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HERBERT VON KROLOCK – Christian Funk im Musical1 Interview

Kurz bevor die Vampire nun Köln verlassen und nach Berlin weiter ziehen, ist es uns gelungen HERBERT VON KROLOCK in ein Gespräch zu verwickeln. Er hat uns einiges über sein unendliches Leben als Grafensohn verraten. Was Musicaldarsteller Christian Funk noch dazu zu sagen hatte könnt ihr auch hier lesen.

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Christian Funk – Herbert von Krolock ©Stage Entertainment

Hallo Herbert, wie schön Dich heute hier in der Kölner Gruft zu treffen. Dein Leben als Sohn des legendären Grafen von Krolock gestaltet sich ja nicht wirklich einfach für Dich.
Wenn wir einmal zurückblicken, dann hattest Du in der Stuttgarter, Hamburger und Kölner EWIGKEIT wie viele Väter? Kannst Du sie alle ganz spontan namentlich benennen?

Natürlich kann ich das. Ich bin ein untoter, unsterblicher Grafensohn – mein Gedächtnis ist hervorragend geschult. Muss ich mir doch vieles aus den letzten Jahrhunderten meines unendlichen Lebens merken. Wie schrecklich, wenn ich mich an meine eigene Familie nicht erinnern könnte. Vater ist doch das einzige was mir immer geblieben ist. Auch, wenn er in vielen Gestalten in Erscheinung getreten ist.

Beginnen wir mit meinem ersten Vater: Thomas Borchert –  in Sankt Gallen fanden wir zueinander. Dann kamen Mathias Edenborn, Jan Ammann, Kevin Tarte, David Arnsberger, Ivan Ozhogin, Kirill Zolygin, Jan Kritz. Mit Mark Seibert werde ich dann hier in Köln die Gruft verschließen und mit Filippo Strocchi unsere Berliner Residenz eröffnen.

Wenn ich richtig gezählt habe sind das alles in allem 10 Väter, mit denen ich zum Mitternachtsball geladen habe. Und das in nur eineinhalb Jahren.

Das ist selbst für einen untoten Grafensohn eine ganze Menge.
Magst Du uns vielleicht einiges über Deine unterschiedlichen Väter verraten?

Meine Grafenväter sind allesamt völlig unterschiedlich. Allein optisch sind sie nicht nur verschieden groß und alt, sie klingen auch alle so unterschiedlich. Das kann für mich als Sohn auch durchaus mal verwirrend sein. Der eine ist locker in seiner Erziehung und seinem Lebensstil, der nächste wiederum sehr korrekt, manch einer neigt sogar zur Pedanterie. Der ein oder andere macht auch schon mal sein eigenes Ding und ist nicht dort zu finden, wo man ihn eigentlich vermutet. Nun und auch äußerlich sind sie doch sehr unterschiedlich. Mein Grafenvater Ivan ist neben Jan Ammann schon sehr groß und präsent.

Gab es mit dem einen oder anderen eine besonders lustige Situation, an die Du dich noch gut erinnern kannst?

Ach, ich habe mit einigen meiner Väter viel Spaß gehabt. Aber ja, ich werde beispielsweise nie vergessen, als Vater Jan A. nach der Ankunft von Abronsius und Alfred im Schloss nach unserem Diener Koukol rief. Dieser kam auch prompt mit seinem Kerzenleuchter herein, allerdings knickte im Eifer des Gefechtes eine Kerze ab und fiel herunter. Der spontane Kommentar: ” Es ist wirklich nicht einfach qualifiziertes Personal zu finden.” Da war es doch für alle Beteiligten schwierig die Kontenance zu wahren. Bei Mathias stand ich einmal auf seinem Vampirumhang und als er losging, hat es mir im wahrsten Wortsinne den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich konnte mich gerade so noch halten. Jan K. ist einmal das Blutpäckchen im Mund geplatzt, woraufhin ihm schon das Blut aus den Mundwinkeln lief, bevor er Sarah überhaupt gebissen hatte.

©Stage Entertainment

Das Herbert alle seine Väter liebt, ist sicher unbestritten, aber gab es einen Vater oder vielleicht mehrere, mit welchem es besonders viel Spaß gemacht hat, in der Ewigkeit zu sein?

Ich muss dazu sagen, dass ich mit jedem einzelnen Vater sehr gerne gespielt habe, aber natürlich gibt es Konstellationen und menschliche Verbundenheit, die einfach nochmal besonders gut passt. Bei Dreien meiner Väter war es eben besonders passend. Jan A. und Jan K. sind mir neben David doch schon sehr ans Herz gewachsen. Bei allen Dreien verspüre selbst ich, als in der EWIGKEIT lebender Grafensohn, Zuneigung und menschliche Sympathie. Mit Ihnen habe ich auch schon mal nach dem Ball ein Gläschen Blut geschlürft.

Was unterscheidet deine Grafenväter? Gibt es da vielleicht markante und spezielle Eigenschaften bei den Herren Grafen von Krolock?

Die Stimmlage des Vaters verrät so einiges. Meine liberalen Väter sind meist Tenöre, wobei der Bariton doch eher der strengere ist. Allesamt sind meine Väter über 400 Jahre alt und haben vieles gesehen und erlebt. Wen wundert es, wenn dann jeder einzelne von ihnen den einzigen Sohn etwas lehren möchten und das so auf ihre ureigene Art.

Aber auch ich als Sohn habe manchmal so meine Not mit Vater. Trotz all meiner Instruktionen fand Vater Kevin beim ersten Mitternachtsball in Hamburg fast den Gang zur Wendeltreppe nicht. Wir alle erschraken sehr beim Anblick der leeren Treppe, aber in der letzten Sekunde und pünktlich zu seinen Willkommensworten ist er dann doch noch aufgetaucht. Als ich bei einem unserer ersten gemeinsamen Mitternachtsbälle meinem Vater Mathias das Blutpäckchen reichte, wäre es fast zu Boden gefallen. Geistesgegenwärtig wie man als Sohn so ist, konnte ich es aber in Vampirgeschwindigkeit vor dem Aufprall auf dem Boden auffangen und meinem Herrn Vater nochmal zustecken. Ja, man muss schon aufpassen, dass sich der unangefochtene Herrscher der Dunkelheit nicht mit einem blutleeren Biss blamiert und so sein Ansehen ruiniert.

In der Ballsaalszene agierst Du mit Deinem Vater recht eng, gibt es da bestimmte Abläufe, oder variieren diese von Vater zu Vater?

Das variiert gewaltig. Ein paar meiner Väter sind in der Ballszene sehr fokussiert und egozentrisch, sie sind nur mit ihrem Liebchen Sarah beschäftigt und würdigen mich kaum eines Blickes. Dabei ist doch der Ball für mich ein einschneidendes Erlebnis. Vater schafft mir eine neue Stiefmutter, wieder mal eine neue Frau im Hause Krolock. Bei meinen beiden Jan Vätern ist das hingegen anders. Liebevoll beziehen sie mich in den Mitternachtsball und das bevorstehende Ereignis mit der neuen Stiefmutter ein. Es gibt schon den einen oder anderen liebevollen Vaterblick und auch mal eine Streicheleinheit für mich. Vater Ivan etabliert mich voll und ganz als den Prinzen. Bin ja schließlich auch ein Erbgraf. Ja okay, ich habe schlechte Karten jemals Graf von Krolock und Herrscher über die Vampirfamilie zu werden, es sei denn, Professor Abronsius oder einer seiner vielen Mitstreiter erreicht irgendwann sein Ziel. Aber will man das? So wie es aussieht, werde ich immer der junge Erbgraf bleiben, was auch seine Vorteile hat. Habe ich doch die Unendlichkeit der Zeit auf meiner Seite, irgendwann einmal einen Alfred zu verführen.

Im Grunde genommen wahren aber alle Väter die royale Etikette. Adel verpflichtet halt und um sich den nötigen Respekt in der EWIGKEIT zu erstreiten, muss das auch so sein.

Gibt es einen Vater, den Du besonders vermisst?

Ohja. Mein Vater Graf Jan Ammann von Krolock. Wir haben schon eine ganz besondere Vater-Sohn- Beziehung entwickelt. (lacht)
Er ist in seiner ureigenen Art ein unbeschreiblich toller und einzigartiger “Mensch”.

Mit welchem Deiner Väter warst Du am längsten in der EWIGKEIT verbunden?

Zeitlich in der EWIGKEIT gerechnet, am längsten 2017 inkl. Proben, mit Thomas Borchert. Allerdings haben wir nur 40 Shows in St. Gallen gehabt. Mit Vater David hatte ich 7 Monate lang fast täglich Shows, zahlenmäßig führt also er.  Obwohl ich sagen muss: Thomas war ja mein erster Vater und das prägt schon. Es war damals etwas ganz Neues und ich habe viel von ihm lernen können

Hast Du „noch einen“ Wunschvater den Du gerne in der Ewigkeit treffen möchtest?

Ja, den habe ich. Aber meinen absoluten Wunschvater werde ich wohl wirklich nur in der EWIGKEIT treffen können. Steve Barton – das wäre wirklich ein Traum von mir. Leider durfte ich ja meinen ersten Vater nicht persönlich kennen lernen. Ich kenne ihn nur aus der Krolockschen YouTube – Ahnengalerie.

Ich würde mich allerdings sehr freuen, meinen Vater Jan A. nochmals wiederzusehen.

Jetzt hat uns Herbert von Krolock ja einiges von dem Zusammenarbeiten und seinem Leben mit seinen vielen Vätern verraten und hier in Köln geht nun auch langsam die Sonne auf. Herbert muss sich von uns verabschieden. Lieber Herbert wir wünschen Dir noch ganz viel Spaß in der Ewigkeit der Vampire und wünschen Dir noch viele nette Väter!

Aber wir haben bei diesem Treffen noch einen zweiten Gast. Christian Funk! Christian was sagst Du dazu?

Ja da schwebt er davon unser Herbert. Ist schon eine kleine, sensible Diva. Aber ich mag ihn sehr und kann seine Reaktionen sehr gut verstehen. In der öden, blöden Ewigkeit ist er doch ziemlich einsam.

©Julian Freyberg

Hallo Christian, danke dass Du den kleinen Spaß mit dem Herbert von Krolock Interview mitgemacht hast. Aber wie ist die Situation für Dich, wenn die Rolle des Grafen immer mal wieder durch einen neuen Darsteller repräsentiert wird?

Für mich als Darsteller ist das immer wieder eine spannende Angelegenheit. Ist es ein Kollege den man gut, oder vielleicht noch gar nicht kennt? Es ist immer eine neue Herausforderung, aber wir haben ja im Vorfeld gemeinsame Proben und da merkt man doch recht schnell, wie und wann etwas passiert und was anders ist als beim letzten Kollegen. Es sind alles Profis und da stellt man sich schon aufeinander ein. Ich muss gestehen, als ich erfahren habe, dass Thomas Borchert (St. Gallen) und Jan Ammann meine Väter werden, habe ich mich schon sehr gefreut.

Ja und Jan Ammann ist ja im Grunde genommen auch mit schuld daran, dass ich Musicaldarsteller geworden bin und heute hier in diesem Stück mitspiele. Im Jahr 2009 habe ich mein erstes Musical überhaupt gesehen. Ob ihr es glaubt oder nicht, es war TANZ DER VAMPIRE in Oberhausen und der Graf dort war Jan Ammann. Ja auch mich hat mein erster Graf geprägt. Ich war so beeindruckt von dem Stück, der Musik, der Stimmung, dass ich am nächsten Tag sofort die Noten zu den Songs besorgt habe und diese dann am Klavier rauf und runter gespielt habe. Auch die CD der Wiener Uraufführung lief in Endlosschleife bei mir. Da reifte dann auch ganz schnell der Wunsch: In dieser Show würde ich ja gerne mal mitspielen. Ja und heute bin ich hier mittendrin in der Ewigkeit.
Als ich dann erfuhr, dass Jan Ammann zu den Vampiren kommt, war ich schon sehr erfreut. Und dann stimmte auch die Chemie so unglaublich zwischen uns, es war echt eine unglaublich tolle Zeit.

Jetzt bin ich echt auf Mark und Filippo gespannt, mit beiden habe ich noch nie irgendetwas gespielt. Ich freue mich drauf.

Muss man sich da sehr umstellen? Sicher ist ja der Ablauf vorgegeben, aber jeder Darsteller hat ja doch seine eigene Art und Weise, sein eigenes Spiel. Was ist für Dich am schwierigsten bisher gewesen? Stimmst Du Dich im Vorfeld mit Deinem Darstellerkollegen darauf ab?

Ja natürlich, der Ablauf ist sogar sehr explizit vorgegeben, aber wie sagte Herbert vorhin: Alle Grafen sind Freigeister und machen doch so ihr eigenes Ding. Da muss man sich schon drauf einstellen und einiges natürlich auch abstimmen.

Aber jeder neue Darsteller ist ja auch eine eigene Persönlichkeit und setzt seine Rolle speziell für sich und mit seinen Mitteln um. Da kann es schon manchmal zu Situationen kommen, die man so nicht eingeplant oder gewollt hat. Da steht man mal jemandem auf dem Umhang, weil er nicht zeitig genug Platz macht oder man drängelt sich irgendwie vorbei um rechtzeitig auf der eigenen Position zu stehen. Aber das alles sind Kleinigkeiten, die es zu meistern gilt. Haben wir bisher immer hinbekommen. Und solche kleinen Improvisationen halten das Stück ja auch lebendig. Allgemein finde ich es halt schön, wenn es ein „Zusammenspiel“ und Interaktion, auch nonverbaler Art, zwischen Herbert und Graf von Krolock gibt. Sie sind immerhin Vater und Sohn.

Nun bist Du ja schon seit Stuttgart als Herbert in der Cast, einige der Grafen kommen in diese Cast ja nun völlig neu, bzw. völlig neu auch in das Stück an sich. Ist man da im Vorfeld aufgeregt, wie der „Neue“, das nun umsetzen wird? Ist es nicht jedes Mal wieder wie eine kleine Premiere?

Aufgeregt nicht wirklich, aber doch sehr gespannt. Manch einen Kollegen kennt man ja vielleicht aus anderen Produktionen oder hat ihn auch schon auf der Bühne gesehen. Da hat man dann schon eine Idee, wie das werden könnte. Wenn einem jemand völlig fremd ist, dann ist es doch sehr spannend, was da jetzt passiert. In den Proben, die wir mit jedem neuen Darsteller haben, bekommt man schon einen Eindruck und kann sich darauf einstellen. Für uns als Darsteller, die bereits schon seit einiger Zeit in der Show spielen, ist es sicher einfacher, als für denjenigen, der da komplett neu reinkommt. Wir wissen was zu tun ist und können uns auf den “Neuen” einstellen. Dieser hat eindeutig den schwierigeren Part. Eine neue Rolle, neue Kollegen, ein vielleicht fremdes Theater. Er hat so vieles zu beachten muss sich in ein eingespieltes Team einfinden. Aber genau das macht es ja so spannend und verhindert langweilige Routine. Die erste gemeinsame Show ist dann schon ein wenig wie Premiere. Man fiebert mit dem neuen Kollegen mit und ist vielleicht auch etwas angespannter, bis man merkt okay, das läuft, das klappt.

Bringen neue Grafendarsteller auch frischen Wind in die Gruft?

Definitiv. Wie ich bereits erwähnte, jeder hat seine eigene persönliche Art, die er auch in “seinen” Grafen einfließen lässt. Dies beeinflusst natürlich auch die im Umfeld agierenden Darsteller und bringt neue Situationen während der Show. Es ist ja immer Aktion und Reaktion auf der Bühne. Aber auch Backstage bringen neue Kollegen neues in die Crew. Manch einer ist gesellig und witzig und mittendrin, andere eher ruhiger. So gestaltet sich dann auch unser Leben hinter der Bühne, vor, während und nach der Show immer wieder anders. Das ist toll, das bringt neue Erkenntnisse, Spaß und jede Menge Abwechslung.

Da TANZ DER VAMPIRE ein Stück in der EWIGKEIT für die EWIGKEIT ist, werden wir es sicher immer wieder auf der Bühne erleben dürfen. Möchtest Du selber auch irgendwann einmal in die Rolle des Grafen von Krolock schlüpfen in ein paar Jahren?

Auf jeden Fall. Unbedingt! Ja ich will. Es bleibt für mich eine der faszinierendsten Rollen des Musical-Repertoires. Wenn ich nun schon so weit gekommen bin und sich die Rolle von Herbert hat umsetzen lassen, dann möchte ich auch in den Grafenumhang schlüpfen und einmal Herrscher über die Vampirfamilie werden. Da ich im Stück als Herbert ja nie die Erbfolge, welche mir eigentlich von Geburt aus als Erbgraf zusteht, antreten kann, werde ich wohl den Umweg über ein Casting für die Grafenrolle nehmen müssen.

Was die Fans am Grafen fasziniert, ist ja schon oft diskutiert und gefragt worden, aber was fasziniert fast jeden männlichen Darsteller? Egal wen man diesbezüglich fragt, jeder möchte in seiner beruflichen Laufbahn unbedingt den Grafen von Krolock in TANZ DER VAMPIRE verkörpern. Woran glaubst Du liegt das?

Die Mystik in der Figur des Krolock bietet so unendlich viele Möglichkeiten. Sie ist unwahrscheinlich facettenreich. Der Graf ist einerseits eine zutiefst zerstörerische Person, alles was er liebt muss er irgendwann zerstören. Andererseits rührt ihn auch jedes seiner Opfer zutiefst. In den 450 Jahren, die er dieses Dasein nun schon fristet, hat er vieles erleben und verkraften müssen. Er hat auch Niederlagen erlebt und die Gier wird eigentlich über die Jahre immer stärker. Der Charakter hat emotional eine unglaubliche Amplitude. Er ist ein Meister des Katz und Maus Spieles, er beherrscht unzählige Tricks und Verhaltensweisen, die es ihm ermöglichen den Verlauf zu manipulieren und in seine Richtung zu steuern. Das gesamte Musical ist im Grunde eine Inszenierung des Grafen. Er allein spielt das Spiel und bestimmt die Regeln und ist doch gegenüber der Zeit machtlos.

Dann ist da aber auch noch die Musik, die tollen Songs, die ihm auf den Leib geschrieben sind, die seine Gefühlswelt und seine Zwiespältigkeit untermauern und Ausdruck verleihen.  Die gesamte Rolle ist eine einzige Herausforderung, die es sich lohnt zu meistern und mit unendlichem Leben zu füllen. Das will ich irgendwann auch erleben und umsetzen. Ich würde mich sehr freuen, diese Chance irgendwann zu bekommen.

Nun hast Du den Grafensohn ja auch in der neuen Inszenierung in St. Gallen gespielt. Welchen Herbert magst Du persönlich mehr? Den doch sehr modernen und sexy Herbert aus St. Gallen oder den eher etwas im viktorianischen Stil angestaubten Herbert in der aktuellen Tour?

Ich liebe sie beide uneingeschränkt. Am schönsten war es 2017, als ich beide parallel gespielt habe, in St. Gallen und in Stuttgart bzw. Hamburg. St. Gallen war ein völlig anderer Herbert: Modern, sexy und als Darsteller war es eine größere Herausforderung, da ich in der St. Galler Inszenierung auch im Ensemble war. Ich war z.B. auch in der Knoblauchszene und in den Ensembleszenen bis zum Gebet mit dabei, und – was ganz toll war – in der Ewigkeit. In der Ewigkeit hatte dort Herbert auch einen Auftritt. Eine unglaubliche Erfahrung dort mitzuwirken.

Die TANZ DER VAMPIRE Produktion hier in Deutschland ist für mich die mystischere. Allein schon die Kostüme! Sie unterstützen den Adelsstand, das Viktorianische, und entsprechen der vorherrschenden Vorstellung von einem Vampirgrafen in seinem Schloss. Die Version hat eine unglaublich gute Regie und fordert einen als Darsteller in anderer Form immer wieder heraus.

Für mich sind die beiden Versionen nicht vergleichbar, da sie so völlig verschieden angelegt und aufgebaut sind. Somit auch die Rolle von Herbert, sie ist nicht vergleichbar, weil komplett anders. Aber beide Jungs sind mir unwahrscheinlich sympathisch und ich habe sie beide in mein Herz geschlossen.

Tobias Bieri und Christian Funk

© Philipp Dietrich

Fiel es dir schwer, den doch etwas freizügiger angelegten Part des St. Gallener Herbert zu übernehmen?

Nicht wirklich, ich habe ja in 2016 schon einige Sachen gemacht, bei denen ich nicht allzu viel anhatte. In der Rocky Horror Show – als Rocky, in der Operette Die Fledermaus und in 9 to 5. Ich war da auch aufgrund der Rollen gut im Training. Das Fitnessstudio war da schon mein zweites Wohnzimmer geworden. Als ich dann das Angebot für Tanz der Vampire in der Neuinszenierung von Ulrich Wiggers bekam und man mir sagte: ” … in der Badewanne bist Du dann aber komplett nackt.”  dachte ich mir zwar “Ups” aber okay, kein Problem. Das Fitnessstudio blieb während der Spielzeit in St. Gallen also weiterhin mein zweites Zuhause. Heute sieht das etwas anders aus, das Fitnessstudio ist in einige Entfernung gerückt und für eine solch freizügige Rolle würde ich derzeit doch etwas mehr Vorbereitungszeit benötigen. (grinst)

Ich bin nämlich doch leider ein ziemlicher Sportmuffel und wenn mich keine Rolle dazu zwingt, dann ist der Schweinehund meistens unbezwingbar.

Lieber Christian, vielen lieben Dank für Deine Zeit und den kleinen Interviewspaß. Die Vampire ziehen ja am 21. Oktober in ihr Berliner Schloss, das Theater des Westens. Wir freuen uns jetzt schon darauf,  Herbert und damit auch Dich dort wieder treffen können.

Kategorie: Allgemein

Tags: ,,

Autor: I. Marquardt(21.09.2018)

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  • Steffi 21. September 2018 at 20:33 / Antworten

    Tolles Interview! Spannend zu lesrn.

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