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MEIN FREUND BUNBURY – Musicalspaß vom Feinsten

Wir haben uns auf den Weg ins wunderschöne Brandenburg gemacht um uns dort ein fast vergessenes Musical anzuschauen. MEIN FREUND BUNBURY ist die erste Musicalproduktion am Theater Brandenburg und man kann nur hoffen, dass Musicals in Brandenburg auch in den kommenden Jahren ein fester Bestandteil des Spielplanes werden.

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Mein Freund Bunbury Szenenbild ©Juliane Menzel

Sie kennen MEIN FREUND BUNBURY nicht? Dann wird es nun höchste Zeit, dies zu ändern!

MEIN FREUND BUNBURY ist ein Musical mit der Musik von Gerd Natschinski, den Gesangstexten von Jürgen Degenhardt und einem Libretto von Helmut Bez und Jürgen Degenhardt. Als Vorlage diente die Komödie von Oscar Wilde, “The Importance of Being Earnest”. Die Uraufführung fand 1964 in der DDR statt. Das Stück spielt in den 20er Jahren und so orientiert sich auch der Musikstil an dieser Epoche.

Lange Zeit war es in der Musical-Versenkung verschwunden. Leider, muss man sagen, denn es ist ein Musical mit toller, ja, fast vergessener Musik von großem Unterhaltungswert.

Die Heilsarmee, ein Sunshine Girl, eine Millionenerbin und ein verruchter Freund

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©Juliane Menzel

An einem Bahnhof in London stehen Jack Worthing (Alexander Kerbst) und sein Mündel Cecily Cardew (Verena Barth-Jurca). Gemeinsam mit Miss Prism (Beate Breunung) und Pastor Chasuble (Karsten Drewing) sammeln sie für die Heilsarmee. Aber Jack und Cecily haben eigentlich ganz andere Pläne. Jack möchte sich mit Gwendolen (Désirée Brodka) verloben, sie ist die Cousine seines Freundes Algernon Moncrieff (Robin Pell). Cecily will umgehend zur „Music Hall“, um dort als „Sunshine Girl“ aufzutreten.  Der Pastor und Miss Prism ahnen von den Plänen der beiden nichts.

Algernon Moncrieff, seines Zeichens Krimiautor, ist langweilig. Er muss irgendwie seine Freunde loswerden, um sich interessanteren Dingen widmen zu können. So sucht er nach einer Ausrede, um in die „Music Hall“ zu gelangen.

Die Idee lässt nicht lange auf sich warten. Jeremias (Gunter Sonneson), der Butler im Hause Algernon Moncrieff, meldet dienstbeflissen, dass der arme (imaginäre) Freund Bunbury angerufen hat und Algernon Moncrieff dringend zu sprechen wünscht.

Verlobungsfeier mit Hindernissen

Gerade als Algernon Moncrieff das Haus verlassen will, taucht Jack auf und hält ihn von seinem Plan ab. Zu allem Unglück tauchen auch noch Algernons Tante Lady Bracknell (Dagmar Frederic) und Cousine Gwendolen auf.

Das Wirrwarr nimmt seinen Lauf. Jack und Gwendolen verlassen heimlich das Haus und auch Algernon schafft es endlich, zu seinem Freund „Bunbury“ aufbrechen kann.

Algernons Besuch der „Music Hall“ hat einen guten Grund. Das „Sunshine Girl“ hat es ihm angetan.  Ihm kommt die Idee, das „Sunshine Girl“ für Jacks und Gwendolens Verlobung zu engagieren.

Allerdings stellt er sich nicht als Mr. Moncrieff bei Cecily vor, sondern benutzt das Pseudonym seines imaginären Freundes Bunbury. Cecily, dem „Sunshine Girl“, ist der Name Bunbury geläufig, sie hatte ihn von Jack öfters als Ausrede präsentiert bekommen. Es reizt sie ungemein, diesen so verruchten Bunbury endlich persönlich kennen zu lernen.

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©Juliane Menzel

Es kommt, wie es kommen muss, auf der Verlobungsfeier von Jack und Gwendolen kommt es zum Eklat. Jack muss vor Lady Bracknell zugeben, dass er nicht vermögend ist und für die Heilsarmee arbeitet. Aber das ist noch nicht alles! Jack kann weder Vater noch Mutter vorweisen. Jack ist ein Findelkind. Thomas Cardew, der verstorbene General der Heilsarmee, fand ihn als Baby in einer Reisetasche in der Gepäckaufbewahrung der Victoria Station. Nach diesen Geständnissen lässt Lady Bracknell Jack hinaus werfen.

Weitere Geheimnisse und ein unerwartetes Ende

Als Cecily, die glaubt, von Bunbury persönlich engagiert worden zu sein, erfährt, dass sie ausgerechnet auf der Verlobungsfeier ihres Onkels Jack gelandet ist, bahnt sich eine Katastrophe an.

Niemand darf erfahren, dass Cecily als „Sunshine Girl“ arbeitet. Ihr Vermögen hängt an einem seidenen Faden, denn eben jener Thomas Cardew vermachte ihr in seinem Testament 3 Millionen Pfund. Die darf sie aber nur behalten, wenn sie bis zu ihrem 25. Geburtstag der Heilsarmee treu bleibt, um dort ausschließlich „fromme Lieder“ zu singen.

Die ganze Angelegenheit verwickelt sich weiter, doch alle Beteiligten schaffen es vorerst, sich geschickt aus der Affäre zu ziehen.

Bis allerdings Jack und Gwendolen heiraten können, gibt es einen fulminanten Showdown. Das Finale ist voller Überraschungen und enttarnt das große Lügengebäude um den Freund Bunbury.

Mein Freund Bunbury – Upper ten

©Juliane Menzel

Laien und Profis – die perfekte Mischung

In der Inszenierung des Theaters Brandenburg wurde bei diesem Musical alles richtig gemacht. Frank Martin Widmaier hat als Regisseur und Künstlerischer Leiter eine sichere und erfahrene Arbeit geboten. Man hat nicht versucht, MEIN FREUND BUNBURY zu modernisieren. Es wurde so belassen, wie es damals Erfolge gefeiert hat. Dass dies funktioniert, hat die Stimmung im Saal gezeigt. Die Melodien sind einfach und eingängig und dies ist das Erfolgsgeheimnis für gute Unterhaltung. Wir haben das Stück mit einigen Ohrwürmern verlassen.  Ein wenig erinnert die Musik an das gute alte Revue-Theater oder Operettenmelodien, die sich ja ebenfalls sehr gut einprägen.

Den größten Anteil am Gelingen eines Stückes trägt aber immer noch die Cast, die hier mit sicherem Gespür sensationell gut ausgesucht wurde: eine Mischung aus Musicalprofis und Laien. Der Chor wurde aus interessierten und begabten Bewohner der Stadt gecastet. Aus den Tanzschulen und Sportvereinen Brandenburgs wurden die Revuegirls ausgesucht. Durch ausgiebiges Training und unwahrscheinlich viel Engagement und Freude ist es gelungen, etwas sehr einzigartig Wunderbares zu schaffen. Dazu kommen dann noch die Brandenburger Symphoniker unter der Leitung von Hannes Ferrand, welche mit ihren ausgezeichneten Musikern den Sound zum Hörgenuss werden ließen.

Musicalprofis und ein heimlicher Favorit

Schlussbild Alexander Kerbst/Robin Poell

©ramonaweiss

Die Besetzung der einzelnen Rollen ist als überaus gelungen zu bezeichnen. Alexander Kerbst war als Jack Worthing einfach nur klasse. Charmant und mit Wortwitz gibt er einen überzeugenden Jack, wie man ihn sich vorstellt. Im Zusammenspiel mit seinen Bühnenpartnern harmoniert er ausgezeichnet. Seine wortgewandten und tänzerischen Duette mit Robin Poell als Algernon Moncrieff sind einfach nur köstlich. Die beiden hatten an dem Abend so manchen Lacher auf ihrer Seite.

Bei den Damen brillierten Verena Barth-Jurca als Cecily Cardew und Dagmar Frederic als Lady Bracknell. Verena Barth-Jurca überzeugte mit großartiger Stimme und der tänzerischen Leichtigkeit, die das Wesen von Cecily rundum beschreiben. Dagmar Frederic als verarmte Adels Lady war ebenfalls einfach köstlich. Auftreten und Mimik waren überaus überzeugend. Sie bezeichnet in ihrer Rolle wunderbar die Doppelbödigkeit des Adels in den 20er Jahren. Genauso stellt man sich eine “Dame” der “Upper Ten” vor.

Butler Jerimias Gunter Sonneson

©ramonaweiss

Unser heimlicher Favorit des Stückes ist allerdings Gunter Sonneson. Er verkörpert die Rolle des Butlers Jeremias John, als hätte er nie etwas anderes in seine Leben gemacht. Auch wenn er nicht direkt in der Handlung agierte, war er immer und überall präsent. Beim Überwachen und Organisieren der Bühnenumbauten, in seiner Funktion als Butler und auch als Überraschung in der letztendlichen Wendung der Geschichte war er einfach nur brillant.

Wer nun wissen möchte, was genau uns an Jeremias John und an Bunbury so beeindruckt hat und warum wir alle in unserem täglichen Leben “bunburisieren”, der sollte es keineswegs versäumen, im Theater Brandenburg vorbeizuschauen.

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Kategorie: Stadttheater

Tags: Brandenburg

Autor: I. Marquardt (20.10.2019)

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