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LAURA LEYH und JARA MARIA BUCZYNSKI – THE BAND im Interview

THE BAND- Fünf Girls, fünf Ge­schich­ten, eine Freund­schaft. Das Musical über Freundschaft, Wünsche und Träume. Wir haben mit den Girls gesprochen. Was sie uns zu ihren Träumen und Wünschen erzählt haben und ob auch sie solche "Verrücktheiten" begehen würden, verraten Im heutigen Interview Laura Leyh und Jara Buczynski.

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Laura Leyh und Jara Buczynski ©laura leyh / laura leyh ©Alex Bach - jara buczynski

Hallo ihr zwei, schön Euch zu treffen. Ihr beide spielt im Musical THE BAND – die Rolle der Heather.

Jara, Du bist die junge Heather mit Wünschen, Träumen und Zielen. Heather träumt davon, eine erfolgreiche Modedesignerin zu werden und verspricht ihren Freundinnen, dass sie alle einmal ihre Kleider tragen werden.

Laura, Du bist Heather 25 Jahre später, die die Wünsche und Träume der jungen Heather doch sehr relativieren muss. Heathers Träume und die Wirklichkeit sind doch sehr weit auseinander.

Laura hast Du, wenn Du zurückblickst solche Erfahrungen auch selber gemacht? Hattest Du Träume und Wünsche als 16-jährige. Die dann so gar nicht in Erfüllung gegangen sind?

Als ich das Stück damals zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: „Da steckt aber ganz schön viel Laura in Heather!“ Gut bis auf die eine Sache, ich bin seit vielen Jahren glücklich mit meinem Mann verheiratet.

Es ist so viel Ähnlichkeit zu meinem Leben in dem Stück. Auch ich habe eine sogenannte „Hühner-Gruppe“. Wir sind fünf Mädels – und immer noch Hühner *lacht. Wir kennen uns seit der Zeit im Kindergarten. Inzwischen hat es uns in die ganze Welt verstreut. Eine lebt in New York, eine in Zürich, eine in Freiburg, eine in Köln und ich in Berlin. Aber einmal im Jahr treffen wir uns irgendwo und verbringen ein gemeinsames Wochenende.

Das passt also ganz genau, ich bin genau jetzt in dem Alter, das ich als Heather auch spiele.

Für mich ist aber privat mein Herzenswunsch wirklich in Erfüllung gegangen. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen, ich bin Schauspielerin geworden und nichts anderes wollte ich seit Kindheit an. Ein wenig beneiden mich meine “Hühner” darum. Auch sie haben alle tolle Berufe, aber da deckt sich Wunsch und Realität nicht wirklich.

In meinem Beruf hatte ich selber aber nie irgendwelche konkreten Ziele, also das ich unbedingt bis zu einem bestimmten Zeitraum diese oder jene Rolle unbedingt spielen wollte. Ich habe das immer so auf mich zukommen lassen. Jeder Rolle habe ich bisher eine Chance gegeben und habe dadurch schon viele wunderbare Sachen machen können. Ich bin da sehr offen.

Jara, Du bist noch sehr jung und hast Wünsche und Träume, meinst Du diese werden sich erfüllen und magst Du uns verraten was das für Wünsche sind?

Wünsche, Ziele, Träume sind natürlich da, aber ich bin da auch nicht so konsequent festgelegt. Also ich muss nicht bis zu einem bestimmten Punkt dieses und jenes gemacht haben, um nicht unglücklich zu sterben. Mein Ziel ist es, die beste Rolle von mir selber zu werden, im Leben wie auf der Bühne.

Dafür gibt es dann natürlich Ziele. Ich würde z. B. gerne in fünf Jahren nach London gehen und dort weiter arbeiten, um die Qualität von Theater und Kunst zu erleben und ein Teil davon zu werden. Sollte das nicht funktionieren, werden sich andere Wege ergeben, die einen dann auf einem Umweg zu seinem Ziel führen oder auch das Ziel neu definieren, weil sich die äußeren Umstände verändert haben.

Zur Zeit aber ist dies mein Ziel und ich arbeite ständig an mir und gebe 100 %, um das dann auch zu erreichen. Ich sollte es so formulieren, mein Ziel ist die Qualität, dessen was ich tue, nicht die Stadt.

Ihr beide verkörpert ja ein Girl im Stück THE BAND, insgesamt sind es aber 5 bzw. 4. alle sind Riesen-Fans von THE BAND und machen allerlei verrückte Sachen.

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© Stage Entertainment

Jara, kannst Du das nachvollziehen? Bist Du auch von etwas ein großer Fan oder vielleicht gewesen und kannst die Aktionen der „jung“ Girls nachvollziehen?

Jein, teils ja, teils nein. Ich selbst war nie so ein absoluter Fan einer Sache. Ich war Tokio Hotel Fan. Dann haben mich die Twighlight Bücher & Filme gefesselt und beeindruckt und ich habe diesen Hype gelebt. Somit kann ich es schon nachvollziehen. Da ich aber nie so für die „eine“ Sache gebrannt habe, sondern immer wieder andere Favoriten hatte, weiß ich nicht ob ich da in 25 Jahren auf etwas Spezielles zurückblicken und greifen könnte. Aber wer kann es wissen, seid ich hier in der Show spiele, höre ich die Musik von Take That rauf und runter, vielleicht wird das dann mein Rückerinnerungspunkt werden. Das könnte ich mir vorstellen.

Laura an dich die gleiche Frage, warst Du auch ein Riesen Fan von etwas? Könntest Du dir heute vorstellen, auch so etwas Verrücktes zu tun, wie die Freundinnen nach 25 Jahren?

Also nein, so etwas habe ich nie erlebt. Fan von irgendetwas. Nein, absolut Nein. Bei mir sind das eher gemeinsame Erlebnisse mit meinen Mädels. Wie z. B. im Sommer nachts über den Zaun vom Freibad zu klettern und dort heimlich zu schwimmen, oder mit dem Auto meines damaligen Freundes heimlich auf dem Parkplatz zu üben für die Fahrschule und das Teil dann auch noch kaputtzumachen, so etwas – aber Fan und den Hype um irgendetwas gelebt zu haben, hatte ich nie.

Ich hätte mich nicht festlegen können, ich fand vieles toll. Ich komme ja aus einer kleineren Stadt und da war man in den 90ern entweder das eine oder das andere gewesen, Hippie, Punk …. Somit war ich alle 4 Wochen etwas anderes.

THE BAND trägt ja auch die Grundaussage von Freundschaft über Jahre hinweg. Habt ihr zwei auch solche Freundinnen?

All Cast THE BAND

©Ines Marquardt

Laura hast Du Freundinnen, die Dich über die Jahre hinweg begleitet haben und hattet ihr in der Zeit immer Kontakt oder gab es da auch eine Auszeit, weil Euch das Leben auf irgendeine Art und Weise getrennt hat?

Wie ja bereits gesagt sind wir fünf „Hühner“ und die sind unzertrennlich, das hält schon so viele Jahre und es ist wunderbar. Aber manchmal bei unseren Treffen passiert es schon, dass jemand mit dazukommt, den wir wirklich aus den Augen verloren haben. Da ist es dann schon sehr spannend, was aus denjenigen geworden ist, wie sie sich entwickelt haben und wie und wo sie heute leben. Da erinnert man sich natürlich an gemeinsame Erlebnisse und es kommen auch Emotionen zutage. Ich finde das wundervoll, Leute wieder zu treffen.

Jara, hast Du beste Freundinnen und kannst Du Dir vorstellen, dass diese Freundschaften über so lange Jahre ohne Kontakt halten könnten?

Schwierig. Die Leute, mit denen ich nicht mehr befreundet bin, habe ich auch ganz bewusst aus meinem Leben entfernt. Als ich nach Hamburg ging, um meine Ausbildung zu machen, habe ich dahingehend wirklich einen totalen Neuanfang gemacht. Da ist nicht sehr viel aus meinem Leben davor mitgekommen.

Die Freundschaften, die ich dort dann geschlossen habe, wurden aus einem ganz anderen Blickwinkel geschlossen und ich glaube diese Freundschaften werden die Zeiten überdauern.

Meine beste Freundin habe ich seit 3 Jahren und wir zwei sind fast wie Rachel und Debbie im Stück. Bei uns ist auch klar, dass wir gegenseitig unsere Trauzeugen werden, das steht definitiv fest.

All Cast Szene

©Ines Marquardt

Die Szene im Springbrunnen in Prag! Laura, kannst Du dir vorstellen, so etwas auch zu machen, also aus einer Situation heraus irgendetwas Verrücktes zu machen?

Nun, nachts ins Schwimmbad einzusteigen, sagt ja eigentlich schon alles. Ja ich kann mir das durchaus vorstellen und erst letzte Woche war ich, glaube ich, extrem peinlich für meine Tochter und meine Nichte. Ich war mit den Mädels und meiner Schwägerin am Ku'damm unterwegs und ich sehe plötzlich, dass auf der Verkehrsmittelinsel „Ruperts Kittchen Orchester“ spielt. Das ist eine kleine Band hier aus Berlin, die mit ein paar Instrumenten wahnsinnig tolle Musik macht. Mich hat die Musik so geflasht, dass ich auf die Mittelinsel gestürmt bin, nicht ohne mir vorher noch ein von den Mädels gerade geshopptes Glitzerzubehör ins Haar zu stecken, und habe gemeinsam mit meiner Schwägerin dort total abgerockt. Ich hörte von den Mädels dann nur noch: „Wir gehen dann schon mal weiter! Den Mädchen war es, glaube ich, extrem peinlich, aber ganz ehrlich ich denke da überhaupt nicht darüber nach, es macht Spaß und das ist die Hauptsache. Ich möchte nicht, dass das Kind in mir irgendwann erwachsen wird. Das lasse ich einfach nicht zu.

Wer der Meinung ist, er muss mir das verbieten, mit dem muss ich mir den Umgang verbieten.

Jara kannst Du diese Verrücktheit nachvollziehen und wäre dir so etwas peinlich?

Peinlich? Nein! Meine Eltern sind auch total verrückt. Meine Reaktion ist dann immer: „Ihr meint ihr seid peinlich? Ich kann peinlicher als ihr.“ Ich finde es total in Ordnung. Wenn meine Eltern mit ihren Freunden zusammen sind und dann auch Verrücktes machen, dann sind sie total jung geblieben, ich finde das absolut toll. Ich kann heute schon sagen ich werde einmal genauso werden. Jeder hat doch sicher schon mal eine verrückte Sache gemacht oder machen wollen. Wenn ich Leute in so einer Situation sehe, kann ich einfach nur grinsen und mich freuen, dass sie so viel Spaß haben und es auch ausleben können.
Das ist auch das Schöne an der Show, es zeigt genau das, was wohl wirklich jeder schon einmal erlebt hat oder noch erleben wird. Verrückt sein und Spaß haben ist ja kein Privileg der Jugend.

Eine sehr schöne und emotionale Stelle im Stück ist, kurz vorm Ende, wenn die Freundinnen gemeinsam in der Bahn sitzen. Jede von Euch ist dort sehr eng mit seinem jüngeren oder älteren ICH in die Szene integriert. Wie ist diese Szene für Euch? Emotional?

Laura, wie empfindest Du die Szene?

In der Probenzeit war es sehr schlimm, wir haben nur geheult. Mit der Zeit wurde es besser, wir müssen ja in der Szene auch singen. Singen und heulen passt aber nicht wirklich zueinander und funktioniert bei mir auch schlecht. Aber es kommt schon mal vor, dass uns auch heute noch die Emotion überwältigt, was ich dann aber ganz schnell unterbinden muss, denn ich kann nicht singen, wenn ich wirklich weinen muss. Da kommt dann nix mehr von mir.

Jara wie empfindest Du das?

Ähnlich. Ich denke wir haben einen großen Vorteil gegenüber den anderen Pärchen, wir schauen uns bei der Szene nicht direkt in die Augen. Ich stehe ja etwas versetzt die ganze Zeit hinter Laura und so ist etwas einfacher. Dadurch dass man keinen Blickkontakt hat, kann man sich besser aus der emotionalen Seite raus nehmen. Aber ja manchmal überkommt es einen schon. Ich denke mir dann immer, es ist okay und ich als junge Heather bin immer noch bei Dir, wir sind eine Einheit auch über die Jahre. Das ist ja auch das, was die Szene vermitteln will. Ich bin immer noch die junge Heather, auch nach 25 Jahren und nach all dem, was passiert ist. Damit kann ich auch mal einen schlechten Tag kompensieren. Ich allerdings muss mich auch, so wie Laura, aus emotionalen Dingen privat etwas raus nehmen, denn ich kann auch nicht wirklich weinen und singen zugleich, da kommt dann kein vernünftiger Ton mehr. Da muss ich also etwas technischer ran gehen. Ich glaube aber, es ist okay wenn ich etwas herstelle, das dann beim Publikum die gewünschte Reaktion erzielt

Wie geht ihr damit im privaten um, wenn sich Wünsche oder gesteckte Ziele nicht erfüllen lassen, egal aus welchem Grunde?

Jara ist dir so etwas schon passiert?

Ja, aber natürlich. Wenn ich merke, das sich etwas nicht realisieren lässt, suche ich für mich zuerst einen anderen Weg. Sollte dieser auch nicht erfolgreich sein, und ich muss mir eingestehen, dass es wirklich nicht geht, dann ist erst einmal die Enttäuschung groß und es geht auch das Geheule und Gejammer los. Ja und dann singe ich ein Lied. Nein, Spaß. Dann rufe ich meine Eltern an und hole mir von ihnen Rat. Sie haben viel Lebenserfahrung. Ich versuche dann, das gerade Geschehene mit den Tipps in Einklang zu bringen und suche mir eine neue Herausforderung, neue Träume, Ziele.

Ich versuche aber auch daraus zu lernen, zu ergründen, warum hat das so nicht funktioniert, wer war schuld daran? Wenn ich merke, das es meine Schuld war, kann ich nur davon lernen und es beim nächsten Mal anders machen und den Fehler nicht noch einmal begehen. Jede Niederlage bringt einen auch weiter voran.

Liebe Laura, liebe Jara, vielen lieben Dank für Eure Zeit und das wirklich nette Gespräch. Möchtet ihr unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Ja, bitte bleibt verrückt und lasst Euch den Spaß nicht verbieten. Wir freuen uns auf Euch, wenn ihr uns im Theater des Westens bei THE BAND besuchen kommt. Bringt Freunde und Familie mit es wird verrückt schön.

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Kategorie: Interviews, The Band - Das Musical

Tags: Berlin

Autor: I. Marquardt (19.06.2019)

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