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Das Pfalztheater Kaiserslautern spielt CABARET

Seit Anfang April lässt das Pfalztheater Kaiserslautern die Besucher die Atmosphäre des Berlins der 1930er spüren. Das Musical CABARET spielt sich zwischen schummerigen Kit Kat Club und der Pension von Fräulein Schneider ab. Unterlegt mit weltbekannten Musicalmelodien...

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Der Kit Kat Club in Cabaret am Pfalztheater Kaiserslautern
Der Kit Kat Club in Cabaret am Pfalzthetaer Kaiserslautern © Marco Piecuch

Willkommen im CABARET

“Willkommen, Bienvenue, Welcome…” spätestens seit der Verfilmung mit Liza Minelli aus dem Jahre 1972 sind Textzeilen und Melodien aus CABARET weltbekannt. Das Stück von Joe Masteroff (Buch), John Kander (Musik) und Fred Ebb (Liedtexte) wurde 1966 am New Yorker Broadway uraufgeführt und ist seitdem häufiger auf den Spielplänen von Theaterstätten zu sehen. In Berlin, dem Schauplatz des Stückes ist CABARET seit 2015 regelmäßig im Tipi Kanzleramt Berlin zu sehen. Dort erhebt es sogar den Zusatz CABARET – DAS BERLIN MUSICAL zu sein. Nun will auch Kaiserslautern Berliner Luft über die Bühne wehen lassen und zeigt neben TELL ME ON A SUNDAY in der aktuellen Spielzeit eben auch CABARET.

Die Musik der Zwanziger-Jahre

Im Vergleich zu anderen Aufführungen am Pfalztheater, wie beispielsweise ANATEVKA vor zwei Jahren zeigt sich das Orchester deutlich verkleinert zur Kit Kat Band. Dies führt jedoch zu keinerlei Abstrichen im musikalischen Erlebnis, eher im Gegenteil. Der Band gelingt es unter ihrem musikalischen Leiter Jochen Kilian den Sound der Zwanziger-Jahre mit Ragtime und deutlichen Jazz Einflüssen schmissig und mitreisend darzubieten. Zudem der auf- und abfahrende Orchestergraben eine raffinierte Erweiterung des Bühnenbildes darstellt, wenn sich die Handlung im Kit Kat Club auch darauf erstreckt.

Doch um beim Beginn zu bleiben, ist hier bereits eine Überraschung zu finden. Die Rolle des undurchsichtigen Conférenciers spielt Astrid Vosberg in einer souveränen und selbstverständlichen Weise mit kräftiger Stimme, dass keiner sich fragt, ob diese Rolle nicht eigentlich ein Mann spielen sollte. Vosberg zeigt in ihren Szenen stets Bühnenpräsenz und kann Zuschauer durch ihr Spiel gleichermaßen verwirren, wie durch die schnellen Liedtextpassagen verblüffen.

Eine starke Frauenrolle

Attraktion im Berliner Nachtclub, dem Kit Kat Club ist Sally Bowles. Gespielt von Adrienn Čunka, die zum festen Ensemble des Pfalztheaters gehört. Während sie derzeit in TELL ME ON A SUNDAY oder bei DER KLEINE HORRORLADEN gesanglich glänzen konnte, zeigt sie auf der Bühne des Kit Kat Club viel Bein und Körperspannung in den überzeugenden Choreografien mit den Kit Kat Girls. Nicht zu kurz kommen dabei die Stühle als choreografisches Hilfsmittel und die “Jazz-Hands”.

Mit Sally nimmt die ganze Geschichte auch an Fahrt auf, als sie sich im Club in den jungen amerikanischen Schriftsteller Cliff Bradshaw (Julian Culemann) verliebt und kurzerhand in dessen Unterkunft, der Pension von Fräulein Schneider, einzieht. Die Beziehung der beiden durchläuft einige Turbulenzen vor der nahenden Machtübernahme durch den Nationalsozialismus und nimmt bekannter weise für Sally und Cliff kein Happy End. Auch wenn Culemann als Bradshaw und Günther Fingerle als eindringlicher Ernst Ludwig ihre Charaktere markant darstellen, treten sie hinter der Gesamtleistung und dem vor allem in den letzten zehn Minuten berührenden Schauspiel der Kaiserslauterer Sally zurück.

Die Rolle der Ananas

Das Bühnenbild ist im Vergleich zu den technischen Möglichkeiten, die das Pfalztheater mit der großen Bühne bietet, schlicht gehalten. Hauptsächlich Lichtwechsel und ein verschiebbares Bühnenelement sorgen für die Orte der einzelnen Spielszenen. Turbulent geht es stets in der Pension von Fräulein Schneider zu. Geschäftstüchtig gesteht sie Sally die Logie im Zimmer mit Cliff Bradshaw zu, beäugt permanent kritisch den Männerbesuch auf dem Zimmer von Fräulein Kost und ist den Unterhaltungen mit Herrn Schultz sehr zugetan.

Cabaret am Pfalztheater Kaiserslautern

© Marco Piecuch

Die unbeholfenen Konversationen und Situationen zwischen Fräulein Schneider (Stefanie Smits) und Herrn Schultz (Alexis Wagner) können in der sonst doch recht (be)drückenden Wirkung des Stückes recht auflockernd wirken. Jedenfalls im ersten Akt wenn der drohende politische Wechsel noch nicht die Verflechtung der beiden bedroht. Da geraten sie in derartige Verzückung über die exotische Schönheit einer Ananas und besingen sie mit nahezu opernhafter Hingabe.

 

Keine leichte Kost

Das Pfalztheater zeigt CABARET noch in dieser Spielzeit und hat bereits eine Wiederaufnahme für den Herbst 2019 angesetzt. Das Premierenpublikum hat das Stück mit großem Beifall beschenkt. Alle Inszenierungen des Pfalztheaters sprechen für eine hohe Qualität und eine Umsetzung ohne große Experimente. Dies ist auch bei CABARET der Fall. Die weltbekannten Musicallieder wie “Mein Herr”, “Cabaret” oder “The Money Song” zu hören, kann alleiniger Grund sein das Stück zu besuchen. Denn auch wenn es ein Musical über eine starke Frau im frühen Berlin ist, muss das Musical nicht unbedingt jedermanns Fall sein.

Kategorie: Stadttheater

Tags: Kaiserslautern

Autor: N. Kroj(20.04.2019)

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