Jetzt für Musical1 spenden

FESTGEPOPPT – Flowcircus Musical

FESTGEPOPPT. Der Titel hält was er verspricht und klärt die Fragen zwischen Mann und Frau auf eine ganz besondere Weise. Wir waren letzte Woche in Dresden hautnah dabei um zu sehen wie, warum und wie lange "Mann" sich festpoppen kann.

Diesen Beitrag teilen


FESTGEPOPPT Szene Carte Blance Theater ©flowcircus/berlin

FESTGEPOPPT in der Dresdener Neustadt

In der letzten Woche haben wir uns auf den Weg nach Dresden gemacht, ohne zu wissen was uns erwarten wird. Wir wollen uns das Musical FESTGEPOPPT der Flowcircus Berlin Produktion ansehen. Unser Ziel: Das wirklich extravagante Travestie Theater Carte Blanche in der Dresdner Neustadt. Von außen nett anzusehen. Allerdings verrät der äußere Anblick keineswegs die Exklusivität im Inneren des Hauses.

Der Theatersaal mit seinen kleinen Tischen und den dazugehörigen roten Stühlen sowie dem verspielten Ambiente ringsherum zauberten eine angenehme Atmosphäre. Wir haben uns sofort wohl und aufgehoben gefühlt. Auch in diesem Haus wurde das erforderliche Hygienekonzept hervorragend umgesetzt. Einbahnstraßen beim Betreten und Verlassen des Hauses und Mund-Nasen-Schutz im gesamten Haus. Am Platz konnte die Maske abgenommen werden und das Musicalerlebnis wurde somit nicht beeinträchtigt.

Nach der Getränkebestellung beim wirklich sehr aufmerksamen und freundlichem Servicepersonal ging es auch schon los.

Lisa-Marie Sumner

©imarquardt/musical1

Eingeklemmt, verklemmt, einfach mal FESTGEPOPPT

Wer nun vermutet der Abend war in Bezug auf das Thema verklemmt, liegt völlig falsch. Ganz im Gegenteil. Witzig, humorvoll und mit jeder Menge kleiner Seitenhiebe hat man sich dem Tabuthema was passiert, wenn Mann und Frau sich bei der schönsten Sache der Welt dermaßen verausgaben, dass es im wahrsten Sinne kein Vor- und Zurück mehr gibt, angenommen. Was tun, wenn man sich FESTGEPOPPT hat?

Ein Paar in Nöten und der Mann am Klavier

Ein toller Typ (Florian Bruno Kondur) und ein sexy Girl (Lisa-Marie Sumner) treffen sich zu einem ersten und eigentlich einmaligem Schäferstündchen. Es geht heftig und intensiv zur Sache, bis Mann und Frau feststellen, nichts geht mehr. Wir haben uns FESTGEPOPPT.

Jeglicher Trennungsversuch scheitert und es bleibt nur die Notaufnahme eines Krankenhauses als Lösung des Problems übrig.

Dort werden die beiden von Schwester Sandra Gerstenkörner (Anne Römeth) empfangen und vertröstet. Der Herr Doktor ist gerade nicht verfügbar, aber er werde kommen. Irgendwann werde er sicher kommen.

Dem Publikum ist der Herr Doktor (Steven Desroches) bereits aufgefallen, sitzt er doch höchstpersönlich am Klavier und ist wirklich verhindert. Wie will man denn auch ein Musical darbieten, ohne den Mann am Klavier.

Stunden später

Was bleibt den beiden “verpoppten” übrig, als zu warten. Zeit genug, sich Vorwürfe zu machen, wer denn an diesem Dilemma schuld sei und zu ergründen, wer wen in diese Situation gebracht hat. Mit urkomischen, witzigen Dialogen und den immer erneuten Versuchen, die verklemmte Situation durch einen Stellungswechsel erträglich zu machen, überzeugen die beiden Darsteller auf ganzer Linie.

Florian Bruno Kondur

©imarquardt/musical1

Zwischenzeitlich taucht immer wieder Schwester Sandra auf. Mit wenig hilfreichen Hinweisen zur Situation und fehlender Empathie für die zwei Pechvögel, gibt sie der Show immer wieder neue Lachhöhepunkte. Das Publikum wird mit eingebunden und die Stimmung steigert sich immer weiter. Anne Römeth als Schwester Sandra ist überzeugend genial und erinnert so manch einen sicher an “irgendeine” Krankenschwester, der er bereits begegnet ist. Ein Wesen, welches freundlich aber bestimmt lügt, sich zu 100 % in die Lage der Patienten versetzen zu können. Dass sich Schwester Sandra jemals FESTGEPOPPT hat, ist zweifelhaft.

Die tollen Songs der Band mit dem Herrn Doktor am Klavier, unterstreichen den Schwung des Geschehens. Unterschiedliche Musikstile wie Swing, Ragtime und klassische Musical-Balladen runden das ganze perfekt ab.

Für Musicalkenner ergeben sich immer wieder zusätzliche Komik-Highlights, wenn sich in der absurden Krankenhaussituation bekannte Musicalhits wie aus REBECCA oder dem PHANTOM DER OPER völlig schlüssig in den Verlauf einschleichen.

Weitere Stunden später

Die Frage wer schuld ist, konnte nicht geklärt werden und ist auch nicht wichtig. Unser Pärchen fängt an sich kennenzulernen. So lange und so nah aneinander FESTGEPOPPT weckt das Interesse am anderen. Wer ist eigentlich der andere? Fragen, ob Mann und Frau überhaupt zusammen passen und wenn ja, wie überhaupt, werden humorvoll ausdiskutiert. Lisa-Marie Sumner und Florian Bruno Kondur überzeugen in ihren Rollen. Das Publikum lacht und leidet mit den beiden. Jeder Stellungswechsel verursacht auch bei den Zuschauern Schmerzen, aber man kann sich trotz allem dem Lachen darüber nicht entziehen.

Respekt vor Lisa-Marie und Florian, welche 2h in wirklich absurden und unbequemen Stellungen agierten. Eine akrobatische Leistung.

Inzwischen ist es spät geworden und den beiden wird klar, dass sie in der Notaufnahme übernachten müssen. Der Herr Doktor ist immer noch nicht aufgetaucht. Sie haben Hunger und Durst. Nachdem die überaus reizende Schwester Sandra diese beiden Probleme auf ihre ihr eigene Art gelöst hat, bricht die Nacht herein. Angekuschelt aneinander wird ihnen klar, was die Situation bei ihnen beiden bewirkt hat.

Mütter verkomplizieren jede Situation

anne-roemeth

©imarquardt/musical1

Als dann noch nacheinander die Mütter der beiden auftauchen, von Anne Römeth präsentiert, erreicht der Wahnsinn seinen Höhepunkt. Die Lachmuskeln des Publikums werden aufs Äußerste gefordert.

Nach einigen weiteren Verwirrungen und Irrungen, taucht nach stundenlangem Warten der Herr Doktor auf und hat eine verblüffende Lösung für die zwei Protagonisten.

Getrennt voneinander und wieder Herrscher des eigenen Körpers steht für die beiden eines fest, aber das werden wir hier nicht verraten.

Abgetaucht in jeder Menge Spaß und guter Laune

Wir können nur jedem empfehlen, sich diese urkomische Show unbedingt anzuschauen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Wir haben Zeit, Raum und den derzeitigen, täglichen Wahnsinn völlig ausblenden können und einfach nur Spaß gehabt und am nächsten Morgen Muskelkater vom Lachen.

Wenn man anfangs bei dem Thema meinen könnte, dass FESTGEPOPPT vielleicht zu anzüglich wird oder das Tabus gebrochen werden, keinesfalls. Nein, im Gegenteil, das Stück ist genial aufgebaut und bis ins kleinste Detail ausgeklügelt. Es hat einfach nur jede Menge Spaß gemacht, dabei sein zu können.

Leider können wir aufgrund der aktuellen  Situation keine aktuellen Termine nennen, aber Florian Bruno Kondur, welchen wir nach der Show noch kurz sprechen konnten, hat uns versichert, dass es bald weitere Termine auch in anderen Locations in Deutschland geben wird.

Verfolgt einfach die aktuelle Seite auf Facebook von Flowcircus Berlin, wenn es Neuigkeiten gibt, erfährt man es dort als erstes.

Cast Schlussapplaus

©ramona weiss

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von VG Wort zu laden.

Inhalt laden

Kategorie: Stadttheater

Tags: Dresden

Autor: I. Marquardt (25.09.2020)

Diesen Beitrag teilen

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Hiermit stimme ich zu, dass meine Angaben aus dem Kommentarformular zur Beantwortung meiner Antwort erhoben und verarbeitet werden. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an info@musical1.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Newsletterhinweis schließen
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen
Sicherheit des Newsletters