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DER MEDICUS – Der weite Weg zur Selbstbestimmung

Erneut bringt Spotlight Musicals als zweites Stück des Musical Sommers 2019 den MEDICUS zurück auf die Bühne des Schlosstheaters in Fulda. Ab dem 13. Juli können die Zuschauer*innen Rob Cole wieder auf der Suche nach sich selbst begleiten und tauchen dabei in die schillernde Welt des Orients ein. Wir von Musical1 waren bei der ausverkauften Premiere der Wiederaufnahme dabei.

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Rob und Ibn Sina © Spotlight Musicals GmbH

Musical mit historischem Hintergrund – DER MEDICUS

Die barocke Domstadt Fulda bietet mit dem Musical Sommer bereits eine kleine Tradition und lädt Jahr für Jahr unzählige Menschen dazu ein, Musicals mit historischem Hintergrund zu sehen. Die passionierte Fuldaer Produktionsfirma Spotlight hat bereits sieben Weltpremieren auf die Bühne gebracht, die allesamt mit Begeisterung vom Publikum aufgenommen worden sind. Das Geheimrezept dieser erfolgreichen Produktionen besteht vor allem aus den hervorragenden Leistungen der Darsteller*Innen und wird durch mitreißende Tanzchoreografien, liebevoll gestalteten Kostümen und einem beeindruckenden Bühnenbild ergänzt. Vor drei Jahren wurde das Musical DER MEDICUS unter der Regie von Holger Hauer und mit Musik und Texten von Dennis Martin, der bereits als Komponist anderer Spotlight-Produktionen bekannt ist, erstmals vor begeistertem Publikum gezeigt.

Das Leben von Rob Cole

Rob in Istfahan

© Spotlight Musicals GmbH

DER MEDICUS behandelt in gekürzter Form die Geschichte der gleichnamigen Buchvorlage von Noah Gordon aus dem Jahre 1986 und erzählt die Geschichte des Engländers Rob Cole, der im London des frühen Mittelalters aufwächst und schon in jungen Jahren den Tod beider Elternteile verarbeiten muss.

Während er als Lehrling eines Baders feststellt, dass er die besondere Gabe besitzt, den bevorstehenden Tod von Menschen zu spüren, fasst Rob Cole den Entschluss, an der berühmten Universität in Istfahan bei Ibn Sina, dem größten Medicus seiner Zeit, Medizin zu studieren. Er hegt dabei den Wunsch, den Tod nicht mehr tatenlos hinnehmen zu müssen. Viel mehr möchte er diesen verhindern können. Er schmiedet einen riskanten Plan und begibt sich als Jude getarnt auf eine spannende Reise. Dabei begegnet ihm nicht nur die Liebe seines Lebens, sondern er findet auch zu sich selbst. Aufgrund der Rahmenhandlung, die zu Beginn des Stückes durch den älteren Rob und seinen kleinen Sohn Samuel erzählt wird, wird deutlich, dass diese spannende Reise letztlich ein gutes Ende nehmen würde.

Die Pest ist in der Stadt

© Spotlight Musicals GmbH

Bis dahin muss sich Rob Cole diversen Herausforderungen stellen. Dabei findet er in der Mitte der Reise mit der Schottin Mary Cullen seine Seelenverwandte.
Zum einen erzählt DER MEDICUS von der Entwicklung der Medizin als wissenschaftliche Disziplin und dem dringlichen Wunsch Rob Coles, über religiöse Grenzen hinaus das Wissen über den Menschen zu erweitern. Zum anderen nehmen aber auch Freundschaft, Liebe, Mut und Interkulturalität zentrale Themen in diesem Stück ein.
Die Inszenierung besticht durch ein ausgewogenes Maß an Dramatik, unterhaltsamen Dialogen und Liedern, die noch lange nach dem Besuch im Ohr bleiben.

Unsere Eindrücke

Sascha Kurth

In der diesjährigen Spielzeit leiht Sascha Kurth der Figur des Rob Cole alias Jesse ben Benjamin sein Gesicht und seine Stimme. Von Anfang an überzeugt Kurth sowohl auf schauspielerischer als auch gesanglicher Ebene und weiß das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Egal ob voller Tatendrang auf der Suche nach neuen Erkenntnissen oder in seinen Momenten der Verzweiflung. Die Emotionen waren auch in seinen vielen gesanglichen Darbietungen zu spüren, in denen der Hauptdarsteller seine tolle Stimmfarbe und sein Stimmvolumen mehrfach unter Beweis stellte. Ob zärtlich wie in „Wenn die Sterne mit uns sind“ oder auch kraftvoll und so voller Hoffnung wie in „Mein Weg“.

Johanna Zett

An Kurths Seite ist nach Judith Jandl Johanna Zett wieder als Mary Cullen anzutreffen. Trotz geringerer Präsenz auf der Bühne überzeugte auch sie mit einer sehr kraftvollen und berührenden Singstimme sowie einer authentischen, liebevollen Ausstrahlung. Mit „Kilmarnock“ erfolgte ein herzergreifendes Lied über die Liebe zu ihrer Heimat. Auch im dynamischen gemeinsam Duett mit Fara, gespielt von Sharon Rupa, konnte sie nochmals eine andere Facette von sich präsentieren.

Ethan Freeman

Ibn Sina und Rob Cole

© Spotlight Musicals GmbH

In Isfahan begegnet Rob einer Reihe weiterer Figuren, die für den weiteren Handlungsverlauf essenziell sind. Ethan Freeman verkörpert dabei Ibn Sina, den Arzt aller Ärzte und Robs Mentor in Istfahan. Mit seiner tiefen und volumenreichen Stimme mimt er den weisen Lehrer, der gleichzeitig durch seine väterliche und ruhige Ausstrahlung besticht.

Christian Schöne und Kristian Lucas

Als Freunde und Kommilitonen Robs stehen Christian Schöne als Karim und Kristian Lucas als Mirdin auf der Bühne des Theaters. Mirdin tritt als ein verständnisvoller und sehr herzlicher Freund auf und trumpft mit einer starken und klaren Stimme auf.

Christian Schöne, der die Figur des Karim bereits einige Jahre verkörpert, geht sichtlich in der Rolle des Partylöwen, der die schönen Seiten des Lebens genießt, auf. Dieses unbeschwerte Lebensgefühl spiegelt er in vielen Dialogen, aber auch in seinen gesanglichen Einlagen wie bei „Unter diesem Dach“ wider. Im Laufe des Stückes durchlebt seine Rolle eine dramatische Wandlung, sodass er schlussendlich zum Gegenspieler Robs wird und sich in einem zwiespältigen Verhältnis wiederfindet. So steht Karim zwischen seinem Pflichtbewusstsein als Ala Schah und seiner treuen Freundschaft zu Rob. Einer der Höhepunkte bietet die Konfrontation mit Rob in „Alles nur ein Spiel“. In Anlehnung an ein Schachspiel agieren die Tänzer*innen wie Spielfiguren. Gepaart mit den gesanglichen Dimensionen erwartet das Publikum hier eine energetische und leidenschaftliche Darbietung.

Sebastian Lohse

Rob und Bader

© Spotlight Musicals GmbH

Sebastian Lohse gibt in dieser Spielzeit die sehr kontroversen Rollen des lebensfrohen Baders und des streng religiösen Quandrasseh. Trotz der verschiedenen Charaktere gibt er diese Rollen sehr überzeugend.

Harmonie pur

Auch das restliche Ensemble überzeugt stimmlich, vor allem aber in den atemberaubenden, orientalisch angehauchten Choreografien von Kim Duddy. Insgesamt wirkte alles sehr harmonisch und abgestimmt.
Diese Harmonie spiegelt sich auch in den Kostümen und dem Bühnenbild wider. Diese wechseln eindrucksvoll vom eher kalten und bodenständigen England zu einer warmen und farbenfrohen Kulisse in Persien. Videoprojektionen und bewegliche Bühnenteile sorgen dafür, dass das Publikum sich inmitten des bunten Treibens in Istfahan wiederfindet.
Nachdem die letzten Klänge verstrichen waren, stand das Publikum den Leistungen entsprechend in kürzester Zeit und feierte die Darsteller*innen frenetisch.

Fazit

Ensemble

© Spotlight Musicals GmbH

DER MEDICUS ist und bleibt eine gelungene Musicalfassung der umfassenden Romanvorlage von Noah Gordon. Das Stück unterhält durch seine komplexe Handlung, abwechslungsreiche Musik, beeindruckende Choreografien und eine farbenfrohe Gestaltung in den Kostümen und dem Bühnenbild. Sämtliche Darsteller*innen beeindrucken durch ihre gesanglichen und schauspielerischen Darbietungen und lassen so die dreistündige Spielzeit wie im Flug vergehen.
Im selben Zuge sei auch das großartige Rahmenprogramm des Veranstalters erwähnt. Die Bewirtung und das liebevoll hergerichtete Ambiente hat für einen unvergesslichen Abend gesorgt.

Die Musicals der Spotlight Musicals GmbH stellen eine absolute Bereicherung für den deutschsprachigen Musicalraum dar, was die bisherigen Erfolge deutlich widerspiegeln. DER MEDICUS ist noch bis zum 4. August im Schlosstheater Fulda zu sehen. Das nächste Meisterwerk wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Für den 19. Juni 2020 wurde die Weltpremiere für ROBIN HOOD in Zusammenarbeit mit Chris de Burgh angekündigt. Musical1 wird berichten.

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Kategorie: Allgemein, Kritiken

Tags: Fulda

Autor: S. Ahrens (25.07.2019)

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