Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

EINBLICKE beim First Stage Theater

Singen. Tanzen. Schauspielern. Das sind die drei Bereiche, die ein Musicaldarsteller beherrschen muss, um erfolgreich zu sein. Daher wird dieser auch gerne mit dem Begriff Triple Threat umschrieben. Diese drei Bereiche gleichermaßen zu beherrschen ist wichtig, um in dem hart umkämpften Beruf Fuß fassen zu können. Der Darsteller muss unter allen anderen herausstechen, um die Rolle zu bekommen. Im Gegensatz zu gängigen Klischees ist die Ausbildung zum Darsteller aufgrund des großen Konkurrenzkampfes harte Arbeit und sollte nicht unterschätzt werden. Was ein angehender Musicaldarsteller während der Ausbildung alles lernt und worauf er vorbereitet sein muss, zeigt Ihnen das Programm EINBLICKE des First Stage Theaters. Schüler zeigen dabei was sie bereits gelernt haben und beeindrucken mit großartigen Leistungen.

Diesen Beitrag teilen

Einblicke im First Stage
Einblicke im First Stage Theater © Frank Linke

Einblicke in den Beruf Musicaldarsteller

Musicaldarsteller leisten wirklich viel. Das hört sich natürlich erst einmal sehr oberflächlich und auch nicht sehr tiefgründig an, dennoch stimmt es. Davon abgesehen, dass sie in Form bleiben und auf ihre Gesundheit achten sollten, kommt da noch so einiges hinzu. Tanzschritte, Sprech – und Singtexte, so wie Regieanweisungen. Ein Darsteller muss sich so einiges merken. Wenn er darüber hinaus nicht nur für eine Rolle besetzt ist, sondern noch etwaige Covers spielt, wird das ganze noch unübersichtlicher. Da stellt sich manch ein Zuschauer die Frage, wie man sich das alles merken kann? Alles Übung. Und diese Übung fängt schon in der Schule an.

Das First Stage Theater gehört seit 2016 zu der Stage School in Hamburg und wird unter anderem dafür genutzt, dass die Schüler bereits in der Ausbildung ausreichend Bühnenerfahrung sammeln können. Mit dem Programm EINBLICKE liefert die Stage School einige Antworten und Hintergrundinformationen zu der Ausbildung und dem Beruf Musicaldarsteller. Somit kam das Publikum am 19. April nicht nur in den Genuss einiger großartiger Showeinlagen, sondern lernte noch etwas dazu.

Einblicke im First Stage Theater

Schülerin der Stage School © Frank Linke

Der Zehnkampf der Theaterwelt

Wie Dozentin Anja Launhardt so treffend sagte, sind Musicaldarsteller wie Teilnehmer eines Zehnkampfes, nur im Theater. Sie müssen alle Anforderungen an eine Rolle erfüllen, um den heiß umkämpften Job zu ergattern. Dies ist nicht immer so leicht, wie es im ersten Augenblick scheint. Da gehören manchmal nicht nur Gesang, Schauspiel und Tanz zum Repertoire, sondern auch das Aussehen und zum Beispiel der Umgang mit einer Liane oder Stunts auf Rollschuhen. Und weil ein angehender Musicaldarsteller auf das alles und noch viel mehr vorbereitet werden muss, ist die Ausbildung kein Zuckerschlecken.

Die derzeitigen Schüler der Stage School unterhielten das Publikum mit den unterschiedlichsten Gesangs – und Tanzdarbietungen. Ob in der Gruppe oder auch mal alleine, jeder Schüler zeigte, dass er aus gutem Grund angehender Musicaldarsteller ist. Lieder wie “Hello” aus BOOK OFMORMON oder “Rise like a Phoenix” zeigten deutlich das Potenzial der jungen Erwachsenen. Doch am erstaunlichsten war, wie gut die Schüler bereits im ersten Jahrgang sind. Während in den meisten anderen Berufen im ersten Jahrgang oftmals bei Null angefangen wird, scheinen diese Schüler schon viele Grundlagen mitgebracht zu haben. Das ist auch kein Wunder, denn die Ausbildungsplätze sind fast genauso beliebt und umkämpft, wie die Rollen selbst.

Die Hürden eines Darstellers

Frau Launhardt stellte an einem Beispiel vor, wie die Schüler gefordert werden. Im Unterricht zeigte sie Schülern aus dem ersten Jahrgang einige kurze Tanzschritte, welche sie selbst in einen Tanz einbauen sollten. Während der Show haben ein Paar von ihnen ihre eigene Kreation präsentiert und somit gezeigt, wie vielfältig die verschiedenen Tanzrichtungen sein können.

Schüler im First Stage Theater

Schüler der Stage School © Frank Linke

Darüber hinaus demonstrierte die Dozentin mithilfe von zwei Schülern, wie unterschiedlich die Vorbereitung auf eine Rolle sein kann. Sie ist ganz abhängig von dem Regisseur, der dem Darsteller mehr oder auch weniger Freiraum und Eigeninitiative eingesteht. Dabei ist ein Regisseur mit einer konkreten Vision kein Nachteil, jedoch muss ein Musicaldarsteller auf beide Typen vorbereitet sein und sollte damit umgehen können.  Wenn dann noch ein musikalischer Leiter mit anderen Vorstellungen daherkommt, benötigt der Darsteller besonders viel Ausdauer.
Die zwei Schüler erhielten das gleiche Lied und sollten es unter den genannten Voraussetzungen vorbereiten. Der eine ging es recht locker an, ließ sich von seinen eigenen Impulsen führen und choreografierte so das Lied für sich. Der andere inszenierte es komplett durch um einen festen Rahmen zu haben, in dem er sich bewegen kann. Beide präsentierten ihre Versionen gleichzeitig auf der Bühne, sodass sich der Zuschauer selbst ein Bild von dem Unterschied machen konnte. Der eine war impulsiver, der andere schien sicherer. Dennoch machten beide ihre Sache sehr gut und wirkten authentisch. Welche Vorgehensweise nun besser ist, hängt vermutlich davon ab, was am Ende daraus entsteht.

 

Schüler Manuel bei Einblicke

Schüler der Stage School © Frank Linke

Lassen Sie sich verzaubern

Während der Pause konnten die Zuschauer mehr erleben, als das typische Geplauder an der Bar und das Schlangestehen an der Frauentoilette. Sie konnten einerseits die Fragen einreichen, die sie sich schon immer über Musicaldarsteller gestellt haben. Andererseits konnten sie aber auch den Klangzirkel betreten. Es handelte sich dabei nicht um etwas Esoterisches, sondern um einen Kreis aus fünf Schülern, die in Dauerschleife ein Lied sangen. Dem Zuschauer stand es offen, sich in die Mitte des Kreises zu stellen und den Klängen zu lauschen. Bei dem Lied handelte es sich um “The Rose” von LeAnn Rimes. Die Schüler variierten allerdings immer wieder den Gesangsstil, wodurch es interessant und vor allem harmonisch blieb. Mal sangen sie mit Klavierbegleitung in der ganzen Gruppe, mal leiser und a capella oder auch alleine. Inmitten der wunderschönen Klänge zu stehen, war etwas Besonderes und macht verglichen mit der üblichen Präsentation auf der Bühne, einen überraschend großen Unterschied. Diesen Klangzirkel in die Pause einzubauen war eine wundervolle Idee.

Doch auch nach der Pause ging es spannend weiter. Die Abschlussprüfung ist in der Musicalbranche etwas anders. Der Schüler muss sich selbst ein etwa fünfzehnminütiges Programm ausdenken und anschließend vor einer externen Jury präsentieren. Diese Prüfung entscheidet darüber, ob sich der Schüler Musicaldarsteller nennen darf oder nicht. Die Schwerpunkte dürfen individuell gesetzt werden. So wird ein Sänger eher weniger komplizierte Tänze einbauen und sich mehr auf das Singen konzentrieren. Allerdings scheinen Schüler gerne zu Überraschungen zu neigen. So war Frau Launhardt sichtlich verwirrt, als ihr Gesangsschüler Marius Bingel mit Steppschuhen auf die Bühne kam, um einen kurzen Ausschnitt aus seiner Abschlussprüfung zu präsentieren. Seine Prüfung war natürlich noch nicht, jedoch hat er sein Programm schon fertig und konnte durch den Auftritt bereits einige Reaktionen von einem Publikum erhalten.

Schüler der Stage School

© Frank Linke

Tänzer oder Gesangssolist?

Natürlich kristallisiert sich während der Ausbildung bereits heraus, welchen Part ein angehender Darsteller auf der Bühne einnehmen kann. So erklärte die Dozentin, dass oft zwischen Tänzern und Gesangssolisten unterschieden wird. Daraus ergeben sich zwei verschiedene Wege in den Beruf. Der häufigste und wohl sicherste Weg führt über den Tanz ins Ensemble. Nach etwas Erfahrung und eventuell einigen Zweitbesetzungen, kann der Darsteller den Weg zu einer Erstbesetzung finden. Zwischendurch käme es aber auch vor, dass ein Schüler sogar noch während der Ausbildung eine Erstbesetzung ergattere. Anschließend sei dieser Weg jedoch schwieriger und mit einem höheren Erwartungsdruck besetzt. Somit sei der Weg als Darsteller ein steiniger, jedoch wunderschöner Weg.

Das Phantom der Oper als Überraschungsgast

Als spontaner Überraschungsgast tauchte das Phantom der Oper alias Robert Meyer auf. Er war Schüler der Stage School Hamburg und spielte in LOVE NEVER DIES das Phantom. Kurz zuvor trat ein Schüler aus dem dritten Jahrgang auf, welcher ganz beiläufig ein großes Talent und möglicher Anwärter für die Rolle ist. Einige Minuten vor der Show entstand die Idee, dass er und Robert einen Ausschnitt aus LOVE NEVER DIES singen könnten. Somit sangen sie etwas aus dem Männerduett “Wer verliert geht unter”. Anschließend sang Robert “So sehr fehlt mir deinGesang”. Um darüber hinaus dem Publikum den Unterschied zwischen den Stimmklängen Bariton und Tenor näher zu bringen, leite Meyer erneut seine Stimme.

Nach dieser geballten Männerpower war es Zeit für etwas Lockeres. Nachdem Gesangssolisten bei einem Casting in die nächste Runde gekommen sind, müssen auch sie beweisen, dass sie etwas Rhythmus im Blut haben. Diese Bewegungen haben bei Weitem nichts mit den herausragenden Tänzen zu tun, die die Schüler an diesem Tag bereits präsentiert haben. Gekleidet in auffälliger Sportkleidung, zeigten zwei Schüler sehr humorvoll und mit etwas Ironie, wie so eine zweite Runde aussehen könnte.

Ein fulminanter Abend

Zusammenfassend lässt sich dieser Abend als sehr abwechslungsreich und unterhaltsam beschreiben. Anja Launhardt navigierte das Publikum charmant durch den Abend, während die Schüler ihr Talent unter Beweis stellten. Der Zuschauer konnte nicht nur etwas über die Vielfalt von Gesangs – und Tanzstil lernen, sondern erhielt einen Einblick in die Welt der Musicaldarsteller während und nach der Ausbildung. Wer nun denkt, dass er gerne dabei gewesen wäre, hat seine Chance noch nicht vertan. Ein weiterer Abend mit dem Programm EINBLICKE ist bereits in Planung. Halten Sie einfach Ihre Augen offen und schauen Sie ab und an bei First Stage vorbei.

Kategorie: Allgemein,Kritiken,Theater Eigenproduktionen

Tags:

Autor: S. Müller (03.05.2018)

Diesen Beitrag teilen

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Hiermit stimme ich zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an info@musical1.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen