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Authentisch, bewegend, charmant – Inside Sound of Music

Inside Sound of Music - angekündigt als Community-Event ohne Details zum Programm und zu den Gästen zu verraten. Wer sich auf das Wagnis eingelassen hat, vorher nicht zu wissen, wer auf der Bühne stehen wird, wurde reichlich belohnt. Und darauf eingelassen hatten sich erstaunlich viele, das Ebertbad in Oberhausen war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Und auch die Bühne wurde ziemlich voll.

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Gruppenbild Inside SOM 2
Gruppenbild Inside SOM 2 © Iris Hamann

Die Sound of Music-Familie stellt sich vor

Spekulationen wabern durch das Ebertbad – wer wird wohl dabei sein an diesem Abend bei INSIDE SOUND OF MUSIC? Jeder hat so seine eigenen Vermutungen und seine eigenen Hoffnungen. Eines sei vorweggenommen: Mit der Überraschung, die der Abend letztlich bot, hatte sicher keiner gerechnet! Und egal, was man sich insgeheim gewünscht hatte, wir sind sicher, das Programm hat niemanden enttäuscht.

Schon vor Beginn sah die Bühne vielversprechend aus, die aufgebauten Instrumente ließen auf ordentliche Live-Musik schließen. Und als der erste Gast um 19.30 Uhr auf die Bühne trat, brach Jubel los. Andreas Bieber eröffnete den Abend mit „Die Zeit dazwischen“ aus seiner aktuellen Solo-CD „Mein Musical und die Zeit dazwischen“.

Adnreas Bieber

© Iris Hamann

“Die Zuschauer sind die wichtigsten Verwandten”

Moderatorin (Journalistin und gute Freundin der „Familie“) Silke Heidenblut begrüßte das Publikum und kündigte an, der Abend sei dazu da, die Sound of Music-Familie zu feiern und aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dazu seien die Zuschauer unerlässlich, denn schließlich seien sie die wichtigsten Verwandten dieser Familie.

Im Laufe des Abends wurden nach und nach (fast) alle Mitglieder dieser gar nicht mehr allzu kleinen Familie vorgestellt und jeder erzählte kurz, wie er zu Sound of Music gestoßen ist. Den Anfang machten dabei die, die sonst immer ganz am Schluss genannt werden: Markus Danne am Ton und Matthias Vierjahn am Licht. Beide sind feste Größen bei fast allen Veranstaltungen und ein eingespieltes Team.

“Herz und Seele” – Andreas Luketa

„Herz und Seele“ sei jedoch unbestritten Andreas Luketa, der Sound of Music vor vielen Jahren gemeinsam mit Markus Tüpker gegründet und zu dem weiterentwickelt hat, was es heute ist. Ebenfalls dazu gehören Bernd Nowak, Markus Frohn und Norman Keiemburg, die in dieser Reihenfolge über die Jahre zum Team gestoßen sind. Andreas Luketa erzählte von den Anfängen, wie sie vor rund 20 Jahren auf die Idee gekommen waren, einen Versand für Musical-„Devotionalien“ in Form von CDs, Noten, etc. aufzubauen. Erst als reiner Versand mit Bestellmöglichkeit aus schreibmaschinengetippten Katalogen, dann mit einem kleinen Laden im Keller seines Wohnhauses, dann einem kleinen Laden hinter dem Porsche-Platz in Essen und schließlich mit dem heute noch existierenden Shop.

Von den Anfängen bis heute

Da sie mit dem damaligen Konzertangebot nicht zufrieden waren und ihnen vieles einfiel, was sie anders machen würden, ergab sich quasi als natürliche Konsequenz das zweite Standbein, Sound of Music Concerts. Andreas Bieber erinnerte sich nach einem weiteren tollen Song – „Electricity“ –   an diese Anfänge. Im Dezember 2012 hatte er gemeinsam mit Paul Kribbe sein erstes Solo-Konzert mit dem Programm „You walk with me“. Der Rest ist sozusagen Geschichte, den seitdem kreuzen sich die Wege immer wieder, es entstanden weitere Konzertformate und mehrere CDs. Eine Art Markenzeichen von Andreas Luketa ist es, Künstler zu Songs zu bringen, die man im ersten Moment ganz sicher nicht von ihnen erwarten würde und denen sie oft selbst erst mal recht kritisch gegenüberstehen. Wer ihm vertraut, wird in der Regel mit Erfolg belohnt. So war es auch bei Andreas Bieber mit „So kann das Leben sein“ von Helene Fischer. Dass bei seiner Interpretation dieses Schlagers keiner sofort an das Original denkt, zeigte er im Anschluss live.

Michaela Schober

© Iris Hamann

Andreas Bieber und Michaela Schober seit Jahren dabei

Auch der nächste Gast war den Besuchern bestens bekannt. Michaela Schober trat mit Mike Oldfields  “To France” auf die Bühne und zeigte, warum sie aus der Sound of Music-Familie nicht mehr wegzudenken ist. Auch sie kennt Andreas Luketas Händchen für Genre-fremde Songs. Gleich für ihre erste Audition, in der eine Tournee-Begleitung für “das Solo-Programm eines bekannten Musicaldarstellers” gesucht wurde, sollte sie einen Song von Veronika Fischer vorbereiten: „Weit übers Meer“. Sie tat wie geheißen, rührte den Entscheider mit ihrer Interpretation zu Tränen und ging in Folge mit Jan Ammann auf „Lampenfieber“-Tour. Wie sehr sie diesen Song immer wieder zu ihrem eigenen macht, konnten die Zuhörer ebenfalls live erleben. Begleitet wurde sie dabei unter anderem  von Carsten Wrede am Akkordeon. Wrede, Geschäftsführer der Tresohr Studios in Oberhausen, zeichnet mit seiner Mannschaft für die CD-Aufnahmen von Sound of Music mitverantwortlich und berichtete über eines der neueren SOM-Projekte, die Tresohr-Sessions. Hierbei wird während eines Live-Konzerts direkt im Studio eine CD aufgezeichnet. Michaela Schober machte mit ihrem Solo-Programm „Auf der Straße der Erinnerung“ den Auftakt dazu. Die CD ist inzwischen erhältlich und auch zwei Live-Videos sind dabei entstanden. Eines davon ist das berührende „Ne Prise Zimt“, das es auch am Montag zu hören gab.

“Lass Musik das Licht sein”

Einen festen Platz in der Familie haben auch die Musiker, die sich, obwohl über ganz Deutschland verstreut, immer wieder für die unterschiedlichen Konzertformate zusammenfinden. Mario Stork, musikalischer Leiter und ebenfalls Pianist, war schon zu „Katalog-Zeiten“ Besteller der noch raren Musical-CDs. Inzwischen schreibt er längst eigene Songs – nicht nur Musicals, sondern auch Chansons. Mit „Lass Musik das Licht sein“ zeigte er, dass er auch singen kann. In den aktuellen Zeiten sei es nicht immer einfach, auf die Bühne zu gehen und zu unterhalten, wenn man sich ob schlimmer Nachrichten oft recht hilflos fühle. Aber „vielleicht ist es ja schon genug, wenn Menschen ein paar Stunden zusammen singen, lachen“. Ja, Mario Stork, wir sind sicher, das ist es!

Gruppenbild Inside SOM 1

© Iris Hamann

Musiker reisen aus allen Himmelsrichtungen an

Auch Cellistin Astrid Nägele, Gitarrist Hannes Kühn, Keyboarder Sebastian Kuhn, Drummer Mattias Plewka und Bassisten Christian Niehues wurden vorgestellt und zu ihrem Einstieg in das Team befragt. Auf ein Lieblings-Konzertformat wollte sich jedoch fast keiner festlegen. Wie auch bei dieser Vielfalt?

Dennis Henschel stimmt auf den Musical-Sommer ein

Musikalisch ging es weiter mit Dennis Henschel, der neben einem Blick auf die Vergangenheit auch einen kurzen Ausblick in die Zukunft gab. Er wird im Sommer als Erstbesetzung des Schattenmannes in LUDWIG² in Füssen auf der Bühne stehen und zudem in Fulda als Zweitbesetzung des Gerold bei DIE PÄPSTIN. Passend dazu entließ er das Publikum mit „Ein Traum ohne Anfang und Ende“ aus diesem Musical, sowie „Nur sie allein“ aus ARTUS EXCALIBUR in die Pause.

Volkan Baydar

© Iris Hamann

Auch “Genre-Fremde” werden gerne aufgenommen

Deutlich rockiger ging es nach dieser weiter: Volkan Baydar, etabliertes Mitglied des Milestones Projects, ließ die Bühne mit „Eye of the tiger“ aus ROCKY beben. Auch er kennt Andreas Luketa schon seit fast zwanzig Jahren, als dieser ihn 1998 als „Newcomer des Jahres“ in seinem Musical-Jahrbuch erwähnte. Ja, tatsächlich habe er mal einen kurzen Abstecher ins Musical-Fach gemacht, bevor er später als Pop-Sänger mit Orange Blue bekannt wurde. Luketa outete sich als Orange Blue-Fan der ersten Stunde und somit ist es naheliegend, dass die beiden sich früher oder später für ein Projekt zusammenfanden. Ein weiteres Beispiel für ungewöhnliche Songauswahl war Baydars Darbietung von „Wenn sie diesen Tango hört“, den er mit viel Gefühl und Kraft in der Stimme ganz und gar zu seinem eigenen machte. 2018 wird er gemeinsam mit Jan Ammann, Mark Seibert und Andreas Bieber wieder mit den „Meilensteinen der Popgeschichte“ in einigen Städten zu hören sein.

Ein Abend, um neue Seiten kennenzulernen

Wie fließend die Grenzen in der Musik oft sind und dass es viele „Doppelbegabungen“ gibt, zeigte der nächste Titel als Volkan Baydar und Drummer Matthias Plewka kurzerhand die Plätze tauschten und Plewka gemeinsam mit Michaela Schober und Eve Rades Mr. Presidents „Coco Jambo“ groovten, während Baydar die Drums bearbeitete.

Eve Rades

© Iris Hamann

Eve Rades ist das “Nesthäkchen” der Familie

Eve Rades ist der jüngste Neuzugang. Sie stieß 2016 nach NEXT TO NORMAL zur Sound of Music-Familie, sie sang mit Jan Ammann „Hintern Horizont“ für seine Solo-CD ein und ist nun Teil seines Solo-Konzertformats „Wunder geschehn“. Nachdem auch sie einen Schluck aus dem „Gemeinschafts-Wasserglas“ genommen hatte, das als eine Art Running Gag von scheinbar jedem der Sänger genutzt wurde, zeigte sie mit „Mein Leben“ aus JEKYLL & HYDE, einmal mehr dass Andreas Luketa ganz offensichtlich einen Riecher für Talente hat.

MERCI CHÉRIE ist eine Herzenssache

Deutlich zu spüren war, dass es doch eine Art heimlichen Favoriten unter den diversen Formaten gibt. MERCI CHÉRIE nahm mehr Raum ein und fand sowohl bei den Sängern als auch den Musikern mehrfach Erwähnung. Udo Jürgens wurden folgerichtig auch gleich drei Songs gewidmet. Dennis Henschel und Eve Rades begeisterten mit „Immer wieder geht die Sonne auf“, bei Andreas Biebers Interpretation von „Der gekaufte Drachen“ hätte man eine Stecknadel fallen hören und mit „Zeig mir den Platz an der Sonne“ löste er gemeinsam mit Michaela Schober die emotionale Stimmung wieder auf. Dieser Block war nicht nur für Bassist Rolf Dieter Mayer, der als Mitglied der Pepe Lienhard-Band bei unzähligen Udo Jürgens-Auftritten dabei war, mit viel Gefühl verbunden.

Auch 2018 lädt Sound of Music Concerts zum Mitternachtsball

Ein Ereignis darf im Rückblick nicht fehlen. Der Sensations-Erfolg des letzten Jahres, der Mitternachtsball zu Halloween in Essen, wurde gemeinsam mit Regissseurin und Choreographin Yara Hassan nochmal in der Erinnerung zum Leben erweckt. Zusammen mit Andreas Luketa berichtete sie von den kleinen und größeren Widrigkeiten, die in der Vorbereitung zu bewältigen waren. Den leichten Sound-Schwächen im vierten Akt werde man in 2018 (ja, es wird ihn auch in diesem Jahr geben, den Mitternachtsball) mit einer Live-Band begegnen. Luketa lag es sichtlich am Herzen, sich nochmals bei den damals anwesenden Zuhörern zu entschuldigen und sich dafür zu bedanken, dass man ihnen diese kleinen Imperfektionen so großzügig nachgesehen habe. Vorverkaufsstart für den Mitternachtsball 2018 soll voraussichtlich im März sein, das Programm bliebe weitestgehend erhalten, in der Besetzung wird es kleinere Änderungen geben. Welche das sein werden, wurde nicht verraten, es darf also nach Herzenslust spekuliert werden.

Patrick Stanke

© Iris Hamann

Patrick Stanke und der Flügel – Emotion pur

Kurz vor Ende des fast dreistündigen Programms, stellte Silke Heidenblut dann eine Frage, die sicher vielen Musical- und insbesondere Sound of Music-Begeisterten auf den Nägeln brennt: „Warum gibt es eigentlich die Musical Tenors nicht mehr und wird es sie je wieder gemeinsam auf der Bühne geben?“. Andreas Luketa plauderte auch hier aus dem Nähkästchen, erläuterte offen, warum es damals nicht weiterging. Im Anschluss bat man einen weiteren – sicher unerwarteten – Gast auf die Bühne. Patrick Stanke setzte sich an den Flügel und rührte mit seinem Auftritt nicht nur den ein oder anderen im Publikum, sondern auch den Gastgeber zu Tränen. Mit „Du warst mein Licht“, der erste selbstgeschriebene Text von Andreas Luketa (im Original „Tonight I wanna cry“ von Keith Urban), setzte er ein weiteres emotionales Highlight des Abends.

Die Musical Tenors kommen zurück!

Wenn er nun schon mal da sei, könne man ihn ja gleich selbst zu einer eventuellen Zukunft der Musical Tenors befragen, meinte Moderatorin Silke Heidenblut. Die Antwort „Lasst es mich mal so sagen, nehmt euch im Herbst 2018 vorsichtshalber nichts vor“ ging im Jubel des Publikums unter und war bereits Minuten später auf sämtlichen einschlägigen Musical-Kanälen zu lesen.  Der Vorverkaufsstart ist bereits für nächste Woche angekündigt. Es wird also ein heißer Musical-Herbst!

Trotz dieser “Breaking News” kehrte nochmal kurzzeitig Ruhe ein, als Andreas Bieber zum Abschluss “Nessaja” (“Ich wollte nie erwachsen sein”) aus TABALUGA anstimmte. Nach und nach stimmten die anderen Sänger mit ein und verhalfen dem Abend zu einem bewegenden, ruhigen Ausklang.

Dennis Henschel & Patrick Stanke

© Iris Hamann

Der Abend hallt nach

Es ist ein langer Bericht geworden, aber wir wollten ihn nicht kürzen. Es ist uns wichtig, genau das rüberzubringen, was der Abend widergespiegelt hat: Jeder, wirklich jeder in der Sound of Music-Familie leistet einen wichtigen Beitrag und macht es zu dem was es ist. Auch die, die eben sonst nicht ganz vorne im Rampenlicht stehen. Natürlich konnte am Montag nicht jeder/jede dabei sein, sei es, weil die meist vollen Kalender es nicht erlaubten oder auch, weil das den Rahmen des Abends gesprengt hätte. Dazu gehören sie trotzdem.

Und so sehr die/der ein oder andere auf „ihren/seinen“ ganz persönlichen Liebling in Form eines bestimmeten Darstellers oder Songs gewartet haben mag, dieser Abend hat aus unserer Sicht ganz wunderbar gezeigt, dass eine Musical-Veranstaltung tatsächlich ohne einen einzigen Song aus TANZ DER VAMPIRE oder den anderen absoluten Standards auskommen und trotzdem restlos begeistern kann. Authentisch, bewegend und charmant.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Iris Hamann, die uns netterweise ihre Fotos des Abends zur Verfügung gestellt hat – auch dies ist ein Zeichen einer funktionierenden Community.

Kategorie: Galas & Konzerte

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Autor: M. Kanz (31.01.2018)

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