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MARY POPPINS – Zur Premiere nach Hamburg eingeschwebt

Trotz Schneegestöber und eisigem Wind letzten Sonntag in Hamburg, ist MARY POPPINS pünktlich im Hamburger Theater an der ELBE zur Premiere eingeschwebt. Selbst die nicht so guten Vorzeichen - wie ein Wasserschaden im Theater und dann dieser heftige Wintereinbruch am Premierentag konnten der wunderbaren Premiere des Musical´s MARY POPPINS am 25. Februar 2018 nichts anhaben. MARY POPPINS feierte eine umjubelte Premiere in Hamburg. Auch wir von Musical1 haben dem Wetter getrotzt und haben uns diese Show voller Magie und Zauber angesehen. Wie es uns gefallen hat kann man hier lesen.

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Mary Poppins Keyvisual
Mary Poppins Keyvisual © Stage Entertainment

Das Stück MARY POPPINS basiert auf den zwischen 1934 und 1988 veröffentlichten Erfolgsromanen von P. L. Travers und auf dem mehrfach oscarprämierten Disney-Film von 1964.

Allerdings sollte man nicht erwarten, eine detailgenaue Umsetzung des  Filmes aus den Sechzigern auf der Bühne wiederzufinden. Einige Szenen und Personen des Filmes finden im Bühnenstück keine Erwähnung, wie z.B. Onkel Albert.

Dies aber nur vorab. Fast jeder kennt die Geschichte um die Familie Banks und ihre beiden Kinder Michael und Jane.

MARY POPPINS erweckt Kindheitserinnerungen, wenn man es zulässt

Familie Banks lebt in London, Vater George (Livio Cecini) ist ein eingefleischter korrekter Banker, Mutter Winifred (Milica Jovanovic) Hausfrau und überforderte Mutter zweier sehr aufmüpfiger Kinder, die man nicht zu Hause haben möchte. Was in diesem Hause schon an Kindermädchen verschlissen wurde, ist an einer Hand nicht abzuzählen. Das Hauspersonal, die leicht überspitzt dargestellte Haushälterin und der etwas dümmliche Diener, befürchten bereits, dass es wieder an ihnen hängen bleibt, die Kinder im Auge zu behalten. Wir steigen in das Geschehen ein, als gerade erneut ein reichlich genervtes Kindermädchen aus dem Hause der Banks flieht.

Es muss also das Nächste her. Dieses Mal wollen die Kinder mitbestimmen, wie ihr Kindermädchen zu sein hat. Der Zettel auf dem sie ihre Wünsche niedergeschrieben haben, landet allerdings im Kamin und schon da kündigt sich an, es wird magisches passieren.

Die Magie steht plötzlich im Wohnzimmer der Familie – MARY POPPINS (Elisabeth Hübert). Ein junges, nett anzuschauendes Kindermädchen, welches schon mit ihren ersten Worten erahnen lässt, hier im Hause Banks muss und wird sich einiges ändern. Sie stellt sich der Familie vor mit dem Song “Völlig ohne Fehler”. Ein Song von George Stiles & Anthony Drewe, der im Bühnenstück hinzukommt, zu den Songs der Disney-Musiker Richard M. Shermans und Robert B. Shermans. Einige Songs die einem aus dem Film in Erinnerung geblieben sein mögen, wurden weggelassen.

Abenteuer und zauberhafteTricks

Die beiden Kinder Jane und Michael sind wirklich unerzogen, richtige Satansbraten, aber keineswegs dumm. Sie erahnen sehr schnell, dass diese MARY POPPINS mit Tricks arbeitet. Schon bei ihrem Einzug in das Zimmer der beiden Kinder ist es verblüffend, was sie so alles aus ihrer Tasche herausholt, oder sollte man sagen, herauszaubert. Der erste Ausflug mit MARY POPPINS in den Park, dem die Kinder widerwillig Folge leisten, entwickelt sich zu einem unglaublichen Abenteuer. Der Park erwacht zum Leben, Steinfiguren singen und tanzen. Dabei lernen sie auch MARY POPPINS guten Freund Bert (David Boyd) kennen. Bert wird die Zuschauer auch als eine Art Erzähler durch das gesamte Stück führen. Wer ganz genau aufpasst, wird feststellen können, Bert ist irgendwo, irgendwie immer auf der Bühne präsent.

Ein Kindermädchen hält der Familie den Spiegel der Wahrheit vor Augen

Wird MARY POPPINS es schaffen, die Kinder und auch den Rest der Familie auf den rechten Weg zu bringen? Ja sicher wird sie dies, aber bis dahin sind eine Menge Abenteuer zu bestehen und auch ein Überdenken der Situation der Familie Banks steht an. Da haben einige noch eine Menge zu lernen.

Als Zuschauer begleitet man die Hauptakteure bei ihren Abenteuern. Der szenische Wandel auf der Bühne macht dem Zuschauer das Eintauchen in die Fantasiewelt leicht. Hingerissen von Musik und Tanz, kann man sich fallen lassen, in ein Meer aus Farben und ist verzaubert.

Musical wie wir es mögen – ein Abend um der Wirklichkeit zu entfliehen

Das Musical MARY POPPINS hat alles was ein gutes Musical ausmacht. Es hat tolle Songs, die einem im Ohr bleiben, viel Poesie,  etwas Sentimentalität, Emotionen, Spannung und eine tolle Cast.

Die Songs sind teilweise vertraut. Sind es doch die Lieder aus dem Disney-Film wie „Chim-chim-cheree“, „Supercalifragilisticexpialigetisch“, „Mit ‘nem Teelöffel Zucker“, oder „Schritt für Schritt“ von den Sherman-Brüdern. Aber auch die eigens für das Musical komponierten Songs von George Stiles und Anthony Drewe sind eingängig und verzaubern.

Ein Zungenbrecher mit Aussage

Das wohl allen bekannteste wenn auch schwierigste Wort in diesem Musical ist: Supercalifragilisticexpialigetisch

MARY POPPINS und Bert sagen, es ist ein Wort das für alles gut zu gebrauchen ist. Man kann es immer und überall einsetzen. Wir haben uns gefragt, hat es eine Bedeutung? Wenn man auf englische und lateinische Wortgruppen zurückgeht findet man folgendes:

Supercalifragilisticexpialigetisch, welches im Englischen aus 34 Buchstaben besteht, kann man in 5 einzelne Worte abtrennen und dabei ergibt sich Erstaunliches:

Super – Überdurchschnittlich – cali –Schönheit – fragilistic – zerbrechlich – expiali – wiedergutmachen – docious – erziehbar

Irgendwie finden sich all diese Worte auch in dem Musical in ähnlicher oder abgewandelter Form wieder.

© Stage Entertainment

MARY POPPINS bezaubert und lässt selbst einen erwachsenen Menschen, zurückfallen in seine Kindheitserinnerungen. In die Zeit, in der man meinte mit Magie sei alles möglich. Im Grunde ist es ja auch so. Wie wird es uns in dem Stück erklärt: alles kann wahr werden, man muss es nur wollen!

Mary und Bert – Freunde für die Ewigkeit

Dass Mary und Bert sich schon lange kennen, ist nicht zu übersehen. Sie haben in der Vergangenheit so einiges gemeinsam erlebt und verstehen sich blind. Zwischen den beiden gibt es keine Differenzen. Die Darsteller im Stück sind wundervoll passend besetzt. MARY POPPINS – Elisabeth Hübert, eine wirklich überaus passende MARY POPPINS. Mit darstellerischer Überzeugung, tänzerischer Hingabe und gesanglich perfekter, glasklarer Stimme hat sie sich in die Herzen der Zuschauer gesungen und gespielt. So stellt man sich MARY POPPINS vor, so lebt sie in den Erinnerungen der eigenen Kindheit.

David Boyd als Marys guter Freund und durch die Geschichte führend – Bert. David Boyd überzeugt, mit allem was er dort auf der Bühne tu,t exzellent. Man könnte meinen, ihn hat MARY POPPINS Magie mitten ins Herz getroffen. Er tanzt, singt, steppt, führt artistische Glanzleistungen durch und dies alles mit einer Leichtigkeit und Motivation die unglaublich erscheint. Ob als Straßenkünstler, Popcornverkäufer, Schornsteinfeger oder einfach Marys guter Freund: David Boyd singt in seiner unverwechselbaren Art. Wenn er allerdings  kopfüber steppend am oberen Rand des Bühnenportals hängt, ist der Zuschauer schon überwältigt und erstaunt, was dann auch mit kräftigem Szenenapplaus honoriert wird. Elisabeth Hübert und David Boyd geben ihren Figuren einen harmonischen eigenen Touch, der die beiden auf der Bühne wundervoll harmonieren lässt. Ein wenig stellt sich uns da auch die Frage: Ist Bert ein wenig verliebt in Mary?

Familie Banks – ein Tyrann und der meist liebevolle Rest der Familie

Livio Cecini präsentiert einen wundervollen George Banks. Einen Haustyrannen, dem der Job mehr wert ist, als die eigene Familie. Es wird geschimpft, angeordnet, gemeckert mit Frau und Kindern ohne Rücksicht auf Verluste. Livio Cecini ist so überzeugend in seiner Tyrannen-Rolle, dass es zum Schluss erstaunt, dass er der liebevolle und verständnisvolle Vater sein kann.

Georgs Banks Ehefrau Winifred wurde von Milica Jovanovic gespielt. Sie überzeugte in gewohnt darstellerischer und gesanglicher Perfektion. Allerdings empfanden wir die Anlage der Figur Winifred Banks als etwas zu blass, was aber ausschließlich an der Rollenanlage lag und keineswegs an der Umsetzung von Milica Jovanovic. Sie hat es wundervoll umgesetzt.

Die beiden Kindern Jane – Marjan und Michael – Liam haben ihre Rollen gut präsentiert und konnten als ungezogene Banks Kinder vollendens überzeugen. Allerdings bleibt der kleine Michael hinter der doch teilweise sehr altklug herüberkommenden Jane etwas zurück. Für uns sollten die zwei schon eine Einheit darstellen, als Team gegen die ungeliebten Kindermädchen.

Höllischer Auftritt des Höllenhundes und eine sanfte arme Frau

Ein weiterer Höhepunkt: Der Auftritt des ehemaligen Kindermädchens des Herrn Papa – Miss Andrew – Maaike Schuurmans. Sie wird nur der Höllenhund genannt und diesem Namen macht sie dann auch alle Ehre. Keifend und mit höllischen Erziehungsmethoden scheint sie wirklich gerade der Hölle entsprungen zu sein. Wunderbar überzogen und grell präsentierte Maaike Schuurmans das, was man als Kindermädchen keineswegs möchte, und gab auch die Erklärung in ihrem Auftritt, warum Vater George Banks so ist wie er ist. Miss Andrews Auftritt ist kurz aber wirkungsvoll und nachhaltig.

Ja und dann war da ja noch die Vogelfrau – Betty Vermeulen. Sie überzeugte vollends in der Rolle und vermittelte hervorragend die Botschaft dieser Figur im Stück. Man hätte ihr am liebsten auch 2 Pence gegeben, um Futter für die Vögel zu bekommen. Eine arme Frau mit Herz, die ohne aufdringlich zu wirken Emotionen freisetzt und vielleicht den ein oder anderen auch zum Nachdenken im eigenen Handeln anregt.

Hausangestellte mit Witz

Für den Humor und so manchen Lacher sorgten die beiden guten Geister der Familie Banks. Mrs Brill – Heike Wiltrud Schmitz Ihres Zeichens Haushälterin, Köchin – die gute Seele des Hauses. Allerdings ist die Gute auch so manches Mal am Ende ihrer Nerven, wenn es die Kinder mal wieder zu arg treiben oder Mutter Winifred eine Party plant zu der niemand erscheint.

Keine große Hilfe ist ihr Robertson Ay – Niklas Abel. Der doch sehr vertrottelte und ungeschickte Diener der Familie, macht er doch mehr Arbeit als dass er hilft.

Und doch passen die zwei genau zur Familie Banks, so manches Mal denkt man, irgendwie haben sie sich gesucht und gefunden.

Ausgezeichnetes und beeindruckendes Tanzensemble reißt das Publikum in seinen Bann

© Stage Entertainment

Die Show brilliert mit wunderbaren Tanznummern, welche sich ausgezeichnet in das Gesamtbild einfügen, die Aussagen im Stück unterstreichen und die Songs begleiten.

Das Bühnenbild ist ständig in Bewegung. Ein sich fast ständig veränderndes Bühnenbild – das Haus der Familie Banks ist ein überdimensionales Puppenhaus, was sich durch aufklappen, drehen und kippen ständig in verschiedene Räumlichkeiten verwandelt – macht es dem Zuschauer einfach der Handlung zu folgen und verleiht auch ein wenig Magie. In aufgeklapptem Zustand ist das Haus 8 Meter breit und 7 m hoch, es hat also die Maße eines echten kleinen Einfamilienhauses. Es ist überzeugend, wenn sich die Akteure erst im Kinderzimmer befinden und durch kleine Veränderungen plötzlich auf dem Dach des Hauses über London tanzen. Eine exzellente Lichttechnik gibt den notwendigen Flair und unterstreicht die jeweiligen Szenen.

Nicht zu vergessen: Die Kostüme. Sie sind an 1912, die Zeit in der das Stück spielt, angepasst. Sehr aufwendig und liebevoll gestaltet. In einzelnen Szenen lösen die Kostüme die zauberhafte Magie von MARY POPPINS noch verstärkend aus. So wurden z.B. in den Kostümen der Laternenanzünder 6000 Sarowski-Sterne verarbeitet, welche einen wunderschönen magischen Anblick zaubern, durch zurückhaltendes aber nicht zu übersehendes Aufblitzen.

Gelungene und zu Recht umjubelte Premiere in Hamburg

MARY POPPINS ist ein Musical für die ganze Familie. Man kann aus Überzeugung sagen, wer mit dem Gedanken spielt sich ein Kindermädchen zuzulegen, sollte unbedingt vorher ins Musical gehen und die Kinder mitnehmen. Hinterher wollen sie freiwillig ein Kindermädchen.

© imarquardt@musical1

Diese Show ist stimmig in Handlung und der Aussage, die sie vermitteln möchte und soll. Liebe Eltern, nehmt euch Zeit für eure Kinder, hört ihnen zu, wenn sie etwas sagen. Ja und den Kindern sei gesagt, alles kann ein riesiges Abenteuer sein, man muss es nur erkennen. Kreativität, der Glaube an Mystik und mit offenen Augen die Welt zu erkunden ist eine Gabe, die Kinder nutzen sollten und die auch wir Erwachsenen nicht aus den Augen verlieren dürfen. Wir sollten uns alle ein wenig kindliche Magie bewahren und daran glauben: Was man will, das kann man auch schaffen. Der Glaube daran wird uns allen weiterhelfen, ein wenig unbeschwerter und fröhlicher durch dieses Leben zu gehen.

Beim Publikum der Hamburger Premiere im Stage Theater an der Elbe ist die Botschaft sicher angekommen. Minutenlanger Applaus und Standing Ovations geben den Beweis. Eine gelungene Show, die man sich mit der Familie, mit Freunden oder einfach auch alleine ansehen sollte. Magische, verzaubernde Momente sind garantiert und dass nicht nur, wenn am Schluss der Show Mary Poppins mit ihrem Schirm quer durchs Theater fliegt um sich auf die Suche nach einer neuen Familie zu machen, wo sie gebraucht wird.

Wir waren fasziniert und sind begeistert von dieser Produktion.

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Kategorie: Mary Poppins

Tags:

Autor: I. Marquardt (28.02.2018)

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