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LISA HOLL im Interview

Wir haben uns für Euch mit der Musicaldarstellerin Lisa Holl getroffen. Aktuell steht sie im Ensemble von LUDWIG² auf der Bühne. Wir haben uns über ihre Ausbildung unterhalten, ihr Training in London und wie es ist, an einem Ort zu arbeiten, an dem andere Urlaub machen. Natürlich kommen auch so spannende Themen wie ihre TV-Erfahrung, die Zusatzqualifikation zur Tanzpädagogin und der obligatorische Fragen-Marathon nicht zu kurz. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

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Lisa Holl
Lisa Holl © Lisa Holl

„Ich wollte schon immer auf der Bühne stehen.”

Musical1: Berufswunsch Musicaldarsteller: Du hast im Jahr 2015 erfolgreich Deine Ausbildung abgeschlossen. Wolltest Du schon immer auf der Bühne stehen?

Lisa Holl: Ich wollte schon als kleines Kind auf der Bühne stehen. Ich glaube, viele Mädchen wollen als Kind einmal Ballerina oder Sängerin werden. Bei mir hat diese Phase nie geendet. Mein prägendes Erlebnis war, als ich damals als Fünfjährige in STARLIGHT EXPRESS gewesen bin, auf die Bühne sah und wusste: Genau das will ich machen!

Musical1: Gab es einen Plan B?

Lisa Holl: Tatsächlich nein 🙂 Bereits neben der Schule habe ich meine Ausbildung zur Musicaldarstellerin begonnen. Ich wusste, dass dies kein leichtes Business ist und ich scheitern kann. Wenn ich mir irgendwas anderes hätte vorstellen könnten, hätte ich vielleicht aus Vernunft die Alternative gewählt. Ich musste es zumindest für mich selbst probieren. Und ich werde niemals bereuen, diesen Weg gewählt zu haben.

Musical1: Du hast u. a. drei Jahre in London in den Pineapple Studios trainiert. Wenn Du es mit Deutschland vergleichst: Was hat Dir in London sehr gut gefallen? Gab es auch negative Erfahrungen?

Lisa Holl: Ich versuche ein- bis zweimal im Jahr nach London zu reisen und dort intensiv zu trainieren. Mich fasziniert London durch den Einfluss vom West End, aber auch die Menschen dort. Ich mag es sehr, dass man in den Pineapple Studios einfach hingehen kann und nur für die Stunden bezahlt, die man auch trainiert. Dieses System fehlt in Deutschland noch sehr, meiner Meinung nach. Wenn ich hier trainieren will, muss ich immer Monatsbeiträge zahlen, obwohl ich genau weiß, dass ich sehr viel unterwegs bin und gar nicht regelmäßig einmal die Woche zu den Stunden gehen kann. Negative Erfahrungen habe ich bisher in London keine gemacht. Ich glaube, dass dort mehr Druck und Disziplin herrscht. Ich habe dort u. a. Auditions mitbekommen und gesehen, wie sich die Leute dort verhalten, kleiden und dadurch wieder etwas dazugelernt, was für mich unglaublich spannend ist.

Von Traumrollen und aktuellen Engagements

Musical 1: Du stehst mittlerweile seit fünf Jahren professionell auf der Bühne. Gibt oder gab es eine Traumrolle für Dich?

Lisa Holl: Die Penny in der deutschen Uraufführung von SAM RETTET DEN ZIRKUS entwickeln zu dürfen war eine große Ehre. Auch die Rolle der Gitana in ZORRO – DAS MUSICAL war ein spannender Charakter. Aber es gibt noch so viele Rollen, die ich spielen möchte. Meine absolute Traumrolle ist die Pearl in STARLIGHT EXPRESS.

Musical 1: Lass uns einmal auf Dein aktuelles Engagement in Füssen schauen. Derzeit stehst Du im Festspielhaus in LUDWIG² auf der Bühne. Welchen Part hast Du dort übernommen?

Lisa Holl: Dieses Jahr spiele ich dort im Ensemble. Ich schlüpfe also während des Stücks in verschiedene Rollen, von der Bauarbeiterin bis zur Königsgesellschaft.

Musical 1: Arbeiten an einem Ort, wo andere Urlaub machen. Was gefällt Dir besonders an der Arbeit im Festspielhaus?

Musiktheater Füssen

© Memorino – wikipedia.de

Lisa Holl: Die Kulisse, in der das Festspielhaus steht, ist natürlich unglaublich beeindruckend. Ich glaube, das ist einer der schönsten Orte, den man sich als seinen Arbeitsplatz vorstellen kann. Es ist herrlich, vor der Arbeit noch eine Runde am Forggensee entlang zu spazieren und auf Schloss Neuschwanstein zu blicken. Dann ist man auch direkt mit dem König und dem Thema des Stückes verbunden. Ich finde, dass Festspielhaus Füssen hat hier wirklich ein Alleinstellungsmerkmal.

Abseits der Bühne: Vom Film bis hin zur Tanzpädagogin

Musical1: Du bringst auch schon Film- & Fernseherfahrung mit. Welcher TV-Job hat Dir am meisten Spaß gemacht? Was war besonders spannend?

Lisa Holl: Bei einem Tatort mitzuwirken war natürlich schon besonders, weil man da auch mit bekannteren Schauspielern dreht. Besonders interessant war aber für mich der Unterschied zwischen Bühne und Fernsehen. Es sind komplett verschiedene Arbeitsweisen. Beim Fernsehen dreht man z. B. eine Szene mehrfach hintereinander und muss sie auch immer genau gleich spielen. Auf der Bühne hat man nur eine Chance. Und wenn es dann nicht so klappt, wie es sollte, muss man trotzdem weitermachen und improvisieren. Das macht den Job natürlich unglaublich spannend. Man bekommt außerdem direktes Feedback vom Publikum, was vor der Kamera natürlich wegfällt. Ich bin tatsächlicher eher der Bühnenmensch, ich liebe einfach das Publikum und improvisiere auch gern. Das Publikum merkt das natürlich nicht oft. (Lacht). Vor der Kamera zu stehen ist natürlich eine andere Arbeit. Beides ist sehr schön; auf jeden Fall.

Musical1: Abseits der Bühne hast Du bereits als Choreographin und als Regie-Assistenz gearbeitet. Wie wichtig war es für Dich, auch einmal mit einer anderen Perspektive auf „die Bretter, die die Welt bedeuten” zu blicken?

Lisa Holl: Ich finde es tatsächlich superwichtig und unglaublich spannend, weil mich das komplette Theaterwesen fasziniert. Jeder, der am Theater arbeitet – egal in welcher Abteilung – ist wichtig. Nur als Ganzes funktionieren diese Produktionen überhaupt. Deswegen bin ich nach wie vor neugierig, auch in andere Abteilungen zu schauen, weil ich das Theater einfach liebe. Die Menschen am Theater sind irgendwie besonders, es ist eine herzliche, familiäre Atomsphäre – das merkt man schon, wenn man das Theater an sich betritt. Das fasziniert mich.

Musical1: Als Tanzpädagogin hast Du zudem viel mit Kindern gearbeitet. Kannst Du uns das ein bisschen näher beschreiben?

Lisa Holl in LUDWIG²

© Michael Böhmländer

Lisa Holl: Ich habe eine Zusatzqualifikation in Tanzpädagogik gemacht. Im Rahmen der Ausbildung mussten wir u. a. Tanzunterricht geben. Ich hatte am meisten mit Kindergruppen zu tun, das ist richtig. Ich habe hauptsächlich zwei- bis sechsjährige Kinder in Ballett und musikalischer Früherziehung unterrichtet. Wir haben in der Zusatzqualifikation gelernt, wie wir psychologisch/didaktisch arbeiten und ich habe mir für die kommenden vier oder sechs Wochen Ziele gesteckt, was ich mit den Kindern erreichen bzw. ihnen beibringen möchte. Das alles mit Hilfe eines Schritt-für-Schritt-Plans, damit die Kinder diese Ziele auch möglichst leicht erreichen können. Es ist einfach toll, Kinder zu unterrichten, da man auch selbst etwas lernt. Diese Lebensfreude und die Unbesorgtheit die sie haben, sie tanzen einfach drauf los. Das ist sehr schön zu beobachten.

Der Fragen Marathon: 7 knackige Fragen und 7 Antworten

Musical 1: Lieber böse oder nette Rollen?

Lisa Holl: Lieber nette Rollen. Auch wenn ich glaube, dass böse Rollen interessanter sind. (lacht)

Musical 1: Konzert, Operette, Musical – was guckst Du privat?

Lisa Holl: Musical. Mein persönliches Lieblingsstück ist tatsächlich STARLIGHT EXPRESS.

Musical 1: Was oder wo ist Heimat für Dich?

Lisa Holl: Bei meiner Familie.

Musical 1: Du reist am liebsten nach?

Lisa Holl: Sonne, Strand, Palmen & Meer. Da ist es egal wo. (lacht)

Musical 1: Deine größte Stärke ist?

Lisa Holl: Mein Ehrgeiz; wahrscheinlich. (lacht)

Musical 1: Du kannst nicht leben ohne?

Lisa Holl: Zu singen.

Musical 1: Ich wollte schon immer?

Lisa Holl: Ein Teil von STARLIGHT EXPRESS sein und die skate school durchleben.

Wir danken Lisa Holl ganz herzlich für das Interview. Wer die Geschichte rund um den bayerischen Märchenkönig noch nicht gesehen hat, der hat in dieser Spielzeitsaison noch bis Januar 2020 Zeit dazu.

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Kategorie: Interviews

Tags: Füssen

Autor: M. Rose(17.09.2019)

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