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DIE SCHATZINSEL – DAS MUSICAL: Wiederaufnahme in Fulda

Am 18. August feierte DIE SCHATZINSEL als abschließendes Stück im diesjährigen Fuldaer Musical-Sommer Premiere. Musical1 war dabei, als sich Jim Hawkins auf die Suche nach dem Piratenschatz und Louis Stevenson auf den Weg zu seiner großen Liebe machten.

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DIE SCHATZINSEL - Long John SIlver
DIE SCHATZINSEL – Long John SIlver © Spotlight Musicals

Auf ein Neues: Spannende Schatzsuche in Fulda

Auch das dritte und letzte Stück, das im diesjährigen Fuldaer Musicalsommer wiederaufgenommen wird, basiert auf einem berühmten Buch mit historischem Setting: Robert Louis Stevensons Abenteuerroman „Die Schatzinsel“. Diesmal entführt man das Publikum ins Schottland, Frankreich und Amerika des 19. und die Karibik des 18. Jahrhunderts.

Spannende Interpretation mit zwei Erzählebenen

Für die Autoren des Stückes, Dennis Martin und Christoph Jilo, war die Adaption von DIE SCHATZINSEL eine große Herausforderung. Denn das Buch erzählt zwar eine spannende Abenteuergeschichte, es fehlen jedoch auch viele Elemente eines klassischen Musicals, besonders eine Liebesgeschichte. Daher entschied man sich dafür, das Leben des Autors Robert Louis Stevenson und die Entstehung des Romans ebenfalls in das Musical mit einzubinden.
Herausgekommen ist ein Stück mit zwei Erzählebenen:

Die Rahmenhandlung zeigt den jungen Robert Louis Stevenson (im Stück nur Louis Stevenson genannt), der ein ausschweifendes Leben führt und davon träumt, von der Kunst leben zu können. Sein strenger Vater dagegen wünscht sich für ihn einen sicheren Job als Anwalt, was zu Konflikten führt.
In einer Künstlerkolonie in Frankreich trifft Louis auf Fanny Osborn und ihren Sohn Lloyd. Er verliebt sich in Fanny und beginnt, Lloyd eine spannende Piratengeschichte zu erzählen. DIE SCHATZINSEL wird geboren.

DIE SCHATZINSEL - Louis (Friedrich Rau) und Fanny (Anna Thorén)

© Spotlight Musicals

Diese wiederum erzählt von dem Jungen Jim Hawkins, der an eine Schatzkarte gerät, hinter der finstere Piraten her sind. Gemeinsam mit seinem väterlichen Freund Doktor Livesy macht er sich auf, den Schatz zu finden, ohne zu ahnen, dass eine Piratencrew ihnen bereits auf die Schliche gekommen ist.

Anspruchsvolle Inszenierung, die die Künstler herausfordert

Die zwei Erzählebenen stellen für die Darsteller eine Herausforderung dar, denn sie sind alle in Doppel-, wenn nicht sogar Dreifachrollen besetzt. In kürzester Zeit schlüpfen sie aus Stevensons Leben direkt in seine berühmte Geschichte hinein. So wird beispielsweise Friedrich Rau von Louis Stevenson zu Doktor Livesy, Anna Thorén von Fanny Osborn zu Jims Mutter Mrs Hawkins und Reinhard Brussmann von Louis’ strengem Vater zum ebenso resoluten Kapitän Smollet. Diese Sprünge sind stets durch geschickte Wechsel im Kostüm und Bühnenbild für das Publikum kenntlich gemacht.

Besonders interessant an dieser Erzählweise ist, dass viele Figuren aus Louis‘ Leben eine Entsprechung in seiner Geschichte finden. Man versteht, wie Louis seinen später so berühmten und erfolgreichen Roman aus seinem eigenen Leben, seinen Konflikten und Träumen und auch mithilfe des kleinen Lloyd entwickelt.

Wieder einmal erstklassige Hauptdarsteller

Die bisherigen Spotlight-Produktionen glänzten bereits mit starken Darstellern, doch DIE SCHATZINSEL legt noch einmal eine Schippe drauf. Durch die vielen Doppelrollen und schnellen Wechsel wird von den Darstellern einiges gefordert und sie enttäuschen keinesfalls.
Friedrich Rau versprüht als Louis Stevenson, den er bereits zur Uraufführung 2015 verkörperte, Lebensfreude und steckt das Publikum mit seiner positiven, träumerischen Art schnell an. Seine warme, kräftige Stimme passt er dabei ebenso gut an die verschiedenen Stimmungen und Lieder an wie sein Schauspiel.
Souverän spielt er auch den deutlich besonneneren, aber nicht weniger liebenswerten Dr. Livesey im „Schatzinsel“-Setting. Gegen Ende des Stückes setzt er dann sogar in einer unerwarteten dritten Rolle seiner beeindruckenden Leistung noch einmal die Krone auf, indem er eine völlig andere Seite von sich zeigt und einmal mehr sein Talent und seine Wandelbarkeit beweist.

DIE SCHATZINSEL - Louis (Friedrich Rau)

© Spotlight Musicals

Doch der heimliche Star des Abends ist Kinderdarstellerin Anna Eichler. Genau wie Rau spielt sie eine Dreifachrolle: Louis als Kind, Lloyd und Jim. Damit steht sie in diesem Stück mehr auf der Bühne als die meisten ihrer erwachsenen Kollegen – eine beeindruckende Leistung im zarten Alter von 12 Jahren. Ihre Rollen spielt sie
mit beeindruckender Souveränität. Lloyds kindliche Neugier und Jims Heldenmut werden dem Publikum durch sie wunderbar vermittelt und wirken beinahe ansteckend. Auch ihre wenigen Singstellen meistert sie mit einer für ihr Alter klaren und sicheren Stimme.

Die starke Frau an Raus Seite ist einmal mehr Anna Thorén. Ihre kräftige und klare Stimme und ihr emotionales, berührendes Schauspiel verleihen Fanny Osborn und Mrs Hawkins Persönlichkeit und tragen zu einem Großteil der Emotionen bei, die das Stück vermittelt. Die Liebe zu Lloyd und die Zerrissenheit zwischen gesellschaftlichen Standards und Fannys Liebe zu Louis kauft man ihr in jeder Minute ab.

Auch hochkarätige Nebendarsteller sind mit von der Partie

Auch in DIE SCHATZINSEL muss das Fuldaer Publikum nicht auf Reinhard Brussmanns beeindruckend tiefe, ausdrucksstarke Stimme verzichten. Mit Souveränität und Strenge verkörpert er Louis‘ Vater und den resoluten Schiffskapitän Smollet.
Einen interessanten Kontrast dazu bildet Andreas Lichtenberger als Long John Silver. Die gewitzte und leicht verrückte Art des Piraten, aber auch seine weiche Seite gegenüber Jim stellt er überzeugend und unterhaltsam da. So muss man ihn, obwohl seine Rolle nicht zu den Guten gehört, einfach gern haben.

Nicht unerwähnt bleiben sollten Frank Logemann als Billy Bones und Israel Hands, zwei waschechte, raubeinige Piraten, die er mit viel Witz und Charakter verkörpert.
Auch Kristian Lucas beweist als aufgesetzter, dümmlicher Squire Trelawney sein Schauspieltalent, das besonders dann auffällt, wenn man ihn in seiner völlig anderen Rolle des Mirdin in DER MEDICUS gesehen hat.

Musikalische Vielfalt

Musikalisch bleibt DIE SCHATZINSEL klassischen Musicals und den anderen Spotlight-Produktionen, die ebenfalls aus der Feder von Dennis Martin stammen, treu, geht jedoch auch neue Wege.
So gibt es beispielsweise dank der Rahmenhandlung auch in diesem Stück mit „Haben wir noch den Mut zu träumen“ ein romantisches Duett und mit „Alles auf eine Karte“ einen Song, in dem die Hauptfigur sich entscheidet, ihren Träumen zu folgen und für ihre Ziele etwas zu riskieren. In „Wach endlich auf, mein Sohn“ gipfelt der Vater-Sohn-Konflikt in einem Streit starker Stimmen.

Die „Schatzinsel“-Handlung des Stückes dagegen folgt musikalisch einem anderen Stil, der die beiden Erzählebenen neben optisch und inhaltlich auch akustisch von einander trennt. Ob „Ay Ay“ oder „Heihoo“ – Auch Lieder im „typischen Piratenstil“ sind in DIE SCHATZINSEL vertreten.

Interessant sind auch Lieder, die beide Erzählebenen verbinden, beispielsweise „Alles auf eine Karte“, in dem sowohl Dr. Livesey als auch Louis sich auf eine große Reise aufmachen, oder „Ich bin das Kommando“, in dem Louis‘ Vater und Kapitän Smollet ihre Autorität besingen.

DIE SCHATZINSEL - Das Ensemble

© Spotlight Musicals

Optisch sehr gut gelungen

Neben den starken Schauspielern und Sängern kann DIE SCHATZINSEL auch durch beeindruckende und vielfältige Choreografien von Michael Matej überzeugen. So gelingt es dem Ensemble beispielsweise allein durch ihre Bewegungen, einen starken Sturm überzeugend darzustellen. Geschickt gemacht ist auch die Choreografie zu „Ich mein es nur gut mit dir“, in der Silver nach und nach düstere Gestalten aus Bristol zum Leben erweckt, um Jim vor den Gefahren der Stadt zu warnen. Einen unterhaltsamen Kontrast dazu bildet „Dass sie sich nicht schämt“, in dem einige piekfeine, amerikanische Ladys sich äußerst affektiv über Fanny Osborns Lebensstil echauffieren.

Was das Bühnenbild und die Kostüme betrifft, hat man sich ebenfalls wieder sehr ins Zeug gelegt.
Das Bühnenbild von Jaroslav Milfajt ist einfach und doch beeindruckend wandelbar. Ein Holzgerüst kann nach Belieben zusammengeklappt werden und so ein recht eindrucksvolles Piratenschiff darstellen, aber auch ebenso schnell wieder umgewandelt werden, sodass die Bühne beispielsweise den Salon in Louis‘ Elternhaus darstellt. Ergänzt wird es durch Videoanimationen von Petr Hlousek, die beispielsweise das Schiff auf hoher See zeigen oder dem Publikum die Schatzkarte präsentieren – Elemente, die sich im Bühnenbild nicht so leicht anderweitig darstellen lassen würden.
Die Kostüme von Andrea Kucerovà sind bunt und vielseitig, wechseln doch die Darsteller stets nicht nur das Jahrhundert sondern auch die sozialen Schichten, in denen sie spielen.

Gelungener Abschluss des diesjährigen Musicalsommers

Insgesamt bildet DIE SCHATZINSEL einen unterhaltsamen und gelungenen Abschluss des diesjährigen Fuldaer Musicalsommers. Wir sind wieder einmal beeindruckt davon, was Spotlight Musicals innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt hat. Das Stück läuft noch bis zum 2. September im Schlosstheater Fulda.

Tickets für DIE SCHATZINSEL
Tickets für DIE SCHATZINSEL

Wir bedanken uns für die drei tollen Stücke in Fulda und freuen uns auf den nächsten Musicalsommer. Ab dem 14. Juni 2019 geht es wieder los mit DIE PÄPSTIN, DER MEDICUS und BONIFATIUS. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen.

Kategorie: Die Schatzinsel

Tags:

Autor: C. Hain(25.08.2018)

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