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IM WEISSEN RÖSSL – gelungene Premiere in Berlin

Einen Musicalabend lang Urlaub genießen. Das ist seit dem 30.06. in Berlin möglich. Urlaub IM WEISSEN RÖSSL. Das meistgespielte Musikstück seit seiner Premiere im Jahr 1897. Damals noch als Schwank aufgeführt, hat es sich über die Jahre hinweg auf der Bühne und im Film etabliert. Bis heute hat es nichts von seinem Charme und Flair verloren. Am Samstag, den 30. Juni 2018 feierte das Musical seine Premiere im Renaissance Theater in Berlin. Wir hatten einen wunderbaren Abend - und ja, es war ein wenig wie Urlaub.

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Szene Weisses Rössl ©Barbara Braun /drama- berlin.de

IM WEISSEN RÖSSL am Wolfgangssee, da steht das Glück vor der Tür

Wer kennt nicht dieses bekannte Lied. Selbst nicht volkstümlich angehauchten und verbandelten Musicalbegeisterten dürfte dies ein Begriff sein.

Am letzten Samstag stand das Glück nicht nur vor der Tür, sondern auch auf der Bühne des Renaissance Theaters in Berlin. IM WEISSEN RÖSSL feierte seine umjubelte Premiere in diesem wunderschönen alten Berliner Bauwerk. Das Renaissance Theater ist das einzige vollständig erhaltene Art-Deco-Theater Europas. Es strahlt durchaus einen ganz besonderen Flair aus und stimmt die Besucher auf ein besonderes Musical Erlebnis ein.

Sankt Wolfgang ein Ort der Ruhe und Idylle – weit gefehlt

Die Story um das Stück ist so simpel wie genial. IM WEISSEN RÖSSL, das bekannterweise am idyllischen Wolfgangsee gelegen ist, verbringt man gerne ein paar Tage zur Erholung, um dem Großstadtgewimmel zu entfliehen. Dort ist es romantisch, im Stall steht noch eine Kuh und das Personal des Gasthauses ist bemüht, mit Wiener Schmäh den Gast zufrieden zu stellen.

Der Zahlkellner Leopold (Andreas Bieber) ist verliebt in die Rössl Wirtin Josepha Vogelhuber (Winnie Böwe), diese allerdings hat sich in den Gast Rechtsanwalt Dr. Siedler (Tonio Arango) aus Berlin verguckt. Dieser residiert jedes Jahr auf's Neue IM WEISSEN RÖSSL und wäre für Josepha eine gute Möglichkeit, einmal aus der Dorfidylle ins große Berlin zu gelangen.

©Barbara Braun /drama- berlin.de

In diesem Jahr aber treffen auch der Trikotagenhersteller Wilhelm Giesecke (Boris Aljinovic) nebst Tochter Ottilie (Annemarie Brüntjen) und dessen größter Geschäftskonkurrent Sigismund Sülzheimer (Ralph Morgenstern) IM WEISSEN RÖSSL ein. Ausgerechnet dieser Dr. Siedler vertritt Sülzheimer in einem Streit gegen Giesecke. Das Chaos wird perfekt, als sich Gieseckes Tochter Ottilie in Dr. Siedler verliebt. Prof. Hinzelmann (Walter Kreye) und dessen Töchterchen Klärchen (Nadine Schori) komplettieren die Gäste, die allesamt aus Berlin stammen und reichlich Unruhe und Verwirrungen in das so idyllisch-beschauliche Dörfchen Sankt Wolfgang bringen. Irgendwie verlieren alle ihren Kopf und ihr Herz, nur die Briefträgerin Kathi (Angelika Milster) behält den Überblick und die Ruhe. Wer am Schluss ein Happy End erlebt, möchten wir hier nicht verraten.

Berliner wie immer mit Herz und Schnauze

Unter der Regie von Torsten Fischer und mit der Musik von Ralph Benatzky begeisterte das Stück am Samstagabend das Berliner Premierenpublikum. Mit wahnsinnig großem Spaß und Freude waren die Darsteller mit viel Professionalität dabei. Die aktuelle Inszenierung ist modern angelegt und hat mit dem ein oder anderen Wortwechsel aktuelle Bezüge, die sich aber wundervoll in das Stück einfügen und für viele zusätzliche Publikumslacher sorgten. Es stört keineswegs, dass Ottilie sich ab und an dem Handy widmete. Dies macht das Stück modern und viel anders als damals, ist es heute am Wolfgangssee sicher auch nicht.

Passend ausgewählte Cast – jeder Darsteller ein individueller einzigartiger Typ

Eines unserer Highlights des Abends war der schöne Sigismund und sein lispelndes Klärchen. Ralph Morgenstern als Sigismund in einer Paraderolle. Bei dem Titel “Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist” war das Publikum so involviert, dass es leise mitsang und in einer kleinen Gesangspause auf der Bühne, das Lied einfach vollendete. Das brachte selbst Ralph Morgenstern zum Schmunzeln. Das Publikum war gefangen und mittendrin. Die allseits bekannten Melodien zogen einfach mit.

Bewundernswert: Klärchen! Nadine Schori verleiht der Figur wunderbar glaubhafte Züge. Man nimmt ihr das junge, verklemmte Mädchen mit dem Sprachfehler ohne Frage sofort ab. Die unselbstständige und nur immer dem Vater gehorchende Tochter entwickelt sich im Laufe des Stückes zur kessen jungen Frau, die durch ihre erste Liebe alle Hürden überwinden kann. Selbst den Sprachfehler kann sie mit Hilfe ihres Liebsten Sigismund ablegen. Ein wenig My Fair Lady am Wolfgangsee.

Andreas Bieber als Leopold vereint gesangliche Perfektion mit seinem bekannt komödiantischen Talent. Ein Leopold, bei dem man mitleidet, mitliebt und sich wünscht, dass er seine Josepha doch noch kriegt. Das Weisse Rössl ohne Leopold wäre sowieso nicht mehr das, was es einmal war.

Starke Frauen und ein Berliner auf Urlaubsreise

Ja die Josepha, sie ist schon eine “fesche” Frau. Winnie Böwe interpretiert die Rolle der Rössl-Wirtin zauberhaft. Einerseits Geschäftsfrau und Unternehmerin eines gut besuchten Gasthauses, zum anderen aber auch eine Frau mit Wünschen, Gefühlen und Sehnsüchten.

Dass Angelika Milster neben ihrer bekannt wunderbaren Stimme auch jodeln kann, hat sie überzeugend dargeboten. Auch ihre tänzerischen Einlagen überzeugten und rundeten das Ganze perfekt ab.

Die meisten Lacher hatte aber eindeutig Boris Aljinovic als Fabrikant Wilhelm Giesecke auf seiner Seite. Der perfekte poltrige und manchmal pöbelnde Berliner mit dem Herz auf dem richtigen Fleck. Seine Darstellung mit “Herz und Seele” erinnerte zwischenzeitlich an einen ähnlichen Zeitgenossen einer TV Serie. Köstlich erfrischend und auf den Punkt getroffen. So war und ist der echte Berliner halt schon immer. Deftig, derbe aber unheimlich lieb und das verkörpert Boris Aljinovic auf ganzer Linie.

Live Band in das Geschehen integriert

Musikalisch wurde das Stück von Harry Ermer und Band getragen. Diese wurden geschickt in die Kulisse und ins Geschehen mit eingebaut und wirkten somit in der Handlung aktiv mit. Eine, wie wir finden, tolle Idee.

Alles in allem war die Premiere IM WEISSEN RÖSSL ein gelungener, musikalisch wundervoller Abend mit exzellenten Darstellern, viel Humor – ohne klamaukig zu sein – aktuell und doch dicht am Original.

Unser Fazit: Wir können es Berlinern und Berlinbesuchern nur empfehlen, im Renaissance Theater vorbei zu schauen. Es ist ein Musical, das zum Sommer und zu Berlin passt.

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Kategorie: Allgemein

Tags:

Autor: I. Marquardt (02.07.2018)

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