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DIE NACHT DER MUSICALS – Tourbesuch in Berlin

Im Dezember 2017 startete die große Tour der NACHT DER MUSICALS. Musical1 war beim Probenstart dabei und hat nun auch die Show in Berlin besucht. Die NACHT DER MUSICALS ist aufgrund der Tourgröße eine logistische Herausforderung und eine wunderbare Bühnenshow, die den Zuschauer an einem Abend in die Welt des Genres Musical entführt. Wie es uns in diesem Jahr gefallen hat, berichten wir hier.

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Die Nacht der Musicals
Die Nacht der Musicals © Die Nacht der Musicals

Am 12. März machte DIE NACHT DER MUSICALS Produktion halt im Berliner Tempodrom. Seit nunmehr 21 Jahren präsentieren gestandene Musicaldarsteller die aktuellen und beliebtesten Songs aus den Originalproduktionen der Welt der Musicals in einer mehr als zweistündigen Show. DIE NACHT DER MUSICALS umfasst eine Auswahl aus den größten Musicals der Welt wie zum Beispiel DAS PHANTOM DER OPER, CATS, TANZ DER VAMPIRE, FROZEN, ROCKY, KÖNIG DER LÖWEN, FALCO, ELISABETH, MAMMA MIA, ALADDIN, und, und, und….

Die Songs werden bei DER NACHT DER MUSICALS durch die Künstler durchweg LIVE präsentiert.

Tempodrom Berlin und Musical Flair?

Das Berliner Tempodrom ist für unser Empfinden nicht wirklich eine geeignete und würdige Location.

Da ließen sich in Berlin sicher stimmigere und für solch ein Format bessere Orte finden. Für uns passt das Flair des Tempodroms nicht zum Genre Musical. Es nimmt diesem wunderbaren Showabend die Atmosphäre.

Ein Abend und viele Musicals – komprimierter Genuss

Wir haben Platz genommen, die Bühne ist leer und in blaues, anheimelndes Licht getaucht. Der Zuschauersaal wird dunkel und es geht los.

Den Stücken entsprechende, einstimmende Eingangsmelodien und visuelle Effekte, bei jedem einzelnen Musicalblock, wirken unterstützend, sodass der eingefleischte Musicalfan sofort weiß, was da auf ihn zu kommt, was von Fall zu Fall auch schon mal mit einem erwartungsvollen: „Aahh endlich!“ kommentiert wurde.

Kämpferischer schwungvoller Einstieg

©Christian Glock

Einstieg in den Abend der NACHT DER MUSICALS ist der Song „Eye of the Tiger“. Die Show erhält dadurch dann auch gleich einen schwungvoll-sportlichen Auftakt mit ROCKY; die Richtung ist somit definiert: es wird rockig und romantisch. Und ebenfalls gleich von den ersten Minuten an wird hier klar, es sind erfahrene Musical-Vollprofis am Start! Martin Markerts Rocky-Interpretation lässt weder stimmlich, optisch noch mimisch irgendetwas zu wünschen übrig. Sein Gegenpart, Apollo, Christian Schöne, den es im Ring zu besiegen galt, zeigte ebenfalls in diesem Song seine Bühnenpräsenz und war stimmlich ebenbürtig. Die zwei gaben sich gesanglich einen Fight à la Rocky und Apollo.

Ein Abend – viele Musicals

Im Laufe des Abends durchquerten wir fast alle bekannten und beliebten Musicals der letzten Jahre. Wer kann schon behaupten, an einem Abend mehrere Musicals gesehen zu haben? Die Zuschauer bei NACHT DER MUSICALS!

Wir litten mit Grisabella (Kathy Savannah Krause) in CATS, wir rockten mit FALCO. Der charmant-flippig daher kommende Harvey James gibt der Figur Falco einen tollen, mitreißenden Touch.

Wir ver(w)irrten uns in den Katakomben des PHANTOM DER OPER mit Christine Dae (Merle Saskia Krammer) , und rissen Mauern ein mit Udo Lindenberg in HINTERM HORIZONT. Hier beeindruckte uns einmal mehr Martin Markert. Es war nicht zu übersehen und zu überhören, dass er hier wohl in die Rolle eines seiner lebenden Idole geschlüpft ist.

©NDM

Micha van de Weg – eine wahre Rock-Tenor-Röhre – rüttelte all jene wach, die bisher immer noch nicht mitbekommen hatten, wo sie hier gelandet waren 😉 – JESUS CHRIST SUPERSTAR at it's best – sozusagen!

Mit dem Song aus QUEEN hat uns Cemile Bakanyildiz' Stimme beeindruckt.

Rollen individuell interpretiert

Die einzelnen Künstler schlüpften in die verschiedensten Rollen und kreierten sie mit ihrem eigenen Stil – und dies sind recht viele. Natürlich liegt nicht jeden Künstler unbedingt jede Rolle, was der anwesende Musical-Kenner durchaus zur Kenntnis nahm. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.

Das allzeit bekannte Diskussionsthema der Rolle des Grafen von Krolock möchten wir hier unkommentiert lassen. Es war eine Show der beliebtesten Musical Songs.

Ein Tanzensemble mit Einfühlungsvermögen – präsent und doch dezent

Die in der Show dargebotenen Lieder sind im Laufe des Abends zu einem fesselnden und abwechslungsreichen Bühnenfeuerwerk verschmolzen . Dies war auch dem Tanzensemble der Broadway Dance Company (BDC) zu verdanken.

In der Pause haben wir Stimmen vernommen, welche kundtaten, die Choreographie könnte noch etwas mehr Raffinesse vertragen. Das können wir so nicht bestätigen. Es ist die NACHT DER MUSCALS, der Hauptfokus bleibt auf der Musik, auf den einzigartigen Melodien, welche ein Musical zu einem Musical machen. Das Team der BDC ist eingespielt, synchron und frisch, trotz 5-7 Shows die Woche – es unterstreicht die vorgetragenen Songs und „erschlägt“ sie nicht durch zuviel Action. Es ist somit wunderbar gelungen, die Songs in den Mittelpunkt zu stellen.

©Christian Glock

Fröhliche ausgelasene Stimmung zur Pause

Kurz vor dem Ende des ersten Showteils wurde das Publikum mit einem tollen Medley aus MAMMA MIA, noch einmal so richtig gepusht und in beschwingte Pausenstimmung versetzt. Gelöste Partystimmung pur. Mit ansteckender Fröhlichkeit wurde zum Mitmachen animiert und so war fast der ganze Saal bereits auf den Beinen als das Saallicht die Pause ankündigte. In fröhlicher, schwungvoller Stimmung und mit den Eindrücken von vielen verschiedenen Musicalsongs ging es diskussionsreich in die Pause. Hier und da hörte man, wie in Erinnerungen vergangener Musicalbesuche geschwelgt wurde, welche durch den ersten Showteil wieder zum Vorschein gebracht wurden.

Highlight zum Auftakt im zweiten Teil

Der zweite Teil der Show begann mit dem Geräusch von Regen, Donner und Blitz, die Bühne und auch der Saal lagen vollkommen im Dunkeln, eine rabenschwarze ungemütliche Nacht. Plötzlich ein zartes Stimmchen…“Bräähäääd?“ spätestens jetzt wusste fast die gesamte Zuschauergemeinde was kommen würde. Merle Saskia Krammer und Christian Schöne als Janet und Brad. Mit den Songs der ROCKY HORROR SHOW brachten die zwei den Saal mit ihren witzigen Dialogen schon mal zum Lachen, was für ein Spaß! Sekunden später, Spotlight, Mr. Frank'N'Furter erstöckelt sich die geballte Aufmerksamkeit vor und auf der Bühne. Dann der Moment, da er sich dramatisch und schwungvoll seines Umhangs entledigte. Die Publikumsreaktion: Eine Stimmungsexplosion!

Perfektion in vielen Rollen

©Allan Lustosa

Was für ein Anblick, was für eine Stimme! Man muss es unumwunden zugeben, Martin Markert ist spätestens mit diesem Auftritt der Star des Abends! Er singt, droht, schmeichelt, kokettiert, spielt… mit dem Publikum . Es ist ein absoluter Augen-und Ohrenschmaus mit Klasse! Als er sich dann auch noch in frecher sexy Art und Weise eines Frank'N'Furter, durch zwei Herren aus dem Publikum, in den Zuschauerraum g(e)leiten lässt wird es schlüpfrig. Herren der ersten Reihen werden zu verbalen potentiellen Opfern von Frank'N'Furter. Die Stimmung hat einen ihrer Höhepunkte an diesem Abend erreicht. Dieser geniale und gelungene Auftritt von Martin Markert begeisterte den Saal. Bewundernswert neben der gesanglichen Leistung, der professionelle, und sicher für viele Damen im Saal, beeindruckende Umgang mit „diesen“ Schuhen.

Dass Martin Markert ein Profi in seinem Fach ist, und wie vielseitig und wandelbar er sich präsentieren kann, wird dem Publikum dann mit seinem Auftritt aus dem Musical ALADDIN bewiesen.

Eben noch bizarr und sexy, dann einfühlsam, märchenhaft verträumt. Es geht aber auch gefährlich, mystisch. In seiner Paraderolle als TOD aus Elisabeth zusammen mit Merle Saskia Krammer begeisterte Martin Markert. Alle ELISABETH Fans hoffen spätestens seit diesem Auftritt auf ein Comeback dieser Musicalproduktion mit ihm in der Rolle als TOD.

Die Zeit vegeht, wenn Spaß und Freude dominieren

Rockig und partymäßig neigt sich der Abend auch schon dem Ende zu. Bei so vielen fantastischen Melodien und Momenten ist die Zeit wie im Fluge vergangen.

Das Berliner Publikum war nicht durchweg überschwänglich aber insgesamt gut dabei.

Der Auftakt zum Abschluss ist das stimmungsbringende Queen-Medley WE WILL ROCK YOU welches abgelöst wird von der schönen Ballade THE ROSE. Bunt-fröhlich geht’s weiter nach New York… oder auch nicht? Es heißt ja schließlich: Ich war noch NIEMALS in New York. Mitsingen war ausdrücklich erwünscht!!!

Selbstverständlich werden in einer Abmoderation alle Künstler noch einmal einzeln vorgestellt. Damen und Herren deren Namen man sich definitiv merken sollte.

Zwei Zugaben und Ohrwurmpotential

Es ist nicht schwer nachvollziehbar, dass ein so außerordentlich gelungener Abend nach einer Zugabe verlangte. Aufstehen und Mitmachen? Pflicht: Es ist Zeit für den Time Warp! Immer wieder ein genialer Spaß für Publikum und Darsteller zugleich. Durch geschickte Animation der Darsteller ist das Publikum dann nochmals im ROCKY HORROR Fieber.

Nun allerdings heißt es tatsächlich Abschied nehmen. Mit dem Ohrwurm “Show must go on”  verabschiedet sich die diesjährige NACHT DER MUSICALS aus Berlin. Der Aufforderung an das Publikum, die Handy Taschenlampen einzuschalten, sind fast alle nachgekommen!
Ein wunderschönes Abschlussbild.

Die Frage des Abends

Eine einzige Sache hat sich uns allerdings nicht erschlossen. In der Show wurde der Song “Geboren um zu Leben” von Unheilig präsentiert. Wir konnten den Bezug oder den Zusammenhang zur NACHT DER MUSICALS nicht ergründen. Damit stehen wir aber offensichtlich nicht alleine da. Beim Verlassen der Halle, war an vielen Stellen zu vernehmen, dass dieser Song für Verwirrung gesorgt hatte. Es wurde spekuliert, in welchem Musical er vorgekommen wäre. Kenner des Genres bedauerten, dass anstelle dieses, sicher sehr schönen Titels, nicht doch lieber noch ein Stück aus REBECCA oder DIE SCHÖNE UND DAS BIEST präsentiert worden ist.

DIE NACHT DER MUSICALS ist noch bis Ende März on Tour. Wer nicht mehr die Gelegenheit zu einem Live Besuch hat: Es gibt zur laufenden Tour auch die aktuelle CD DIE NACHT DER MUSICALS im Online Handel.

Kategorie: Tour Musicals

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Autor: I. Marquardt(14.03.2018)

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  • Stefan Jacobi 14. März 2018 at 17:28 / Antworten

    Ich habe das vor einigen Jahren in Düsseldorf in der Mitsubishi Halle sehen “müssen”- es war eine akustische Zumutung. Lieber kein Tour-Stopp als in einer völlig ungeeigneten Halle mit Disco Akustik, Plastik-Klappstühlen und schlechter PA.

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