Jetzt Tickets kaufen

MUSICAL SALON – Interview mit Janet Marie Chvatal zur Konzertreihe in München

Not macht erfinderisch – und lässt Träume wahr werden. Das gilt zumindest für Janet Marie Chvatal. Im Auftrag des Deutschen Theaters München produzierte die US-Amerikanerin mit ihrem Partner Marc Gremm den MUSICAL SALON. Eine Konzertreihe, die aufgrund der Pandemie-Situation ins Leben gerufen wurde. In vorerst acht 90-minütigen Rendezvous verraten berühmte Musicalpaare ihre Love- und Bühnenstories. Los geht es am 7. August mit zwei Konzerten von Sabrina Weckerlin und Philipp Büttner.

Diesen Beitrag teilen


Gastgeberin Janet Marie Chvatal freut sich auf ihre Gäste. © Peter Samer

„Wir alle haben Geschichten zu erzählen. Wir alle haben Träume.“

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Das war Janet Marie Chvatal und den Beteiligten des MUSICAL SALONs klar. Immer wieder verzögerte sich der Start durch die Corona-Lage. Dabei wurde die Konzertreihe gerade für diese konzipiert. Die eigentliche Premiere sollte bereits am 19. Dezember 2020 stattfinden. Doch es folgte ein nicht enden wollender Lockdown. Geduld war gefragt, die sich nun auszahlt.

Große Produktionen wie das Musical HAIR wurden abgesagt oder verlegt. Daher versuchte das Deutsche Theater München schon letzten Herbst, aus der Not eine Tugend zu machen. Mit dem MUSICAL SALON wurde ein passendes Konzept gefunden.

Vom 7. August bis zum 3. September plaudern Traumpaare der Musicalwelt aus dem Nähkästchen. Wie lernten sie sich kennen? Wann hat es gefunkt? Wie entstand die Liebe oder tiefe Freundschaft? Und da ein Lied oft mehr als tausend Worte sagt, werden die Größen der Branche ihre Geschichten auch musikalisch erzählen. Gastgeberin und Künstlerin Janet Marie Chvatal verspricht: Es wird persönlich.

Janet, wie kam es zu Ihrer ersten Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater in München?

Manfred Hertlein, einer der renommiertesten Veranstalter Deutschlands, kam im Oktober auf mich zu. Er fragte, ob ich ein Konzept schreiben könne, mit dem man in Zeiten von Corona Musical-Highlights auf die Bühne bringen kann. Das Deutsche Theater hat nach Auswegen gesucht, um das Haus in dieser schwierigen Situation offen zu halten.

Keine leichte Aufgabe unter den gegebenen Umständen.

Richtig. Wir hatten ja nicht nur die Sorge, dass ausreichend Karten verkauft werden. Auch hinter der Bühne müssen die Verhaltens- und Hygieneregeln befolgt werden. Wie soll das mit dem Backstage-Personal wie Maskenbildnerinnen, Kostümdamen oder Bühnentechnikern funktionieren? Das größte Problem entstand jedoch auf der Bühne: In jedem Musical gibt es Szenen, in denen sich Paare umarmen oder küssen, sich Freunde die Hand geben. In vielen Choreografien können die nötigen Abstände nicht eingehalten werden. Daher stellte sich die Frage: Wie können wir im intimeren Rahmen Musicals auf die Bühne bringen?

Die Antwort darauf war mit dem MUSICAL SALON schnell gefunden.

marc gremm – janet chvatal

© Peter Samer

Die Idee schlummerte schon länger in mir. Ich erinnerte mich an unsere letzten beiden Königsgalas in Füssen, auf denen ich in einer „Lounge“ Interviews mit Künstlern führte. Dazu fiel mir ein: Marc und ich sind ja ein Paar. Wir haben einen gemeinsamen Haushalt. Oder wie wir in Amerika sagen: Wir leben in der gleichen „Bubble“. Das heißt, wenn er und ich auf der Bühne stehen, müssen wir die strengen Maßnahmen nicht einhalten. Wie wäre es daher, wenn wir als Gastgeber andere Paare einladen, die ebenfalls zusammenleben? Oder Paare, die eine so enge Freundschaft verbindet, dass sie „Corona-kompatibel“ sind? Also schlug ich Herrn Hertlein vor: Lasst uns doch eine Salon-Atmosphäre auf der Bühne kreieren, in der Künstlerpaare ihre persönlichen Geschichten erzählen. Ganz intim.

Manfred Hertlein sagte sofort „Ja“. Und Sie haben sich damit einen Traum erfüllt.

Die meisten kennen die Künstler nur in ihren Rollen. Sicherlich wird auf Galas auch über Privates gesprochen. Allerdings möchten wir etwas tiefer gehen. Meine Philosophie ist: Wir alle haben Geschichten zu erzählen. Wir alle haben Träume. Und diese in einer besonderen Atmosphäre zu teilen und sich dabei gegenseitig zu inspirieren, macht der MUSICAL SALON möglich. Wir wollen Shows mit Tiefgang, keine Aneinanderreihung von Musicalhits. So ist dieser Traum immer mehr entstanden.

Wie haben Sie die Musical-Paare ausgewählt?

Dass Thomas Borchert mit Gattin Navina Heyne und Ethan Freeman mit seiner Frau Monika dabei sein sollten, war fix. Mit Gil Mehmert und Bettina Mönch fand ich ein weiteres Traumpaar sehr interessant. Gil ist ja einer der gefragtesten Regisseure Deutschlands. Er hatte mir erzählt, dass er klassische Gitarre spielt und dies für den MUSICAL SALON angeboten. Er wird Bettina darauf begleiten. Ich bin sehr gespannt auf das Paar. Was empfand er, als die beiden gemeinsam an einem Stück arbeiteten? Oder wie war es für sie, dass er als Regisseur ihr „Boss“ war? Es gibt so tolle Geschichten, die vom jeweiligen Stargast und seinem Traumpartner erzählt werden. Geschichten, die auf der Bühne enthüllt werden wollen.

Unter den Paaren sind aber nicht nur Liebespaare.

Das stimmt. Mark Seibert war ganz begeistert, seinen engen Freund und Kollegen Patrick Stanke einzuladen. Er hat erzählt, dass es nie jemanden gab, mit dem er so viel Spaß auf der Bühne hatte. Sabrina Weckerlin möchte mit ihrem Lieblingsbühnenpartner und sehr guten Freund Philipp Büttner auftreten. Jan Ammann bringt Jan Rekeszus mit. Die beiden kennen sich unter anderem aus dem Musical LUDWIG². Den Begriff „Traumpaar“ haben wir auf enge Freundschaften erweitert. Sie werden eine gute Abwechslung in die Showreihe bringen. (Weitere Paare: Maya Hakvoort und Kevin Tarte, Drew Sarich und Ann Mandrella; Anm. d. Red.)

Was macht für Sie ein richtiges Traumpaar aus?

Der Begriff „Traumpaar“ besteht, seit es Entertainment gibt. Und wir kennen sie, die großen Leinwandpaare wie Grace Kelly und Bing Crosby oder Hollywood-Paare wie Angelina Jolie und Brad Pitt. Es gibt Traumpaare, die sich trennen und wiederfinden. Das sind große Dramen. Aber für mich ist ein Traumpaar etwas anderes.

Verraten Sie es uns.

Ein Traumpaar repräsentiert zwei Seelenverwandte, die zueinander finden und zueinanderstehen. Es ist kein normales Liebespaar. Ein Traumpaar nimmt besondere Herausforderungen an und teilt Leidenschaften. Von diesen Paaren hören wir leider oft nichts, weil sie nicht in der Öffentlichkeit stehen. Ich kenne zum Beispiel ein Ehepaar, das seine Jobs auf Eis legte, als die Kinder aus dem Haus waren. Die beiden reisten mit dem Peace Corps nach Afrika, um in Spitälern für kranke Kinder auszuhelfen. Sie haben sich damit einen gemeinsamen Traum erfüllt. Das ist für mich ein Traumpaar.

Wie sieht es mit der Lovestory von Janet und Marc aus? Hat es auf der Bühne gefunkt?

Wir lernten uns bei LUDWIG² kennen. Marc hat neben Jan Ammann den König gespielt. Ich war die Erstbesetzung von Sisi. Wir haben zusammen geprobt und uns sehr viel Zeit gewidmet. Am 1. Mai 2005 hatten wir unseren ersten gemeinsamen Auftritt. Und am Ende der Show machte Marc etwas, was noch kein anderer Bühnenpartner zuvor für mich getan hatte: Nachdem das Ensemble und Sisi als Vorletzte auf die Bühne gekommen waren, öffneten sich die Reihen und Marc erhielt als Ludwig seinen letzten Applaus. Dann ging er plötzlich zwei Schritte zurück, nahm mich an der Hand und führte mich nach vorne. Dort hat er sich noch einmal mit mir gemeinsam verbeugt. Dann gab er mir einen Handkuss (schwärmt).

janet chvatal – marc gremm – handkuss

© Peter Samer

Marcs erste Liebeserklärung?

Ich weiß es nicht. Er meinte, es sei damals einfach ein Dankeschön an die Bühnenpartnerin gewesen, die ihn so unterstützt hat. Doch für mich war er der absolute Gentleman. Ich wurde auf der Bühne noch nie so wertgeschätzt. Ich ging zurück in meine Garderobe und hab geheult. Es war so ein emotionaler Moment. Damit begann eine tiefe Freundschaft, die sich schließlich zur Liebe entwickelte.

Spätestens jetzt gehe ich davon aus, dass Ludwig und Sisi Ihr ganz persönliches Musical-Traumpaar sind.

(Lacht) Ich hab auch einen großen Bezug zum PHANTOM DER OPER. Zum einen war Christine meine Debütrolle. Zum anderen steckt in dieser Dreiecksgeschichte so viel Tiefe. Christine ist in ihren Jugendfreund Raoul verliebt. Doch mit dem Phantom verbindet sie diese Seelenverwandtschaft, die beide über die Musik leben – die „Musik der Nacht“. Ich finde, es ist die traurigste Geschichte in der Musicalwelt. Für mich hat sie sogar mehr Tiefgang als die Verbindung zwischen Sisi und Ludwig. Und dann gibt es noch die Geschichte von EVITA und ihrem Mann. Ein Leben lang an der Seite des geliebten Menschen zu sein, das ist einfach toll. Mein Lieblingslied aus dem Musical ist „You Must Love Me“. Es wurde speziell für die Filmversion und Madonna geschrieben. Ich werde es an einem Abend des MUSICAL SALONs singen.

Was darf das Publikum von den anderen Musical-Stars musikalisch erwarten?

Als Gastgeber und Moderatoren geben Marc und ich zwar das Format vor. Aber die Auswahl der Lieder ist relativ frei. Ich habe gesagt: „Bitte stellt das Haus und die Fans zufrieden – zum Beispiel mit populären Highlights eurer Lieblingscharaktere. Doch wir sind auch sehr fasziniert von der Idee, einige sehr persönliche oder selbstgeschriebene Lieder von euch zu hören.“ Freiraum für die Künstler ist sehr wichtig und dass sie die Geschichte letztendlich so erzählen, wie sie möchten. Begleitet werden sie auf dem Piano von Marina Komissartchik. Für Sabrina Weckerlin spielt Hannes Schauz.

Alle Konzerte werden voraussichtlich im großen Saal des Deutschen Theaters in München stattfinden.

Es ist so wichtig, das Publikum wieder vor Ort zu haben – unter Berücksichtigung der hygienischen Maßnahmen. Das ist auch der Wunsch des Deutschen Theaters. Denn es steckt so viel Personal dahinter. Wir Künstler werden in der Öffentlichkeit bemitleidet. Doch niemand denkt an den Portier oder Lichttechniker, der in Kurzarbeit zu Hause sitzt. Der Freelancer hat gar keine Arbeit. Das ist schlimm. Deswegen freue ich mich, dass wir als gesamtes Team im Deutschen Theater beschäftigt sind. Backstage und auf der Bühne.

Die Paare und Daten der Konzertreihe MUSICAL SALON gibt es hier:

 

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von VG Wort zu laden.

Inhalt laden

Kategorie: Galas & Konzerte, Interviews, Open Air

Tags: München

Autor: B. Schlager (05.07.2021)

Diesen Beitrag teilen

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Hiermit stimme ich zu, dass meine Angaben aus dem Kommentarformular zur Beantwortung meiner Antwort erhoben und verarbeitet werden. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an info@musical1.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Newsletterhinweis schließen
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen
Sicherheit des Newsletters