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DIE PÄPSTIN – Premiere der Neuinszenierung in Stuttgart

Am Freitag den 2.3.2018 hatte DIE PÄPSTIN - das Musical seine Premiere im Theaterhaus in Stuttgart. Auch wir haben uns unter das Premierenpublikum gemischt und uns das Musical in der Neuinszenierung angesehen. Wie es uns wohl gefallen hat?

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Die Geschichte einer bemerkenswerten Frau

Das Musical DIE PÄPSTIN hatte am Freitag, den 2.März 2018 seine gefeierte Premiere im Theaterhaus in Stuttgart.

DIE PÄPSTIN ist ein Historiendrama, das die Geschichte von Johanna erzählt, die eine sehr außergewöhnliche Frau für ihre Zeit war. Eine Frau, die im Mittelalter für Werte wie Unabhängigkeit, selbstbestimmte Liebe und eine bessere Welt eintrat. Dass dies nicht ohne Dramatik und Emotionen einhergehen kann, erklärt sich von selbst.

Hochkarätige Musicaldarsteller versprechen Hochgenuss

Für die Stuttgarter Premiere standen hochkarätige Musicalstars auf der Bühne. Anna Hofbauer – Johanna (Päpstin), Jan Ammann – Gerold und Uwe Kröger – Aeskulapius.

Mit mehr als 30 weiteren Darstellern präsentierte sich das Musical DIE PÄPSTIN, welches auf dem Bestsellerroman von Donna W. Cross basiert, in einer emotionalen und wundervollen Inszenierung. Musical auf allerhöchstem Niveau.

Ganz weit zurück ins Mittelalter

Wir befinden uns im Jahr 814 anno Domini. Johanna wird als Tochter einer sächsischen Heidin und eines Dorfpfarrers geboren. Sie wird hineingeboren in ein Zeitalter, das Mädchen und Frauen keine Rechte einräumt. Johanna ist intelligent und lernt heimlich lesen und schreiben.

Auf Umwegen und durch diverse Umstände erhält Johanna die Gelegenheit, die Klosterschule zu Dorstadt zu besuchen. Als Frau hat sie dort fast keine Chance. Sie wird angefeindet und ein Normannenüberfall kostet sie fast das Leben.  Wie durch ein Wunder überlebt Johanna als Einzige. Um am Leben zu bleiben und sich zu schützen, schneidet sie sich das Haar und legt ihre Frauenkleider ab. Johanna gibt es nun nicht mehr. Sie wird Johannes Anglicus, ein Mönch der ins Kloster Fulda eintritt.

©alexwolfanger.com

Lange Jahre vergehen, Jahre die Johanna in ihrer Verwandlung zu einer ewigen Verfolgten machen. Von Fulda gelangt sie schließlich bis nach Rom. Aber auch in Rom ist sie nicht sicher. Das Zentrum der Macht wird bedroht und Intrigen beherrschen den Alltag immer und überall.  Johannas Stärke gibt ihr Kraft und sie schafft es zum Leibarzt des Papstes zu avancieren.

Doch wie so oft im Leben holt sie ihre Vergangenheit ein und sie trifft völlig unerwartet auf ihre einzige große Liebe. Den einzigen Mann, den sie, Johanna, je geliebt hat. Sie steht vor einer schwierigen Entscheidung: Liebe oder Unabhängigkeit.

Dann allerdings stirbt der Papst und Johanna wird von den Römern zu dessen Nachfolger gewählt. Was soll sie nun tun? Niemand darf um ihre wahre Identität wissen.

Eine überzeugende und aussagefähige Neuinszenierung die den Zuschauer einbezieht

DIE PÄPSTIN das Musical in der Stuttgarter Neuinszenierung hat uns beeindruckt. Es ist ein sehr aussagefähiges und musikalisch gelungenes Stück. Es ist ein Musical, aber es ist doch auch so anders, als das was man gewöhnt ist.

Das Bühnenbild kommt im ersten Eindruck einfach und blass daher. Doch aus den auf der Bühne etablierten Holzkisten, verschiebbaren Vorhängen und der präzise eingesetzten Lichttechnik, verwandelt sich im Laufe des Stückes ein Ort mit verschiedenen Schauplätzen. Das Bühnenbild und die Requisiten unterstreichen die Kargheit des Mittelalters. Durch einfache, aber auch hier gezielt eingesetzte Stoffe, beschreiben die Kostüme der Darsteller ausdrucksstark die Stellung der jeweiligen Person im Stück. Mit Accessoires aus Brokatstoff, groben Leinenstoffen oder mit Nieten verzierten Wams, gelingt es dem Zuschauer schnell die Position der einzelnen Darsteller im Stück fest zu machen.

DIE PÄPSTIN – Musical so anders

DIE PÄPSTIN brilliert mit vielen Tanzensemble-Szenen und diese sind das, was dieses Musical so anders wirken lässt. Das Stück spielt im Mittelalter um 812. Die Tanznummern kommen rockig bis poppig rüber. Dies nicht nur durch die Choreografie und die Musik, sondern auch durch die für das Stück modern anmutende Kleidung. Im ersten Moment lässt dies den Zuschauer stutzen, aber sehr schnell hat man sich daran gewöhnt, dass die Tanzdarbietungen im Stück modern bis rockig anmuten und im Gegensatz zu den sakralen und teilweise sehr einfühlsamen Romanzen des Gesamtstückes stehen. Ein Bruch der wunderbar harmoniert.

Durch das gesamte Stück wird die Hauptdarstellerin Johanna/Päpstin (Anna Hofbauer), von zwei “schwarzen Vögeln” begleitet, welche ihre Mutter ihr, in einer Geschichte aus Kindheitstagen, zum Schutz und Halt zur Seite stellte . Erscheinen diese doch immer, wenn Johanna sich in Bedrängnis, Angst oder Verzweiflung befindet. Dargestellt durch zwei hervorragende Akrobatinnen der Lüfte, die einen Rahmen der Handlung darstellen und am rechten und linken Bühnenrand agieren. Ihre Akrobatik vermittelt im Zusammenspiel mit den Lichteffekten ein Schweben und Fliegen. Sie begleiten Johanna auf ihrem Weg durch das gesamt Stück bis zu ihrem Ende. Wir fanden diese Darstellung des “mütterlichen” Schutzes außerordentlich hervorragend gelöst und sehr stimmig zum Stück.

Johanna ein Mädchen mit Willen

Im Jahr 814 als Mädchen geboren zu werden war eine Strafe. Für die Familie unnütz, da keine vollwertige Arbeitskraft – Mädchen waren ungewollt. Schon als Johannas Vater erfährt, dass seine Frau eine Tochter geboren hat, sind seine Enttäuschung und sein Ärger nicht zu übersehen und zu überhören.

Dass sich die kleine Johanna, gespielt von Alva Kist, als wissbegierig und neugierig erweist, heimlich lesen und schreiben lernt, gerät natürlich immer mehr zum Unwillen des Vaters. Alva Kist gab eine bezaubernde Johanna in Kindheitstagen. Natürlich, ungekünstelt mit einem unglaublich kindlichen Charme, der aber dem Kind so eigenen unbedarften Witz nicht entbehrte, spielte und sang sich Alva in die Herzen der Zuschauer. Alva Kist eine wundervolle kleine Johanna – stimmlich – darstellerisch und auch optisch mehr als perfekt ausgesucht. Es hat uns sehr gefreut, sie erleben zu dürfen.

DIE PÄPSTIN eine starke Frau und Darstellerin

Anna Hofbauer ist Johanna DIE PÄPSTIN. Eine außergewöhnliche, starke Frau, was auch durch Anna Hofbauers wundervolles und überzeugendes Schauspiel voll zum Tragen kommt. Unterstrichen wird dies durch ihre stimmliche Leistung, welche sich auf die starken lauten Töne ebenso einlässt wie auf die stillen, emotional ruhigen Töne. Anna Hofbauer konnte überzeugend darstellen, wie diese junge Frau mit ihrer unglaublichen Stärke und ihrem unumstößlichem Willen ihren Weg beschreitet und sich bis in den Tod treu bleibt.

Die Männer im Leben DER PÄPSTIN

Ein ihr treuer Begleiter ist Gerold (Jan Ammann). In Johannas Kindheitstagen nimmt er sich ihrer an und unterstützt ihren Drang nach Wissen. Er fördert ihre Neugier und ihren Tatendrang. Über die Jahre, Johanna reift zu einer jungen Frau heran, entdeckt er in ihr die Frau, welche ihm die Liebe gibt, welche er bei seiner Frau nie fand. Jan Ammann: Perfekt in der Rolle des Markgrafen Gerold. Wer ihn bereits in anderen Rollen auf einer Bühne hören und sehen konnte, weiß, mit wie viel Emotionen Jan Ammann diese Rollen interpretiert und was diese beim weiblichen Publikum bewirken. Ein Sehnen, ein Hoffen, man bangt, liebt, leidet mit seinem Gerold. In stimmlicher Hochform bringt er die notwendigen Gefühlsausdrücke der einzelnen Szenen wundervoll und stark rüber. Die lauten wie die leisen Töne harmonieren mit der Rolle des Gerold darstellerisch perfekt.

Aeskulapius (Uwe Kröger), der Mann im Leben von Johanna, der bereits in früher Kindheit ihren Drang nach Wissen bewundert, akzeptiert und fördert. Er ist es, der den Weg, den Johanna gehen wird, durch sein Handeln und sein Tun beeinflusst. Wir haben Uwe Kröger in einer Rolle erlebt, wo man fast sagen möchte, diese sei ihm auf den Leib geschrieben. Auch hier stimmte Darstellung und stimmliche Darbietung völlig überein. Wir haben einen Uwe Kröger erleben dürfen wie vielleicht schon lange nicht mehr. Souverän und sicher präsentierte er Aeskulapius in all den notwendigen Facetten, die diese Rolle fordert. Uwe Krögers unverwechselbare Sprechstimme strahlte im gesamten Zusammenspiel mit den Kollegen auf der Bühne, vor allem aber mit den Kinder-Darstellern, Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung aus. Drei Eigenschaften, die Aeskulapius sehr gut charakterisieren.

Auch die Widersacher DER PÄPSTIN mit Alexander Kerbst als Arsenius  und dessen Sohn Anastasius, gespielt von Christopher Brose, konnten durchweg überzeugen. Zwei Herren die von Beginn an keinen Hehl daraus machen, was das Ziel ihrer Mission ist. “Wir” werden Papst! Ein Ansinnen, welches sie ein wenig komisch daherkommen lässt, was aber keineswegs über ihre Gefährlichkeit hinweg täuschen darf und kann. Christopher Brose zeichnet mit seiner schauspielerischen und gesanglichen Leistung das Bild eines machtsüchtigen kleinen Emporkömmlings in fantastischer Art und Weise. Alexander Kerbst erfährt als Arsenius die gesamte Härte seiner verfehlten Erziehung an seinem Sohn Anastasius.

Jeder Darsteller ein Hauptdarsteller

©i.marquardt/musical1

DIE PÄPSTIN – Anna Hofbauer ist Titelfigur und somit Hauptakteurin und Hauptdarstellerin dieses Musicals. Man muss allerdings uneingeschränkt sagen, dass alle auf der Bühne agierenden Darsteller durch ihre Präsentation, jede einzelne Rolle zu einer Hauptcast gemacht haben. Das Stück lebt von vielen Charakteren und wird von jedem einzelnen maßgeblich beeinflusst. Johannas Weg wird von vielen Menschen gekreuzt, bestimmt, und in die Richtung gelenkt, welche schließlich die gesamte Handlung ausmacht. Es ist dieser Inszenierung wunderbar gelungen, dies auch an die begeisterten Zuschauer zu vermitteln.

Leider hat DIE PÄPSTIN erst einmal nur für 7 Vorstellungen in Stuttgart gastiert. Es wäre wunderbar und wünschenswert, wenn diese Inszenierung noch sehr oft auf einer Bühne zu sehen sein würde.

 

 

 

 

Kategorie: Allgemein,Die Päpstin

Tags:

Autor: I. Marquardt (08.03.2018)

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