin: A CHRISTMAS CAROL aus der Feder von Charles Dickens. Seit vielen Jahren wird diese Geschichte unter dem Titel VOM GEIST DER WEIHNACHT erfolgreich auf deutschen Bühnen aufgeführt. Spontan hat sich Musicaldarsteller Ron Holzschuh, der in diesem Jahr die Rolle des Geistes Marley spielt, bereit erklärt, kurz vor Weihnachten noch ein Interview mit uns zu führen. Gemeinsam mit unserem Podcast-Moderator Christian Demme wird Euch Ron nun das Warten auf den Weihnachtsmann oder das Christkind ein wenig vertreiben.

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Ron Holzschuh
Ron Holzschuh © Michael Eloy Werthmüller

Ein waschechter Sachse

Geboren wurde Ron Holzschuh im sächsichen Zwickau. Aufgewachsen ist er auf dem Land. Unweit von der Stadt Zwickau entfernt, in einem kleinen beschaulichen Dörfchen, umgeben von Wäldern, Feldern und Teichen, konnte er damals eine unbeschwerte Kindheit genießen.

Ron verbindet sehr viel mit seiner Heimat. Seine Eltern, die er, wie er uns verrät, sehr liebt, besucht er dort regelmäßig. Auch ein sehr guter Freund aus Kindertagen lebt noch in dieser Gegend. Gemeinsam mit ihm hat er während der Schulzeit viel Zeit verbracht, zum Beispiel beim Malen oder Sport treiben. Holzschuh genießt die Zeit, die er im beschaulichen Sachsen verbringen kann. Leider kommt dies jetzt gerade in der Weihnachtszeit aufgrund seines Engagements bei VOM GEIST DER WEIHNACHT in Oberhausen eher selten vor.

Seine beruflichen Vorstellungen in der Kindheit und Jugend waren sehr umfassend. Sein Wunsch Meeresbiologie oder Veterinärmedizin zu studieren wurde ihm, wie er uns im Interview ausführlich schildert, verwehrt und so entschied sich nach der Schule für eine Ausbildung zum Tischler.

Leistungssportler, Tänzer, Schauspieler und Musicaldarsteller

Schon während der Jugend ging Holzschuh viele verschiedene Interessen nach. Ein Lehrer, der Kontakte zum damaligen Fernsehballett hatte, brachte ihm das Tanzen, Steppen und Jonglieren näher. Semiprofessionell hatte der Darsteller damals schon verschiedene Auftritte. Sein Studium absolvierte Ron später dann unter anderem an der Berliner Ballettschule.

Erst später entdeckte er seine Leidenschaft für Choreografie und begann Choreografiestudium an der damaligen Theaterhochschule “Hans Otto” in Leipzig. Während des Studiums merkte Holzschuh, dass man Choreografie, wenn man sie wirklich betreiben will, nicht ohne praktische Erfahrungen erlernen kann. Ein Angebot des ersten Musicaljahrgangs an der gleichen Hochschule kam dann sehr gelegen.

Erfolgsmusical ELISABETH war der Einstieg ins Musicalbuisness

Ein ehemaliger Intendant des Theaters an der Wien wurde auf Ron Holzschuh aufmerksam und bot ihm direkt die Rolle der Zweibesetzung Tod im Musical ELISABETH an. Über dieses Engagement war Holzschuh sehr glücklich und durfte auch häufig in dieser Rolle auf der Bühne stehen.

Weitere Angebote im Bereich Musical führten ihn an das Theater St. Gallen, im Musical RENT war er in Düsseldorf zu sehen. Die Hauptrolle des Tony Manero in SATURDAY NIGHT FEVER spielte Holzschuh über Tausend Mal. Danach folgte erst einmal eine kleine Pause von der Bühne – Ron erhielt eine Hauptrolle in der TV-Serie “Verbotene Liebe” und spielte dort mehrere Jahre die Rolle des Bernd von Beyenbach.

Im Laufe der letzten Jahre zog es Ron jedoch wieder auf die Bühne. Er verkörperte unter anderem die Rolle des Markgrafen Gerold im Musical DIE PÄPSTIN am Schlosstheater Fulda im Sommer diesen Jahres. Holzschuh selbst beschreibt die Rolle des Gerold als sehr anspruchsvoll und ist erfreut darüber, an diesem Musical mitgewirkt zu haben.

Ron Holzschuh als Marley

© privat

Der Zauber der Weihnacht

Bereits 2010 spielte Ron Holzschuh die Rolle des Geistes Marley im Musical VOM GEIST DER WEIHNACHT im Musical Dome in Köln. Holzschuh bekam damals einen Anruf mit der Anfrage für das Engagement. Ohne zu zögern reiste er nach Berlin und unterschrieb den Vertrag für die Produktion.

Auch in diesem Jahr trat das Produktionsteam an den Musicaldarsteller heran und fragte nach, ob er nicht wieder Lust habe, den Geist zu spielen. Besonders interessant fand er die Zusammenarbeit mit der Choreografin und dem Regisseur der Produktion, die für die aktuelle Inszenierung zuständig sind. Ron gibt an, dass die Inszenierung unwahrscheinlich toll geworden ist und auch die Zusammensetzung der Cast unglaublich gut ausgewählt wurde.

Die Geschichte zum Musical hat es dem Darsteller besonders angetan. Als Geist Marley, welcher quasi vom Himmel heruntergespuckt wurde, um den bösen Mr. Scrooge zur Liebe zu bekehren, damit aus ihm ein guter Menschen wird, sorgt Holzschuh für den ein oder anderen humorvollen Moment während der Show. Ob es dem Geist gelingt seinen Auftrag zu erfüllen, wird der Besucher während des Musicals erfahren.

Zusammen mit vielen großartigen Künstlern aus dem Bereich Musical und Schauspiel steht Ron noch bis zum 30. Dezember 2015 auf der Bühne des Theaterzeltes Neue Mitte in Oberhausen. Als Engel der Weihnacht steht die Sängerin Annemarie Eilfeld an der Seite von Ron. In die Rolle des Mr. Scrooge schlüpft, wie bereits im vergangenen Jahr, der erfolgreiche Musicaldarsteller Felix Martin. Gespielt wird auch an Weihnachten, nur der heutige Heilige Abend bleibt spielfrei.

Ron Holzschuh mit Felix Martin und Annemarie Eilfeld

© privat

Weihnachten mit den Kollegen von VOM GEIST DER WEIHNACHT

Auf die Frage, wie er das Weihnachtsfest in diesem Jahr verbringt, teilt Ron Holzschuh mit, dass er im diesem Jahr leider nicht die Gelegenheit hat, mit der Familie zu feiern. In seinen Worten liegt ein wenig Wehmut, auch wenn er versucht, es sich nicht anmerken zu lassen.

Viele seiner Kollegen bleiben an den Feiertagen ebenfalls in Oberhausen und somit haben sie sich zu einem gemeinsamen Weihnachtsschmaus verabredet. Jedoch wird an den Feiertagen besonders an die Familie im über fünfhundert Kilometer entfernten Sachsen gedacht und natürlich darf auch das ein oder andere Telefonat in die Heimat nicht fehlen.

Die Geschichte VOM GEIST DER WEIHNACHT lehnt sich an den Weihnachtsklassiker „A Christmas Carol“ von Charles Dickens an. Der Pfandleiher Ebenezer Scrooge muss sich hier in der Nacht vor Weihnachten drei Geistern seiner Vergangenheit stellen. Sie führen ihn zurück an die entscheidenden Situationen in seinem Leben, in denen er sich für einen konkreten Weg entschieden hat. Mit dieser Begegnung wird Scrooge dazu gezwungen, sich mit seinem eigenen Wesen und den Prioritäten in seinem Leben auseinanderzusetzen.

Charakter- und Sozialstudie

Dickens wollte mit dieser persönlichen Geschichte nicht nur auf den menschlichen Charakter des Ebenezer Scrooge, sondern zeitgleich auf die schwierigen sozialen Missstände in England im 19. Jahrhundert aufmerksam machen. In den Adaptionen für Film und Bühne wird die Geschichte oft an das aktuelle Zeitgeschehen angepasst. Im Fokus steht die Entwicklung des Charakters Ebenezer Scrooge, der in einer Nacht an die entscheidenden Situationen seiner Vergangenheit geführt wird. Es geht um menschliche Werte und die Lebensentscheidungen, die wir manches Mal neu bewerten sollten. Schließlich ist es nie zu spät, Dinge im Leben zu ändern und einen neuen Weg auszuprobieren.

Weihnachten als besondere Zeit

Weihnachten ist eine besondere Zeit, die viele Geschichten inspiriert. Im Idealfall verbringen wir in diesen Tagen viel ruhige Zeit mit unseren Liebsten, beschenken uns gegenseitig und zeigen uns untereinander, wie sehr wir uns schätzen. Allerdings ist die besinnliche Zeit leider häufig geprägt von vielen Verpflichtungen und die Besinnlichkeit gerät dabei in Vergessenheit. Auch die gegenseitige Wertschätzung gerät bei der großen Anzahl an Terminen in Vergessenheit. Wir besorgen so viele Geschenke, dass das einzelne Geschenk weniger Gewicht hat. In jeder Woche warten eine Vielzahl an unterschiedlichen Treffen darauf, dass wir dort ruhig und gutgelaunt Weihnachtslieder singen und Kekse essen. Da es jedoch so viele sind, geraten die einzelnen Termine zu einem To-Do-Punkt auf einer zu langen Liste ebenjener. Da tut es gut, innezuhalten und für sich zu überlegen, was Weihnachten im eigenen Leben sein soll und ob weniger Punkte nicht am Ende einen größeren menschlichen Gewinn mit sich bringen.

Das Jahr Revue passieren lassen

Gleichzeitig mit Weihnachten neigt sich das Jahr dem Ende zu. Da ist es Zeit auf das Vergangene zu schauen und ein persönliches Resümee zu ziehen. Das wunderbare Theaterstück VOM GEIST DER WEIHNACHT lädt dazu ein, sich eigene Gedanken über das eigene Leben zu machen. Vielleicht sind die eigenen Lebensentscheidungen nicht ganz so wie bei Ebenezer Scrooge, doch das ein oder andere Detail findet sich meistens im eigenen Leben, was sich verändern ließe. Zumindest die Frage nach den Prioritäten zwischen Beruf und Privatleben ist für die meisten Zuschauer jedes Jahr aktuell. Und die Frage danach, welche Werte an Weihnachten wichtig sind, stimmt doch gut ein in die fröhlich verbrachten Feiertage.

Der letzte Podcast – Jahresrückblick des Musical1 Podcasts

Rückblickend auf das Jahr 2015 lässt sich festhalten, dass wir auch in diesem Jahr wieder viele tolle und interessante Gespräche rund um das Thema Musical führen durften. Neben prominenten Darstellern wie zum Beispiel Gian Marco Schiaretti, Brigitte Oelke, Kevin Köhler und Mark Seibert führten wir auch Interviews mit Künstlern, die noch am Anfang Ihrer Karriere stehen, so unter anderem mit Patrick Mai. Aber auch Personen aus anderen mit dem Musical verbundenen Berufsgruppen, wie der Regisseur Andreas Gergen standen in diesem Jahr auf unserer Sendeliste. Im September war es dann auch soweit, dass wir den ersten Fan-Podcast an den Start bringen konnten.

Dank Eurer Unterstützung und der Treue, die ihr uns entgegenbringt, lässt sich in Zahlen sagen, dass unser Podcast seit seiner Gründung im Juli 2014 bereits knapp 21.000 Downloads bei 74 erschienenen Interviews in dieser Rubrik erzielt hat. Darauf sind wir sehr stolz.

Aber nicht nur den Fans gilt ein großes Dankeschön. Auch bei den bereits interviewten Darstellern, Fans und anderen Beteiligten von Produktionen möchten wir uns nochmals herzlich bedanken. Ohne Euch wäre es nicht möglich, diesen Podcast zu betreiben.

Was so erfolgreich läuft, hat natürlich eine Fortsetzung im kommenden Jahr 2016 verdient. Und wir können eines vorweg nehmen, langweilig wird es auch in dem neuen Kalenderjahr nicht. Natürlich würden wir uns sehr darüber freuen, wenn uns die bereits bestehenden Fans weiterhin so treu bleiben und wir zahlreiche neue Hörer hinzu gewinnen können.

Nachtrag

Nach dem Interview war Ron im Sommer bei den Gandersheimer Domfestspielen zu sehen. Im Musical DIE DREI MUSKETIERE übernahm er die Rolle des Kardinal Richelieu. Ebenso spielte er bei dieser Gelegenheit den Panos in der Komödie „Highway to Hellas“. Ab März 2019 übernahm er in der beliebten TV-Serie „Alles was zählt“ den Part des Niclas Nadolny. Am 27. April 2020 starb Ron überraschend nach kurzer schwerer Krankheit.

Er bat seine Follower bei Instagram in einem letzten Post um eine friedliche Welt: „Ich hoffe, dass die Welt immer friedlicher wird. Und dass die Grausamkeit vertrieben wird aus dieser schönen, leuchtenden Welt. Wenn wir das alle und jeder für sich in uns erfahren, dann werden wir die Welt verändern. Denn wo Licht ist, kann kein Schatten sein.“

Autor: C. Demme

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