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RAPHAEL GROSS – im Interview

Kurz vor Weihnachten hatten wir noch die Gelegenheit, ein kurzes Gespräch mit RAPHAEL GROSS, den Alfred Darsteller im belieben Musical TANZ DER VAMPIRE führen zu dürfen. Raphael hat uns unter anderem verraten, warum er manchmal so ganz anders ist als die Zuschauer es vermuten und wie man auf die Idee kommt, mit 17 Jahren ein eigenes Musical zu schreiben.

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Raphael Gross ©Marco Sommer

Hallo Raphael, willkommen in Berlin! Derzeit stehst Du hier im Theater des Westens fast jeden Abend als First Cast Alfred im Kultmusical TANZ DER VAMPIRE auf der Bühne.

Musik ist Deine Leidenschaft? Wenn man sich Deine Biographie anschaut, könnte man vermuten, Raphael ist singend und Klavier spielend zur Welt gekommen. Musik und Theater begleiten Dich seit Deiner Kindheit, wie kommt das? Kommst Du aus einer Musiker/Theaterfamilie?

*lacht Ja das kann man fast so sagen. Mein Opa war Orchestermusiker, er war professioneller Geiger. Ich bin damit groß geworden, Musik um mich zu haben. Ich wollte schon als Kind unbedingt auch ein Instrument spielen lernen. Geige ist allerdings ein sehr schwer zu erlernendes Instrument und somit habe ich angefangen Klavier zu lernen und zu spielen, weil dies einfacher für mich war. Auch Singen war für mich immer ein Thema, ich war Chormitglied und mit 10 Jahren habe ich dann auch Gesangsunterricht bekommen. Ich muss dazu sagen, dass ich das alles immer freiwillig gemacht habe, weil ich das wollte. Es war immer meine Leidenschaft und ich wollte das immer machen. Ja, und da habe ich wohl schon unbewusst den Weg dafür bereitet, wo ich heute bin. Auf der Bühne.

Da war es doch sicher schon immer Dein Wunsch und Ziel etwas mit Musik, etwas Kreatives zu machen? War Musicaldarsteller Dein Traumberuf?

Musik war immer mein zentrales Interesse. Mir war aber auch irgendwann klar, dass man das lernen und studieren muss. Es reicht nicht aus, zu einer Castingshow zu gehen. Man muss lernen mit seiner Stimme und seinem Körper umzugehen. Nur dann kann man wirklich etwas damit erreichen. Also entschied ich mich für das Studium. Mein Opa hat mir allerdings davon abgeraten und hat versucht mich zu überzeugen etwas anderes zu machen, da er wusste wie schwer es ist. Ich habe mich aber trotz allem zur Studienaufnahme in Wien beworben und bin auch angenommen worden. Die Familie war dann trotzdem sehr stolz und mein Opa hat es dann auch befürwortet, allerdings war er auch ein sehr strenger Kritiker. Opa hat immer gesagt ich übe viel zu wenig und meine Lehrer sind viel zu nett.

2010/11 warst Du dann allerdings bei “DEIN SONG” im KiKa/ZDF zu sehen und zu hören. Nun doch eine Castingshow? War das schon gezielt gemacht und hat dies Deine weitere berufliche Entwicklung beeinflusst?

Die Teilnahme bei “DEIN SONG” war eher sehr spontan. Ich war 14 und irgendwie fand ich mein Leben langweilig. Immer nur Schule, das war nicht meins. Ich wollte irgendetwas Kreatives machen und so war es eher eine Idee zum Zeitvertreib und aus Langeweile. Ich dachte mir, das machst Du jetzt einfach mal, mal schauen wie das so wird. Es war spannend, da gab es immer wieder Dreharbeiten und Aufzeichnungen, das war schon interessanter als nur Schule.

Heute kann ich sagen es war eine tolle Erfahrung, da mitgemacht zu haben. Es hat mir die Bestätigung gegeben, dass etwas mit Musik zu machen ein guter Weg für mich ist. Es waren da ja auch meine eigenen Sachen, die ich präsentieren konnte. Es ging also eher um mich und meine Leidenschaft kreativ zu sein, zu singen, zu performen. Es hat mich in einigen späteren Entscheidungen sicher auch irgendwie beeinflusst. Ich bin kein theoretischer Mensch, ich könnte mich nie im Leben in einen Hörsaal setzen und mir irgendwelche Theorien oder Vorträge anhören. Ich bin kreativ, ich muss immer etwas tun, etwas bewegen, das Ergebnis meiner Arbeit sehen. Hätte es mit der Musik und der Bühne nicht geklappt, weil ich dafür nicht gut genug gewesen wäre, dann hätte ich irgendeinen handwerklichen Beruf erlernt, irgendetwas, egal was, nur nichts Langweiliges! Ich habe echt Respekt vor Leuten, die sich nur mit Theorie beschäftigen können und stundenlang zuhören können. Ich kann das nicht.

Mit 17 Jahren hast Du ein eigenes Musical komponiert!  DIE SCREIBMASCHINE -Das Erbe des Ruppert Bloomfield. Wie kommt man mit 17 auf die Idee, da hat man doch sicher andere Hobys und Interessen?

Hat man die? Ich hatte die nicht Nein! Das Abenteuer mit “DEIN SONG” war abgeschlossen und ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.Es hat sich einfach so ergeben. Gemeinsam mit Freunden kamen wir dann auf die Idee mit dem eigenen Musical. Wir haben uns das recht kurz überlegt und beschlossen, das machen wir jetzt einfach. Innerhalb kurzer Zeit hatte ich dann bereits Ergebnisse vorliegen und habe mich gefragt, wieso brauchen manche Menschen Jahre um ein Musical zu schreiben und umzusetzen. Heute denke ich manchmal, wenn ich mir mehr Zeit genommen hätte, hätte ich einiges anders und besser machen können. Aber das kommt auch aus den Erfahrungen, die ich seither gesammelt habe. Man ist reifer, erwachsener geworden. Aber es war gut und perfekt damals und wir waren recht erfolgreich damit. Etwas ganz wichtiges war dabei: Ich hatte den Beweis, ich kann umsetzen was ich mir vornehme und ich habe erfahren, was alles zur Umsetzung einer solchen Idee dazugehört und damit habe ich mir glaube ich eine gute Grundlage für weitere spannende Projekte geschaffen.

Um auf das Thema Hobby zurückzukommen, bei mir hat sich immer alles um die Musik, das Schauspielern gedreht. Ich bin zur Schule gegangen, weil man das ja musste, aber eigentlich drehte sich bei mir alles nur um das eine. Musik! Neben dem Projekt DIE SCHREIBMASCHINE, habe ich auch noch vieles anderes nebenbei gemacht, im Laufe der Zeit. Ich habe mich nur mit meinem Herzenswunsch beschäftigt, andere Hobbys hatten da keinen Platz. Ich hatte bei meinen ganzen Projekten aber nie den Anspruch, dass es immer grandios werden  oder allen Leuten gefallen muss. Ich habe es gemacht, weil ich es machen wollte. Ich glaube, das kann man auch nicht im Vorfeld beeinflussen, ob es mega gut oder nur akzeptabel wird. Grosse Song – oder Musicalproduzenten wissen im Vorfeld auch nicht, ob es ein Hit wird oder Platz 1. Roman Polanski hat damals, als er den Film Tanz der Vampire gemacht hat, sicher nicht gewusst und damit gerechnet, dass dies mal DAS Kult-Musical werden wird.

2017 hast Du dann die Rolle des Alfred schon in Wien gespielt. Da warst Du noch auf der Schule. Ist Alfred Deine Traumrolle?

Ja, da war ich noch an der Uni und genau das war das Problem. Ich kannte TANZ DER VAMPIRE und die Rolle des Alfred fand ich schon sehr spannend für mich. Ich war erst in meinem zweiten Ausbildungsjahr und da darf man an Auditions für Long-Run Produktionen noch gar nicht teilnehmen. Ich wollte es aber. Ich weiß noch, das ich zu meiner Mutter sagte, es ist mir egal, ob ich im zweiten Ausbildungsjahr bin, oder schon seit drei Jahren mit der Ausbildung fertig, wenn TANZ DER VAMPIRE  Auditions ausschreibt dann gehe ich dahin. Ich habe mich dort dann einfach angemeldet und bin hingegangen, musste ja niemand erfahren.

Das Lustige war, wenn ich heute zurückdenke, dass meine Audition genau nach Dianas Audition war und wir dann im weiteren Verlauf auch gemeinsam eine Tanzszene hatten. Im Final haben wir dann sogar das erste Mal “Draußen ist Freiheit” zusammen gesungen.  Als ich dann die Zusage bekommen habe, dass ich es geschafft habe und dabei bin, mußte ich es ja sagen. Es hat mir keiner den Kopf abgerissen.

Alfred ist ja zu Beginn des Stückes recht naiv und unbedarft, aber spätestens bei
“Für Sarah” wirkt er stark und entschlossen! Wie ist das bei Dir? Bist Du auch ein Kämpfer, wenn Du von etwas überzeugt bist?

Ich denke Alfred ist ein recht unsicherer Charakter, das bin ich nun gar nicht. Er verfügt über wenig Durchsetzungskraft und ist auch sehr auf den Professor fixiert, am Anfang zumindest. Alfred macht das was ihm gesagt wird. Ich habe immer eher das Gegenteil von dem gemacht, was andere gesagt haben. *lacht. Alfred ist so der Normale, der Zurückhaltende. Als er allerdings Sarah für sich entdeckt, hat auch er ein Ziel und versucht zumindest darum zu kämpfen.

Ich sehe das bei mir persönlich etwas zweigeteilt. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, vor allem beruflich, dann bin ich schon sehr sicher, ehrgeizig und durchsetzungsfähig. Raphael privat ist dann sicher noch einmal etwas anders, etwas überlegter und nicht ganz so spontan, aber durchaus auch entschlossen. Es ist immer so  ein wenig das Problem, dass ich anders auf die Menschen wirke. Leute die mich nicht kennen, sehen in mir aufgrund meines Aussehens auch immer den unentschlossenen Jungen, der nicht so recht weiß was er will. Das ist Fluch und Segen zugleich. Raphael kommt immer auf den ersten Augenschein als der liebe Junge von nebenan um die Ecke, so ein wenig wie Alfred. *lacht … ich bin ja auch lieb! Es vermutet aber meist niemand, dass ich schon sehr genau weiß was und wie ich etwas will. Da passiert es schon einmal, dass mich die Leute unterschätzen. Das ist dann aber auch wieder etwas, was ich mit Alfred gemeinsam habe. Auch Alfred wird teilweise unterschätzt.

Er ist in dem Stück der Charakter, in dem sich viele Menschen, wenn sie ehrlich zu sich selber sind, wieder erkennen. Er ist der “Normale” mit Ecken und Kanten. Unsicher, manchmal naiv, dann wieder euphorisch, ohne große Überlegungen.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, das Ende von TANZ DER VAMPIRE neu zu schreiben,  wie würde das aussehen? Bleibt Alfred vielleicht eher bei Herbert im Schloss, flieht er doch mit Sarah?

Ich persönlich sehe das Ende ganz anders. Ich fände das Ende konsequenter, wenn Alfred nicht der Antiheld wäre zum Schluss. Ich hätte mir gewünscht, dass Alfred es am Schluss wirklich schafft Sarah zu retten, sie vor dem verhängnisvollen Biss hätte schützen können.

So ist und bleibt der arme Alfred der Antiheld in dem Stück. Er erreicht nie sein wirkliches Ziel und das finde ich schade. Er ist in seiner Liebe zu Sarah zum Schluss so entschlossen und mutig, aber er wird dann auch gebissen und es ist kein wirklich glückliches Happy End. Da stellt sich mir die Frage, warum kann Alfred sich durch das Erlebte und seine gemachten Erfahrungen nicht gegen die anderen durchsetzen und Sarah wirklich retten?

Seit Oktober bist du nun auch First Cast Alfred hier in Berlin. Kanntest Du Berlin schon vorher? Wie gefällt Dir die Stadt und vor allem wie gefällt Dir das Theater des Westens?

Es ist für mich eine große Ehre hier in Berlin im Theater des Westens spielen zu dürfen. Ich denke es ist für jeden Darsteller der Wunsch, hier einmal auf der Bühne spielen zu dürfen. Das Theater hat ein ganz besonderes Flair.

Berlin kenne ich ganz gut, ich war schon sehr oft in der Stadt. Berlin ist toll, lebendig und immer wieder neu. Ich habe hier im Theater des Westens auch schon vor meiner Spielzeit Musicals angeschaut u.a. TANZ DER VAMPIRE und DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME. Nun ist es super, selber hier auf der Bühne stehen zu dürfen. Ich bin darüber sehr glücklich.

Gibt es Unterschiede zwischen den Wiener und den Berliner Fans?

Wirkliche Unterschiede zwischen den Wiener und den Berliner Fans kann ich persönlich jetzt nicht feststellen.

Sie sind in beiden Städten sehr leidenschaftliche, aber auch sehr nette und liebe Fans. Sie sind ein großes Geschenk für uns als Darsteller und für das ganze Stück. Es ist schön liebe Fans, dass es euch gibt. DANKE!

Wie wird Raphael Weihnachten verbringen, gibt es spezielle Bräuche, die Du von zu Hause kennst und hier vielleicht vermisst?

Ich komme ja aus Deutschland und habe somit das Glück, dieses Jahr Weihnachten, also zumindest den Heiligen Abend zu Hause verbringen zu können und dann am 25. Dezember zur Abendshow wieder hier sein zu können. Wirkliche Weihnachtsbräuche, eher nicht. Ich werde zusammen mit meiner Familie einen ganz entspannten Heiligen Abend verbringen. Wir werden viel essen, reden und eine entspannte gemeinsame Zeit verbringen und dies alles auch sehr bewusst genießen. Dann werden wir uns gegenseitig beschenken. Einfach die gemeinsame Zeit genießen.

Ich wünsche allen Lesern von Musical1 eine ebenso entspannte und schöne Weihnachtszeit mit Familie und Freunden und freue mich Euch im Theater des Westens noch bis zum 17. März 2019 begrüßen zu können.

Lieber Raphael, vielen lieben Dank für das nette Gespräch und Deine ehrlichen Antworten. Wir wünschen Dir ganz tolle Weihnachten bei der Familie und noch ganz viel Spaß hier in Berlin und bei den Vampiren.

Wer Raphal im Theater des Westens als Alfred erleben möchte hier geht es zu den Tickets!

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Kategorie: Interviews,Tanz der Vampire

Tags:

Autor: I. Marquardt(14.12.2018)

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