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GREATEST SHOWMAN – Musicalspektatkel im Kino

Am 4. Januar 2018 startete der Musicalfilm GREATEST SHOWMAN in den deutschen Kinos. Schnell haben sich Hugh Jackman, Zac Efron und der Rest der Besetzung in die Herzen der Zuschauer gesungen und getanzt. Auch Musical1 hat sich das bunte Spektakel nicht entgehen lassen.

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Hugh Jackman
Hugh Jackman © Eva Rinaldi – de.wikipedia.org

Pures Entertainment

Fünf Jahre nach dem Kinoerfolg von LES MISÉRABLES ist Hugh Jackman wieder in einem Musical auf der Leinwand zu sehen. Statt herzzerreißend und dramatisch geht es diesmal jedoch leidenschaftlich bunt zu. Denn GREATEST SHOWMAN erzählt die Geschichte des amerikanischen Zirkuspioniers P. T. Barnum (Jackman), dessen großer Traum es ist, mit einer ungewöhnlichen Show die Menschen zu begeistern.

Ein großer Traum

GREATEST SHOWMAN beginnt mit der Kindheit Barnums, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, jedoch große Träume hegt. Jahre später heiratet er seine Jugendliebe Charity (Michelle Williams) und zieht mit ihr nach New York. Als er dort seinen Bürojob verliert, kauft er kurzerhand ein altes Museum, um seine künstlerischen Pläne wahrzumachen. Doch das Unternehmen läuft nur schleppend. Um Abhilfe zu schaffen, sucht Barnum den Skandal: Er macht sich auf die Suche nach Menschen mit besonderen Talenten, die aus verschiedenen Gründen von der Gesellschaft ausgestoßen werden, und plant, sie auf die große Bühne zu bringen.

Musik von Oscar- und Tony-Preisträgern

Für Regisseur Michael Gracey ist GREATEST SHOWMAN das Debüt. Drehbuchautor Bill Condon dagegen dürfte Disney-Fans durch seine Regiearbeit an der Neuverfilmung von DIE SCHÖNE UND DAS BIEST (2017) ein Begriff sein.

Auch Benj Pasek und Justin Paul, die in Zusammenarbeit mit John Debney und Joseph Trapanese den Soundtrack schrieben, sind in der Musicalwelt keine Unbekannten. 2017 erhielten sie gemeinsam mit Justin Hurwitz einen Academy Award („Oscar“) für den Song „City of Stars“ aus dem Musikfilm LA LA LAND. Ihr Musical DEAR EVAN HANSEN lief 2017 erfolgreich am Broadway und erhielt sechs Tony Awards.
Es verwundert daher kaum, dass auch der Soundtrack zu GREATEST SHOWMAN sich bereits weltweit großer Beliebtheit erfreut. „This Is Me“, gesungen von Keala Settle, gewann bereits einen Golden Globe und ist für den Oscar in der Kategorie „Bester Filmsong“ nominiert.

Macht gute Laune

Müsste man GREATEST SHOWMAN in möglichst wenig Worten beschreiben, so wäre das vermutlich „pures Entertainment“. Der Film verzaubert seine Zuschauer so, wie Barnum es in der Geschichte mit seinem Publikum tut: mit großartigen Bildern und einer tollen Botschaft.

Bereits der gekonnt inszenierte Anfang („The Greatest Show“) versetzt einen in die Manege von Barnums Zirkus, in der man zunächst mit dem rhythmischen Klatschen und Stampfen der Zuschauer begrüßt wird. Leise, aber voll Spannung steigt Hugh Jackman anschließend in den Song ein, heißt das Publikum willkommen und präsentiert ihnen seinen Traum, die größte Show. Plötzlich ist die Manege voll von Künstlern, die alle gemeinsam den Einstiegssong schmettern.

Derlei große, poppige Nummern, die ins Ohr gehen, finden sich immer wieder im Film und machen mit ihren beschwingten Rhythmen und dem Mitsingcharakter stets gute Laune. Hinzu kommen die zum Teil aufwändig choreografierten Szenen, beispielsweise die Trapez-Kunststücke von Anne Wheeler (Zendaya) oder auch das Gespräch von Barnum und Theater-Star Phillip Carlyle (Zac Efron) in einer Bar, bei dem schließlich zu einem beeindruckenden Duett (“The Other Side”) auf den Tischen getanzt wird.

Hier zeigt Zac Efron, wie sein Gesang und seine Ausstrahlung seit seinen Anfängen mit HIGH SCHOOL MUSICAL gereift sind. Hugh Jackman dagegen, der bereits in verschiedenen Ländern als Musicaldarsteller gearbeitet hat, muss dem Publikum nichts mehr beweisen, beeindruckt jedoch wieder einmal durch seine kräftige Stimme und sein charakteristisches Schauspiel.

Große Gefühle

Auch ruhige und emotionale Szenen finden in GREATEST SHOWMAN ihren Platz, beispielsweise als der junge Barnum zu Beginn des Films seiner zukünftigen Frau von seinen „A Million Dreams“ erzählt, die er eines Tages wahrmachen wird. Später im Film präsentiert Michelle Williams mit „Tightrope“ mit schöner, klarer Stimme ebenfalls ein eher ruhiges Lied voll Gefühl.

Im Gedächtnis bleibt jedoch vor allem der Auftritt von Jenny Lind, die von Rebecca Ferguson verkörpert wird, ihre Filmstimme jedoch der Sängerin Loren Allred verdankt. Während ihr historisches Vorbild als Opernsängerin weltweit erfolgreich war, beeindruckt sie im Film durch eine emotionsgeladene Pop-Ballade, in der Loren Allred ihre Stimmgewalt wunderbar zur Geltung bringt.

Mit der zarten Liebesgeschichte zwischen Phillip Carlyle und Anne Wheeler, die unter anderem in dem Song „Rewrite the Stars“ Ausdruck findet, fehlt es GREATEST SHOWMAN auch an einem romantischen Duett nicht.

Wichtige Botschaft

Was den Film neben seinem großen Unterhaltungsfaktor so erfolgreich macht, dürfte die positive Botschaft sein, die Barnum und seine Leute mit ihren Shows verbreiten. So machen Lettie Lutz (Keala Settle) und ihre Kollegen in „This Is Me“ deutlich: Kein Mensch sollte sich jemals für sich selbst verstecken oder schämen müssen. Lettie, Anne, Charles und die anderen aus Barnums Truppe stehen dazu, dass sie anders sind als andere, und sind stolz darauf. Dass diese Aussage heute so aktuell wie damals ist, beweisen die große Beliebtheit, der sich der Song erfreut, und die Auszeichnungen und Nominierungen, die er bereits erhalten hat.

Historisches Vorbild

Wie bei jeder Adaption einer realen Person in Unterhaltungsmedien sollte man sich jedoch auch bei GREATEST SHOWMAN bewusst sein, dass die Geschichte, die der Film erzählt, sicher an der ein oder anderen Stelle von der Realität abweicht. Ob der historische Barnum tatsächlich der Inklusions-Pionier und Menschenfreund war, als der er im Film dargestellt wird, lässt sich beispielsweise bezweifeln. Eine an den kleinwüchsigen Charles Stratton (Sam Humphrey) gerichtete Aussage der Filmfigur Barnum lässt seine wahren Motive erahnen: „Die Leute lachen sowieso über dich. Wieso nicht dafür bezahlt werden?“

Kleine Schwächen

GREATEST SHOWMAN bietet ohne Frage sehr kurzweilige Unterhaltung, doch – wie der Titel schon sagt – vor allem Show, die recht oberflächlich bleibt. In erster Linie wird die Geschichte von Barnums Traum einer großen, erfolgreichen Zirkusproduktion erzählt. Hinzu kommt jedoch auch seine Beziehung zu seiner Familie sowie die Gefühle zwischen Phillip Carlyle und Anne Wheeler, durch die wiederum das Thema Rassentrennung angeschnitten wird. Teilweise wirkt es, als wolle der Film zu viel in zu kurzer Zeit erzählen, wodurch einige Aspekte leider zu schnell abgehandelt werden, insbesondere am Ende. Auch die Figuren werden größtenteils nicht sehr detailliert charakterisiert, was von einem Unterhaltungsfilm wie diesem in der Regel jedoch auch nicht zu erwarten ist.

Die Musik bleibt ebenfalls zu großen Teilen einfach gestrickt und sehr an Mainstream-Pop angelehnt. Für ein Musical fehlt es dem Soundtrack noch ein wenig an Wiedererkennungswert durch spezielle musikalische Themen und Reprisen. Eventuell würden sich diese Mängel durch eine von Fans bereits gewünschte, entsprechend längere Bühnenfassung ausgleichen lassen.

Bald auch auf der Bühne?

Viele erfolgreiche Musicals basieren auf Filmen, beispielsweise GHOST und KINKY BOOTS, die beide im vergangenen Jahr in Deutschland Premiere feierten. Bei einem Film wie GREATEST SHOWMAN, der bereits mit Musik- und Shownummern ausgestattet ist, liegt der Gedanke an eine Bühnenadaption daher nicht fern. Regisseur Michael Gracey gab in einem Interview mit „Entertainment Weekly“ an, er könne sich das Stück gut am Broadway vorstellen.

Mit nur elf Liedern auf dem Soundtrack und einer Laufzeit von 105 Minuten ist der Film für Bühnenverhältnisse zwar noch recht kurz, doch die einzelnen Figuren und ihre Geschichten bieten mit Sicherheit genug Stoff, um das Stück zu einem richtigen Broadway-Musical zu machen. Die aufwendigem Choreografien – insbesondere am Trapez -, die ausgefallenen Kostüme und großen Ensemblenummern könnten ein GREATEST SHOWMAN-Musical zu einem Spektakel der Extraklasse machen. Gute Laune wäre garantiert.

Kategorie: Allgemein

Autor: C. Hain (05.02.2018)

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