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REIFE DAMEN – Uraufführung in Schwedt am 15. Oktober 2021

Urlaubsfreuden, Tod, Schulden und eine geniale Idee, das sind die Stichwörter für drei REIFE DAMEN, welche im Oktober ihre Uraufführung in Schwedt feiern. Wie es zu den Turbulenzen kam und was den Zuschauer erwartet, haben wir in einem kleinen Interview mit den Machern von REIFE DAMEN zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen.

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Ein Musical von Florian Stanek und Sebastian Brand ©reifedamen

Für REIFE DAMEN kommt es anders als man denkt

Freudige Stimmung, der langersehnte Urlaub steht endlich vor der Tür von Anna und Walter. Das Ehepaar freut sich auf die gemeinsame Zeit. Es wird gepackt und die letzten Notwendigkeiten erledigt, als Walter beschließt kurzfristig aus dem Leben zu scheiden. Tot! Mausetot. Anna (Gabriele Schwabe) steht vor fast gepackten Koffern und einem riesigen Schuldenberg.

Die kommenden Ereignisse brechen über Anna herein. Kreuzfahrt futsch, Geld futsch, Mann futsch, Urlaub futsch und die Wohnung ebenfalls futsch. Walter hat Anna einfach nur in einem riesen Scherbenhaufen zurückgelassen.

Eine Lösung muss her

Die Beerdigung von Walter beschert Anna ein Wiedersehen mit ihren alten Freundinnen Gerda (Ines Venus Heinrich) und Waltraud (Katarzyna Kluczna). Wie auch Anna sind beide in die Jahre gekommen. Wo ist nur die Zeit geblieben, als die drei jung und sexy ihr Leben gemeistert hatten. Gemeinsam mit ihren Freundinnen sucht Anna nach einem Weg aus dem Chaos, das Walter in ihrem Leben hinterlassen hat.

Ein Anruf mit gravierenden Folgen

Ein etwas seltsam frivoler Anruf bringt die zündende Idee und die vermeintliche Rettung aus allen Problemen. Anna, Gerda und Waltraud iniziieren eine Telefonsex-Hotline. REIFE DAMEN, für jeden Spaß zu haben. Das Geschäftsmodell wird ein Riesen-Erfolg und es scheinen alle Probleme und Sorgen verschwunden.

Der Schein trügt. Sehr schnell stehen die drei vor ganz anderen Herausforderungen.

REIFE DAMEN – die Musical-Komödie von Florian Stanek und Sebastian Brand

Temporeiche, handlungstreibende Nummern gepaart mit gefühlvollen Balladen geben der emotionalen Reise der drei Damen einen wundervollen Rahmen. Getreu dem Motto „Die gute alte Zeit“. Klassische Broadwaynummern verbinden sich mit mitreißenden Swingnummern und Chansons mit Schlager-Touch sowie Reggae und Salsa. Die Veränderung zur neuen Jugendlichkeit der Damen innerhalb des Stückes wird durch moderne Rock- und Popnummern ergänzt.
Getragen wird das musikalische Arrangement durch eine 3-köpfige Showband – Klavier (Tom van Hasselt), Drums (Tobias Fuchs) und Bass-Posaune (Geoffrey Dabrock). Dies ermöglicht vielfältige Klangstilistiken.

Musical-Komödie mit Tiefgang

Witz und Leichtigkeit dominieren das Stück, aber der Zuschauer bekommt auch Einblicke und Gedankenanstöße für die Probleme des Alters – wie das Gefühl der Ausgegrenztheit, des Nicht-Gebraucht-Werdens, der Altersarmut und der Furcht, das Leben wäre vorbei und nichts Aufregendes würde sich mehr ereignen.
REIFE DAMEN lässt den Zuschauer in einen Spiegel blicken, der ihm die Tabuthemen wie Erotik oder gar Sex im Alter, das Alter an sich, alte Menschen und Social Media direkt vor Augen führt und mit Vorurteilen und Klischees abrechnet. Sicher wird sich der ein oder andere in den drei Hauptakteuren wiederfinden oder zumindest erkennen, dass man genau solch einen Menschen kennt.

REIFE DAMEN – Eine Telefonsex-Hotline feiert seine Uraufführung in Schwedt

Wer nun neugierig geworden ist und wissen möchte, welchen Herausforderungen sich die Damen stellen müssen, hat ab 15.10.2021 die Gelegenheit REIFE DAMEN auf der Bühne im Theater Schwedt live zu verfolgen und mit Anna, Gerda und Waltraud zu bangen, zu lachen und das Leben zu feiern. Denn dazu ist man nie zu alt.

REIFE DAMEN feiert am 15.10.2021 seine Uraufführung. Wer dabei sein möchte, wenn die Telefonsex-Hotline ans Netz geht, kann sich hier seine Tickets sichern

Die Männer hinter den Frauen

Florian Stanek

Florian Stanek
(c) Konstantin Reyer

Das Autorenpaar Florian Stanek und Sebastian Brand sind die Allrounder im Musical und Musiktheater. Man merkt den beiden die Freude am Schreiben bei jedem ihrer Stücke an und dies überträgt sich in Form feinster Unterhaltung auf das Publikum. Würde es das Genre „Enterbrainment“ geben, hätten es die beiden wohl erfunden. Beide sind Profis in ihrem Bereich, gemeinsam schaffen die zwei damit Wunderbares für ihr Publikum und Neues für die Musicalwelt.

Wir von Musical1 hatten die Gelegenheit, Sebastian Brand und Florian Stanek zu einem kleinen Interview zu treffen und ein paar Hintergrundinformationen zur Entstehung des Stückes zu bekommen.

Hallo Sebastian, Hallo Florian, schön Euch beide zu treffen und Euch noch vor der Uraufführung Eures gemeinsamen Stückes ein paar Fragen stellen zu können.

Sebastian Brand

Sebastian Brand
(c) Jakob Reimann

Wie und wann seid Ihr auf die Idee für REIFE DAMEN gekommen und ein Musical mit diesem Thema zu produzieren? War das schon immer ein Traum, ein eigenes Musical auf die Bühne zu bringen?

Sebastian: Ein eigenes Musical zu schreiben war schon immer ein Traum von mir. Mittlerweile haben Florian und ich schon mehrere Musicals geschrieben und sie erfolgreich auf die Bühne gebracht. Wir sind ja beide auch Darsteller, finden es aber immer wieder extrem spannend, als Komponist und Autor Stücke selbst zu kreieren. Die Ursprungsidee zu REIFE DAMEN entstand vor etwa 10 Jahren.

Florian: Ich hatte die Idee, eine Fernsehsendung mit dem Grundthema zu schreiben. Vor allem aus großem Interesse an den Charakteren und weil ich glaube, dass peinlichen Situationen viel Menschliches offenbaren können. Gemeinsam mit Sebastian kam dann die Idee, ein Musical daraus zu entwickeln.

Sebastian: Wir waren sofort von der Idee begeistert, haben uns an die Arbeit gemacht und die ersten drei Songs und zwei Szenen sind entstanden.

Ihr habt für REIFE DAMEN eigens die Musik komponiert, Texte arrangiert und die Handlung erdacht. Warum sind reife Frauen immer wieder gerne ein Thema in Theater- und Musicalshows? Bedient man damit nicht ein Klischee, dass Frauen sich erst in der Mitte Ihres Lebens ausleben können, oder aber auch dass Frauen im Alter auf verrückte Ideen kommen?

Florian: Reife Frauen sind, wie ich finde, leider viel zu selten ein Thema im Theater-, Musical- und Filmbereich! Zwar kommen sie oft als “komische Alte” oder ähnliches vor, werden aber selten zentralen Figuren und “Heldinnen” der Handlung und oft sehr jung besetzt. Mich fasziniert an reifen Darstellerinnen die Lebens- und Theatererfahrung, die Fähigkeit, das Publikum zu spüren und eine ganz eigene Kraft und Komplexität in der Darstellung. Ich glaube, wer so lange in diesem harten Beruf durchhält, hat was zu sagen!

Sebastian: Zur Vorbereitung auf das Stück haben wir mehrere Interviews mit reifen Frauen geführt. Sie haben von vielen verrückten Ideen erzählt, auf die sie im Alter gekommen sind und dann auch in die Tat umgesetzt haben. Das ist nichts Ungewöhnliches. Wir beschreiben also die Realität: Unsere Figuren im Musical sind glaubhaft und ehrlich, sodass man sich vor Lachen kaum halten kann und gleichzeitig ernsthaft berührt wird. Das war uns sehr wichtig beim Schreiben: Humor mit Herz und Hirn – „Enterbrainment“ sozusagen.

Pandemie, Lockdown, was hat das mit Euch gemacht? Einigen Kollegen von Euch erging es ja ähnlich, sie haben allerdings eingeschätzt, dass für eine neue Produktion die Lockdown Zeit fast ein Segen war, da man ohne Zeitdruck und somit entspannter an die Umsetzung herangehen konnte. Ging Euch das auch so?

Sebastian: Die Pandemie hat in uns allen etwas verändert. Ich hatte Zeit über viele Dinge nachzudenken für die ich unter normalen Umständen vielleicht keine Muße gehabt hätte. Außerdem habe ich mich mit neuen Kompositionsstilen auseinandergesetzt und mich noch intensiver in den Bereich Orchester-Arrangement vertieft.

Florian: Wir waren durch das Schreiben privilegiert. Wir konnten die Zeit hervorragend nutzen, um Projekte vorzubereiten und gänzlich neue haben sich ergeben – wie unsere Kammeroper “Isolation Club” für die Theater Chemnitz.

Ihr hattet die Show ja bereits im November 2019 im Rahmen einer Veranstaltung in der Neuköllner Oper einem kleinen ausgewählten Publikum vorgestellt.

Florian: Genau! Davor stand noch ein erstes Mini-Tryout in Wien und danach folgte Ähnliches in Hamburg im Schmidtchen. Wir konnten dadurch unser Material mit unterschiedlichen Darstellerinnen testen, die Handlung weiterentwickeln und vor allem unterschiedliches Publikum erleben – was sehr spannend war! Denn im Norden lacht man über anderes als in Wien.

Hat sich danach durch den Lockdown bedingt, dann noch Grundlegendes in der Show geändert? Habt ihr die Zeit noch genutzt, um an der Handlung oder der Umsetzung Veränderungen vorzu nehmen?

Florian: Im letzten Jahr haben wir die größten Entscheidungen getroffen, bedingt durch die anstehende Produktion in Schwedt.

Sebastian: Wir haben die Grundstory nochmal auf Herz und Nieren überprüft, den Ort der Handlung angepasst und durch die Erfahrung der Tryouts entschieden, was wirklich wichtig ist und die Zuschauer berührt. Die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der Figuren wurden nochmal zugespitzt und es entstanden nach und nach weitere Songs und ganz zum Schluss die Ouvertüre.

Florian: Nach jahrelangem Herumprobieren musste plötzlich eine klare Form her, was auch sehr hilfreich war. Kreative Prozesse ohne Zwänge finde ich äußerst schwierig.

Die Premiere wird am 15.10.2021 im Theater Schwedt sein. Wird das Stück danach auch noch in anderen Theatern zu sehen sein? Wird es eine Tour geben? Was ist Euer Plan oder Euer Wunsch für die Zukunft?

Florian: Unser Wunsch ist, dass Schwedter Produktion uns viele wichtige Erkenntnisse bringt, wie man unser Stück optimieren kann. Denn wirklich zum Leben erwacht ein Stück erst am Tag der Premiere. Deshalb ist es ja so schade, dass im deutschsprachigen Raum Uraufführungen oft nur einmal gezeigt werden und ihnen dadurch die Weiterentwicklung verwehrt bleibt. Ich sehe großes Potential in diesem Stoff, bin aber auch total gespannt auf die Eindrücke, denn vielleicht zeigt sich, dass manche Dinge ganz anders gelöst werden müssen – dafür sind wir offen. Insofern ist diese Aufführung hoffentlich erst der Anfang!

Sebastian: Altern und Sex im Alter sind immer noch große Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Unser Musical „Reife Damen“ hat das Potential alle Altersgruppen anzusprechen, Vorurteile abzubauen und sich über diese doch so relevanten Themen endlich mal Gedanken zu machen. Wir nehmen die Figuren ernst und versuchen mit unserer temporeichen und authentischen Art das Publikum zum Lachen und gleichzeitig zum Weinen zu bringen. Deshalb ich bin mir sicher, dass unser Musical noch an vielen anderen Theatern, vielleicht sogar auf Tour gespielt werden wird.

Sebastian, eine Frage noch an Dich. Werden Deine Fans Dich in Kürze auch wieder in einem Musical selbst als Darsteller auf der Bühne sehen und hören können oder möchtest Du Dich in Zukunft ganz dem Komponieren und Dirigieren zuwenden?

Ich liebe es, auf der der Bühne zu stehen! Ohne Singen und Schauspielen geht es nicht. Deshalb kann ich mit Zuversicht sagen, dass ich wieder mal eine Rolle in einem Musical spielen werde. Und zur Zeit kann man mich sogar AUF der Bühne sehen: Als Dirigent von ARISE, der neuen Grand Show am Friedrichstadt-Palast Berlin.

Vielen lieben Dank an Euch beide für die ausführlichen Informationen. Das hört sich alles sehr aufregend und spannend an. Wir wünschen Euch Viel Erfolg für die bevorstehende Uraufführung von REIFE DAMEN und ein immer vollgefülltes Haus. Wir freuen uns schon jetzt, diese Show in Schwedt zu besuchen und unseren Lesern aus eigener Erfahrung darüber zu berichten.

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