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DOKTOR SCHIWAGO – umjubelte Premiere in Leipzig

Umjubelte ausverkaufte Premiere mit minutenlangen Standig Ovations und begeistertem Applaus. Ein Meisterwerk der Liebesgeschichte feierte am Samstag, 27. Januar 2018, 19 Uhr in der Musikalischen Komödie Leipzig seine deutschsprachige Erstaufführung. DOKTOR SCHIWAGO die berührende Geschichte zwischen Jurij, Tonja und Lara. Dramatik und Unterhaltung mit wundervollen Balladen und russischen Klängen verzauberten die Anwesenden in Leipzig. Wir waren bei dieser bewegenden Premiere dabei.

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Lara und Schiwago Kuss – Habermann/Ammann ©Kirsten Nijhof

Deutschsprachige Erstaufführung in Leipzig

Am Samstag, 27. Januar 2018, 19 Uhr feierte das Musical DOKTOR SCHIWAGO in der Musikalischen Komödie Leipzig seine Premiere und deutschsprachige Erstaufführung.

Das Musical basiert auf dem gleichnamigen Roman von Boris Pasternak. Im Jahre 1957 erschien dieses bewegende Werk einer Liebesgeschichte vor einem geschichtsträchtigem Hintergrund (1910-1930). In der Sowjetunion war Pasternaks Roman 30 Jahre verpöhnt und verboten. Pasternak lehnte auf Grund der politischen Situation im Lande und der damit verbundenen Auswirkungen im Jahre 1958 den Literaturnobelpreis ab. Zwei Jahre später starb er.
Berühmtheit erlangte DOKTOR SCHIWAGO mit der Hollywood Verfilmung von 1965. Die opulente Verfilmung mit Omar Sharif in der Titelrolle rührte ein Millionenpublikum weltweit zu Tränen. Der Film erhielt 5 Oscars. Die unumstritten berühmteste und bekannteste Melodie ist wohl immer noch “Laras Thema”. Dieser ist uns neben den wunderschönen Melodien von Lucy Simons sofort aufgefallen. Ein Ohrwurm der uns auch noch die nächsten Tage begleiten wird.
Alle Songs des Stückes sind eingängig, so wie wir es im Musical mögen. Emotionale Balladen vereint mit russischen Klängen prägen das Stück.

DOKTOR SCHIWAGO – ein großformatiges Musical

2006 hatte die Dreiecks Liebesgeschichte um den Arzt und Dichter Jurij Schiwago in San Diego seine Uraufführung und feierte Erfolge in Australien, Südkorea, Schweden und am Broadway.
Letzten Samstag fand mit der Inszenierung von Cusch Jung – Chefregisseur der Musikalische Komödie Leipzig – die deutschsprachige Erstaufführung statt.

Mit einer hochkarätigen Besetzung innerhalb des Genres Musical wurden die Rollen gekonnt besetzt. Jan Ammann als DOKTOR SCHIWAGO, der im russischen Zarenreich aufgewachsene junge Arzt und Freigeist, gerät während des Krieges und der Revolution zwischen die Fronten. Er ist mit Tonja – Hanna Mall – verheiratet. Sie symbolisiert und verkörpert die russische Tradition, das zaristische Russland. Seine Affäre mit Lara – Lisa Habermann – konfrontiert ihn mit der Welt der russischen Revolution.

Kirsten Nijhof

Liebe zwischen politischen Fronten in ungeklärten Zeiten, ein spannendes und aufregendes Thema. Wie geschaffen für ein ergreifendes und mitreißendes Musical. Wer nun die Befürchtung hat, es könne zu politisch, zu revolutionär werden, dem sei versichert im Musical liegt die Aufmerksamkeit vollends auf den beiden Liebesbeziehungen von DOKTOR SCHIWAGO. Die Wirren und Intrigen die sich daraus ergeben, und die die Leben der drei Hauptpersonen tiefgehend beeinflussen, ziehen den Zuschauer in seinen Bann. Die wundervollen Melodien tun ihr übriges, um die Handlungsabläufe zu unterstreichen und zu intensivieren. Man muss das Buch oder den Film nicht kennen, um der Geschichte folgen zu können, es zieht den interessierten Zuschauer im Laufe des Abends in die Geschichte und das Leben der drei Hauptakteure hinein.

Umjubelte Premiere und grandioser Premierenauftakt

Die Premiere am Samstag war für alle Beteiligten, ob Publikum, Darsteller, Intendanz, Kreativteam ein Abend mit bewegenden Emotionen.

Auch wir von Musical1 sind mit großen Erwartungen in diese Premiere gegangen und was soll ich jetzt sagen: Die Erwartungen an das Stück und die emotionale Ausstrahlung haben mich glatt überrollt.

In der ausverkauften Musikalischen Komödie in Leipzig wurde mit DOKTOR SCHIWAGO ein Musical Erlebnis der allerhöchsten Klasse geboten.

So muss Musical sein!

Man konnte förmlich die Liebe zum Spiel jedes Einzelnen merken. Die Energie, die die Darsteller-/innen in dieses tiefgreifende und bewegende Stück gelegt haben, konnte man bis in die letzte Reihe des Zuschauerraumes deutlich spüren.

Kirsten Nijhof

Mit viel Liebe bis ins kleinste Detail, angefangen bei den Kostümen jedes einzelnen Mitwirkenden, Requisiten, Maske, Choreografie bis hin zum Orchester der Musikalischen Komödie – Perfekt. Es ist bisher noch nie so schwer gewesen, das Gesehene in Worte zu fassen und hier an Andere weiter zu geben.

 

 

Die Inszenierung von Cusch Jung ist von Anfang bis Ende schlüssig, fesselnd und mit emotionaler Spannung grandios umgesetzt.

Die Überleitungen der einzelnen Schauplätze und Zeitepochen sind genial gelöst. Das Bühnenbild ist teils opulent (in Zeiten der zarisistischen Herrschaft) bis hin zu kargen, sich selbst erklärenden Handlungsorten wie an der Front, im Schützengraben, einem Dachboden, in der Bibliohek u.v.m. Die faszinierende Tiefe der Bühne, mit dem beeindruckenden Bühnenbild in der Musikalischen Komödie zieht einen als Zuschauer hinein in die Weiten Russlands und die Tragweite des geschichtlichen Hintergrundes. Das Publikum ist jederzeit mitten drin im Geschehen. Das ist es wohl auch, was neben der überzeugenden darstellerischen Leistungen das Stück so emotional und authentisch wirken lässt. Unterstützt von ausgefeilter Lichttechnik und perfektem Ton, bot sich ein wahrhaft außergwöhnliches Musical-Erlebnis.

Darsteller mit Spitzenpotential

Kirsten Nijhof

Manchmal scheint die Bühne zu klein für das große und geniale Ensemble der Musikalischen Komödie, das ist aber hier durchaus positiv gemeint. Die Vielschichtigkeit der einzelnen Akteure im Ensemble ist bemerkenswert. Eben noch Tänzer -/in sind die Ensemblemitglieder im nächsten Moment in eine Szene involviert, wo sie agieren und die Handlung des Stückes weiter voranbringen. Sehr gut zu sehen bei der Rolle des Janko – Stephen Budd-, dem jungen Soldaten, der durch seinen kurzen aber überzeugenden Auftritt die Geschichte weiter bestimmt und vorantreibt.

Neben den Darstellern der Musikalischen Komödie konnten für dieses Stück drei Gastdarsteller für die Rollen der Antonia Gromenko (Tonja) – Hanna Mall, Larissa Guichard (Lara) – Lisa Habermann und DOKTOR SCHIWAGO – Jan Ammann gecastet werden. Ein perfekte exzellente Besetzungsauswahl. Die drei brillieren mit stimmlicher und darstellerischer Perfektion in ihren Rollen. Schiwagos Ehefrau Tonja und seine Geliebte Lara, zwei Frauen die unterschiedlicher nicht sein können, werden im Laufe des Stückes zu den Frauen die Jurij Schiwago so sehr liebt. Hanna Mall und Lisa Habermann vermitteln den Zuschauern überzeugend, was diese beiden so unterschiedlichen Frauen in ihrer Persönlichkeit ausmacht und im Endeffekt zu den Frauen macht, die das Leben des DOKTOR SCHIWAGO bestimmen, prägen und leiten. Das Duett der beiden Frauen im zweiten Akt, ist emotional  beeindruckend und gibt dem Zuschauer die Erklärung, warum Tonja ihre Gegenspielerin Lara nicht hassen und verurteilen kann.

Kirsten Nijhof

Kirsten Nijhof

Stimmlich waren beide stark und überwältigend und das mit schauspielerischer Glanzleistung. Die Gratwanderung, die gerade diese beiden Rollen zu bewältigen haben, von liebevoll, ängstlich, besorgt bis hin zu Wut, Trauer, Enttäuschung ist überzeugend gelungen.

Der Hauptprotagonist Jan Ammann als DOKTOR SCHIWAGO

In einem Satz gesagt: Ich habe die gesamte Spieldauer nicht ein einziges Mal an Omar Sharif gedacht oder Vergleiche angestellt. Jan Ammann ist DOKTOR SCHIWAGO.

Jan Ammann ist als DOKTOR SCHIWAGO überzeugend in allen Facetten dieser so gefühlvollen und vielschichtigen Rolle. Der junge Waise Jurij Schiwago wird bei den Gromenkos aufgezogen. Gemeinsam mit deren Tochter Antonja – Tonja seiner späteren Ehefrau, wird Schiwago erwachsen. Er ist strebsam, hat Ideale – er wird Arzt, aber er ist auch Poet und schreibt seine Gefühle in Gedichten nieder. Dieser doch sehr sensibel und gefühlvolle  junge Mann, wird im Verlaufe seines Lebens vor Aufgaben und Situationen gestellt, welche sein Leben auf den Kopf stellen. Situationen im Krieg die seine Ideale und Lebenseinstellungen verwirren, die ihm aber auch Stärke und Erfahrung geben und ihn aussichtlose Lagen meistern lassen. Dass er aber seine Poetik nie verloren hat, dass diese selbst durch die Kriegswirren und politischen Umstürze weiter wächst, ist auch der zunächst unerklärlichen Anziehungskraft von Lara geschuldet.

Diese so vielschichtigen Emotionen meistert Jan Ammann mit Bravour. Man möchte mit ihm lachen, weinen, freuen, trauern, wütend sein. Man möchte seinem DOKTOR SCHIWAGO zur Seite stehen, ihn vor kommenden Gefahren warnen, ihn in Sicherheit bringen.

Die gefühlvollen Balladen mit dem russischen Unterton verstärken dies noch vielfach. Jan Ammann ist stimmlich in dieser Rolle so kraftvoll und überzeugend, dass es mehr als einen Gänsehautmoment in diesem wundervollen Musical gibt.

Die nette Geste der Musikalischen Komödie zur Premiere, an jeden Zuschauer ein Taschentuch mit aussagefähiger Banderole zu verteilen, war sicher für den ein oder anderen hilfreich. Jan Ammann und seine Darsteller Kollegen”Zum Heulen Schön!”

Sympathie wird zu Feindschaft

Neben allen Gegenspielern von Schiwago hat uns Laras Ehemann Pavel Antipov (Pascha) beeindruckt. Er, der später als Strelnikow Schiwagos Leben mehrfach durchkreuzt und die Geschichte stark beeinflusst. Diese Rolle ist mit Björn Christian Kuhn ebenfalls perfekt besetzt.

©Kirsten Nijhof

Zu Beginn ist er der Revolutionär, der Idealist. Jung mit Ideen und auch Flausen im Kopf. Die Geschichte der Zeit, die Entmachtung und Ermordung der Zarenfamilie und die politischen Umbrüche in Russland, lassen Pascha allerdings eine Entwicklung nehmen, die für alle Beteiligten gefährlich wird. Björn Christian Kuhn hat diese Entwicklung des jungen Pavel zu dem machtbesessenen Strelnikow, der seine Macht mit allen Mitteln durchsetzt, brilliant umgesetzt. Ist er am Anfang noch ein Sympathieträger des Publikums, wird er im Laufe des Stückes zum Feind Schiwagos. Aber auch hier verbindet die beiden Männer das, was auch die beiden Frauen Tonja und Lara erfahren müssen. Die Liebe zu demselben Menschen. Beide sind Laras Ausstrahlung und Wesen erlegen.

Würdevolle Premierenfeier mit Dank der Intendanz

Bei der anschließenden Premierenfeier, zu der das gesamte anwesende Publikum geladen war, würdigte der Intendant jeden einzelnen Darsteller und Mitwirkenden. Er hatte für jeden das passende Wort des Dankes und der Anerkennung für die Leistung in diesem Stück. Seine Aussage, dass mit DOKTOR SCHIWAGO und dieser glanzvollen Premiere die Musikalische Komödie in den Fokus der Musicalbegeisterten Deutschlands gerückt sei, können wir nur unterstreichen. Solche Inszenierungen, mit so viel Liebe und Engagement vom gesamten Team, brauchen wir. Musical abseits vom reinen Profitdenken der Großen. Musicals die allen Freude bringen und ein Lächeln hinterlassen, gepaart mit einer Träne der Begeisterung.

Wie sehr diese Produktion den Publikumswünschen gerecht wird, zeigt, dass wir nicht wie sonst an dieser Stelle auf den Ticketshop verweisen. Die derzeitige Inszenierung ist bis zur Derniere am 27. Juni 2018 komplett, wirklich komplett, bis auf den letzten Platz ausverkauft. Wir können nur hoffen und wünschen, dass in der nächsten Spielzeit eine Wiederaufnahme von DOKOTOR SCHIWAGO geplant wird. Als kleines Trostpflaster für alle die sich keine Karten sichern konnten, ein paar Bilder dieser wundervollen Inszenierung.

Musical1 wird die Musikalische Komödie für seine Leser weiter begleiten und sicher in den nächsten Monaten über weitere Musicalhighlights des Hauses berichten.

 

 

 

 

 

Kategorie: Stadttheater,Theater Eigenproduktionen

Tags:

Autor: I. Marquardt(29.01.2018)

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  • Sybille Brauer 30. Januar 2018 at 08:32 / Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe den obigen Artikel mit totaler Freude gelesen. Wunderbar!
    Ich bin schon eine ganze Weile Fan von Jan Ammann und habe Karten für die Vorstellung am 09.02.2018.
    Jetzt ist die Vorfreude noch größer.
    Wobei ich ganz oft von Berlin nach Leipzig fahre, um eine Musicalvorführung in der Musikalischen Komödie zu erleben. Am 05.05.2018 kommt der Graf von Monte Christo, der immer wieder einfach nur super ist.
    Auch Dracula war einfach nur sehenswert. Hoffe es wird wieder einmal gezeigt. Also ich kann Leipzig nur empfehlen. Wobei ich auch in anderen Städten und Land (Österreich) in Sachen Musical unterwegs bin.
    Gucke im März in Wien “I am from Austria”. Bin auch schon ganz gespannt. Hoffe ja auch noch immer, daß
    Schikaneder nach Deutschland kommt. Habe ich mehrmals in Wien gesehen und war einfach nur total begeistert.

    Viele Grüße aus Berlin

    Sybille Brauer

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