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Mark Seibert – MUSICAL MELODIES mit viel Gefühl

Mehr oder weniger zufällig sei das Format für seine aktuelle Solo-Konzertreihe entstanden, erzählt Mark Seibert. Am Mittwoch stand er damit im Wiener Theater Akzent erstmals auf der Bühne. Ganz schön nervös sei er, gibt er zu. Zu spüren ist davon aber nichts. Schließlich ist er es ja auch gewohnt. Erst vor zwei Wochen stand er mit einem anderen Solo-Projekt, einem Weihnachtskonzert mit großer Bigband, auf der gleichen Bühne. Und eröffnete mit dem gleichen Song.

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Mark Seibert mit Flügel
Mark Seibert mit Flügel © Theater Akzent

Einem Vollprofi bei der Arbeit zugeschaut

Und wieder ein Konzert mit Musical-Melodien. Was wird uns erwarten? Die xte Auflage der großen „Hits“? Oder doch mal was ganz anderes? Schon im Sommer hatte uns Mark Seibert von den Vorbereitungen dazu erzählt. Gar nicht so einfach, es einem anspruchsvollen Publikum recht zu machen, denn sicher hat jeder Zuschauer eine andere Vorstellung davon, was bei einem solchen Konzert auf gar keinen Fall fehlen darf und was nicht dorthin gehört. Eins sei vorweggenommen: Mark Seibert ist es gelungen, eine Mischung zu finden, die sicher beim größten Teil des Publikums gut ankam. „Klassiker“, die so eng mit ihm verbunden sind, dass ein Solo-Programm mit ihm nicht ohne diese Titel denkbar ist. Aber auch Songs, die man in diesen Formaten nicht so häufig hört. Eine ansprechende und kurzweilige Mischung also.

Mark Seibert Musical Melodies

© Franz Svoboda

Charmeur mit Entertainer-Qualitäten

Dass Mark Seibert ein guter Sänger ist, dürfte – von der Frage des individuellen Geschmacks mal abgesehen – inzwischen unbestritten sein. Aber er ist auch ein hervorragender Gastgeber. Ein Entertainer, der sich auf der Bühne wohl fühlt und der diese vom ersten Moment an voll ausfüllt. Einer, der locker und unterhaltsam kleine Anekdoten erzählt, jeden Song ankündigt und das – extrem damenlastige – Publikum mit seinem Charme mühelos um den Finger wickelt.

Auch im Pop zuhause

Zum Auftakt wählte der Wahl-Wiener den „Letzten Tanz“, eines der unvermeidlichen Stücke, da der Tod in ELISABETH sicher zu Seiberts Paraderollen gehört. Aber schon mit „Go the distance“ aus HERCULES gab es einen Song, der nicht allzu häufig in Best of-Formaten zu hören ist. Mit der augenzwinkernden Begründung „musical“ könne ja auch einfach nur „musikalisch“ heißen, kündigte er danach zwei Pop-Songs an. Definitiv ein Gewinn für den Abend, da sowohl Leonard Cohens „Hallelujah“ als auch Elton Johns „Your song“ perfekt zur Stimme des Darstellers passen. Zwischendrin unterhält er mit einer Geschichte über einen seiner früheren Gesangslehrer, der ihm riet, insbesondere wenn man gesundheitlich etwas angeschlagen ist, „die Technik in der Garderobe zu lassen“ und die Stücke stattdessen „mit ganz viel Gefuuuhl“ auf die Bühne zu bringen. Und genau das versprach er dann auch: einen balladenlastigen, „schmusigen“ Abend mit viel Gefühl.

Mark Seibert und Marle Martens

© Franz Svoboda

Ausblick auf den Sommer mit DIE PÄPSTIN

Und er hielt sein Versprechen ohne Wenn und Aber ein. Ob allein oder mit seinen Gästen Marle Martens und Lukas Perman, Emotion pur war geboten am Mittwoch im Theater Akzent. „Wehrlos“ aus DIE PÄPSTIN, das erste Duett des Abends mit seiner Kollegin aus der aktuellen Wiener Cast von TANZ DER VAMPIRE und aus SCHIKANEDER, gab einen Ausblick auf den kommenden Sommer. Dazu passend stand auch „Ein Traum ohne Anfang und Ende“ auf dem Programm. Marle Martens bewies mit „Irgendwo wird immer getanzt“ aus MOZART, dass sie nicht nur als Duettpartnerin überzeugen kann.

„Bring him home“ Highlight des Abends

Es ist schwer, an einem solchen Abend ein Highlight rauszudeuten, insbesondere, da dies immer sehr subjektiv ist. Wir lehnen uns aus dem Fenster und legen uns fest: „Bring him home“ haben wir selten besser gehört. Und auch wenn wir uns wiederholen: Was nicht ist, kann ja noch werden! Nur weil Cameron Mackintosh die Rolle bei Seiberts Casting schon einem anderen versprochen hatte, heißt ja nicht, dass diese nie mehr neu besetzt wird. Eine bessere Visitenkarte kann man nicht abgeben! Jean Valjean ist nicht mehr ganz jung, dazu passend folgte mit Graf Krolock ein noch älteres Semester. Bei gleich drei TANZ DER VAMPIRE-Darsteller auf der Bühne durften Songs aus diesem Stück nicht fehlen. Die „Totale Finsternis“ mit Marle Martens, sowie später „Für Sarah“ von Ex-Alfred-Darsteller Lukas Perman und selbstverständlich der „Unstillbaren Gier“ war das Kult-Musical mit gleich drei Songs vertreten.

Mark Seibert bei You'll be in my heart

© Franz Svoboda

Harmonisches Zusammenspiel auf Bühne

Zwischendrin wurde Lukas Perman während  „Don’t let the sun go down on me“ als zweiter Gast des Abends begrüßt. Dass Mark Seibert sich selbst und gerne auch mal seine Gäste auf der Gitarre begleiten kann, wissen wir. Trommeln kann er auch. Bei „You’ll be in my heart“ aus TARZAN schlug er auf einer Sitztrommel den Percussion-Teil mit. Eine weitere Paraderolle des 38-Jährigen ist sicher die des Colloredo in MOZART. „Wie kann es möglich sein“ trug neben seiner Darstellung des „Tod“ sicher zu seiner Beliebtheit in Shanghai bei. Und dies war der Auslöser für das aktuelle Solo-Programm: Eine Anfrage des Theaters aus Shanghai für ein Solo-Konzert. Zur Generalprobe sozusagen wollte er dies in Wien austesten. Die Nachfrage war aber so groß, dass nun in Summe inzwischen sieben Konzerte daraus geworden sind. Neben Wien und Shanghai stehen im ersten Halbjahr 2018 auch Köln und Hamburg auf der Tourliste.

Chr. Frank als Pianist bei Musical Melodies

© Franz Svoboda

Große Gefühle prägen den Abend

Während die erste Hälfte überwiegend vom Gastgeber selbst gestaltet worden war, überwogen nach der Pause Duette und Auftritte der Gäste. Christian Frank, Musical-Fans bekannt als Musikalischer Leiter der Musical-Sommer in Amstetten, begleitete den Abend am Klavier. Dass er allerdings nicht nur zum Begleiter taugt, zeigte er mit seinem Solo-Stück, in dem er die Anfänge von neun bekannten Popsongs kombinierte. Weitere musikalische Unterstützung erhielten die Sänger von Linde Härtel am Cello, die wesentlich zum vielzitierten „Gefuuhl“ des Abends beitrug. Um ganz große Emotionen geht es auch bei GHOST – DAS MUSICAL aus dem Marle Martens – unterstützt von Mark Seibert – das berührende „With you“ präsentierte. Ein weiteres Duett der beiden erfahrenen Bühnenpartner gab es mit „Träum groß“ aus SCHIKANEDER. Gefolgt von unserem persönlichen zweiten Highlight des Abends „Letzter Vorhang“.

Perman, Seibert bei Musical Melodies

© Franz Svoboda

Geplänkel mit dem besten Freund

Weiter ging es mit einem weiteren historischen Musical: „Wenn ich tanzen will“ und „Ich gehör nur mir“ mit bzw. von Marle Martens und „Die Schatten werden länger“ mit Lukas Perman aus ELISABETH. Die meist übliche en bloc-Gestaltung von Songs aus dem gleichen Musical hat Mark Seibert in seinem Programm ganz bewusst aufgeweicht und somit für Abwechslung bzw. Überraschungsmomente gesorgt. So wurde die ELISABETH-Folge unterbrochen von einem kurzen „Geplänkel“ mit Kollege und bestem Freund Lukas Perman und dessen Solo-Stück „I am from Austria“. Im gleichnamigen Musical steht dieser aktuell im Raimund-Theater auf der Bühne. Den Titel darf er dort allerdings nie singen, da dies der weiblichen Hauptrolle vorbehalten ist. Dass er es aber ebenso hervorragend könnte, durfte er an diesem Abend zeigen.

© Franz Svoboda

Ein Abend wie eine große Kuscheldecke

Auch bei den Zugaben blieb man dem Balladen-Motto des Abends treu. Mit „Moon River“ gab es ein Revival des gemeinsam für Seiberts Album „Musical Ballads unplugged“ 2010 aufgenommenen Duetts mit Lukas Perman. Schon fast traditionell endete der Abend mit „Falling Slowly“, gemeinsam von allen drei Darstellern gesungen.

Mit seinem neuen Solo-Programm beweist Mark Seibert einmal mehr, dass er zu den ganz Großen im deutschsprachigen Musical-Raum gehört. Hier steht ein Vollprofi auf der Bühne, dem man anmerkt, mit welcher Disziplin und welcher Perfektion er daran arbeitet, seinem Publikum das bestmögliche Ergebnis abliefern zu können. Männer, ihr habt was verpasst, kommt das nächste Mal einfach mit!

 

Kategorie: Galas & Konzerte,Kritiken

Tags:

Autor: M. Kanz (05.01.2018)

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