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Im Zwiegespräch mit Graf von Krolock

Ein Graf lädt zum letzten Mitternachtsball ein. Bevor sich in Berlin die Särge wieder verschließen, haben wir den charmanten Robert Meyer interviewt. Aktuell steht er als Zweitbesetzung des Graf von Krolock auf der Bühne im Theater des Westens in Berlin. Sympathisch und ehrlich stand er uns Rede und Antwort. Über Zahnarztbesuche in Berlin, den schönsten Bühnenmoment und seine Netflix-Lieblingsserien.

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Robert Meyer als Graf von Krolock
Robert Meyer Graf von Krolock © Robert Meyer (privat)

Auf ein Gespräch mit der Zweitbesetzung des Berliner Grafen

Musical 1: Aktuell spielst Du ja in TANZ DER VAMPIRE die Zweitbesetzung des Grafen von Krolock und im Ensemble. Was war das für Dich für eine Erfahrung? Angefangen z. B. mit dem obligatorischen Zahnarztbesuch?

Robert Meyer (lacht): Erst einmal war es tatsächlich ziemlich stressig, weil es direkt nach Tecklenburg losging. Ich bin praktisch direkt von Tecklenburg nach Berlin gefahren, für ein paar Tage. Dort musste ich auch direkt zum Zahnarzt, um meine Vampirzähne anzupassen. Dann ging es weiter nach Köln, weil dort die Proben mit der gesamten Cast bereits begonnen hatten. Das ging dann alles ziemlich schnell – aber war dabei insgesamt nicht viel anders als bei jeder anderen Show auch. Nur das mit den Zähnen ist ungewöhnlich, man geht ja nicht bei jedem Job erst einmal zum Zahnarzt (lacht).

Musical 1: Im letzten Jahr durften wir Dich als Inspektor Javert in LES MISÉRABLES  erleben. Wie hast Du Dich auf diese Rolle vorbereitet? Hast Du den Film noch einmal gesehen oder warst Du in London im Theater und hast das Stück gesehen?

Robert Meyer: Den Film kannte ich schon und das Stück hatte ich tatsächlich hier vor längerer Zeit in Deutschland gesehen. Ich habe mich mit meinem Korrepetitor in Hamburg vorbereitet und die Texte als auch die Musik gelernt. Habe mich insgesamt viel mit dem Stück beschäftigt und verschiedene Versionen angehört, um ein paar andere Eindrücke zu bekommen – und das alles weit im Voraus, bevor es in Tecklenburg losging. Denn die Probenzeit ist dort sehr kompakt.

Musical1: Wie lange dauert die Probenzeit in Tecklenburg? Im Regelfall wird ja sechs Wochen geprobt?

Robert Meyer: Das sind vier Wochen je Stück. Also insgesamt acht Wochen durchgehend. Normalerweise probt man ja acht Stunden am Tag. In Tecklenburg gibt es dagegen drei Probeneinheiten am Tag, das heißt, man probt – mit Pausen – von 10:00 bis 22:00 Uhr.

Musical 1: Bleiben wir in Tecklenburg. Die letzten beiden Sommer warst Du dort zu sehen. Was macht Dir mehr Spaß: wenn wir an das Komödiantische denken, wie SPAMALOT oder SHREK – oder eher den Fiesling zu spielen, wie beispielsweise Javert oder Jack Favell?

Robert Meyer: Ich habe alle Rollen total gerne gespielt. Die lustigen Sachen haben mir unfassbar Spaß gemacht, genauso wie die bösen oder dunklen Rollen. Das macht für mich keinen Unterschied. Ich steh total drauf beides zu machen.

Lord Faquaard auf Abwegen

SHREK Logo

© DreamWorks

Musical 1: Kannst Du dich an Deine lustigste Panne erinnern, in Tecklenburg oder generell?

Robert Meyer: Es war in Tecklenburg. Da bin ich als Lord Faquaard mit dem Roller eine Rampe heruntergefahren und das hintere linke Rad ist abgerissen. Auf halber Strecke ist halt der Roller liegen geblieben und ich lag daneben. (lacht) Das war meine auffälligste Panne.

Musical 1: Was wäre dann im Gegenzug Dein schönster Bühnenmoment gewesen, wenn Du auf die letzten 2-3 Jahre zurück blickst? Gab es einen speziellen Augenblick?

Robert Meyer: (Überlegt) Es gab ein paar schöne Bühnenmomente, die ich tatsächlich auch damit verbinde, welche Songs ich zu singen hatte. Und da kommt wieder Tecklenburg ins Spiel, nämlich der Javert: den Selbstmord zu spielen, dort ganz oben auf dem Turm unter dem Sternenhimmel, das war atemberaubend. Dann die Derniere als Javert: Nach „Stars“ stand fast die Hälfte des Publikums auf. Das war ganz schön abgefahren und hat mich echt berührt.

Musical 1: Du hattest aber keine Höhenangst auf dem Turm?

Robert Meyer: Nein, ich habe da auch nicht groß darüber nachgedacht. Direkt neben dem Turm lag zudem eine große Matratze, die hätte ich gar nicht verfehlen können.

Die letzten 3 Jahre

Liebe stirbt nie Keyvisual

© Stage Entertainment

Musical1: Dann lass uns noch einmal 3 Jahre zurückblicken: zu LIEBE STIRBT NIE. Hier ist Deine Fanbase sehr groß geworden. Wie gehst Du mit der Aufmerksamkeit um?

Robert Meyer (lacht): Ich glaube, da ist die Fanbase überhaupt erst entstanden. Oder mir ist es davor nicht aufgefallen. Extreme habe ich aber bisher noch nicht erlebt. Aber ich freue mich natürlich sehr darüber, wenn es den Leuten gefällt, was ich mache.

Alltag & Entschleunigung

Musical1: Wie entschleunigst Du von Deinem oft auch stressigen Alltag mit Proben und Bühnenleben?

Robert Meyer: Wenn man probt und spielt oder aber die ganze Zeit probt, dann ist es halt sehr viel, klar. Da kann man auch nicht viel machen, um zu entschleunigen. Das ist dann eben der Alltag. Aber wenn dann die Spielzeit kommt, dann relativiert sich das wieder ein bisschen. Da gehe ich gern schwimmen oder zum Sport, um mich zu entspannen. Oder ich beschäftige mich mit Technik aller Art.

Musical1: Ich habe gesehen, dass Du zum Beispiel auch auf Island gewesen bist. Hat Dich das Land beeindruckt? War es schon immer ein Traum von Dir dort einmal hinzureisen?

Robert Meyer: Ich hatte mich vorher nicht so sehr mit Island beschäftigt, aber es war eine fantastische Wahl. Ich wollte immer schon mal Polarlichter sehen und die haben wir da gleich in der ersten Nacht bewundern dürfen. Und auch ansonsten ist die isländische Natur enorm beeindruckend. Man hat, glaube ich, nirgendwo anders die Möglichkeit so viele verschiedene Sachen zu sehen – von Vulkanen und heißen Quellen über eisige Gletscher bis hin zu schwarzen Stränden aus Asche. Das hat mich schon echt sehr beeindruckt. Das kann ich jedem nur empfehlen. Und die Isländer sind wirklich total nett; die ganze Atmosphäre da ist… besonders.

Musical1: Was ist Heimat für Dich? Wo fühlst Du Dich zu Hause? Ist es Berlin, Hamburg oder dort wo Deine Familie ist?

Robert Meyer: Heimat ist da, wo meine Familie ist: an der ostfriesischen Nordseeküste. Wenn ich kann, fahre ich dort auch immer wieder gerne hin. Meine Basis aber ist und bleibt Hamburg. Ich bin 2004 zur Ausbildung nach Hamburg gegangen – und seitdem ist mein Erstwohnsitz dort und wird auch dort bleiben.

Musical 1: Was glaubst Du, wie Deine Kollegen Dich beschreiben würden? Wenn Du drei Worte finden müsstest?

Robert Meyer: Ach Du meine Güte… Keine Ahnung. (lacht) Das sollen mal lieber die Kollegen beantworten. 😊

Die berühmte Theater Nettiquette

Musical 1: Es gibt im Theater „ja eigentlich eine Nettiquette“: in den vergangenen Jahren hat es sich sehr geändert. Von permanenten Unterhaltungen bis hin zu Handyaufnahmen. Was denkst Du darüber? Ist es nicht störend, wenn man auf der Bühne steht?

Robert Meyer: Von der Bühne aus sieht man das extrem selten. Nur wenn jemand aus der ersten Reihe filmt, bemerkt man das und denkt sich: „Das ist ganz schön dreist“. Aber das war es dann auch schon. Oft sehe ich es eh nicht.

Musical 1: Gehst Du persönlich auch ins Theater oder Musical? Oder bist Du eher der Konzertgänger?

Robert Meyer: Es kommt immer drauf an, welche Stücke es sind. PARAMOUR werde ich mir beispielsweise anschauen. Da bin ich unheimlich gespannt drauf. Genauso TINA , das ist ja sehr gut angekommen. Demnächst werde ich mir mit meiner Freundin Sebastian Krämer anschauen, einen Kabarettisten, der sehr, sehr coole Sachen macht. ALTAR BOYZ läuft noch hier in Berlin, das wollte ich auch angucken.

Also ja doch, ich gehe durchaus gerne. Das einzige, zu dem ich selten gehe, sind Konzerte.

Zukunftsmusik

Robert Meyer als Graf von Krolock

© Robert Meyer (privat)

Musical 1: Hast Du denn für dich selbst noch Ziele und Wünsche für bestimmte Rollen in der Zukunft?

Robert Meyer: Ich habe tatsächlich viel Glück gehabt: Ich durfte schon viele meiner Traumrollen spielen. Etwa den Krolock jetzt – den wollte ich immer spielen, der hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Denn mit den Vampiren hat für mich vor Jahren alles angefangen: TANZ DER VAMPIRE wurde damals bei uns in der Schule aufgeführt. Ein Kumpel von mir hat mich dann quasi gezwungen mitzumachen. Ich wollte eigentlich gar nicht, ich fand das total peinlich damals. Aber als ich dann dabei war, habe ich die Musik geliebt. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich die Zusage hatte, dass ich Krolock hier in Berlin singen darf.

Genauso gerne habe ich aber auch das Phantom II oder Roger in RENT gespielt; die beiden waren auch echte Traumrollen für mich. Mir fehlen aber natürlich auch noch einige Sachen, die ich unbedingt noch machen möchte: Phantom 1 würde ich gerne mal spielen, das finde ich sehr reizvoll – ebenfalls den Jekyll. Oder Jesus in JESUS CHRIST SUPERSTAR. Oh, und ich hätte auch wahnsinnige Lust auf King George in HAMILTON. Der ist einfach so unfassbar lustig. Das würde ich besonders gern machen (lacht).

Musical1: Im letzten Jahr war ein Konzertabend/Liederabend mit Dir geplant. Wird es solche Pläne auch in diesem Jahr geben?

Robert Meyer: Ja, da gibt es tatsächlich schon sehr konkrete Pläne. Ab Anfang Mai mache ich mehrere Liederabende. Sobald alles in trockenen Tüchern ist, werde ich es auf Instagram und Facebook bekannt geben.

Der Fragen-Marathon

Musical 1: Wo singst du am liebsten?

Robert Meyer: Auf der Bühne.

Musical 1: Wenn du nicht auf der Bühne stehen würdest, was wäre dein Beruf?

Robert Meyer: Vermutlich irgendwas mit IT.

Musical 1: Hund oder Katze?

Robert Meyer: Hund.

Musical 1: Großstadt oder Land?

Robert Meyer: Noch Großstadt, aber es zieht mich auch wieder mehr aufs Land.

Musical 1: Deine erste Platte/CD war:

Robert Meyer: Meine Schwester hat mir meine erste CD geschenkt. Ich glaube, das war „Bööördi Vogts“ von Stefan Raab. (lacht) Aber meine erste selbst gekaufte CD, mühsam von meinem Taschengeld erspart, war von Michael Jackson.

Musical 1: Kino oder Netflix?

Robert Meyer: Beides.

Musical 1: Hast Du irgendwelche Favoriten oder bestimmte Serien?

Robert Meyer: Game of Thrones – auf die achte Staffel bin ich sehr gespannt. Oder „Stromberg“, das gucken meine Freundin und ich gerade wieder abends zu Entspannung, wenn ich von der Show komme. Dann gibt’s natürlich auch die ganzen anderen Klassiker wie Breaking Bad, Big Bang Theory oder Prince von Bel Air. Großartig. Und ich freue mich auf die Herr der Ringe-Serie, die kommen soll. Ich bin eh ein großer Tolkien-Fan, habe die Herr der Ringe-Extended Edition auf DVD – immerhin 736 Minuten (lacht) – und das passende Hörbuch mit 60 Stunden Laufzeit…

Musical 1: Lieber Robert, danke, dass Du dir die Zeit genommen hast!

Robert Meyer: Sehr gern geschehen.

Am Samstag, 16.03.2019, fällt für Robert Meyer dann auch schon der letzte Vorhang und er spielt am Nachmittag seine Derniere.

Tanz der Vampire Logo

© Disney & Stage Entertainment

Den letzten Biss gibt es am 17.03.2019 im StageTheater des Westens in Berlin. Wer sich vom Rausch der Dunkelheit noch einmal verführen lassen will, hier gibt es noch Karten:

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Kategorie: Interviews, Tanz der Vampire

Tags:

Autor: M. Rose(16.03.2019)

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