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Beeindruckende Premiere von DISNEYS DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME in Stuttgart

Seit diesem Wochenende haben Quasimodo und Esmeralda eine neue Heimat. Disneys Der Glöckner von Notre Dame ist nun im Stage Apollo Theater in Stuttgart zu sehen. Die neue Besetzung ist weitestgehend die alte. In der Riege der Hauptdarsteller gibt es nur ein neues Gesicht - Esmeralda wird nun nicht mehr von Sarah Bowden verkörpert, sondern von der Schwedin Mercedesz Csampai.

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Hoch oben über der Welt
Hoch oben über der Welt Foto: Detlev Overmann © Stage Entertainment

Berührend und hochaktuell

Berlin, München und nun Stuttgart – es ist bereits die dritte Premiere für diese Tour-Produktion von DISNEYS DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME. Stuttgart zeigt sich winterlich, um den roten Teppich für die Premierengäste ausrollen zu können, muss Schnee geräumt werden. Von der frostigen Atmosphäre draußen ist im Theater jedoch nichts zu spüren und spätestens am Ende ist es ohnehin jedem warm ums Herz ob der zwar tragischen, aber auch wunderbaren Geschichte um Quasimodo und Esmeralda.

Und wieder Disney im Apollo

Das Stage Apollo Theater scheint auf Disney abonniert. TARZAN, MARY POPPINS und nun DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME. Die Bühne dort ist deutlich größer als in Berlin und München. Es wird also spannend zu sehen, wie sich das auf das Bühnenbild auswirkt. Außerdem gibt es das ein oder andere neue Gesicht, da für Stuttgart neu gecastet wurde.

Das Theater ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Schon beim ersten Blick auf die Bühne – bei DISNEYS DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME gibt es keinen Vorhang – fällt auf, dass die größere Bühne hier sehr gut passt. Notre Dame wirkt so noch imposanter und beeindruckender. Überhaupt sind es Begriffe wie „mächtig“, „opulent“ und „überwältigend“, die man häufiger hört an diesem Abend.

Quasimodo und Ensemble

Foto: Johan Persson © Disney

Bühne und Kostüme halten sich angenehm im Hintergrund

Und das obwohl weder Kostüme noch Bühne oder Requisite besonders aufwändig daherkommen. Dies ist in diesem Fall absolut positiv gemeint, denn die Kostüme sind der Zeit, in der die Geschichte spielt, angepasst. Die vielen Rollenwechsel des Ensembles von Steinfiguren, über Mönche zu Gauklern oder niedrigem Volk werden mit einfachen Kutten und kleinen Veränderungen sehr gut gelöst. Farblich sticht nur Esmeralda heraus, alle anderen Figuren bleiben in sehr gedeckten Farben. Lediglich Quasimodo darf sich für seine Ausflüge aus dem Glockenturm ein rotes Cape überwerfen.

Schweres Geschütz

Die Bühne ist zum größten Teil statisch, die verschiedenen Spielorte werden durch Herunterfahren des Glockenstuhls, den Aufbau eines Zeltes und weiteren kleinen Änderungen erreicht. Das Set besteht aus vier Türmen mit je zwei bespielbaren Ebenen und wiegt rund acht Tonnen. Die hinteren Türme sind zwölf Meter breit und sieben Meter hoch. Die gesamte Bühnenkonstruktion wiegt ganze 19 Tonnen. Viele der rund 60 größeren Requisiten haben mehrere Funktionen. So wird die Balustrade des Glockenturms zum Brückengeländer oder auch zur Gefängniszelle. Bei dieser Inszenierung stehen die Geschichte und die Musik im Vordergrund, alles andere dient dazu, genau dies zu unterstützen und nicht davon abzulenken.

Esmeralda in der Kathedrale

Foto: Detlev Overmann © Stage Entertainment

Alte Geschichte mit aktueller Aussage

Die Handlung ist bekannt. Der missgebildete Quasimodo wird als Kind von seinem Onkel, dem Erzdiakon Claude Frollo, aufgenommen und im Glockenturm von Notre Dame versteckt. Jahre später erfüllt sich Quasimodo seinen Traum, nur ein einziges Mal nach draußen zu gehen und trifft dabei auf die Zigeunerin Esmeralda. Nicht nur er verliebt sich in sie, sondern auch der Erzdiakon und der Soldaten-Hauptmann Phoebus de Martin. Die Geschichte bringt alles mit, was ein kurzweiliger Theaterabend braucht. Witz, Spannung und große Gefühle. Aber trotz guter Unterhaltung hat die Story eine Aussage, die heute aktueller ist denn je. „Es geht um Toleranz und Akzeptanz des Fremden“, so Stage Entertainment im Pressetext und diese Aussage zieht sich durch das ganze Stück.

„Sind wir nicht alle Kinder von Gott“

Frollo verteufelt die Zigeuner und alles Fremde. Er beklagt sich darüber, dass sich die Stadt durch das Aufnehmen all der Flüchtlinge so verändert habe und möchte Paris „befreien“. Selbst die Gaukler und Zigeuner wiederum verachten und verspotten Quasimodo. Sie bewerfen und verprügeln ihn, weil er anders aussieht. „Mensch oder Monster – wer ist hier wer“? – die Grenzen verschwimmen. Esmeralda, obwohl selbst verstoßen von der Gesellschaft, hat mehr Herz. „Sind wir nicht alle Kinder von Gott?“ fragt sie und entlarvt im Verlauf den vermeintlichen Gutmenschen Erzdiakon Frollo, der ihr nicht aus Selbstlosigkeit helfen will, sondern nur dann, wenn sie sich ihm hingibt.

Wen das Stück weder durch seine durchaus aktuelle Aussage, die tragische Liebesgeschichte zwischen Esmeralda und Phoebus, die bedingungslose Liebe von Quasimodo oder die Zerrissenheit Frollos berührt, dem bleibt noch die Musik.

Gewaltiger Chor

Der Chor besteht bei jeder Aufführung aus 24 Sängerinnen und Sängern, die aus einem Pool von rund 150 extra dafür gecasteten Stimmen zusammengesetzt werden. Da es sich hierbei in der Regel nicht um Profis handelt, die acht Shows die Woche abdecken können, wird abgewechselt. DISNEYS DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME lebt musikalisch gesehen zu großen Teilen von den bombastischen Chorszenen. Auch wenn die Sänger rein optisch immer im Hintergrund bleiben und ihre Plätze im hinteren Teil der Bühne haben. Der Klang und das Gefühl wirklich in einer Kathedrale zu stehen und einem geistlichen Chor zu lauschen, sind beeindruckend. Dies wird verstärkt durch die leichten Halleffekte, die in jeder Szene, die in der Kathedrale spielen, beigemischt werden. Schon beim Betreten des Saales werden die Geräusche der Zuschauer aufgenommen und mit einem Halleffekt wieder eingespielt, um dem Publilkum das Gefühl zu geben, der Theaterraum sei eine Kirche.

Esmeraldas Tanz

Foto: Detlev Overmann © Stage Entertainment

Esmeralda ist nun „rabenschwarz“ statt „feuerrot“

Aber nicht nur der Chor, auch die Hauptdarsteller und das Ensemble können sich hören lassen. Während die (durch die Bank hervorragenden) männlichen Hauptdarsteller mit David Jakobs als Quasimodo, Felix Martin als Claude Frollo und Maximilian Mann als Phoebus de Martin unverändert sind, wird Esmeralda nun von Mercedesz Csampai dargestellt. Die Schwedin tritt in große Fußstapfen, die Sarah Bowden hinterlassen hat. Erfreulicherweise weiß sie diese aber zu füllen. Csampai gibt ihrer Esmeralda einen eigenen Charakter, ist etwas weniger forsch, etwas mädchenhafter. Auch rein optisch gibt es eine Veränderung. Esmeralda trägt keine rote Perücke mehr, vermutlich wird nur ein Haarteil an das echte Haar der Darstellerin angesteckt. Folglich verstrickt sich Frollo nicht mehr in „feuerrotes“, sondern nun in „rabenschwarzes“ Haar, wenn er in „Feuer der Hölle“ über seine emotionalen Qualen singt. Stimmlich überzeugt Mercedesz Csampai voll und ganz.

Probenfoto Ensemble

Foto: Jan Potente © Stage Entertainment

Tolles Ensemble bis in die kleinsten Rollen

Ebenfalls neu ist die Erstbesetzung des Anführers der Gaukler, Clopin Trouillefou. Gavin Turnbull macht dies solide, könnte aber noch etwas mehr „auftrumpfen“. Dies mag aber der Premierensituation geschuldet sein.

Nico Schweers als Jehan Frollo, Thomas Schreier als Pater Dupin, Stefan Poslovski als König, Milan van Waardenburg als Leutnant Frederic, Barbara Raunegger als Madame, Kristina Love als Florika und Romeo Salazar als St. Aphrodisius sind jede(r) für sich ein Gewinn für das tolle Ensemble.

Bei der Medienpremiere waren außerdem zu hören und zu sehen:

Chiara Cook, Sina Pirouzi, Esther Puzak, Jonna Schwertner, Yuri Yoshimura, James Cook, Jonas Hein, Emanuel Jessel, Johannes Kiesler, Kevin Köhler, Daniel Rakasz, Mike Sandomeno, Daniel Therrien und Kevin Thiel

Probenfoto Felix Martin

Foto: Jan Potente © Stage Entertainment

Musical im Vergleich zum Trickfilm weiterentwickelt

DISNEYS DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME ist in der Musical-Version nicht unbedingt für (kleinere) Kinder geeignet, da es im Gegensatz zu TARZAN, MARY POPPINS, DIE SCHÖNE UND DAS BIEST oder DER KÖNIG DER LÖWEN keine 1:1-Adaption des Zeichentrickfilms ist, sondern verändert wurde. Die erste Bühnenadaption des Films feierte 1999 in Berlin am Theater am Potsdamer Platz Premiere. Jahre später begann Thomas Schumacher von Disney Theatrical Productions, an der Entwicklung einer neuen Version zu arbeiten.

Von New Jersey über Berlin und München nach Stuttgart

Die in Zusammenarbeit mit Regisseur Scott Schwartz, Autor Peter Parnell und Choreograf Chase Brock entwickelte Produktion feierte zunächst am Lo Jolla Playhouse in Kalifornien und anschließend am Papermill Playhouse in New Jersey Premiere. Alan Menken und Stephen Schwartz haben für diese Version auch neue Songs komponiert. Alan Menken selbst sagt über die aktuelle Inszenierung: „Mit der überarbeiteten Adaption fürs Theater hat der GLÖCKNER VON NOTRE DAME nun seine volle Blüte erreicht. Der ‚Glöckner‘ ist von allen Trickfilm-Adaptionen für die Bühne sicher die anspruchsvollste, er hat sich gegenüber des Films sehr stark weiterentwickelt. Das neue Bühnenkonzept von Scott Schwartz beeinflusste auch die Partitur, wir erzählen die Geschichte anders. Wir haben gemerkt, dass wir viel enger bei Victor Hugos Roman bleiben müssen.”

Musical1-Empfehlung

Stuttgart kann sich über ein neues Musical freuen, das für (fast) jeden etwas bietet, da es einem auf verschiedenen Ebenen anspricht und das mit seiner etwas anderen Erzählart sowie seiner eindrucksvollen Musik besticht.

Uns hat es so gut gefallen, dass wir einen Besuch uneingeschränkt empfehlen können.

Tickets gibt es hier zu bestellen
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Kategorie: Der Glöckner von Notre Dame,Kritiken

Tags:

Autor: M. Kanz(19.02.2018)

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