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Ludwig meets Michael Jackson: Zwei Könige für Füssen

Es wird gerockt. Am 20.06.2019. In Füssen. Im Festspielhaus. Denn an diesem Abend treffen zwei Könige aufeinander: der Märchenkönig Ludwig II und Michael Jackson, der King of Pop. Was beide miteinander verbindet, was uns in der Show erwartet und wie es zu dieser ungewöhnlichen Idee kam, erzählt uns der Veranstalter und musikalische Leiter des Festspielhauses Füssen in einem erfrischend ehrlichen Interview: Dr. Konstantinos Kalogeropoulos.

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Konstantinos Kalogeropoulos
Konstantinos Kalogeropoulos © Picslocation

Wenn der Märchenkönig Ludwig II auf den King of Pop trifft

Musical1: Woher kommt die außergewöhnliche Idee zu Ludwig meets Michael Jackson?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Vorweg muss ich sagen, dass ich der musikalische Leiter von beiden Produktionen bin: für das Musical LUDWIG² bin ich seit 2016 im Festspielhaus und die Michael Jackson Tribute Live Experience habe ich gemeinsam mit Sascha Pazdera seit 2017 durchgeführt. Wir waren 2017/2018 gemeinsam auf einer großen Tour, u.a. im Berliner Tempodrom und im Hamburger Mehr! Theater am Großmarkt. Alles relativ große Locations. Im letzten Jahr bin ich im nicht mehr vorhandenen Forggensee vor dem Festspielhaus in Füssen spazieren gegangen. Ich wollte zum Thema Michael Jackson schon immer etwas „Größeres“ machen. 2016 habe ich mit Sascha Pazdera die Circus meets Michael Jackson Show in Berlin durchgeführt, eine ganz große Geschichte, u. a. mit Akrobaten. Als ich im (ausgelassenen) See spaziert bin, habe ich überlegt, ob wir nicht so etwas machen können – und dann nehmen wir den Ludwig gleich mit. Meine Inspiration war es, beide Welten miteinander zu verknüpfen. Dann habe ich direkt Matthias Stockinger angerufen, der ein guter Freund von mir ist. Er war sofort dabei. Ebenso Sascha Pazdera. Beide waren direkt begeistert.

Michael Jackson und das Schloss Neuschwanstein

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Es gibt die Theorie, oder das Statement, dass Michael Jackson das Schloss Neuschwanstein kaufen wollte. Der Freistaat Bayern hatte es ihm damals allerdings verweigert. Ich habe mich daher mit Ludwig und Michael intensiv beschäftigt; gerade die schwierige Kindheit ist ein sehr zentrales Thema. Bei Ludwig begann es schon sehr früh, u. a. mit Machtspielen im eigenen Elternhaus. Das war bei Michael Jackson gute 100 Jahre später nicht wirklich anders. So habe ich die ersten Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Persönlichkeiten entdeckt. Letztendlich ist so die Idee entstanden, eine Show Ludwig meets Michael Jackson zu veranstalten. Das ist natürlich polarisierend, das ist klar. Dann habe ich an Michaels Geburtstag, am 29.08., im Festspielhaus die Dokumentation „This Is It“ angesehen – über seine letzte Tour. Dabei kamen noch einmal viele Gemeinsamkeiten hoch. Am Klavier habe ich ein paar Melodien miteinander improvisiert und dachte: irgendwie passen die beiden schon zusammen. Ich habe dann die Leute im Festspielhaus gefragt und sie waren Feuer und Flamme. Daraufhin habe ich einfach zu mir gesagt: ich veranstalte das jetzt (lacht). Und seitdem lebe ich jeden Tag für diese Show.

Träume und Visionen – Zwischen Genie und Wahnsinn

Musical1: Der Schwanenkönig und der King of Pop: Welche Gemeinsamkeiten siehst Du in beiden Charakteren? Gibt es eine Verbindung zwischen beiden?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Die äußerst schwierige Kindheit ist das Eine. Ich habe mich auch mit der Traumwelt der beiden beschäftigt. Da ist auf der einen Seite Michael Jackson, der sich mit der Neverland Ranch einen Rückzugsort geschaffen hat, wo er noch ein bisschen Kind sein konnte. Der Name Neverland ist eine Anlehnung an Peter Pan; ich denke er wollte sich einen Platz geben, wo in der realen Welt einfach keiner für ihn da war. Und da erkenne ich natürlich auch Parallelen zu Ludwig. Im Musical spricht man von seiner Bauwut, was die großen Schlösser angeht. Er hat sich mit Sicherheit die Schlösser gebaut um seinem inneren Dasein Raum und Platz zu geben. Vermutlich war in seinem realen Leben so ein Platz nicht vorhanden; es war damals einfach eine andere Lebenssituation und Grundkonstellation von Familie, Politik und Beruf. Das ist das, was im Endeffekt auf der Strecke geblieben ist, sowohl bei dem Einen als auch bei dem Anderen und vielleicht in diesen wunderschönen Bauten wie Neuschwanstein und Neverland Platz hatte zur Entfaltung.

Musical1: Beide waren Visionäre, ihrer Zeit – auch geistig – weit voraus. Wie siehst Du das?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Ja, das sehe ich auch so. Sie waren ihrer Zeit sogar sehr weit voraus. Gerade Ludwigs Bauwut und der Technikanspruch waren schon eine Art Vision und auch sehr aufwendig für die damalige Zeit. Und Michael Jackson hat es geschafft, einen ganzen Musikstil zu revolutionieren. Schon mit dem ersten Album Off the wall. Spätestens aber seit dem Album Thriller und dem dazugehörigen Video hat er die gesamte Musikszene revolutioniert. Gerade zu dieser Zeit, Anfang der 80er Jahre, war das echt aufwendig produziert. Bis heute ist Thriller das meist verkaufte Album aller Zeiten. Das muss man erst einmal schaffen. Er hat einfach in der Musikszene eine neue Ära eingeläutet, etwas Neues gewagt. Auch in der Art und Weise wie er als Künstler auftrat, mit seinem Kleidungsstil und Tanzstil. Das hat natürlich seinen Zuspruch gefunden, weil die Alben, die dann danach kamen, waren ja eins besser als das andere könnte man sagen.

Musical1: Als König Ludwig wird mit Matthias Stockinger ein erfahrener König auf der Bühne stehen. Wie hat er auf Deine Idee reagiert?

Matthias Stockinger König Ludwig

© Picslocation

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Ich war gerade beim Frühstück und er im Auto, auf dem Rückweg von Füssen. Er hatte mich auf dem Lautsprecher. Dabei habe ich ihm erzählt, was ich vorhabe und seine erste Reaktion war: „Ja – geil! Machen wir!“ Er war sofort Feuer und Flamme und hat sich anstecken lassen. Wir haben lange begeistert geredet und wahrscheinlich hat er dabei auch die eine oder andere rote Ampel übersehen. Aber das ist ja nicht so schlimm (lacht). Er ist da total entspannt.

Musical1: Wie hat Sascha Pazdera Deine Idee aufgenommen? War er ebenso Feuer und Flamme?

Sascha Pazdera Michael Jackson

© Tanja Hall

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Er war auch total begeistert und fand, dass das eine super Idee ist und war sofort dabei.
Sascha ist ja schon lange im Showbusiness und daher immer recht entspannt (lacht).
Für das Thema Michael Jackson ist er zweifellos der Fachmann. Er hat all die Riesenshows geplant und weiß natürlich bestens, welche Lieder es für die Setlist rauszusuchen gilt, um sie dann mit Songs aus Ludwig zu mixen.

Musical1: Konstantin Wecker ist einer der Komponisten von Ludwig² und wird am 20.06.2019 auch eine besondere Rolle spielen. Musstest Du ihn überreden?

Kostantin Wecker Komponist Ludwig²

© Annik Wecker

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Ehrlich gesagt: ich habe es mir schwerer vorgestellt. Wir haben u. a. gemeinsam bei der Gesellschaft „Kultur des Friedens“ miteinander musiziert und sind uns natürlich aus dem Festspielhaus bekannt. Konstantin ist ja auch sehr aktiv mit seiner Friedensbewegung. Und dann habe ich einfach gefragt. Es hat echt Spaß gemacht mit ihm zu sprechen und er war sofort dabei. Er hat natürlich noch überprüft, ob er an dem Termin überhaupt Zeit hat. Das ging alles wirklich super schnell. Zu dem Zeitpunkt im Juni ist Konstantin gerade auf Tour und somit an seinen tourfreien Tagen in Füssen. Das rechne ich ihm hoch an.

Von der Idee zur Umsetzung der Show

Musical1: Wie lange hat es von der ersten Idee zur Show bis zur heutigen Umsetzung gedauert?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Die Umsetzung ging relativ schnell: ich hatte die Idee Ende August und Ende Oktober sind wir schon in den Kartenvorverkauf gegangen. Dann habe ich die Idee veröffentlicht und die ersten Pressereaktionen erhalten: die Leute waren alle sehr an diesem spannenden Thema interessiert. Dazu muss man sagen, dass das Allgäu nicht so ein großes Einzugsgebiet ist wie München oder Berlin. Die Leute hier kennen natürlich „ihren“ Ludwig; und den kennen sie schon lange und finden ihn auch toll. Und dann kam ich und habe gesagt: mit eben diesem Ludwig mache ich mal etwas völlig anderes. Eine Symbiose, die auf den ersten Blick sehr spannend wirkt. Bisher habe ich aber noch nicht viel Ablehnung erlebt. Es gibt immer mal die 1-3 Facebook Kommentare, die eher negativ sind. Aber größtenteils waren die Reaktionen total positiv.

Musical1: Warum hast Du Dich für Füssen entschieden?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: In Füssen ist das Festspielhaus natürlich der beste Ort, in dem man spielen kann. Ich kenne das Haus, die Abläufe und alle Personen sehr gut – vom Pförtner bis zum Geschäftsführer. Von daher war schnell klar: Wenn ich die Show veranstalte, dann nur in Füssen. Ich muss mich als Veranstalter auch sicher fühlen. Das Haus gibt natürlich auch wahnsinnig viel her, u. a. mit dem See auf der Bühne. In meiner Heimatstadt Esslingen habe ich beispielsweise vor ein paar Wochen mein erstes Konzert veranstaltet, die Württembergische Landesbühne Esslingen kenne ich daher auch sehr gut. Natürlich braucht man solche Sicherheiten, dass man die Abläufe der Häuser kennt, bevor man so große Veranstaltungen auf die Bühne bringt. Das ist ganz arg wichtig.

Musical1: Das Festspielhaus und der gesamte Ort Füssen strahlen eine unheimliche Faszination auf viele Besucher aus. Hand aufs Herz: Bist Du auch schon auf den Spuren des Märchenkönigs gewandelt und hast Neuschwanstein besucht?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Zu meiner Schande muss ich gestehen: nein. (lacht) Wann immer ich in Füssen war, dann als musikalischer Leiter. Ich war sofort im Arbeitsmodus. Vom Haus oder vom Cast wurden Neuschwanstein-Besuche angeboten. Jedoch spiele ich am Wochenende immer zwei Shows und abends noch zusätzlich das Bar-Piano bis halb eins. Da möchte ich am nächsten Tag lieber ausschlafen (lacht). Aber ich habe es mir für dieses Jahr ganz fest vorgenommen, es einmal alleine in Ruhe anzugucken und auf mich wirken zu lassen. Das möchte ich auch vor der Ludwig meets Michael Jackson Show schaffen.

Bau ein Schloss wie ein Traum – Arbeiten im Festspielhaus

Musical1: Füssen, so scheint es, hat einen tiefen Schluck vom Zaubertrank genommen. Seit der Wiederaufnahme des Betriebes ist das Festspielhaus gut besucht und gut bespielt. Wie ist es für Dich an diesem Ort zu arbeiten? Ist es auch etwas Besonderes?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Ja, das ist etwas Besonderes. Ich war quasi von Stunde null an dabei. Die Darsteller kannte ich größtenteils schon, denn ich habe auch 10 Jahre bei Stage Entertainment gearbeitet. Es ist schon etwas sehr Schönes, es ist fast wie eine zweite Familie geworden. Das habe ich in der Form noch nie erlebt, dass in einem Theater so viel Menschlichkeit herrscht. Man hat natürlich im Beruf einem gewissen Druck standzuhalten, aber der Umgangston wird immer gewahrt und es wird respektvoll miteinander umgegangen. Und so sollte es ja auch sein. Es macht sehr großen Spaß in Füssen zu arbeiten. Es kann natürlich auch mal hektisch werden, aber das ist in jedem Theater so. (schmunzelt)

Musical1: Was für ein Bühnenspektakel erwartet uns am 20.06.2019? Was wird für Dich ein besonderer Moment sein?

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos: Es gibt einen Moment auf den ich mich wirklich sehr freue: wenn Konstantin Wecker als Komponist am Flügel sitzt und Matthias Stockinger Geliebte Berge singen wird. Da freue ich mich wirklich drauf! Ein weiteres Highlight wird es sein, wenn das Haus gut gefüllt ist und die Show dann anfängt. Nach acht bis zehn Monaten Arbeit, für die man brennt und investiert. Und dann geht es los, die Show läuft – mit allen Künstlern auf der Bühne. Und es sind eine Menge Künstler auf der Bühne: die vier Tänzerinnen, eine Luftakrobatin und drei Sängerinnen. Dann natürlich der Ludwig (Matthias Stockinger), Michael Jackson (Sascha Pazdera), ein DJ für die Special Effects und meine Wenigkeit. Zusätzlich noch eine große Band. Jeder ist mit viel Begeisterung und Leidenschaft dabei. Wenn dann die ersten Klänge ertönen, hält man kurz inne, lässt die Zeit Revue passieren, obwohl man auf der Bühne ist. Und man lässt die Augen, Ohren und Gefühle offen, für das was außerhalb des Bühnengeschehens passiert. Wenn es endlich losgeht, ist es wie die Ruhe vor dem Sturm. Dann ist einfach nur reine Begeisterung da.

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© Michael Böhmländer, Picslocation

Wer sich diese besondere Show nicht entgehen lassen möchte, sollte sich den Termin dringend im Kalender notieren. Ein kleiner Tipp: Der 20.06.2019 ist in den meisten Bundesländern ein Feiertag. Und: Füssen ist immer eine Reise wert.

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Kategorie: Interviews

Tags: Füssen

Autor: M. Rose(11.04.2019)

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