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Hamburgs alternierende TINA: Eine Interviewreihe mit NYASSA ALBERTA

Seit einem halben Jahr läuft TINA – DAS TINA TURNER MUSICAL mit großem Erfolg im Stage Operettenhaus Hamburg. Die Lebensgeschichte von Tina Turner zieht das Publikum regelmäßig in ihren Bann. Wir haben uns für Euch mit der alternierenden Besetzung der TINA getroffen: mit der bezaubernden Nyassa Alberta. Hier lest Ihr den ersten Teil unserer Interviewreihe. Wie sie die erste Preview wahrgenommen hat und was sie an Herausforderungen liebt, das alles hat sie uns beim Kaffee verraten. Soviel sei gesagt: wir haben viel gelacht.

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Nyassa Alberta als Tina Turner
Nyassa Alberta als Tina Turner (c) Nyassa Alberta privat

Nyassa Alberta – Facts & Figures

Nyassa Alberta ist in Groningen geboren und aufgewachsen. Sie besuchte dort das Gymnasium, bevor sie an der Universität in Groningen “English Language & Literature” studierte. Von 2001 – 2005 absolvierte sie dann in Amsterdam ihre Ausbildung an der “Hogeschool voor de Kunsten”. Sie arbeitete unter anderem mit Perrin Allen als Vocal Coach und nahm Schauspieltraining bei Susan Batson. Noch während der Ausbildung, im Jahr 2004, stand Nyassa Alberta in DER KÖNIG DER LÖWEN m Circustheater in Scheveningen/Niederlande auf der Bühne. Dieses Stück sollte sie dann auch nach Deutschland führen: Ab 2006 stand sie u. a. als Nala im Hafentheater in Hamburg auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

TINA – DAS TINA TURNER MUSICAL in Hamburg: Ein voller Erfolg

Musical 1: TINA – DAS TINA TURNER MUSICAL spielt nun ca. ein halbes Jahr in Hamburg. Du stehst als alternierende Besetzung an mehreren Terminen in der Woche auf der Bühne des Stage Operettenhauses. Weißt Du noch, wie Du reagiert hast, als Du die Zusage erhalten hast?

Nyassa Alberta: Ich war gerade auf dem Fahrrad in Köln unterwegs, als ich den Anruf bekommen habe. Ich hatte zu dem Zeitpunkt Auditions für zwei verschiedene Shows von Stage Entertainment gemacht. Als dann der Anruf kam, war ich total geflashed. Letztendlich haben sie mir die Wahl gelassen, ob ich die andere Show machen möchte oder alternierend TINA. Was für ein Luxus. Ich bin dann nach London geflogen und habe mir beide Shows angesehen. Bei der einen Show dachte ich: Ja cool, das kann ich machen. Am nächsten Tag habe ich dann TINA gesehen und dachte: Oh my god! I´m terrified! (lacht schallend). Ich habe direkt gewusst, dass ich es machen muss. Ich liebe Herausforderungen. Wenn mir irgendetwas Angst macht, dann mache ich es (lacht).

Musical1: Gibt es Unterschiede zwischen der Produktion im Londoner Westend und in Hamburg?

Nyassa Alberta: Ja, es gibt ein paar kleine Änderungen. Wenn diese Show in eine neue Stadt kommt, glaube ich, wird versucht, immer noch etwas “Neues” und “Frisches” mit reinzubringen. Bei uns sind z. B. die Kampfszenen etwas anders, aber auch das Bühnenbild. In London kommen die Bühnenteile beispielsweise aus dem Boden, bei uns werden sie über die Seitenbühne eingefahren.

Schweiß, Blut und Tränen: die erste Preview nach einem langen Probenprozess

Musical1: Vor der ersten Preview hatte der Theaterleiter in Hamburg gesagt, dass die letzten Wochen viel Blut, Schweiß und Tränen geflossen sind. Das Hamburger Publikum hatte sehr ungewöhnlich reagiert, für ein Stück was erstmalig den deutschen Bühnenboden betrat. Es war euphorisch und elektrisiert von der ersten Minute an. Hast Du das bereits auf der Bühne oder erst hinterher wahrgenommen?

Tina – Logo

©Stage Entertainment

Nyassa Alberta: Das habe ich schon auf der Bühne wahrgenommen. Wir waren natürlich alle super aufgeregt. Die Probenzeit war auch länger, als sie es normalerweise ist. Eigentlich sind es eher sechs Wochen, bei uns hatte es aber zwei Monate gedauert. Da ich die alternierende Besetzung bin, wurde mit mir persönlich nicht so viel geprobt wie mit der Erstbesetzung. Ich bin nach den Proben oft noch eine Stunde oder länger geblieben, um für mich alleine zu üben und die Abläufe in den Kopf und Körper zu kriegen. In der Woche, als die erste Preview stattfinden sollte, ist dann leider die Erstbesetzung erkrankt. Da hieß es dann: Nyassa – los geht es. Ich hatte da wirklich viele Momente, in denen ich nur Panik hatte und dachte, wie schaffe ich das überhaupt? Aber dann muss man einfach ruhig bleiben, alles ausschalten und einfach machen. Weil es sonst nicht funktioniert. Es ist auch mein Job und gehört zur alternierenden Position. Es war ja das erste Mal, dass die Show vor Publikum spielte. Wir hatten alle keine Ahnung, wie die Leute es finden würden. Schon in der ersten Szene habe ich gemerkt, wie das Publikum reagiert hat. Ich habe jetzt schon wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke: Die Leute waren von Anfang an dabei und haben das ganze Stück einfach gefeiert. Nachdem wir mit der Show fertig waren, musste ich dann nach dem Schlussapplaus und Finale noch einmal raus auf die Bühne. Ich glaube, fünf Minuten danach stand das Publikum immer noch da und hat geklatscht. Ich dachte wirklich: Was ist hier los? Ich war total geflashed, das hatte ich noch nie erlebt. Ich bin an dem Abend auch super spät eingeschlafen, weil ich die ganze Zeit noch das Adrenalin gespürt habe. Diese erste Show werde ich nie vergessen. Ich weiß noch, dass ich gedacht hatte: Geht das jetzt jeden Tag so? (lacht). Am nächsten Tag war es dann aber schon anders. Daher war es eher die Ausnahme. Was eigentlich auch gut ist, denn wenn es jeden Tag so wäre, wird man auch irgendwie verwöhnt. Und dann wäre es „normal“. Das ist natürlich nicht gut. Aber es ist schön, dass man diese ikonische erste Show noch in der Erinnerung hat.

„Ich möchte „meine“ Tina Turner darstellen“

Musical1: Lassen wir einmal alle Regieanweisungen und Vorgaben für diese Produktion beiseite. Was bedeutet diese Rolle für Dich persönlich?

Nyassa Alberta: Die Rolle an sich ist einfach eine Mega-Herausforderung. Die Größte, die ich je hatte. Man muss so viel dafür tun. Ich bin jetzt beispielsweise bei einem Ernährungsberater und mache Sport. Vorher habe ich nicht so viel Sport gemacht (lacht). Stimmlich ist die Rolle sehr herausfordernd, es sind insgesamt 22 Songs. Ich habe noch nie – in keiner anderen Show – so viele Songs singen müssen. Und es sind natürlich auch nicht die einfachsten, von ganz tief bis ganz hoch ist alles dabei (lacht).

Bei SISTER ACT habe ich schon gedacht, das ist die größte Rolle, da kommt nichts Größeres. Dann kam BODYGUARD und ich dachte: Das ist die größte Rolle. Ich liebe Whitney Houston, seit ich ein Kind bin. Dort spielte ich die Rolle Rachel Marron, die im Film von Whitney Houston gespielt und gesungen wurde.
Und dann: Dann kam TINA. Erst freut man sich natürlich. Man fragt sich aber: Kann ich das überhaupt? Wie soll ich das eigentlich machen? Es geht ja wirklich um Tina Turner. Und ich bin nicht Tina Turner, keiner ist das. Unmöglich. Ich dachte, ich muss klingen und mich bewegen wie sie, da jeder sie ja kennt. Für mich war es dann wichtig, eine Art und Weise zu finden, wie ich „meine“ Tina Turner darstellen konnte. Gott sei Dank war das für unser Kreativteam in Ordnung. Es musste keine 1:1 Kopie sein. Ich habe viele Bücher gelesen & Videos geguckt. Das mache ich auch heute noch. Wer weiß: Vielleicht finde ich etwas Neues? (lacht)

Körperlich und mental fit

Musical1: Schonst Du dich an Spieltagen ganz besonders, also das Du z. B. den ganzen Tag sehr wenig bis gar nicht sprichst?

Nyassa Alberta

(c) Rey Rodriguez Productions

Nyassa Alberta: Ja (nickt). Ich habe vor allem in der letzten Zeit super viel gespielt. Da merkt man schon, dass man da anders rangehen muss. Nach der Show mache ich jetzt ein cool down, körperlich und stimmlich. Mein Essen habe ich auch umgestellt. Das hält mich wirklich viel, viel fitter. Ich esse jetzt auch viel mehr (lacht); an Showtagen sind es z. B. 2000 Kalorien, viel Protein. Es gab Szenen/Songs, da wurde mir fast ein bisschen schwindelig. Das ist jetzt wesentlich besser. Jetzt denke ich nach der Show: Oh, es geht alles noch (lacht). Ich glaube, wenn man körperlich fit ist, dann ist es auch mental und stimmlich so.

Die Fight Calls

Musical1: Wie hast Du dir mit den Kollegen die sogenannten Fight Calls erarbeitet? Gerade diese Szenen sind es, die dem Publikum immer wieder ein entsetztes Raunen entlocken.

Nyassa Alberta: Als ich gewusst habe, dass ich diese Rolle bekomme, hatte ich gedacht, dass mir das wirklich schwerfallen wird. Aber: Es hat so viel Spaß gemacht, diese Kämpfe zu erlernen (lacht)! Es sind natürlich keine echten „hits“ dabei, es ist alles sehr sicher. Das hatte ich nicht erwartet, es war sehr cool in der Probenzeit. In der Show ist es natürlich heftig und sollte so dramatisch wie möglich rüberkommen. Da hat unsere „Kombat-Kate“ (Anmerkung der Redaktion: Kate Waters, Fight Director) viel mit uns gearbeitet und uns geholfen. In keiner anderen Show habe ich bisher kämpfen müssen. Es war toll, etwas Neues auszuprobieren – auch wenn ich gedacht hatte, es wird mental jeden Tag ein Kampf für mich. Aber das war es Gott sei Dank nicht. Vielleicht machen wir jetzt mal einen Action Movie oder so (lacht schallend).

Wir danken Nyassa Alberta, ihrer Agentur und Stage Entertainment ganz herzlich für diesen ersten Teil der Interviewreihe. Wer TINA – DAS TINA TURNER MUSICAL noch nicht gesehen hat, sollte dies ganz schnell nachholen, denn auf der Bühne des Stage Operettenhauses wird ein Stück Musikgeschichte beschrieben.

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Hamburg ist auch immer eine Reise wert. Tipps und Tricks zur Anreise und Übernachtung sowie zu allen Theaterhäusern gibt es hier.

Kategorie: Interviews

Tags: Hamburg

Autor: M. Rose (10.08.2019)

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