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DIE SCHÖNE UND DAS BIEST – Ein romantisches Musical-Märchen

Ein Märchenmusical lässt die Lichter im Theater am Potsdamer Platz wieder erstrahlen. Im Rahmen der Tour war das Musical DIE SCHÖNE UND DAS BIEST für einen einzigen Tag auch in Berlin. Es ist sehr schade, dass es nur solch eine kurze Stippvisite in der Hauptstadt gab. Sicher hätten sich einige diese Inszenierung noch an ein, zwei anderen Terminen angesehen. Musical1 hat allerdings diese einzige Vorstellung zum Vorbeischauen genutzt.

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Die Schöne und das Biest Tour 2018 © Jef Kratochvil

DIE SCHÖNE UND DAS BIEST – klassisch und nah am Buch

Zur Story an sich brauchen wir vermutlich nicht allzu viel anmerken, da sie allen Musical-Interessierten hinreichend bekannt sein dürfte.  Ein arroganter, hartherziger Adliger wird mit einem Fluch belegt und fristet sein Dasein in einem verhexten Schloss. Der ruinierte Kaufmann mit den zwei Zickentöchtern und einer dritten Tochter, der jüngsten, gerät mitten hinein in die Geschichte. Die eigentliche Hauptperson: die grundgütige Belle, die eh den meisten Durchblick hat und nicht nur den Dorfcasanova sofort durchschaut, sondern natürlich alles zu einem guten Ende bringt.

Wir möchten gleich hier darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Inszenierung von DIE SCHÖNE UND DAS BIEST nicht um die zuckersüße, knallbunte DISNEY-Produktion handelt. Die Anfänge dieser aktuellen Inszenierung von der französischen Novelle „La Belle et la Bête“ gehen zurück bis ins Jahr 1994. Das Stück wurde seinerzeit in Köln uraufgeführt. Seit März 2018 nun führt die derzeitige Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Eine der 40 Städte ist Berlin. Wir haben vorbeigeschaut und die Vorstellung besucht.

Endlich wieder Theater am Potsdamer Platz

Erfreulicherweise machte DIE SCHÖNE UND DAS BIEST Station im Theater am Potsdamer Platz, in dem die Lichter eine zeitlang ja gar nicht mehr angingen. Apropos Licht: Die Bühne ist ziemlich dunkel, als wir den Saal betreten und auch das Bühnenbild scheint eher düster, braungrau, eintönig. Bereits hier und jetzt werden wir daran erinnert, dass das Stück in seinem Ursprung ja um 1740 spielt – und da war die Welt für die wenigsten Menschen bunt und heiter.

© Tino Kratochvil

So beginnt dann auch hier das Stück mit einem wortreichen Gelage auf dem Dorfplatz. Kostüme und Deko sind der Zeit entsprechend stimmig, die Nähe zur originalen Buchvorlage wird sehr deutlich.

Wunderbar überzeugende Cast

Gustav, er ist der Schürzenjäger des Dorfes. Er zieht gleich mal die Aufmerksamkeit auf sich und schwingt große Worte. Mit dem Schweizer Baritenor Adrian Burri ist die Rolle exzellent besetzt. Er hat trotz Gustavs dümmlich-frecher, eingebildeter Art, seiner verschmitzten Erscheinung und einer absolut großartigen Stimme sofort viele Sympathiepunkte gesammelt.

Bellas Vater, Mariano Skroce mit seinem wunderbar warmen Bariton, verkörperte spürbar den Druck des verlorenen Würfelspiels auf dem Dorfplatz und den Verlust seines Handelsgutes, was seine Familie nun in die Armut treibt.

Den beiden Schwestern Grete und Ilse (Marina Granchette und Laura Luisa Hat) wird für unseren Geschmack ein wenig zu viel Raum und Zeit eingeräumt. Beide Rollen sind auch ein wenig zu überspitzt angelegt. Es ist eine Gratwanderung zwischen Komik und lächerlich. Etwas weniger schrill in Stimme, Maske und Kostüm wäre authentischer und passender gewesen. Handwerklich ist an beiden Künstlerinnen allerdings nichts auszusetzen.

Bella und das Biest

Bella wurde von Anne-Katrin Meyer gesungen und gespielt, die als Berlinerin hier sozusagen ein Heimspiel hatte. Ganz bei sich selbst und schon etwas in sich gefestigt hat diese Bella zwar nicht die kindlich verspielte Keckheit, aber dafür ein wunderbar sanftes Wesen mit ausdrucksstarker Stimme und einfühlsamer Mimik. Die Duette mit ihrem Vater und dem Biest sind einfach fantastisch. Sie konnte uns vollständig überzeugen.

Womit wir dann auch bei der zweiten Hauptperson des Stückes angekommen wären: dem Biest. Wer im Vorfeld gehört oder gelesen hat, Florian Soyka singe das Biest, der konnte nicht anders. Da musste man hin, das garantiert, Klasse, Spaß und perfekten Gesang! Wir müssen eingestehen: Auch wir haben uns sehr gefreut, Florian Soyka wieder einmal in Berlin auf der Bühne zu erleben und unsere Erwartungen wurden erfüllt. Ein Biest – böse, aber auch verletzlich und bemitleidenswert. Stimmlich und darstellerisch wunderbar.

Die gute Fee des Stückes hilft uns durch die Szenerie

© Jef Kratochvil

Von der guten Fee (Janneke Thomassen) geleitet, die die Szenenübergänge erklärend mit glasklarer Stimme exzellent besingt, sind wir mittlerweile im verhexten Schloss angekommen.

Schnaufend, polternd, herumwütend stapft das Biest durch die Szene, um sich aber auch dann und wann mal in Selbstmitleid zu ergeben. Herrlich! Wirklich gute Lichteffekte unterstützen das Ganze.

Des Prinzen Diener: anders als bei Disney. In dieser Produktion sind die „verfluchten“ Personen  Gegenstände: ein Sessel, brilliant präsentiert von Markus Wegner, ein Violoncello, großartig in Kostüm, Maske und Bewegung von Selly Meier dargestellt sowie die Haushälterin Mathilde (Silvana Germann) als Spinne im Netz.

Der „versteinerte“ Hofstaat wird teils bildlich, teils real durch das Ensemble dargestellt. Wie nicht anders zu erwarten, hat Bella das Biest ziemlich schnell um den Finger gewickelt und in ihren Bann gezogen. In seiner Liebe zu ihr gewährt es Bella einen Besuch im heimischen Dorf, wo ihr prompt wieder Gustav über den Weg läuft. Dieser versucht vergeblich, mit Hilfe seines Freundes (Niklas-Sven Kerck), Bella für sich zu gewinnen. Hier hätten wir ein weiteres Mal die bereits erwähnte Gratwanderung, sich etwas zu nah an der Klamauk-Kante zu bewegen. In diesem Fall, als Gustavs Freund Liebesgesäusel souffliert, welches Gustav missdeutet und in platten Reimen albern verdreht. Auch hier wäre nach unserer Meinung etwas weniger mehr.

Bella kann so etwas natürlich gar nicht beeindrucken, sie konzentriert sich eher darauf, ihren Vater zu beschwichtigen. Sie versucht zu erklären,  dass es ihr gut geht und sie zurück ins verhexte Schloss will. Wohingegen Gustav sich um seine Braut geprellt sieht und eine Hetzjagd auf das Biest anzettelt. Sehr beeindruckend umgesetzt, mit echten flammenden, brennenden Fackeln geht es auf die Biestjagd! Dieser Effekt war schon sehr beeindruckend!

© Jef Kratochvil

Wie es dann in Märchen immer so ist, siegt die Liebe. Die Liebe, ja die Liebe – sie lässt mal wieder letztendlich alle lächelnd in ihren Sitzen zurück. Nachdem Bellas Liebesgeständnis das Biest gerettet und in einen strahlend schönen Florian-Soyka-Prinzen verwandelt hat. Und natürlich nicht nur ihn, sondern auch den gesamten Hofstaat, von dem nun allesamt in wunderschönen Kostümen die Schlussszene gestalten. Das Märchen Happy-End ist perfekt.

Aufwendig inszenierte Tourproduktion

Für eine Tourproduktion haben wir hier bei DIE SCHÖNE UND DAS BIEST eine schon recht aufwendige Bühne gesehen. Die dazugehörige Dekoration und die tollen Kostüme ergänzen dies alles wunderbar und geben der Produktion ein gewisses Extra an Ausstattung.

Manche Dialoge schienen uns doch ein bisschen zu platt und simpel. Und auffällig sind dann und wann Verse, die auf einem einsilbigen Wort enden, wobei dieses Wort jeweils auf zwei Tönen gesungen wurde. Dabei war der letzte Ton immer tiefer als der erste; Wörter waren zum Beispiel „Herz“ und „war”.

Dies aber nur am Rande. Denn mit der wunderschönen Musik des Komponisten Martin Doepke erweist sich die deutschsprachige Bühnenversion dieser beliebten Liebesgeschichte als überaus hörens-und sehenswert. Uns faszinierte die sehr, sehr schöne durchgängige Darstellungsweise, die das ganze Stück musikalisch wie ein roter Faden durchzogen hat.

Wir wünschen dem tollen Team weiterhin viele begeisterte Besucher der Show, die romantische Märchentradition in dieser Art der Präsentation lieben und sich begeistern lassen. Wir wünschen viel Erfolg für den weiteren Tourverlauf.

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: I. Marquardt(03.05.2018)

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