Jetzt Tickets kaufen

CHICAGO – Premiere bei den DomplatzOpenAir Magdeburg

Die Magdeburger DomplatzOpenAir bieten auch in diesem Jahr wieder ganz großes Musicalerlebnis. CHICAGO ein Klassiker im Musicalgenre wird seid dem 14. Juni in Magdeburg gezeigt und knüpft an die großen Produktionen der letzten Jahre an. Wir haben die Premiere besucht. Unser Fazit: am liebsten gleich noch ein Mal.

Diesen Beitrag teilen


Marcella Adema / Sandy Mölling Bühnenbild ©Andreas Lander

Brillante CHICAGO Premiere in Magdeburg bei den DomplatzOpenAir

Am letzten Freitag feierte CHICAGO – Das Musical in der Neuinszenierung von Ulrich Wiggers seine Premiere bei den DomplatzOpenAir Magdeburg.

Bereits seit 2008 werden beim DomplatzOpenAir sehr erfolgreich, Musicals mit überragendem Erfolg inszeniert und Open Air dargeboten. Mit TITANIC begann somit in Magdeburg eine Erfolgsgeschichte des Open Air Musicals. Es folgten EVITA, LES MISERABLES, ROCKY HORROR SHOW, HAIR, WEST SIDE STORY, JESUS CHRIST SUPER STAR.  Alle Produktionen waren fast durchweg ausverkauft und begeisterten die Magdeburger und ihre Gäste. Mit der diesjährigen Inszenierung von CHICAGO dürfte dem Magdeburger Theater wieder ein riesiger Erfolg ins Haus stehen. Magdeburg hat sich in der Musicallandschaft somit einen sehr guten Platz erspielt und nicht nur die Magdeburger wissen dies zu schätzen. Musicalbegeisterte aus ganz Deutschland reisen an, um sich dieses Erlebnis nicht entgehen zu lassen.

Wir waren am 14.6.2019 zur Premiere vor Ort und sind noch heute sehr beeindruckt von dem dort Gebotenen.

Die Story um CHICAGO

CHICAGO in den 1920er Jahren, Jazz und Gangstersyndikate haben das Sagen und bestimmen das Leben in der Metropole. Die Presse hatte alle Hände voll zu tun, um immer wieder über Mord und Korruption in der Justiz der Stadt zu berichten.

So berichtete 1924 eine Journalistin über zwei Mordfälle, bei denen Frauen die Täter waren und auf der Anklagebank landeten. Aus dieser Story entwickelte sie 1926 ein Theaterstück, welches viele Jahre später die Grundlage für das Musical CHICAGO bildete, das 1975 entstand.

Roxie Hart erschießt ihren Liebhaber und landet im Frauengefängnis von Chicago. Ihre nahe Zukunft sieht für sie die Hinrichtung durch Erhängen vor. Im Gefängnis hat Mama Morton das Regiment, sie kümmert sich um die unterschiedlichen Belange der Damen. Bis zu Roxies Ankunft im Gefängnis ist dort Velma Kelly der Star. Durch den Staranwalt Billy Flynn ist Velma in die Schlagzeilen gekommen und ihr Fall erregt öffentliches Interesse. Durch Billy Flynns Verteidigung könnte Velma die Hinrichtung erspart bleiben. Roxie Hart wird im Laufe der Geschichte zu Velmas größter Konkurrentin und Billy Flynn sieht in Roxie eine neue Chance, sich zu profilieren und wieder neue Publicity zu erlangen.

Justitia Figur Chicago Bühne-magdeburg

©Ines Marquardt

Spektakuläre Inszenierung unter freiem Himmel

In der Ulrich Wiggers Produktion in Magdeburg liegt der Fokus auf der sogenannten „Vierten Gewalt“. Der Einfluss der Medien auf die Meinungsbildung und die Urteilung der Justiz.

Schon beim Betreten der Zuschauertribüne beeindruckt das gigantische Bühnenbild von Leif-Erik Heine. In der Mitte prangt die über 10 Meter hohe Göttin Justitia über das Geschehen, seitlich wird sie von zwei, acht Meter großen Wächtern flankiert. Ein beeindruckendes Bild, was auch außerhalb des Theaterbereiches des Domplatzes weit sichtbar ist.

Die weitere Gestaltung des Bühnenbildes ist aufwendig. In zwei Etagen werden uns die einzelnen Abschnitte der Geschichte sehr authentisch vermittelt. Die untere Etage zeigt das Frauengefängnis von Chicago.

Um gleich von Anfang an klarzustellen, welche Stellung Velma Kelly und Roxie Hart im Gefängnis einnehmen, befinden sich ihre Gefängniszellen links und rechts der Bühne in der oberen Etage. Ihre Zellen sind drehbar und verwandeln sich im Laufe des Geschehens auch in Billy Flynns Kanzleizimmer.

Der Magdeburger Dom im Hintergrund tut sein Übriges. Eine wundervolle Kulisse, die je dunkler es wurde, umso mehr beeindruckte.

Gespannt nahmen wir um 21:00 Uhr zum Showbeginn unsere Plätze ein. Diese Uhrzeit ist genial gewählt, um mit dem natürlichen Licht und der langsam eintretenden Dunkelheit wunderbare Effekte zu erzielen und das Publikum zu fesseln.

Sandy Mölling Szene

©Andreas Lander

Nackte Tatsachen – tolle Choreografien – bekannte Namen in der Cast

Die Show beginnt mit einer fantastischen Tanzchoreografie zu „All That Jazz“, welche erahnen lässt, was Fantastisches und Gigantisches uns an diesem Abend noch geboten werden sollte.

Dann steigen wir auch gleich in die Geschichte ein und werden Zeuge, wie Roxie Hart (Sandy Mölling) ihren Liebhaber Fred Casley (Christian Funk) erschießt. Schon diese erste Szene beeindruckt mit nackten Tatsachen.

Wir lernen die Gefängnisinsassinnen und den Grund ihrer Inhaftierungen kennen. Eine Geschichte, die der Velma Kelly (Marcella Adema), sticht allein durch ihr Auftreten und ihre Kleidung hervor. Velma ist der Star im Knast. Durch die Gefängnisaufseherin Mama Morton (Carin Filipcic) hat Velma den Staranwalt Billy Flynn (Dániel Rákász) kennengelernt. In einem Medienpressespektakel hat Billy Velma zum Star des Gefängnisses gemacht. Die Welt kennt nun ihre Geschichte. Eine Geschichte, die Billy Flynn für Velma vermarktet hat und die sie vor dem Strang bewahren soll. Billy Flynn ist charmant, gewitzt, selbstverliebt.

Dániel Rákász und Ensemble-theatermd-chicago

©Andreas Lander

Diese Charakterzüge weiß Dániel Rákász tänzerisch, gesanglich und schauspielerisch hervorragend auf der Bühne umzusetzen. Unterstrichen wird dies alles noch durch den überzogenen Kleiderstil seines Kostümes. Auffallend pompös für das Chicago in 1920. Gleich mit seinem Auftrittslied „All I Care About is Love“ – „Alles was mich interessiert ist Liebe“ ist klar, nach welchem Prinzip dieser Anwalt seine Verteidigungsstrategien aufbaut.

Die Story nimmt Fahrt auf

Velmas' Stand im Gefängnis gerät ins Wanken, als Roxie dort auftaucht.

Roxie Hart, jung, zierlich, sensibel, zerbrechlich ist ein gefundenes Opfer für Billy Flynn. Sandy Mölling überzeugt zu 100 % in der Rolle der Roxie. Dass Sandy Mölling singen und tanzen kann ist bekannt, seit sie bei den „No Angels“ ihre Bühnenlaufbahn begann. Aber auch ihr schauspielerisches Können überzeugte vollends. Man konnte schon Mitleid haben mit der jungen Frau, die dann auch noch ein Baby erwartete und der immer noch der Tod durch den Strang drohte.

Man kann nicht sagen, dass Velma und Roxie Freundinnen sind, aber beide verbindet dasselbe Schicksal und die gleiche Zukunft. Beide kämpfen verzweifelt um ihr Leben und beide brauchen dazu Billy Flynn.

Velma, die ihren Attraktivitäts- und Interessen – Stern bei Billy sinken sieht, unterbreitet ihm weitere Vorschläge für die Vermarktung ihrer Publicity.

Marcella Adema ist eine überzeugende Velma. Ihre Tanzperformances und ihr Auftreten unterstreichen den Charakter Velma auf hervorragende Art und Weise. Mit ein wenig Arroganz und Überheblichkeit, diese gepaart mit weiblicher Raffinesse und unterschwelliger Angst vor der Zukunft, gibt Marcella Adema ihrer Velma Kelly etwas Unverkennbares und Einzigartiges.

Wie sollte ein Billy Flynn anders handeln, als genau diesen mit Velma besprochenen Plan mit Roxie umzusetzen. Steht diese doch derzeit in der Medienlandschaft viel höher im Kurs.

Jede einzelne Besetzung ein Treffer

Neben den beiden Hauptprotagonistinnen und Ihrem Staranwalt, gibt es aber weitere unbedingt zu erwähnende Charaktere, welche von hervorragenden Sängern und Schauspielern besetzt sind.

Carin Filipcic/Marcella Adema

©Andreas Lander

Mama Morton, gespielt von Carin Filipcic, ist schon ein Hingucker. In beeindruckender Lederkluft und einer Stimme, die für diese Rolle wie geschaffen scheint, wird uns ganz schnell klar, wer in diesem Knast die Fäden zieht und wer dort das Sagen hat.

Diese Frau ist ein Powerpaket und hat uns wirklich schlicht vom Stuhl gesungen.

Ein absoluter Sympathieträger ist Amos Hart, Roxies Ehemann. Enrico De Pieri ist in seiner Rolle des Amos ein so bemitleidenswerter Tropf, dass man versucht war, ihn tröstend in die Arme zu nehmen. Sein großes Solo „Zellophan Mann“ rührt einen fast zu Tränen. Mit diesem einen Song hat Enrico Pieri es geschafft, das Premierenpublikum voll in seinen Bann zu ziehen und mit ihm zu leiden. Seine Interpretation im Zusammenspiel von Liebe und Verzweiflung, aber auch Selbstzweifeln – grandios – beeindruckend, gesanglich wie schauspielerisch ein Highlight.

Und dann war da ja auch noch Mary Sunshine, die Klatschreporterin, die in keinem Gerichtssaal und in keiner Verhandlung mit Außenwirkung fehlen darf.

Gerben Grimmius Mary Sunshine

©Andreas Lander

Effektvoll, ihr erster Auftritt! Sie schwebte im wahrsten Sinne des Wortes ein. Sie kam, sang und siegte. Gerben Grimmius in einer exzellenten Paraderolle der schillernden und abgedrehten Klatschreporterin Mary Sunshine.

Durchweg überzeugend

Man kann die Akteure hier gar nicht alle aufzählen und erwähnen. Man kann aber aus Überzeugung sagen, die CHICAGO Cast in Magdeburg ist perfekt zusammengestellt und überzeugt auf ganzer Linie.

Ob große Tanzszenen mit dem gesamten Ensemble oder einzelne kleine Randepisoden – alle sind einfach nur perfekt bis ins Detail.

CHICAGO in Magdeburg – Bitte gleich noch einmal

Wir haben die Überzeugung gewonnen, dass die Inszenierung in Magdeburg etwas ganz Besonderes ist und wenn man sich die Show mehr als einmal anschaut, bei jedem neuen Besuch sicher auch Neues entdecken wird. Ob in der Kulisse, in einzelnen Ensembleszenen oder Nebenhandlungen, überall wurde die notwendige Szenerie gekonnt umgesetzt. Das ist es sicher auch, was dem Stück seine Authentizität verleiht. Es war beeindruckend und überwältigend, das man gar nicht alles aufnehmen und Einzelnes sofort wahrnehmen konnte.

Abschließend können wir aus Überzeugung sagen, CHICAGO – DomplatzOpenAir in Magdeburg ist eine Produktion, die aus dem alltäglichen Musicalgeschehen heraussticht und an Umsetzung, Unterhaltungswert und Perfektionismus in der Umsetzung seines gleichen noch sucht.musical1-empfehlung-download

Zum Ticket-Angebot

Zum Ticket-Angebot
Zum Ticket-Angebot

Für alle Interessierten hier noch die Charaktere und ihre Beweggründe oder auch einfach die komplette Cast von CHICAGO in Magdeburg

Conferencier – Chris M. Nachtigall

Roxie Hart, driff aus Notwehr zur Waffe- Sandy Mölling

Velma Kelly hörte bei Nr. 17 auf zu zählen – Marcella Adema

Billy Flynn, Anwalt der Herzen- Dániel Rákász

Amos Hart, Roxies treuer Ehemann – Enrico De Pieri

Mama Morton, Gefängnisaufseherin- Carin Filipcic

Mary Sunshine, Klatschreporterin  – Gerben Grimmius

Liz, feuerte zwei Warnschüsse ab – Emma Hunter

Annie, mixte einen Drink – Jasmin Eberl

June, ließ ihren Mann zufällig ins Messer laufen – Marja Hennicke

Kalina Jukunja, ist unschuldig? – Antanina Maksimovich

Mona, ihr Motiv, künstlerische Meinungsverschiedenheiten – Lara de Toscano

Sue, eine weitere Mörderin – Christina Salamon Lama

Fred Caseley, Roxies Liebhaber – Christian Funk

Sergant Fogarty – Nico Went

Fahr-zur-Hölle-Kitty – Emma Hunter

Harry, Kittys Mann – Christian Funk

Arzt – Pablo Martinez

Aaron, Kalinas Rechtsanwalt – Nico Went

Martin harrison, Staatsanwalt – Michael Konings

Jurysprecher – Frank Heinrich

 

Kategorie: Chicago, Stadttheater

Tags: Magdeburg

Autor: I. Marquardt(18.06.2019)

Diesen Beitrag teilen

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Hiermit stimme ich zu, dass meine Angaben aus dem Kommentarformular zur Beantwortung meiner Antwort erhoben und verarbeitet werden. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an info@musical1.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Newsletterhinweis schließen
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen
Sicherheit des Newsletters