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JEKYLL & HYDE – der Kampf zwischen Gut und Böse

Die Inszenierung JEKYLL & HYDE, von Kay Kuntze am Mecklenburgischen Landestheater Schwerin erfreut sich immer mehr begeisterter Anhänger. Die Termine der aktuellen Spielzeit sind fast restlos ausverkauft. Dies hat uns neugierig gemacht und dazu bewegt, das Stück für unsere Leser zu besuchen. Nach unserem Besuch wissen wir, warum das so ist und möchten unsere Begeisterung hier gerne teilen.

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JEKYLL&HYDE Marc Clear © Silke Winkler

JEKYLL & HYDE – Kampf zwischen Gut und Böse

Gut und Böse. Eines steht fest: Keines kann gewinnen. Das eine kann nur durch das andere existieren, es ist untrennbar. Das Wichtigste ist aber wohl, dass das Gleichgewicht bewahrt werden muss.

Diese Erkenntnis erschließt sich Dr. Jekyll zu spät. Viel zu spät!

JEKYLL & HYDE, ein spannender Stoff, eine packende Story, zwischen Genie und Wahnsinn, Liebe und Tod. Abgründe, bei denen die heile Welt ganz schnell auf der Strecke bleibt.

Ohne Angst im Gepäck, aber mit viel Erwartungen

Wir haben uns bei wundervollen Wetter am Pfingstmontag auf den Weg nach Schwerin gemacht, um uns dort die aktuelle Inszenierung von Regisseur Kay Kuntzes  JEKYLL & HYDE am Mecklenburgischen Staatstheater anzusehen:

Wir müssen sagen, unsere Erwartung lässt sich als “gespannt” beschreiben, denn in letzter Zeit hat sich eine nicht zu übersehende Anzahl lokaler Staats- und Landestheater zu wahren Schatzkästchen im Genre Musical entwickelt!

Geschickte Illusionen lehren Publikum das Gruseln

Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin empfängt uns mit einem mehr als wunderschönen passenden Ambiente und hüllt uns sofort ein in die Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts.

Stimmengemurmel, gedämpfte Schreie, nicht zuzuordnende Geräusche, unterdrücktes Poltern… all das ist bereits beim Betreten des Saals wie von weit entfernt zu hören. Wer sich darauf einlässt, darf sich schon mal ein bisschen „vorgruseln“.

Ohne Vorankündigung ist es mit einem Schlag dunkel im Saal, der Vorhang hebt sich… und schon stockt uns das erste Mal der Atem! Das Bühnenbild ist im ersten Eindruck einfach. Eine schwarze Bühne, eingerahmt von einem riesigen Bilderrahmen. Doch schon Sekunden später, präsentiert sich durch geschickte Lichttechnik das Bühnenbild gewaltig, raffiniert, düster und verursacht ein unheimliches Gefühl. Frank Wildhorns Eingangsmusik tut ihr Übriges dazu.

Aus der Dunkelheit der Seitenbühne erscheint Dr. Jekylls Freund und Anwalt John Utterson (Cornelius Lewenberg). Er erinnert sich an die Geschehnisse von damals, als sein Freund Dr. Henry Jekyll in der Besessenheit seiner wissenschaftlichen Theorie in die Fänge der eigenen dunklen Seite seines Seins gerät. John Utterson wird uns durch das Stück begleiten. Er wird uns berichten, wie er selbst in die Geschehnisse involviert, hilflos der unheilvollen Entwicklung zusehen und beiwohnen musste.

Sofort mittendrin: Gefangen in der Geschichte

Es zieht uns sofort in den Verhandlungssaal. Hier lehnen die Honoratioren dem Londoner Arzt Dr. Henry Jekyll (Marc Clear) die Unterstützung an seinen wissenschaftlichen Experimenten ab. An seine Idee – medikamentös das Schlechte, das Böse im Menschen zu separieren und zu vernichten – daran glauben sie nicht.

Einzig Henrys Schwiegervater in spe, Sir Danvers Carew (Igor Storozhenko), bleibt ihm wohlgesonnen, da seine Tochter Lisa (Marie-Therese Anselm) diesen Henry Jekyll so sehr liebt und heiraten will.

Eine Entscheidung mit fatalen Folgen

Abgelehnt und unverstanden entscheidet sich Dr. Jekyll zum Selbstexperiment und das Drama nimmt seinen Lauf. Situationen eskalieren. Die Londoner Gesellschaft lebt in Todesangst und wir als Publikum werden immer mehr in das Geschehen mit eingesogen. Eine beklemmende Stimmung greift um sich. Diese wird hervorgerufen durch ein wahrhaft raffiniertes Bühnenbild, mit ganz großartigen Szenenausleuchtungen. Immer wieder stockt einem dann und wann tatsächlich der Atem.

Diese Inszenierung packt uns von der ersten Minute an. Eingerahmt von diesem riesigen Bilderrahmen suggeriert die Bühne zunächst eine gewisse Distanz zur Handlung, zu den Orten des jeweiligen Geschehens, zu den Personen. Das Böse ist dahinter, weit weg, nicht greifbar und doch gefährlich. Das ist raffiniert und suggestiv sehr tückisch, denn mehr und mehr verlegt sich die Handlung mit all ihren Veränderungen und Emotionen auch vor den Rahmen. Es kommt spürbar näher: Das Unheil greift nach dem Publikum. Verstärkt wird dies noch dadurch, dass auf der Bühne mit effektvollen Spielraumerweiterungen gearbeitet wird. Darsteller, Zu- und Abgänge im Parkett des Saals, und eben das großartige Lichtspiel mit gezielt eingesetzter Videoprojektion, beeindruckt. Man ist nicht nur Zuschauer und somit dabei. Nein, man ist mittendrin.

Durch die, bis an die erste Reihe des Saales herangezogene, bespielte Bühne, kommt einem das Geschehen bis auf 50 cm nah. Eine Armlänge entfernt und Mr. Hyde hätte die Chance nach uns zu greifen. Der Atem ist hörbar und in den Augen der Darsteller die Angst und/oder der Wahnsinn sicht- und fühlbar.

Eine Inszenierung mit Emotionen bis in die Publikumsreihen

© imarquardt

Mag man zunächst noch ein gewisses Verständnis für den edlen Dr. Jekyll gehegt haben, ändert sich das eigene Gefühl ebenso dramatisch, wie die Wandlung Henrys zu dem fiesen, lüsternen Edward Hyde. Absolut überragend in Person, Gesang, Spiel und Mimik: Marc Clear! Ein Darsteller, der es durch das einfache Lösen seines Haargummis schafft, zwei derart differente Wesen zu verkörpern. Stimmlich und darstellerisch ist Marc Clear perfekt in dieser Rolle und verdient unsere Hochachtung und uneingeschränkte Bewunderung.

Zwei weibliche Charaktere – so exzellent und genial wie gegensätzlich

Die zwei weiblichen Hauptrollen im Stück, Henry Jekylls Verlobte Lisa (Marie-Therese Anselm) und die Hure Lucy Harris (Femke Soetenga) symbolisieren ebenso die Gegensätze. Lisa, aufgewachsen in aristokratischen Verhältnissen, verkörpert die helle Seite. Lucy aus ärmlichen Verhältnissen und jetzt als Hure unterster Schicht, die dunkle Seite. Die zwiegespaltene Persönlichkeit, der Mann JEKYLL & HYDE liebt sie beide. Jekyll fasziniert die reine und unschuldige Lisa genauso, wie Hyde die verruchte Lucy. Ehe er eine von beiden aufgeben müsste, würde er sie töten. Lucy muss dies erfahren als sie Hyde verlassen will.

© imarquardt

Auch die Frauenrollen sind untrennbar. Beide Darstellerinnen brillierten durch eine bestechende, gesangliche Leistung. Durch ihre schauspielerisch überaus überzeugende Darstellung, gaben sie beiden Charakteren die nötige Aussagekraft. Die aufgrund der Rollenauslegung präsentere Lucy (Femke Soentega), bewies wieder einmal exzellente und überaus herausragende gesangliche Qualitäten.

Im Zusammenspiel mit Marc Clear waren Femke Soentega und Marie-Therese Anselm zwei überzeugende und wundervolle weibliche Gegenstücke. Wir sind noch immer ganz beeindruckt und begeistert.

Der Opernchor, das Ballettensemble, alle agierenden Darsteller und die Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters gaben der ganzen Inszenierung den so unglaublich real wirkenden Handlungsrahmen. Wir waren gefangen zwischen Genie und Wahnsinn, Liebe und Tod.

Die Zeit, immerhin geht das Stück mit Pause etwas über 3 Stunden, ist vergangen, ohne Längen zu haben. Es blieb keine Zeit, mit den Gedanken abzuschweifen. Regisseur Kay Kuntze ist mit dieser Inszenierung etwas Großartiges und Überwältigendes gelungen.

Voller Orchestergraben, 100 % live und Besucher von weit her

Musikalisch wurde das Stück getragen von der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin. Auch dies ein riesiges Plus und ein Novum der am Anfang beschrieben Schatzkästchen der Staats- und Landestheater. Es war ein wahrer Genuss.

Wir können nur allzu gut verstehen, weshalb diese Inszenierung bis zum Spielzeitende ausverkauft ist und sich steigender Beliebtheit erfreut. Auf dem Parkplatz vor dem Theater konnten wir feststellen, dass sehr viele Besucher des Stückes extra aus entfernteren Gegenden angereist waren. Die Nummernschilder waren verräterisch.

Wir kommen auf jeden Fall wieder

Wir freuen uns, dass diese grandiose und überwältigende Inszenierung in der neuen Spielzeit 2018/2019 wieder im Programm ist und werden sehr gerne noch einmal in die unheilvolle Geschichte des JEKYLL & HYDE  eintauchen.

Der Vorverkauf für die neue Spielzeit beginnt im Juli 2018.

Die Empfehlung an unsere Leser: Wer die Möglichkeit hat, sollte sich Tickets für die neue Spielzeit sichern und dabei auch gleich Schwerin und sein traumhaftes Märchenschloss besichtigen. Schwerin ist wirklich eine Reise wert.

Kategorie: Allgemein

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Autor: I. Marquardt(23.05.2018)

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