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MISCAST MUSICALS – Berlin Musicals präsentiert Gender Bending Show

In den USA ist „Miscast“ bereits ein beliebtes Showformat im Musicalbereich. Die Darsteller schlüpfen darin unter anderem in Rollen, die nicht für ihr Geschlecht geschrieben wurden. Mit MISCAST MUSICALS brachte die junge Company Berlin Musicals eine solche Show Ende April in Berlin auf die Bühne.

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MISCAST MUSICALS "Stepsisters' Lament" Joel Parnis, Mikael Johansson, Keith Fernandez
MISCAST MUSICALS “Stepsisters’ Lament” © Stéphane Le Breton - 3rdview-Photography Berlin

Das erste Projekt von Berlin Musicals – Ein voller Erfolg!

Berlin Musicals ist ein junges, innovatives Theaterkollektiv mit großen Plänen: Vor kurzem sprachen wir mit Gründer Keith Fernandez über sein Vorhaben, mehr Diversität und Stücke abseits des Mainstreams nach Deutschland zu bringen.
Das erste Projekt der Company, MISCAST MUSICALS, war jedoch eine Revue mit verschiedenen Musicalsongs rund um das Thema Liebe. Der Twist: Es handelte sich um eine sogenannte „Gender Bending“ Show, also eine Show, in der Geschlechtergrenzen „verbogen“ (engl. „bend“) werden.

Gender Bending?

Im Klartext heißt das: Die Darsteller schlüpfen unter anderem in Rollen, die nicht für ihr Geschlecht geschrieben wurden. Häufig hat dies einen lustigen, mitunter auch albernen Effekt, kann jedoch auch eine spielerische Auseinandersetzung mit Geschlechterklischees erlauben und bekannte Songs und Szenen in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.
MISCAST MUSICALS zeigte am 27. und 28. April in der Loftbühne Berlin die Bandbreite des Gender Bending – und auch des Genres Musical an sich.

Mehr als abwechslungsreich

MISCAST MUSICALS Plakat

© Berlin Musicals

Das Thema der Show war, ganz klassisch, Liebe. Aufgeteilt in verschiedene Phasen war von der Suche nach einem Partner und den ersten Gefühlen über Stabilität aber auch Eifersucht bis hin zu Liebeskummer jeder Aspekt des Themas vertreten.
Auch die Bandbreite an gewählten Songs war äußerst abwechslungsreich durch einen Mix von Liedern aus bekannten Stücken wie HAMILTON und WEST SIDE STORY aber auch Nummern aus in Deutschland eher selten gespielten Musicals wie CAROUSEL und FOLLIES. Verschiedene musikalische Stilrichtungen waren vertreten und von flotten Ensemblenummern wie „Totally Fucked“ aus SPRING AWAKENING über dynamische Duette wie „Agony“ (INTO THE WOODS) bis hin zu emotionalen Soli wie „Back to Before“ (RAGTIME) war alles dabei. An diesem Konzertabend hat man sich keine Sekunde gelangweilt.

Von diesen Darstellern wollen wir mehr sehen!

Das lag nicht zuletzt auch an dem geballten Talent, das an diesem Abend auf der Bühne versammelt war. Eines der Ziele von Berlin Musicals ist es, talentierten Darstellern eine Bühne zu geben, die bisher nur wenige große Rollen hatten und daher dem Publikum vermutlich noch eher unbekannt sind. Nach einem Abend bei MISCAST MUSICALS ist klar: Von diesen jungen Menschen wollen wir in Zukunft mehr sehen! Die Darsteller zeichneten sich nicht nur durch starke Stimmen und überzeugendes Schauspiel aus sondern vor allem auch durch komödiantisches Talent und eine gute Portion Selbstironie.

MISCAST MUSICALS Ensemble

© Stéphane Le Breton – 3rdview-Photography Berlin

Die Leistung der acht ist nicht zuletzt auch deshalb großartig, weil die Atmosphäre in der Loftbühne sehr intensiv war. Der Raum ist sehr klein, es wurde ohne Mikrofon und lediglich zu Klavierbegleitung gesungen. Auch hinter einem Bühnenbild oder aufwändigen Kostümen konnten sich die Künstler an diesem Abend nicht „verstecken“. Dies machte MISCAST MUSICALS zu einem sehr intensiven Erlebnis, fürs Publikum und sicher auch für die Darsteller.

Die Darsteller und Songs von MISCAST MUSICALS

Die Bandbreite der ausgewählten Songs gab auch den Darstellern die Möglichkeit, eine Menge zu zeigen – eine Chance, die dieses Ensemble gebührend genutzt hat.

Marcela Dias beeindruckte nicht nur durch eine starke Stimme sondern auch durch grandioses komödiantisches Talent, das besonders im Song „Taylor the Latte Boy Rebuttal“ wunderbar zur Geltung kam. Annika Henz, Anne-Katrin Meyer, und Maddie Wooster bewiesen in Auftritten wie „Maria“ (WEST SIDE STORY), „The Little Things You Do Together“ (COMPANY) und „Agony“ ebenfalls eine gute Portion Humor. Mit Songs wie Annika Henz' fantastischem „Cellophane“ (CHICAGO), das ihre spannende Stimmfarbe zur Geltung brachte, Anne-Katrin Meyers berührender Interpretation von „Kiss The Air“ oder dem bewegenden „Requiem“ (DEAR EVAN HANSEN) zeigten sie jedoch auch große Emotionen. Unser Highlight waren die Auftritte von Lara Grünfeld, die ihre Rollen stets absolut glaubwürdig, mit einer Menge Charme und einer einzigartigen Stimmfarbe und Ausstrahlung verkörperte, insbesondere in ihrer grandiosen Version von „I‘ve Grown Accustomed to Her Face“ (MY FAIR LADY).

MISCAST MUSICALS Lara Gründfeld und Annika Henze

© Stéphane Le Breton – 3rdview-Photography Berlin

Die Herren der Ensembles standen den Damen in Talent und Bühnenpräsenz jedoch um Nichts nach. Ob in humorvollen Auftritten wie „Stepsisters’ Lament“ (CINDERELLA) und „Helpless“ (HAMILTON) oder emotionalen Nummern wie „Losing My Mind“ (FOLLIES) und „If I Loved You“ (CAROUSEL) – Keith Fernandez, Mikael Johannson und Joel Parnis haben eine fantastische Show abgeliefert. Ein großes Kompliment gilt Joel Parnis, der mit seiner unglaublichen Stimme und Präsenz problemlos einen dreimal so großen Raum ausgefüllt hätte und dessen emotionale Interpretation von „Back to Before“ sicher niemanden Publikum kaltgelassen hat.

Die Vielfalt des Gender Bending

Der Unterhaltungsfaktor des Abends rührt nicht nur von der abwechslungsreichen Songauswahl und den grandiosen Darstellern her. Auch die Vielfalt des Gender Bending konnte bei MISCAST MUSICALS bewundert werden.
Viele Nummern zeigten die humorvolle Seite des Gender Bending, wenn Rollen, die als klassisch/klischeehaft weiblich angelegt sind, von Männern auf ebendiese Weise gespielt werden – und andersrum. Sehr unterhaltsam waren hier beispielsweise „Stepsisters’ Lament“, „Agony“ und „Pretty Women“ (SWEENEY TODD).

MISCAST MUSICALS "Requiem" Maddie Wooster, Annika Henz, Lara Gründfeld, Anne-Katrin Meyer, Marcela Dias

© Stéphane Le Breton – 3rdview-Photography Berlin


Doch MISCAST MUSICALS zeigte auch eine ganz andere Seite des Gender Bending: Die Tatsache, dass sehr viele Lieder mit getauschten Geschlechter ebenso gut funktionieren – denn viele Erfahrungen, von denen die Songs erzählen, sind nicht männlich oder weiblich sondern in erster Linie menschlich. So überzeugte Maddie Wooster und Lara Grünfelds Duett „Bad Idea“ (WAITRESS) mindestens genauso wie das Original zwischen einem Mann und einer Frau, „What Is This Feeling?“ (WICKED) hatte mit zwei Männern den gleichen komödiantischen Effekt wie die Broadway-Versionen und „Maria“ überzeugte als Duett zweier rivalisierender Verehrerinnen Marias ebenso wie das romantische Männer-Solo des Originals. Auch viele der tragischen, emotionalen Lieder wirkten durch das Gender Bending keineswegs albern oder seltsam, sondern ebenso berührend. Liebe(skummer) kennt nun mal kein Geschlecht und die Darsteller von MISCAST MUSICALS haben das durch ihre ehrlichen und ernsthaften Interpretationen dieser Songs gezeigt.

Was bringt die Zukunft für Berlin Musicals?

Nach dieser erfolgreichen Premiere sind wir gespannt, was Berlin Musicals als nächstes plant. Im Herbst 2019 soll bereits die nächste Show auf die Bühne kommen und für 2020 sind gleich mehrere Stücke geplant.
Wir bleiben auf dem Laufenden und wünschen der jungen Company viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!

Kategorie: Galas & Konzerte, Kritiken

Tags: Berlin

Autor: C. Hain(12.05.2019)

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