Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

GHOST – DAS MUSICAL feiert Premiere in Hamburg ​

Seit dem 28. Oktober spukt es im Operettenhaus. GHOST - DAS MUSICAL zieht nach einer erfolgreichen Spielzeit in Berlin für elf Wochen nach Hamburg. In den Hauptrollen sind mit Roberta Valentini, Riccardo Greco und John Vooijs neue Gesichter zu sehen. Musical1 hat sich das Stück am neuen Spielort angesehen.

Diesen Beitrag teilen

GHOST: Molly (Roberta Valentini) und Sam (Riccardo Greco)
GHOST: Molly und Sam © Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

Dramatisch, romantisch, unterhaltsam

Der junge Banker Sam wird bei einem Überfall erschossen. Während seine Freundin Molly an der Einsamkeit verzweifelt, versucht Sam als Geist die Umstände seines Todes aufzuklären und Molly zu retten. Dabei stößt er auf Oda Mae Brown, eine Betrügerin, die sich als als Medium ausgibt, Sam jedoch tatsächlich hören kann. Eine aberwitzige, spannende und dramatische Geschichte nimmt ihren Lauf.

Von der Leinwand auf die Bühne

Bereits 1990 konnten Sam und Molly in “Ghost – Nachricht von Sam” die Zuschauer begeistern, damals noch als Kinofilm Patrick Swayze und Demi Moore in den Hauptrollen. Die Produktion erhielt zwei Oscars – für die Oda Mae-Darstellerin Whoopie Goldberg und Drehbuchautor Bruce Joel Rubin – und wurde ein großer finanzieller Erfolg.

2011 wurde die Geschichte erstmals auf eine Musicalbühne gebracht. Bruce Joel Rubin schrieb auch für diese Adaption das Drehbuch und die Texte, während die Musik aus der Feder von Dave Stewart (u.a. bekannt als Teil der „Eurythmics“) und Glen Ballard (u.a. Komponist for Michael Jackson) stammen. Das Stück lief zunächst in Manchester an und zog schließlich nach London. Der Erfolg im West End zog eine Broadway-Produktion und Tour-Produktionen in Großbritannien und den USA nach sich. 2014 war GHOST in einer englischsprachigen Inszenierung in Frankfurt am Main erstmalig in Deutschland zu sehen.

2017 folgte die deutschsprachige Erstaufführung im Landestheater Linz als Koproduktion mit Stage Entertainment. In den Hauptrollen waren hier Riccardo Greco und Anaïs Lueken als Sam und Molly zu sehen. Deutschlandpremiere feierte die deutschsprachige Produktion im Dezember 2017 in Berlin, wo sie als eine der erfolgreichsten Shows des Theater des Westens anlief.
Mit der Hamburger Premiere am 28. Oktober im Stage Operettenhaus folgte nun der Startschuss einer elfwöchigen Spielzeit in der Hansestadt.

Abwechslungsreich und anspruchsvoll

GHOST ist ein Mix aus den Genres Drama, Romanze, Thriller, Mysterie und Komödie. Man leidet mit den beiden Liebenden Sam und Molly, fiebert mit Sam mit, der die Umstände seines Todes aufdeckt, und amüsiert sich köstlich über die schräge Oda Mae Brown. In dieser Mischung ist das Stück für das Publikum sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, für die Darsteller jedoch auch eine große Herausforderung. Besonders der Sam-Darsteller muss häufig zwischen Verzweiflung über seine Lage und seiner frechen, witzigen Art, die er im Umgang mit Oda Mae an den Tag legt, wechseln. Auch musikalisch und von den Kostümen und dem Bühnenbild her muss es gelingen, diese Stimmungswechsel sanft und passend rüberzubringen. Als Mystery-Geschichte ist das Stück auch für die Ausstattung eine Herausforderung, denn ein Bühnenstück muss für die Geisterwelt ganze andere optische Mittel finden als ein Film.
All das ist in GHOST ausgesprochen gut gelungen.

GHOST: Carl (John Vooijs) und die Bänker der Wallstreet

© Stage Entertainment

Starke Stimmen und viel Gefühl

Roberta Valentini übernimmt für die Hamburger Spielzeit die Rolle der Molly von Willemijn Verkaik und steht ihrer Vorgängerin in Sachen Schauspiel und Gesang in nichts nach. Ob fröhlich, verliebt und hoffnungsvoll oder verzweifelt und todunglücklich – von der ersten Minute an nimmt Roberta Valentini das Publikum für sich ein. Selbst wenn man die dramatische Geschichte und ihr Ende schon kennt, kommt man bei Valentinis Leistung nicht drum herum, ein paar Tränen zu verdrücken und mit Molly zu mitzufiebern und zu leiden. Auch gesanglich überzeugt sie auf ganzer Linie in der anspruchsvollen Rolle, die davon lebt, dass auch im Gesang viel Gefühl vermittelt wird.

Ebenfalls neu in den Hauptrollen sind Riccardo Greco als Sam und John Vooijs als Carl.
Greco verkörperte Sam bereits in der deutschsprachigen Erstaufführung von GHOST in Linz. Somit wundert es kaum, dass er stimmlich und schauspielerisch perfekt in diese vielseitige Rolle passt. Als Sam muss er von allen Darstellern die meisten verschiedenen Emotionen überzeugend rüberbringen. Zu Beginn des Stückes ist Sam mit Molly glücklich, verliebt und blödelt mit seinem besten Freund Carl herum und auch mit Oda Mae, der er tierisch auf die Nerven geht, zeigt er seine lustige Seite. Doch während des Stückes ist er auch verzweifelt, hat Angst um Molly und ist wütend über seine Machtlosigkeit. Diese breite Palette an Situationen stellt Greco gekonnt dar, auch wenn er zeitweise im Vergleich zu seiner Kollegin Roberta Valentini noch ein wenig gekünstelt wirkt.

John Vooijs, zuletzt unter anderem als Judas in JESUS CHRIST SUPERSTAR zu sehen, ist für die Rolle des Carl wunderbar geeignet. Mit seinem rauen Stimmcharakter und seiner verschlagenen Art überzeugt er vor allem in den Szenen, die die dunkle Seite der Figur betreffen. In den freundschaftlichen Szenen mit Molly und Sam zu Beginn des Stückes wirkte er auf uns dagegen noch relativ steif. Das mag aber auch daran liegen, dass die Hauptdarsteller alle in dieser Konstellation und zum Teil auch in diesem Stück noch neu sind und sich in die Rollen erst noch einspielen müssen.
Stimmlich war John Vooijs am Abend der Premiere leider nicht gut zu hören, besonders in gemeinsamen Stücken mit Valentini und Greco, was auch an der Technik liegen könnte. Da wir ihn bereits in anderen Stücken erleben durften, können wir jedoch mit Sicherheit sagen, dass er mit seiner kräftigen Rockstimme die Rolle des Carl gesanglich perfekt ausfüllen dürfte.

Dramatisch, aber auch äußerst humorvoll

GHOST: Oda Mae Brown (Marion Campbell)

© Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

Ein vergleichsweise alter Hase im Stück ist Marion Campbell, die weiterhin Oda Mae Brown verkörpert. Die Funktion dieser Figur ist ganz offensichtlich, mit ihrer exzentrischen, lauten Art und ihrer Angewohnheit, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, die Stimmung aufzulockern. Diese Aufgabe meistert Campbell in jedem Fall und entwickelt sich, den ihr geltenden Lachern während der Aufführung und dem Schlussapplaus nach, während der Show schnell zum Publilumsliebling. Sie spielt die schrille, betrügerische, im Herzen jedoch liebevolle Oda Mae mit Herzblut und viel Talent und muss sich hinter den anderen Hauptdarstellern absolut nicht verstecken.

Oda Mae ist ohne Zweifel ein willkommener humorvoller Faktor im Stück, doch geraten ihre Szenen, besonders am Ende, im Vergleich zum Rest des Stückes auch häufig sehr schrill und überzeichnet. Wenn in „Nur weg von hier“ in einer ihrer Fantasien plötzlich Männer in knapper, pinker Kleidung um sie herumtanzen und alles glitzert und glänzt, irritiert das auf den ersten Blick ersteinmal. Das macht zwar Spaß anzusehen, doch ob es in die Stimmung eines ansonsten eher dramatischen Stückes passt, ist sicherlich Geschmacksache.

Starkes Ensemble

Ebenso wandelbar wie die Hauptdarsteller muss auch das Ensemble von GHOST sein, auch wenn dort Einzelpersonen nicht so sehr im Fokus stehen, wie Sam und Molly es tun.
Auch hier gibt es neue Gesichter in der Besetzung, so zum Beispiel Marius Bingel als U-Bahn-Geist. Der Darsteller hat in diesem Jahr erst die Ausbildung an der Hamburger Stage School abgeschlossen und überzeugt in dieser wichtigen, akrobatisch und schauspielerisch anspruchsvollen Nebenrolle bereits ebenso sehr wie sein Vorgänger Nicolas Christahl.
Mit Rob Pelzer kehrt der Linzer Krankenhausgeist in seine angestammte Rolle zurück und macht seine Sache ebenso wie Mischa Kiek, der weiterhin den Gangster Willie Lopez verkörpert, sehr gut.
Auch der Rest des Ensembles überzeugt einmal mehr mit ausdrucksstarkem Schauspiel und Tanz, sowohl in schrägen Oda-Mae-Szenen als auch als abgebrühte Wall-Street-Angestellte.

GHOST: Sam (Ricardo Greco) und der U-Bahn-Geist (Marius Bingel)

© Stage Entertainment GmbH

Gekonnter Einsatz von Technik

Im Vergleich zu anderen Stage-Bühnenbildern ist das von GHOST eher minimalistisch und kühl und besteht hauptsächlich aus beweglichen grauen Balken und Leinwänden. Ein großer Teil der Kulissenwechsel wird per Beamer projiziert, sei es eine Menschenmasse, die sich durch die New Yorker Straßen bewegt, oder die Fassade einer Bank. Gemütlichere, weniger kalte Spielorte wie zum Beispiel Mollys und Sams Wohnung werden durch bewegliche Teile wie Sofas und andere Möbelstücke erschaffen, wirken jedoch im Gesamtbild in der grauen Kulisse etwas fehl am Platz.

Als Bühnenstück hat GHOST es natürlich schwer, die nötigen Geister-Effekte ebenso überzeugend darzustellen wie ein Film es kann, doch die (Licht-)Technik und die Arbeit mit Doubles für die Sterbeszenen lösen das Problem gekonnt. Zusammen mit der Tatsache, dass die Darsteller durch die „Toten“ durchsehen, als wären sie tatsächlich nicht da, nimmt man Sam und den anderen Geistern tatsächlich ab, sie wären tot, auch wenn einige Effekte sicherlich beim ersten Besuch beeindruckender sind als später, wenn man sie schon kennt und erwartet. Auch die telekinetischen Fähigkeiten der Geister und das Besetzen der Körper Lebender sind für ein Bühnenstück ausgesprochen gut dargestellt.

Erwähnenswert ist noch ein kleines Detail, möglicherweise ein Scherz der Ausstatter: In einer Szene liegt Willie Lopez, der Gangster, der Sam getötet hat, auf seinem Bett und blättert in einer Zeitschrift – einer Ausgabe der “Crime”, einen Magazin über wahre Verbrechen. Ein schöner Witz für Zuschauer mit einem Auge fürs Detail.

Einen Besuch wert

Vor der Linzer oder Berliner Produktion muss sich die Hamburger Version von GHOST definitiv nicht verstecken. Wenn Sie dramatische Liebesgeschichten mit einer guten Portion Spannung und schrägen Humor mögen, können wir einen Besuch im Stage Operettenhaus nur empfehlen. GHOST ist dort noch bis zum 13. Januar 2019 zu sehen.

Tickets für GHOST kaufen
Tickets für GHOST kaufen

Kategorie: Ghost - Das Musical

Tags:

Autor: C. Hain(08.11.2018)

Diesen Beitrag teilen

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.
  • Markus Söllner 11. November 2018 at 17:43 / Antworten

    Der Artikel unterschlägt, dass die Deutschlandpremiere keineswegs im Jahr 2017 in Berlin stattfand, sondern schon 2014 im English Theatre in Frankfurt am Main. Auch wenn es sich dabei um die englischsprachige Originalfassung handelte, war diese wirklich sehenswerte Inszenierung unzweifelhaft die Premiere des Stücks in Deutschland.

    • C. Hain 11. November 2018 at 18:33 / Antworten

      Vielen Dank für diesen Hinweis. Mit „Deutschlandpremiere“ war natürlich die Deutschlandpremiere der deutschsprachigen Produktion gemeint, von der dieser Artikel handelt. Ich hab diesen Zusatz im Artikel ergänzt.
      Dass das Stück bereits 2014 in der englischsprachigen Version in Deutschland lief, ist uns bewusst und wir haben auch darüber berichtet.

Kommentar hinterlassen

Hiermit stimme ich zu, dass meine Angaben aus dem Kommentarformular zur Beantwortung meiner Antwort erhoben und verarbeitet werden. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an info@musical1.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen