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DER BEWEGTE MANN

Es hat uns noch einmal nach Jagsthausen verschlagen, zu den Burgfestspielen in der Götzenburg. Eine Produktion des Altonaer Theaters und Stage Entertainment kommt zur Aufführung - DER BEWEGTE MANN. Wir haben uns an einem wunderschönen Sommerabend entführen lassen in ein Sommermusical mit viel Situationkomik und einer tollen Cast.

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Castszene DER BEWEGTE MANN ©Burgfestspiele Jagsthausen

Was ist DER BEWEGTE MANN?

Wir haben diese Frage zum Einstieg übernommen von Harald Weiler, der bei dieser Inszenierung Regie führte.

Eine schlüssige und plausible Erklärung ward nicht gefunden. Weder von ihm, noch von uns. Einen Mann bewegt eine ganze Menge. Davon einiges an Taten, Problemen, Emotionen und Entscheidungen. Diese werden mit Charme, Witz, Ironie und gewollter Klischeebedienung im Musical DER BEWEGTE MANN  abgearbeitet.

Eine entspannte Herangehensweise an dieses Stück ist empfehlenswert. Buch, bzw. Comic von Ralf König, sowie Sönke Wortmanns Film – einfach ausblenden und den Musical-Spaß genießen!

Worum geht es?

Doro und Axel, sexy, jung, gesund, verliebt stellt sich nur ein Hindernis in den (gemeinsamen?) Weg. Doro, durchaus bindungswillig im Gegensatz zu Axel, erwischt ihn inflagranti mit einer anderen Frau.

Axel scheint in vielen Dingen unsicher, bis auf zwei Ausnahmen: Er liebt Doro und seine unwiderstehliche Männlichkeit. Gerade davon sollte seiner Meinung nach nicht nur eine Frau profitieren. Die Tatsache des erwischt-werdens und seine Einstellung verschaffen ihm umgehend ein Leben unter freiem Himmel, tja… wäre da nicht das umständehalber zufällige Zusammentreffen mit Norbert, der Axel gerne bei sich aufnimmt – und das nicht nur aus reiner Barmherzigkeit!

Axel ist in für ihn unbekannte Welten abgetaucht – mit Norbert und seinen herrlich schrillen Freunden in deren Szene eingetaucht – während bei Doro etwas aufgetaucht ist; ein positiver Schwangerschaftstest. Man ahnt es, die Suche nach dem zukünftigen Papa geht einher mit einer emotionalen Berg- und Talbahnfahrt – das Finden von ihm mit einem weiteren inflagranti – diesmal mit Norbert im Bett. Chaos pur! Missverständnisse sind vorprogrammiert, Turbulenzen aller Art, Güte und Lautstärke schafft diese witzige musikalische Komödie anzustoßen; nackte Tatsachen kommen auf den Tisch, hetero-und homosexuelle Beziehungsprobleme werden (aus?)diskutiert. Das Suchen und Finden von Liebe, Anerkennung, Glück und Ausgeglichenheit treibt alle Figuren gleichermaßen um.

Auf dem Gipfel aller Verwirrungen behält einzig und allein Waltraud den Überblick! Waltraud, der durch und durch als Frau lebt aber trotzdem auch als Kerl ausgeht, z.B. ins Kino. Der schon so einiges erlebt hat und somit Erfahrung vorweisen kann und hier im absoluten Ausnahmezustand als einziger die Zügel in der Hand behält. Waltraud weiß Bescheid und schickt erst einmal alle auf die richtige Spur… und Doro auf die Entbindungsstation!

Außerordentlich stimmig besetzte Rollen

©H.Leitke

Womit wir direkt bei den durchweg mehr als stimmig besetzten Rollen etwas anmerken möchten. Es ist immer mehr als stimmungshebend und belebend. wenn das Publikum merkt: Der Darsteller ist in SEINER Rolle, das passt zusammen. Wir finden, das dies hier prima gelungen ist.

Allen voran Elias Krischke als Axel Feldheim in bestechender (Achtung-Wortspiel) Form, körperlich fit, man(n) darf staunen, Frau natürlich auch. Schauspielerisch gibt er Axel den Raum, manchmal etwas zu übertrieben zu agieren – dies wird aber emotional durch viele ehrliche Momente wieder wett gemacht. Stimmlich fanden wir, wie auch das Publikum nichts auszusetzen. Einfach perfekt.

Doro, dargestellt von Jennifer Siemann, schafft es eine großartige Palette von Emotionen wie Wut, Enttäuschung, Liebe, schmollig, zeternd, verrucht-sexy mit einem Hauch subtiler Naivität zu überpudern. Mit einer jeweils der Situation hervorragend angeglichenen Stimme hat sie uns sehr beeindruckt.

Norbert, der wirklich alles dransetzt auch DER Grundgute zu SEIN. Moritz Grabbe kann so herrlich seine Augen sprechen lassen, es ist herzergreifend! Norbert will gesund und in Harmonie leben, kämpft mit räumlicher und emotionaler Distanz (oder Nähe?) zu Axel, scheut aber auch keiner Diskussion. Als absoluter Schauspieler einen Tenorpart auf und über die Bühne zu bringen, das verlangt schon Respekt. Er meistert das super und wenn er einmal loslegt, seine Meinung auch gesanglich kundzutun, dann geht das schon unter die Haut.

Waltraut charismatisch, schillernd, präsent

Ja und dann wäre da noch Waltraud, weder zu übersehen, noch zu überhören – neben dem großartigen Elias Krischke ist Martin Markert als Waltraud die schillerndste Figur schlechthin. Es gibt Künstler, die können einfach alles tragen und singen. Das sucht Seinesgleichen. Martin Markert als „Pointen“-Fischer mit perfekt dosierter Komik macht die Rolle Waltrauds absolut glaubhaft, egal ob in Luxusrobe und High Heels, als „Normalo“ oder in knallengen Leggins. In Silbershorts erschöpft im Sportstudio? Läuft! Die Rolle Waltraud verlangt Wandlungsfähigkeit in sich, womit Markert exzellent klar kommt und sich darüber hinaus stimmlich in Bestform präsentiert.

Fränzchen, Matias Lavall, kann auch schon mal darstellerisch und stimmlich ausflippen, gibt aber doch eher den ruhigeren Part. Wir greifen ungerne zu Plattitüden wie „Er ist einfach süß“ – aber das trifft's hier nun mal. Und Fränzchen ist es immer kalt. Wenn er mit seinem flehenden, Wärme suchenden Blick um sich schaut – HILFE 😉 …. würden wohl nicht wenige im Publikum aufspringen und ihn schützend in die Arme nehmen wollen.

David Wehle als Metzger, das raue Hau-Drauf Gegenteil, Fleischesser, diskutiert nicht mit Norbert über Tofu-Wurst am Abendbrottisch, sondern haut einfach ab an die Currywurst Bude. David Wehle in seiner Rolle sehr authentisch, in seinen Gestern herrlich anzuschauen, man hat immer ein Kichern im Hals.

Das Ensemble wird komplett mit Luisa Meloni, Lisa Huk, Elena Otten, und Sven Niemeyer.

Situationskomik und Milieu-Klischees

Wir möchten das Ganze  mal als eine Musical-Verwechlungs-Komödie beschreiben. Mit Gespür für Situationskomik, Hang zu etwas überzeichneten Milieu-Klischees, das mit seinem gelungenen Chaos von Gefühlen und Trieben sowie einem Schuss Komik zu einem vergnüglichen, schrillen Sommertheater einlädt. Es gibt viel Entblättertes und nackte Tatsachen. Ein Stück, in das nicht jedermann/frau unbedingt seine Kinder bis zu einem gewissen Alter mitnehmen sollte. Wir empfehlen das Stück ab einem Alter von 15 Jahren.

Musik und Liedtexte sind von Christian Gundlach und Craig Simmons. Beides kommt leider nicht mit großer Wortgewalt oder spektakulärem Klangerlebnis daher, zumal die Musik hier vom Band stammt.

Dennoch: Es fällt Waltraud (Martin Markert) zu, die, für unser Gespür, beiden „fast“-Ohrwürmer genial zu präsentieren; zunächst eine Art Show in der Show, mit dem Song SEI EINFACH DU, und am Schluss, da Waltraud eh alles geregelt hat, der Song WALTRAUD WEISS BESCHEID.

Auch wenn die Anreise zu den Burgfestspielen Jagsthausen sicher nicht so ganz flott geht ab einem gewissen Entfernungsradius, der Weg lohnt sich auf jeden Fall und die Spielstätte Götzenburg ist an sich schon ein tolles Ziel.

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Kategorie: Allgemein

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Autor: I. Marquardt (03.07.2018)

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