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GHOST – NACHRICHT VON SAM

Am 7. Dezember 2017 hatte das die deutschsprachige Fassung von GHOST - das Musical Deutschlandpremiere im Berliner Theater des Westens. Ein guter Grund wieder einmal im wunderschönen Theater des Westens vorbei zu schauen und die Geschichte von Molly und Sam auf der Bühne zu genießen.

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Ghost - Nachricht von Sam
Ghost – Nachricht von Sam © Hit Squad Records

GHOST – Nachricht von Sam, ein Filmklassiker

In der letzten Zeit ist es in Mode gekommen, erfolgreiche Filme auch auf die Musicalbühne zu bringen. Die Umsetzungen sind dabei so verschieden wie die Inhalte der Filme und ihre Aussagen.

Diejenigen, die den Film aus den 90er-Jahren nicht kennen oder zumindest von ihm gehört haben, kann man wahrlich an einer Hand abzählen. Seinerzeit verkörperten in “GHOST – Nachricht von Sam” Patrick Swayze den Sam und Demi Moore seine Molly. Die Geschichte einer Liebe, die den Tod überdauert. In jedem guten Film geht es um Liebe und Intrige. Bei GHOST kommen noch weitere wichtige Komponenten wie Schutz und Verlust dazu. Sicher hat der eine oder andere schon einmal darüber nachgedacht, was  eigentlich passiert, wenn wir plötzlich aus dem Leben gerissen werden. Man hatte doch noch so viel vor, so viel zu sagen und auch Unabdingliches zu erledigen. Das Hauptthema des Filmes und auch des Musicals GHOST ist der Kampf um die Menschenseelen in der Zwischenwelt.

Premiere in Berlin

Das Musical GHOST – NACHRICHT VON SAM war in den letzten Jahren bereits am New Yorker Broadway und am Londoner West End zu sehen.

Jetzt endlich ist es im Theater des Westens in Berlin angekommen, in dem am 7. Dezember 2017 die große Deutschlandpremiere der deutschen Fassung gefeiert wurde. Die ersten Shows sind gelaufen, auch die Cover kamen schon mehrfach zum Einsatz. Wir von Musical1 sahen dies als guten Grund, nach der umjubelten Premiere den ersten Zwischenstand zu dokumentieren.

Zweifellos schafft Regisseur Matthias Davids mit ausgewogener Balance die Gratwanderung zwischen herrlicher ausgefeilter Situationskomik und großen Gefühlen.

Ein Highlight der Situationskomik war für uns, sowohl im Film als auch auf der Bühne, Oda Mae. Sie ist eine offenbar ziemlich zwielichtige, aber doch sehr liebenswerte Quasselstrippe, die als Spiritistin behauptet, mit Geistern in Kontakt treten zu können. Am meisten überrascht ist dann sie selbst, als ihr dies mit dem “toten” Sam tatsächlich gelingt. Diese Wendung gibt dem,  fast möchte man sagen “schnulzigen” Stoff diverse urkomischen Momente.

Matthias Davids Bühnenbild tut sich im ersten Eindruck scheinbar leer auf, aber doch auch irgendwie bombastisch, nur ein paar Säulen, die die Baustelle von Sams und Molly neuer Wohnung suggerieren. Die Verwandlung der jeweiligen Aktionsorte erfolgt mittels Bildprojektionen. Ganz schnell befinden wir uns in einer Bank, einer U-Bahn oder in Oda Maes Spiritistensalon. Überragend die U-Bahn-Szene! Grandios auch die vielen Tricks, wenn Objekte wie von Geisterhand durch die Luft schweben oder fliegen, die Tür „flüssig“ zu werden scheint.

Spezielle Effekte punktgenau platziert suggerieren Übernatürliches

Gewürzt wird das Ganze mit ein paar tollen Spezialeffekten. Wie im Film, so auf der Bühne, lernt Sam als Geist durch Türen zu gehen und Dinge zu bewegen. Das klappt auch auf der Bühne vorzüglich. Eben noch versanken Alexander Klaws als Sam und Willemijn Verkaik als Molly in ihrer Liebe, wendet sich ihr Schicksal für sie in Trauer, für ihn in Einsamkeit.

Präsentiert und performt wird dies als Liebesduett ohne Berührung, dann verschwindet Sams Hand tatsächlich in der Tür, das ist schon genial umgesetzt für die Bühne.

Absolut sehenswert ist die magische Illusion, wie er dann leibhaftig durch sie hindurch geht.

Den Film kennen – Fluch oder Segen?

Man kommt nicht umhin im Hinterkopf die Parallelen zum Film mitlaufen zu lassen. Da vermutlich so ziemlich jede/r Zuschauer/in eben diesen kennt, weiß auch jeder, was als nächstes passieren wird.  Dies ist auch, so glauben wir, notwendig. Die eine oder andere sehr genial inszenierte Szene erschließt sich dem Zuschauer nur mit dem Hintergrundwissen des Filmes und läßt die perfekten Illusionen wirken und verstehen.

Ein ums andere Mal erfreut die geniale Umsetzung der Tricks, der rasante Darstellerwechsel zwischen Lebenden und Toten. Es gibt kurze überleitende Erklärungen vom Ensemble sprachlich, gesanglich oder auch tänzerisch, die mit Klasse und Perfektion dargeboten werden.

Das Musical ganz nah an der Filmvorlage

Die Umsetzung ist sozusagen 1:1, und somit gibt es keine wirklichen Überraschungen im Handlungsablauf. Die Rolle des Sam ist ohne jeden Zweifel stimmlich und darstellerisch mit Alexander Klaws perfekt besetzt. Er ist ein absolut authentischer Sam mit starker emotionaler Ausdruckskraft. Die Herausforderung der Rolle, mitten im Geschehen auf der Bühne zu stehen und doch eigentlich völlig alleine zu agieren, setzt er perfekt um. Man leidet und fühlt mit dem “toten” Sam. Man versteht seine Beweggründe, warum er “noch” eine Zeit für Molly da sein muss. Molly, präsentiert von Willemijn Verkaik, eine der ganz Großen im Musical-Business, ist stimmlich überragend.

Nun dürfte für diejenigen, die den Film kennen, der Typ Molly im Bühnenstück nicht vollständig getroffen sein. Molly – die naiv-staunende, teils hilflose, zweifelnde mit großen, braunen Kuller-Rehaugen, ist die zu beschützende Person in dem Stück. Für sie allein tut Sam dies alles, für sie allein lebt er noch zwischen den Welten.  Für uns ist gerade die Person Molly doch sehr an Äußerlichkeiten und Ausdruck gebunden. Willemijn Verkaik ist eine starke Molly, es fehlt der Punkt, wo der Beschützerinstinkt geweckt wird. Wir konnten uns des Eindrucks nicht erwehren, dass Molly die anstehenden Probleme auch gut hätte alleine meistern können.

Nochmals zu unserem Highlight – Oda Mae gespielt von Marion Campell – grandios! Stimmlich wie darstellerisch kommt die Musical-Oda Mae der Filmvorlage, gespielt von Whoopi Goldberg, sehr, sehr nahe. Oda Mae ist ein Feuerwerk an Witz, Peinlichkeit, Naivität, aber auch Herzensgüte und Helfersyndrom. Lässt sie sich doch auf allerlei Peinlichkeiten und Aktionen ein, um Sam zu helfen und Molly zu trösten und zu beschützen.

Oda Mae ist im Film Mittel zum Zweck für Sam, im Musical die Hauptrolle für uns. Sie ist diejenige, die der Geschichte die Wende gibt, die in ihrer komischen, manchmal peinlichen Art die Herzen der Zuschauer gewinnt. Mit Marion Campell eine wundervolle und gelungene Besetzung.

Musical und Musik

Die Musik und die Texte sind wohlklingend auf das Stück abgestimmt und geben eine gute harmonische Einheit zu dem was gerade auf der Bühne passiert. Einen Ohrwurm gab es aber leider nicht. Kein Song, der uns aus dem Theater begleitet hat. Die berühmte Unchained Melody, von vielen im Duett von Willemijn und Alexander sehnlichst erwartet, fällt leider sehr kurz aus.

Der Song, den jeder wenn er ihn hört in Verbindung mit GHOST – NACHRICHT VON SAM bringt, kommt leider so gar nicht im Stück zur Geltung. Man bleibt mit dem Gefühl zurück, das kann es noch nicht gewesen sein, da kommt sicher noch etwas. Aber leider NEIN.

GHOST – NACHRICHT VON SAM ist ein gut umgesetztes Filmthema auf der Musicalbühne. Es hat darstellerische und illusionistische Höhepunkte, wie z.B. die U-Bahn-Szene, ein überraschend wandelbares Bühnenbild und eine gut harmonierende Cast. Es war ein wirklich unterhaltsamer Abend mit Sam, Molly und Oda Mae.

Tickets GHOST im Berliner Theater des Westens
Tickets GHOST im Berliner Theater des Westens

Kategorie: Ghost - Das Musical

Tags:

Autor: I. Marquardt(04.01.2018)

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