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DRACULA – auf nach Transsilvanien

Open Air Veranstaltungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch in der Musical- und Theaterwelt ist dieser Trend seit Jahren zu erkennen. Wir haben an einem wunderbaren Sommer-Sonnentag einen Ausflug in das wunderschöne Schwerin gemacht. Das Ziel unserer Begierde - Schloss Schwerin, welches am Abend zum Schauplatz von DRACULAS Machenschaften werden sollte. Also tauchten wir in die Dunkelheit ein.

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Plakat DRACULA ©Schlossfestspiele Schwerin 2018

Freitag der 13. – ein mystisches Datum

Wir dachten uns: Was gibt es für ein bessereres Datum, um uns auf den Weg in ein unheimliches Schloss zu machen und dort den Machenschaften eines gewissen DRACULA auf die Spur zu kommen.

Unser Weg führte uns nach Schwerin zu den diesjährigen Schlossfestspielen.

Diese sind mittlerweile ein fester Programmpunkt bei Insidern von Open Air Festspielen geworden. Im letzten Jahr konnten sich die Zuschauer von WEST SIDE STORY begeistern lassen. In diesem Jahr wird sogar an zwei Orten gespielt: Vor dem Schloss – Puccinis Oper TOSCA für alle Klassik Fans und im Schlossinnenhof DRACULA für alle Freunde der bissigen Gesellschaft.

Die Kulisse im Schlossinnenhof ist an sich schon beeindruckend aber aufgrund der zu erwartenden Geschehnisse um DRACULA fasziniert die Location einmal mehr. Es ist die ideale Bühne für dieses Stück.

Ein unsterblicher Klassiker

©i.marquardt

Die Schweriner Inszenierung von Krizysztof Minkowski ist aber nicht wie zu vermuten die Musical Version, sondern reines Schauspiel. DRACULA nach Bram Stoker ein Klassiker. Der 1897 veröffentlichte Roman hat Graf Dracula zu dem wohl berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte gemacht und ist vielleicht auch die Grundlage für so manch andere bissige Grusel- und Liebesgeschichten, die unseren Lesern hinreichend bekannt sind.

Nun wundert es vielleicht einige, dass wir über ein Schauspiel berichten. Wir dachten uns: Warum nicht? Musicalbegeisterte Menschen gehen auch gerne ins Theater und wir wollten unseren Lesern diese tolle Inszenierung nicht vorenthalten.

Willkommen auf Schloss Dracula

“…das ist das Schloss von diesem Grafen!” Das Schweriner Schloss lädt schon beim bloßen Anblick am Tag zum Träumen und Schwärmen ein. Ein Märchenschloss der ganz besonderen Art. Als wir dann den Schlossinnenhof betraten, waren wir wirklich begeistert. Die Bühne integrierte sich wunderbar harmonisch in die vorhandenen Bauten und man hatte sofort das Gefühl mittendrin zu sein, im Schloss des Grafen Dracula. Im Zentrum der Bühne, ein schwerer langer Eichentisch. Darauf ein Glas, gefüllt mit einer blutroten Flüssigkeit. Dies allein ließ einen Phantasien entwickeln. Dazu kam, wie von der Intendanz bestellt echtes Gewittergrollen und sogar Blitze. Regen blieb uns allerdings erspart. Das Wetter hatte sich gut in die Inszenierung integriert und wir waren von Anfang an gefangen von der Atmosphäre.

Von den Schlossmauern her war eine Stimme zu vernehmen. Jonathan Harker, der junge Anwalt der sich bekannterweise auf den Weg nach Transsilvanien macht, verabschiedet sich soeben von seiner Verlobten Mina. Dies geschieht alles inmitten der Schlossgegebenheiten. Im gesamten Stück wird der Schlossinnenhof ins Geschehen integriert. Die Akteure tauchen darin auf, agieren und gestalten das Stück durch und mit den Gegebenheiten des Schlosses.

Als Jonathan auf dem Schloss des Grafen Dracula ankommt muss er schnell feststellen, dass sich eigenartige Dinge ereignen und dass auch der Herr Graf mehr als merkwürdig daherkommt.

Der Vampir, das Böse und wir

Diese Aussage steht im Raum, als DRACULA in England ankommt und sich, um seine Blutgier zu stillen, Lucy und Mina als nächste Opfer seiner Begierde wählt. Nun heißt es, für die Betroffenen und ihr Umfeld schnell zu reagieren. Ein Spezialist muss her: Abraham van Helsing könnte hier Abhilfe schaffen. Gemeinsam mit Jonathan, Dr. Seward und Arthur Holmwood, Lucys Verlobten, macht sich van Helsing auf die Suche nach Dracula und seinem Unterschlupf. Allerdings hat zu diesem Zeitpunkt noch niemand Renfield, Draculas treuen und ergebenen Diener auf dem Schirm.

Hervorragendes Darstellerteam

Die einzelnen Figuren der Handlung werden durch die Darsteller hervorragend zum Leben erweckt, oder sollte man lieber sagen: Die Untoten erhalten einen neuen Charakterzug. Allen voran seine Exzellenz Graf Dracula selber.

Sebastian Reck gibt dem Grafen einen hinterhältigen, manchmal verwirrt wirkenden aber kreuzgefährlichen Zug. Zu Hause im Schloss in Transsilvanien kommt uns der Herr Graf sehr aristokratisch und in auffallender Weise daher. Etwas zu überzogen empfanden wir die doch sehr theatralische Perücke, die dem ganzen etwas Merkwürdiges gab. Vielleicht aber wollte man damit auch nur das Publikum verwirren und den Grafen harmlos wirken lassen.

©i.marquardt

Katrin Heinrich ist Renfield, der Diener und Wegbereiter Draculas. Sie hat uns in der Rolle wirklich beeindruckt. Dieses irre Wesen, welches Dr. Seward (Jochen Fahr) in verzweifelter Weise versucht zu therapieren. Aber so irre ist Renfield gar nicht, bereitet er/sie doch den Weg für den Meister, Graf Dracula persönlich. Katrin Heinrich gab der Rolle sehr viele spezielle und einzigartige Charakterzüge, die ihrer darstellerischen Professionalität zu verdanken sind. Das Agieren mit dem Publikum war einmalig. Sicher haben die Zuschauer in den ersten Reihen, welche Renfield  fast attackierte, Gänsehautmomente erlebt. Der ein oder andere Zuschauer in den hinteren Reihen konnte sicher seine Schadenfreude darüber nicht zurückhalten, mit der Gewissheit in diesem Falle verschont geblieben zu sein.

Ebenso fantastisch: Lucy, dargestellt von Jennifer Sabel. Diese liebenswerte, gütige junge Lucy, welche sich nach dem unheilvollen Biss durch den Grafen Dracula und ihrem Kampf zwischen Untoten und Toten zu einem wahren Monster entwickelt. Der Kampf in ihr, zwischen Gut und Böse, ist so authentisch dargestellt, dass einem schon Angst und Bange werden konnte. Diese Zerrissenheit dem Publikum nahe zubringen, erfordert schauspielerische Perfektion.

Dann ist da noch Mina, das eigentliche Ziel von DRACULA. Stella Hinrichs präsentiert uns eine bezaubernde Mina. Eine Frau mit Persönlichkeit und Stärke, die aber am Ende ihrem Schicksal doch nicht entfliehen kann und den Avancen von DRACULA erliegt.

Die gesamte Darstellercast war wunderbar überzeugend und darstellerisch perfekt gewählt.

Gruselatmosphäre pur

Im Laufe des Abends beeindruckt uns immer wieder die gewählte Location, der Schlossinnenhof und das Schlossgemäuer drum herum.

©i.marquardt

Das Schloss ist in das Stück komplett integriert. Überall ereignen sich Situationen, tauchen Darsteller auf. Das Publikum bleibt über das gesamte Stück hinweg mittendrin und nimmt somit direkt am Geschehen teil. Man ist versucht zu denken: Bin ich hier nur Zuschauer oder bin ich vielleicht auch in Gefahr? Als uns dann mitten in der Vorstellung auch noch eine Spinne über den Ärmel krabbelt, stellt sich die Frage Zufall oder ein Komparse ;-).

Tauchen sie in die Dunkelheit ein

Nach der Pause ist es schon dunkel und das Schloss wird in blutrotes Licht getaucht. Im Innenhof des Schlosses stehen drei Särge.

Beeindruckend, sehr mystisch und gruselig gleichzeitig. Wahrlich perfekt.

Kein Musical und trotz allem ein “Muss” für alle Vampirbegeisterten und Nachtvögel

Amüsant an diesem Stück war, dass wir als eingefleischte Musical und Tanz der Vampire-Kenner, zwischenzeitlich immer wieder durch komplett identische Sätze an das Kultmusical von Roman Polanski erinnert wurden. Ob der Graf nun feststellte „…um zu leben musst Du sterben!“ oder Jonathan verzweifelt mehrfach ausrief … ich kann das nicht“ – als er einen Vampir pfählen sollte, gab es immer wieder Parallelen. Man kennt sie eben zu gut, diese Untoten und sie üben einen ungeahnten Reiz für viele aus. Dies ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass dieses Stück bereits vor Probenbeginn für alle Vorstellungen bis auf den letzten Platz ausverkauft war und ist. Wir konnten während der Pause kurz mit der Dramaturgin Jenny Flügge sprechen. Auch sie bestätigte uns, dass dieses Thema scheinbar unermessliche Anziehungskraft hat. Sie selber habe es noch nicht erlebt, das vor Probenstart bereits alle Karten verkauft waren und die Nachfrage immer noch ungebrochen ist. Natürlich freut man sich in Schwerin über diesen tollen Erfolg und sicher nicht nur dort. Im Publikum waren keineswegs nur Schweriner, viele waren aus der Umgebung und von weiter her angereist. Die Schweriner Schlossfestspiele sind wirklich ein Insidertipp der besonderen Art.

Empfehlung für eine Sommernacht

Wir können diese Inszenierung unbedingt empfehlen. Wer Spaß daran hat in einer lauen Sommernacht mit einem kleinen Gruselschauer auf dem Rücken in die Dunkelheit einzutauchen, der ist hier genau richtig. Für alle Kurzentschlossenen kann sich etwa eine Woche vorher die Nachfrage nach einzelnen Restkarten vielleicht lohnen. Für alle anderen bleibt nur die Hoffnung, das es eine Wiederaufnahme in 2019 geben wird.

Kategorie: Allgemein

Autor: I. Marquardt(20.07.2018)

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