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DIE PÄPSTIN – Musical Sommer in Fulda 2019

Der Musical Sommer in Fulda startete am 14. Juni 2019 mit der umjubelten Premiere von DIE PÄPSTIN im Schlosstheater Fulda. Dieses Jahr dürfen Sie Isabel Trinkaus als Päpstin Johanna auf der Bühne sehen, während Mark Seibert nach dem Debüt vom letzten Jahr wieder als Gerold auf der Bühne stehen wird. Wir waren bei der Premiere dabei und berichten Ihnen von unseren Eindrücken.

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Schlussapplaus © S. Ahrens

Die Päpstin – und noch immer brandaktuell

Peter Scholz

© S. Ahrens

Der Musical Sommer wurde im Jahr des 1275. Stadtjubiläums mit dem Musical DIE PÄPSTIN eröffnet. Außerdem feiert Fulda das 1200-jährige Jubiläum der Fertigstellung der Ratgar-Basilika, deren Erbauung im Musical thematisiert wird. Doch auch unabhängig davon ist dieses Musical thematisch immer noch aktuell.

Im Stück wird deutlich gemacht, dass es damals – im 9. Jahrhundert – Mädchen nicht gestattet war, lesen und schreiben zu lernen. Die damalige Meinung: Frauen seien nur zum Gebären gut, da sie schuld an der Vertreibung aus dem Paradies seien.
Die kleine Johanna, Tochter eines Dorfpfarrers, flieht mit ihrem Bruder Johannes und der Hilfe von Aeskulapius nach Dorstadt, um in die Klosterschule gehen zu können. Dort muss das Mädchen seine Intelligenz beweisen, um aufgenommen zu werden.
Im Laufe ihres Lebens werden Johanna immer wieder Steine in den Weg gelegt. Mal sind es die Jungen in der Klosterschule, die sie nicht akzeptieren wollen, mal ist es ihre Ziehmutter, die ihr Schwierigkeiten bereitet. Hinzu kommen all die Probleme, die aufkommen, da sie sich als junger Mann ausgeben muss, um sich weiterhin Wissen aneignen zu können.

Aeskulapius mit Johannes und seinem Vater

© Spotlight Musicals GmbH

Auch heute noch werden Frauen nicht immer gleichberechtigt behandelt, müssen sich immer wieder aufs Neue beweisen und für ihr Recht kämpfen. Peter Scholz leitete mit diesen Worten in das Stück ein und berichtete, dass unter anderem am selben Tag in der Schweiz die Frauen zum Generalstreik aufgerufen haben. Dabei hoffte er, dass das Damenensemble dies nicht ebenfalls vorhatte. Reinhard Brussmann, der in diesem Stück den Aeskulapius spielt und im August als Bonifatius im gleichnamigen Musical auf der Bühne stehen wird, beruhigte Scholz, indem er hinterm Vorhang rief, dass alle da wären. Mit einem so belustigten Publikum konnte die Show dann auch beginnen.

Tradition in Fulda

Auch in diesem Jahr wurden die Gäste des Schlosstheaters mit einem Sektempfang begrüßt. Begleitet wurde dies wieder von Live-Klaviermusik im Hintergrund. Nach der kleinen Ansprache des Geschäftsführers begann die bekannte Show nach dem Bestseller von Donna W. Cross. In Fulda ist es Tradition, im Anschluss mit allen Gästen, DarstellerInnen und Mitwirkenden die Premiere auf der anschließenden Feier zu zelebrieren.

Päpstin

© Spotlight Musicals GmbH

Doch mehr als nur vier Shows

Aus gesundheitlichen Gründen konnte die Ur-Päpstin Sabrina Weckerlin dieses Jahr nicht ihre Lieblingsrolle Johanna in DIE PÄPSTIN übernehmen. Schon vorher waren vier Off-Shows bekannt, die Isabel Trinkaus hätte übernehmen sollen. Nun wurde aus vier Shows doch eine ganze Spielzeit. Da diese Änderung recht kurzfristig kam, kann man Trinkaus die ein, zwei kleinen Unsicherheiten und Verhaspler nicht übel nehmen, die auftraten. Will man Weckerlin und Trinkaus miteinander vergleichen, dann fehlte es Trinkaus ab und an ein wenig an Kraft in der Stimme, aber auch nur ein wenig und natürlich ist dies eine rein persönliche Meinung. Jedoch war die Performance von „Das bin ich“ beeindruckend. Dort ging ihre schöne Stimme völlig auf, strahlte und erhielt die Kraft, die zuvor etwas vermisst wurde. Man merkte, wie dies zur Befreiung wurde.

Besondere Stimmen und Perlen

Im letzten Jahr feierte Mark Seibert sein Gerold-Debüt und darf ihn dieses Jahr wieder darstellen. Vor Kurzem erst hatte Seibert seine Konzerttour MARK MAL ANDERS beendet, bei der er auch „Ein Traum ohne Anfang und Ende“ und „Wehrlos“ zusammen mit Sabrina Auer performte.

Sabrina Auer als Gast bei DIE PÄPSTIN

© S. Ahrens

„Es war fantastisch! Natürlich war es beim Konzert bewusst gewählt, dass jeder Song seinen eigen persönlichen Stempel bekommt. Natürlich ist es im Musical selbst wieder ganz anders und viel mehr die Rolle, aber beide Darbietungen von ihm finde ich fantastisch!“, so Sabrina, die wir nach der Premiere auf der Feier entdeckten. Was anderes können wir auch nicht behaupten. Mit Charme und Können begeistert Mark Seibert das Publikum.

Auch in diesem Jahr spielt Reinhard Brussmann den Aeskulapius. Bei seiner überaus vollen, sanften und Raum einnehmenden Stimme kann man nur Gänsehaut bekommen. Seine Darstellung eines weisen Gelehrten ist außerordentlich beeindruckend und ganz und gar überzeugend.

Der Song „Hinter hohen Klostermauern“ überraschte und faszinierte uns in diesem Jahr sehr. Wir hatten fast vergessen, wie schön dieses Lied doch sein kann. Schon 2018 hatte Lutz Standop seine Vielseitigkeit in den Rollen Fulgentius und Rabanus bewiesen und als Rabanus diesen Song gesungen. Doch diesmal fiel uns seine sanfte und weiche Stimme besonders auf und erfüllte uns mit Freude. Dieses Empfinden spiegelte sich auch im anschließenden Jubel und Applaus wieder, den Standop zu Recht erhielt.

Johanna und Rabanus

© Spotlight Musicals GmbH

Alicia Hohmann und Joshua Pfahls spielen in diesem Jahr wieder die Kinder und Geschwister Johanna und Johannes und wir müssen gestehen, das die beiden immer besser werden und zu kleinen Profis heranwachsen. Vor allem Alicias sarkastischer Tonfall wird immer stichiger und spitzzüngiger und brachte das Publikum damit oft zum Lachen.

Johanna und Johannes mit dem Vater

© S. Ahrens

Neue Gesichter bei DIE PÄPSTIN

Unter allen altbekannten Wiederholungstätern bei DIE PÄPSTIN gibt es auch immer wieder neue Gesichert. Darunter fällt Andreas Lichtenberger. Er spielt in diesem Jahr den Vater von Johanna und Johannes und den Papst Sergius. Lichtenberger ließ es unverschämt mühelos aussehen, diese kontrastierenden Rollen zu spielen.

Arsenius und Ratgar werden dieses Jahr von Leon van Leeuwenberg gespielt. Der gebürtige Holländer stand zuletzt in MARY POPPINS in Stuttgart und als gefräßige Pflanze Audrey in DER KLEINE HORRORLADEN im Theater Hof auf der Bühne. Nun darf er in Fulda eine nach Ruhm und Macht gierende Doppelrolle spielen, die er ohne Frage mit Bravour meisterte.

Aftershowparty

© S. Ahrens

Natürlich sind noch viele mehr an diesem Stück beteiligt, die ihren Teil zum Erfolg beitragen. Alle gaben ihr Bestes, was wir und auch das Publikum erkannten und mit Standing Ovations, Jubel und Glückwünschen nach der Show belohnten. Ohne jeden Zweifel war es eine gelungene Premiere, was sich auf der anschließenden Premierenfeier widerspiegelte.

Meckern auf hohem Niveau

Zum Ende gibt es für unser Empfinden doch noch zwei kleine Makel zu finden. Dazu gehört zum einen der Szenenübergang zwischen dem Normanneneinfall in Dorstadt und den drei Jahre später einsetzenden Ereignissen in Fulda. Man hat nach Gerolds Ausruf „Nur eine Stunde zu spät“ den Eindruck, der erste Akt wäre zu Ende – ist er aber nicht. Dadurch wirkte dann das Kommende ein wenig schleppend und lang, obwohl das Folgende großartig war.

Normannen

© Spotlight Musicals GmbH

Zum anderen fehlte uns, genau wie im letzten Jahr, ein wenig Kunstblut. Natürlich wurde dies wieder im Finale beim Tod von Johanna genutzt, nur vorher kein einziges Mal. Am meisten störte uns dies wieder zu Beginn des Stückes, als Anastasius vor dem ermordeten Theodorus sitzt und sagt „So viel Blut“, man aber keinen einzigen Tropfen Blut sehen kann.

Doch beide Kritikpunkte sind Meckern auf hohem Niveau und schaden dem großen Ganzen nicht. Sie wären nur ein weiterer kleine Feinschliff an diesem schönen Stück.

Wieder waren wir von dieser Produktion begeistert und freuen uns auf die Vorstellungen von DER MEDICUS und BONIFATIUS in diesem Jahr.

Tickets für den Musical Sommer in Fulda finden Sie hier.

Kategorie: Die Päpstin, Kritiken

Tags: Fulda

Autor: S. Ahrens (19.06.2019)

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