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KATHARINA DIE GROSSE – Das Musical ein einmaliger Genuss

Am 24. Mai haben wir uns KATHARINA DIE GROSSE - Das Musical - ein 1-Tagesevent von allerhöchstem Anspruch und Qualität– Potsdamer Platz Theater angesehen. Dieses Musical  war etwas ganz Besonderes. Es gibt Einblick in das Leben einer beeindruckenden Frau und berührt zu 100%. Das Musical entführt in das Leben, Wirken, Lieben, Leiden von Katharina dere Großen, und zeigt ihre Sicht auf die Dinge der damaligen Zeit, aber auch auf die Fehler die begangen wurden.

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Krönung von Katharina ©la-saison-russe.de

Eine musikalische Geschichtsstunde

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer an historischen Stoffen im Allgemeinen und an russischer Geschichte (und deren Verknüpfung zu damaligen deutschen Adelshäusern) Interesse hegt, sollte unbedingt weiterlesen. Das Musical orientiert sich stark an historischen Grundlagen.

Die Produktion der hier „deutschen“ Fassung von KATHARINA DIE GROßE – Das Musical basiert auf dem erfolgreichen russischen Werk von Sergei Dreznin. In Jekaterinburg läuft das Musical bereits seit fünf Jahren vor ausverkauftem Haus.
Das Musical hat bereits mehrere Auszeichnungen zu verzeichnen, darunter ist es mit dem russischen Theater-Oscar “Goldene Maske” ausgezeichnet. Seither begeistert es Zuschauer in Moskau, St. Petersburg, Minsk und anderen Städten. Das Musical KATHARINA DIE GROSSE wurde in russischer Originalfassung, mit deutschen Übersetzungstexten rechts und links im Theatersaal) präsentiert. Dies war keinesfalls störend und hat die Handlung unterstützt, die sich aber, bei ein wenig Vorkenntnis, auch teilweise selbst erklärt.

Ein voller Ochestergraben für den zusätzlich zwei Zuschauerreihen geopfert wurden

Wir betreten den wunderbaren Saal im Theater am Potsdamer Platz, schön wieder einmal in diesem Theater eine so große Premiere erleben zu können. Mit seiner in Rot gehaltenen Ausstattung ist der Saal für das Musical wie geschaffen. Ein Blick in den Orchestergraben (der um die Reihen 1 und 2 erweitert wurde), ließ kaum glauben, was es dort zu sehen gab. Eine riesige Orchesterbesetzung, ca. 60 Musiker mit jedem nur erdenklichen Instrument, war dort vertreten. Das hat die Musicalwelt in Deutschland wohl auch nicht vor 25 Jahren gesehen! Wir sind sehr beeindruckt!

Die ersten Klänge der Ouvertüre beweisen dann auch, dass jedes dieser Instrumente dort voll zum Einsatz kommt. Eine Klanggewalt, welches ein Musicalherz höher schlagen lässt.

Mitten hinein ins zaristische Russland

Ensemble

©IMarquardt

Nach der kurzen Ouvertüre geht es direkt in den russischen Alltag am Zarenhofe sowie in die Straßen von Moskau. Wir bekommen ein Stimmungs- und Meinungsbild der damaligen wirklich sehr krassen Unterschiede zwischen unvorstellbarem Reichtum und bitterer Armut, Leibeigenheit, mangelnder Bildung. Die wahrhaft pompös ausgestatteten Kostüme, die recht aufwendigen Masken und ein beeindruckendes Bühnenbild (zusätzlich durch Videoanimationen unterstützt) verleihen der gesamten Produktion eine Mischung aus alt und neu. Man möchte meinen, es wirkte teilweise etwas „verstaubt“ – was hier in keinster Weise negativ zu deuten ist, sondern aussagen möchte, dass es voll den Stil und Geschmack der Zarenzeit trifft.

Schon nach kaum 15 Minuten sind wir überzeugt, dass der Abend hier uns stimmlich, musikalisch, tänzerisch und mit einer spannenden historischen Story Hervorragendes bieten wird.

Musical ganz dicht an der Historie – eine deutsche Prinzessin wird Zarin von Russland

cast-katharina-die-grosse

©IMarquardt

KATHARINA DIE GROSSE wird 1729 als Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin geboren. Sie war eine Tochter von Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst aus dem Geschlecht der Askanier, dem damaligen preußischen General und Gouverneur von Stettin und dessen Gemahlin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, der jüngeren Schwester von Adolf Friedrich, der 1751 schwedischer König wurde. Katharina war somit eine Verwandte des neuen schwedischen Herrscherhauses Holstein-Gottorf.

Durch ihre Heirat wird Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst zu Katharina und ab dem 9. Juli 1762 zur Kaiserin von Russland. Sie ist die einzige Herrscherin, der in der Geschichtsschreibung der Beiname die Große verliehen wurde. Katharina war eine Repräsentantin des aufgeklärten Absolutismus.

Die Thronherrschaft braucht einen Erben

Wie in jeder Dynastie hatte auch in Russland die Sicherung dieser eine wichtige Bedeutung und somit Vorrang. Es musste ein Thronerbe her. 1743 beschloss daraufhin Elisabeth Petrowna – Zarin von Russland auf Anraten Friedrichs II., ihren Nachfolger, den russischen Thronfolger Großfürst Peter Fjodorowitsch und späteren Zaren Peter III., den ersten Zaren aus der bis 1918 regierenden Dynastie Haus Romanow-Holstein-Gottorp, mit Sophie – später Katharina, seiner Cousine zweiten Grades, zu vermählen.

Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst war ehrgeizig und zielstrebig. Schnell erlernte die begabte Vierzehnjährige die russische Sprache und versuchte, sich am Hof zu integrieren.

Eine Ehe ohne Gemeinsamkeiten

Im Sommer 1744 fand dann die Verlobung mit Großfürst Peter Fjodorowitsch statt. Einen Tag vor der Verlobung konvertierte sie vom evangelisch-lutherischen zum orthodoxen Glauben und bekam zu Ehren Jekaterinas I., der Mutter der regierenden Zarin, den Namen Jekaterina Alexejewna. Ein Jahr später wurde die Hochzeit gefeiert. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauerten zehn Tage.
Die Ehe gestaltete sich von Anfang an schwierig, der Großfürst zeigte wenig Interesse an seiner Frau. Gerüchte über eine Krankheit machten zunehmend die Runde.

Ihr Gemahl Großfürst Peter lebte in seiner eigenen Welt. Er pflegte seine Vorliebe für das Militär und orientierte sich dabei stark an den Preußen. Seine Interessen allerdings warfen mehr und mehr Fragen auf. Spielte er doch mit kleinen Soldatenfiguren und zeigte sich teilweise dabei sehr kindlich verspielt. Die Eheleute verloren immer mehr den Bezug zueinander, bis jeder sein Leben für sich am Hof zelebrierte.

Ein Putsch ist der Weg zur Macht

Großfürstin Katharina war eine intelligente Frau. Sie zeigte Interesse für viele Genres, so musizierte sie gern und las mit Vorliebe historische und politiktheoretische Werke (Montesquieu, Voltaire). Mehr und mehr interessierte sie sich für die Politik in ihrem eigenen Lande und die des Auslandes.
Ebenso nahm sie rege am religösen Leben des Hofes teil und schaffte sich auch dort Anerkennung und Akzeptanz.

Katharina entschied für sich, ihre Lage am Hofe zu verändern. Sie plante gemeinsam mit ihren Vertrauten einen Staatsstreich. Es gelang. Am 9. Juli 1762 ließ sie sich zur Zarin ausrufen.

Katharina Sezenebild

©IMarquardt

Noch am gleichen Tage wurde Katharina in Sankt-Petersburg durch Setschin zur Alleinherrscherin Russlands erklärt.
Sie ließ ihren Mann gefangen nehmen. Peter III. kam nur 8 Tage später, aus bis heute nicht vollständig geklärten Umständen ums Leben.
Im Oktober 1762 wurde Katharina im Moskauer Kreml zur Zarin über ganz Russland gekrönt.

Von da an sollte sie das Land 34 Jahre lang regieren.

Eine Frau und viele Männer

Katharina regierte ihr Land mit harter Hand, schaffte aber auch Voraussetzungen, die das Land weiterbrachten. Privat lebte die Zarin nach ihren eigenen Vorstellungen. Ihr werden einige Liebhaber nachgesagt. Graf Saltykow, ihr erster Liebhaber und wahrscheinlicher Vater ihres Sohnes. August Poniatowski wurde durch Katharinas Unterstützung König von Polen. Er war vermutlich der Vater von Anna.

Graf Grigori Orlow, er hatte zusammen mit seinem Bruder Alexei zum Sturz des Zaren Peter III. beigetragen. Er war es auch, der später Katharina den berühmten, nach ihm benannten Orlow-Diamanten, schenkte. Seither befand sich dieser Diamant im Zepter der russischen Zaren.

Grigori Orlow war der Vater mindestens eines von Katharinas Kindern

Ihre große Liebe aber, so wird berichtet, war Fürst Potjomkin. Er war es, der die Schwarzmeerflotte aufbaute und die Städte Sewastopol und Cherson gründete. Es wird berichtet, dass die zwei heimlich geheiratet hatten.

Ein Drama – Musical in exzellenter Umsetzung

Katharina die Große, eine Frau mit einer bewegenden spannenden Geschichte in einem Land mit interessanter Kultur und noch interessanterer Geschichte.

Ihr Leben, ihre Geschichte sind prädestiniert dafür, in einem Musical verewigt zu werden und sie damit am Leben zu erhalten.

Die deutsche Fassung von KATHARINA DIE GROSSE– Das Musical, welche wir am 24.05.2019 hautnah erleben durften, basiert auf dem erfolgreichen russischen Werk von SERGEI DREZNIN, das bereits seit fünf Jahren vor ständig ausverkauftem Haus in Jekaterinburg aufgeführt wird.

2009 wurde KATHARINA in Moskau in 2 Kategorien mit dem russischen Theater-Oscar “Goldene Maske” ausgezeichnet. Seither begeistert es Zuschauer in Moskau, St. Petersburg, Minsk und anderen Städten.

Ein Rückblick auf ein “großes” Leben

Katharina Cast

©IMarquardt

KATHARINA DIE GROSSE – Das Musical, erzählt genau die oben geschriebene Geschichte der deutschen Prinzessin. Es beginnt damit, dass sich Katharina die Große in fortgeschrittenem Alter erinnert, wie alles begonnen hat. Sie blickt zurück auf ihr Leben, ihre Lieben und ihre Herrschaft über ein großes Reich.
Sie wurde von den Russen geliebt, von den Deutschen aber fast vergessen. Katharina die Große, eine Kaiserin der Herzen und schon damals eine visionäre Europäerin.
Der russische Musical-Hit vereinigt Tradition und Moderne.

Musikalisch anspruchsvoll und aufwendig produziert

Die Musikauswahl ist breit gefächert. Von orthodoxen Gesängen, deutschen Kinderliedern, russischen Baladen bis hin zum Rap, Rock und Barock: Hier ist alles geboten. An manchen Stellen erschien es uns etwas opernlastig. Speziell im zweiten Teil, war die Mischung nicht mehr ganz so ausgewogen wie in Teil 1.

KATHARINA DIE GROSSE – Das Musical insgesamt aber eine prachtvolle Inszenierung mit allem was das Musicalherz begeistert. Eine fesselnde Story über Liebe, Politik und Macht, in dem das zaristische XVIII. Jahrhundert verblüffende Parallelen zur Gegenwart aufweist.
Herrschte doch damals wie heute Korruption und Bürokratie, Mut und Empathie, unbeschreibliche Armut und verschwenderischer Reichtum, Dummheit und Genie – der Alltag von gestern und heute in einer atemberaubenden Inszenierung.

Wir waren sehr angetan von der Ausstattung, der Besetzung und dem bereits erwähnten Orchester.

Ensemble

©IMarquardt

39 Solisten, mehr als 40 Ballett- und Chorkünstler und ein fast 60 Mann großes Orchester haben es geschafft, diesen leider nur einen einzigen Abend in Berlin, zu einem einzigartigen Musicalhighlight Erlebnis für alle zu machen, die die Möglichkeit hatten dabei zu sein.

Die teils aufwendigen über 600 Kostüme, darunter 400 Hüte, 250 Paar Schuhe stammen vom Moskauer Theaterkünstler Pavel Kaplevich.

Video Szenen schaffen eine perfekte Illusion

Um das Musical zu perfektionieren, beauftragte die Produktion den Performancekünstler Vladimir Martirosov. Martirosov nutzt in seinen Produktionen den seltenen Fokus der theatralen Szenografie – er inszeniert und nutzt die Wirkung von Surround-Kino mit Live-Künstlern. Für KATHARINA DIE GROSSE schuf er eine riesige Adaption des Winterpalastes. Mit 7 Meter Höhe und 8 Meter Breite wurden somit perfekte Illusionen geschaffen.
KATHARINA DIE GROSSE – Das Musical war leider nur für einen einzigen Abend in Berlin auf der Bühne zu sehen. Es bleibt zu hoffen dass die Fassung, von Sergei Drezbin und Karl-Heinz Freynik geschaffen, einem bekannten Film- & Bühnenautor aus Berlin, für einen längeren Spielzeitraum zurückkehrt. Die von uns besuchte Vorstellung war das erste russische Musical-Projekt, das jemals im Westen produziert worden ist.
Die Geschichte einer großen Frau, die Geschichte schrieb, das luxuriöse Leben das sie führte und die begleitenden, geschichtlichen Hintergründe würden der deutschen Musicallandschaft sicher die Möglichkeit eines neues Theatererlebnisses bescheren können. Dieses neues Drama-Musical würde sicher den deutschsprachigen Raum erobern können.

Eine baldige Rückkehr nach Deutschland wäre wünschenswert

Unser Fazit zu diesem einmaligen Besuch! Dieses Musical wäre sicher eine tolle Bereicherung für die deutsche Musicallandschaft, wenn es in deutscher Sprache dargeboten wird. Die Musikmischung von klassisch, russisch, Rock und Rap hat uns bei unserem ersten Besuch sehr beeindruckt. Die sonst so typische Verwendung von 3 bis 5 Musikstücken innerhalb eines Musicals, welche immer wieder adaptiert werden kommt hier nicht zum Einsatz.

Wir würden uns freuen, dieses Musical bald wieder sehen zu dürfen.

Kategorie: Theater Eigenproduktionen

Tags: Berlin

Autor: I. Marquardt(01.06.2019)

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