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CHICAGO – Verrucht und Sexy im Berliner Admiralspalast

CHICAGO – Original Broadway Produktion ist im Rahmen seiner Tournee in Berlin angekommen. Am letzten Donnerstag feierte CHICAGO – Die Original Broadway Produktion im Berliner Admiralspalast seine Premiere. Wir waren vor Ort, um uns diesen Klassiker in der Originalinszenierung anzusehen.

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CHICAGO Plakat ©BBPromotion

CHICAGO – Original Broadway Produktion in Berlin

Am letzten Donnerstag feierte CHICAGO – Die Original Broadway Produktion im Berliner Admiralspalast seine Premiere innerhalb der Gastspieltournee durch Deutschland.

CHICAGO ist das am längsten laufende amerikanische Musical der Welt. In New York ist das Stück bereits seit 22 Jahren ohne Unterbrechung am Broadway zu sehen. Viele namhafte Künstler haben in diesem Stück auf den Bühnen der Welt gestanden und mehr als 31 Millionen Besucher haben weltweit Roxie und Velma auf ihrem glorreichen Siegeszug durch die Medienlandschaft verfolgt.

Auch wir haben bereits einige Inszenierungen gesehen, zuletzt die Magdeburger Open Air Inszenierung. Wir waren nun sehr gespannt, die Original Broadway Production im Berliner Admiralspalast erleben zu dürfen.

Die Macht der Medien

Roxie rockt Chicago

© Christiaan Kotze

CHICAGO – Das Musical basiert auf wahren Begebenheiten und geht kritisch, aber auch sehr ironisch mit der Grundaussage: Mit Medienpräsenz und einer guten Portion Gewitztheit ist in der Welt so gut wie alles möglich. Erzähl den Leuten das, was sie lesen wollen und Du bist der Star.

Das verwegene und verruchte Musical vereint zwei grundlegende Aussagen, die auch heute noch von aktuellem Wert sind. Showbusiness und dramatische Lebenssituationen lassen sich wunderbar kombinieren.

Verliebt – Verhaftet – Verrucht – Verehrt – Vergessen

Genau in dieser Reihenfolge wird die Geschichte, von Roxie Hart die ihren Liebhaber Fred Casley erschießt, erzählt.

Roxie erschießt ihren Liebhaber, kommt für ihre Tat ins Cook County Gefängnis von Chicago, wo sie auf Velma Kelly, und diverse andere Frauen trifft, die alle dort wegen Mordes auf ihre Prozesse warten. Es geht rasant und sexy zu, in diesem Knast. Der Song „Cell Block Tango“ gibt dem Publikum Auskunft über die verschiedenen Mordmotive der inhaftierten „Damen“. Ein wenig kriminelle Ironie ist dem Song nicht abzusprechen.

Velmar Kelly ist im Gefängnis der unbestrittene Star. Durch Mamma Morton – der vermeintlich guten Seele des Gefängnisses, ist sie an den Star Anwalt Billy Flynn gekommen. Für 5000 Dollar kann Billy so manch „Razzle Dazzle“ veranstalten. Er vermarktet die Verbrechen in der Boulevard Presse und sorgt für Schlagzeilen, welche das Interesse der Bevölkerung auf sich zieht. Billy Flynn weiß, sich bei den inhaftierten Damen gut in Szene zu setzen und wird von den Damen heiß und sexy umschwärmt.

Chicago Billy Flynn Szene

© Christiaan Kotze

Schnell muss Roxie lernen, um dem Strick zu entgehen, zählt nur eines. Mach dich interessant, verkaufe deine Tatmotive an die Medien und mach dich mit deiner Geschichte zum Liebling der Nation. Lügen und Intrigen sind an der Tagesordnung.

Chicago live vom Broadway in Berlin

Im Berliner Admiralspalast erwartet uns das minimalistische Bühnenbild der Originalshow. Auf der Bühne eine Art angekippter Bilderrahmen, in dem sich die Live Band direkt auf der Bühne befindet. Ein paar Stühle, und die Show beginnt. Mit „All That Jazz“ werden wir gleich mit dem ersten Ohrwurm in das Geschehen geleitet. Mit viel Sex-Appeal, wildem live gespielten Jazz und heißen Tanzszenen tauchen wir ein in die goldenen 20er Jahre von CHICAGO.

Die gesamte Cast hat uns sehr beeindruckt. Die Tanzszenen begegneten uns mit einer perfekten Synchronität, die das Zuschauen zu einem wahren Erlebnis werden ließen. Die Bewegungen der Tänzer lasziv, aufreizend. Die Live-Band schwungvoll und ganz und gar in das Geschehen auf der Bühne integriert. Stimmlich konnten uns alle Akteure überzeugen und durch gezielten, punktuellen Einsatz der Show einen besonderen Kick verleihen.

Eine perfekt gewählte Cast

Samantha Poe verkörpert auf der Bühne eine überzeugende Velma Kelly. Abgeklärt und vom Leben nicht immer gut behandelt, hat sie sich im Gefängnis und in den Medien mit Hilfe von Billy Flynn einen Namen geschaffen. Man nimmt Samantha Poe die Velma in jeder Szene ab.

Samantha Poe ist seit 25 Jahren im Showgeschäft. Als Sängerin und Tänzerin spielte sie bereits in vielen namhaften Produktionen.

Roxie Hart gespielt von Carmen Pretorius, ist optisch wie stimmlich die perfekte Gegenspielerin zu Velma Kelly. Auch sie hat bereits erfolgreich in vielen Musikproduktionen ihr Können unter Beweis stellen können.

Beide Damen ergänzen sich perfekt und haben uns mit ihrem stimmlichen und tänzerischen Können vollends überzeugen können.

Craig Urbani präsentierte uns einen charmanten, gewitzten und mit allen Wassern gewaschenen grau melierten Billy Flynn, dem man durchweg abgenommen hat, dass er die Damen um den Finger wickeln kann.

Die tragische ironische Figur des Amos Hart war in dieser Inszenierung für unser Empfinden nicht so präsent, wie sie es eigentlich verdient hätte. „Mister Cellophan“ Grant Towers gab dem Schussel-Dussel-Ehemann von Roxy durchaus Raum. Wir hätten uns ein wenig mehr Bemitleidungspotenzial gewünscht, was aber keineswegs an Grant Towers, sondern an der Rolleninszenierung lag.

Auch Mary Sunshine, gespielt von KJ Haupt, hätten wir uns von der Anlage her etwas glamouröser, aufgedrehter gewünscht, was den Überraschungseffekt um Mary Sunshines Geheimnis sicher noch spektakulärer gemacht hätte. Darstellerisch und stimmlich allerdings war KJ Haupt die perfekte Besetzung.

Velma Kelly und Roxy Hart

© Christiaan Kotze

Das Original in englischer Sprache

Die Show hat uns wirklich sehr gut gefallen und es stellte überhaupt kein Problem dar, dasws die Inszenierung komplett in englischer Sprache aufgeführt wurde. Die deutschen Übersetzungen, welche an den Seiten mitliefen, ließen auch Zuschauern, die der englischen Sprache nicht zu 100 % mächtig waren oder die das Stück zum ersten Mal gesehen haben, die Handlung schlüssig und verständlich folgen. Die tänzerischen Leistungen der Cast überragend. Mit viel Schwung, teilweise akrobatisch anmutenden Tanzeinlagen und in perfekter Abstimmung im Einklang mit den Kostümen echt ein Hingucker.

Wer nun Lust bekommen hat, sich in das verruchte Cook County Gefängnis von Chicago entführen zu lassen und mit den sexy Mörderinnen einen spannenden, unterhalsamen Abend verbringen möchte, hat in Berlin noch bis zum 14.07.2019 die Gelegenheit. Danach tourt das Stück durch weitere, deutsche Städte.

TICKETS CHICAGO
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Kategorie: Chicago, Kritiken, Tour Musicals

Tags: Berlin

Autor: I. Marquardt(08.07.2019)

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