Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

AMERICAN IDIOT und seine Boys im Interview

OFFmusical Frankfurt hat das Musical AMERICAN IDIOT nach Deutschland geholt. 17. Januar feierte die deutschsprachige Produktion von AMERICAN IDIOT im Batschkapp Frankfurt seine Premiere. Nur acht Shows, jedoch mit Energie für 800! Wir waren am 2. Mai zur fünften Show da und trafen die fünf Idiot Boys anschließend zum Interview.

Diesen Beitrag teilen

American Idiot Logo
American Idiot Logo © Off-Musical Frankfurt

Green Day und AMERICAN IDIOT

Die Geschichte basiert auf dem Konzeptalbum „American Idiot“ von Green Day, das 2004 erschien. Für das Musical wurden zusätzlich einige Songs aus dem Album 21st Century Breakdown (2009) hinzugefügt. Frontmann der Band Billie Joe Armstrong spielte sogar am Broadway einige Shows die Rolle des St. Jimmy's.

Eine kurze Einleitung ins Stück: Es handelt von den drei unzufriedenen Jugendlichen Johnny, Will und Tunny, die aus einer bedrückenden Vorstadt flüchten wollen, um die Freiheit und den Reiz der (Groß-)Stadt zu erleben. Will bleibt jedoch zu Hause, um die Beziehung mit seiner Freundin aufrecht zu behalten. Tunny lässt sich durch den „Lieblingssohn“ verführen, zur Armee zu gehen und ist dann im Irak stationiert. Johnny verliebt sich und verfällt den Drogen. Aus diesem Konsum projiziert er ein cooleres „Ich“, den St. Jimmy.

Philipp Büttner, Dennis Hupka, Sebastian Smulders, Robert Lankester und Claudio Gottschalk-Schmitt haben sich nach der energiegeladenen Show für uns Zeit genommen und haben uns von dem Stück, ihren Rollen und sich erzählt.

Die American Idiot Boys im Interview

© S.Ahrens

Wer seid ihr ihr eigentlich in diesem Musical?

Sebastian: Ich spiele Tunny in diesem Stück. Er ist einer der Kumpels. Manchmal fühlt er sich wie das fünfte Rad am Wagen, der aber dennoch seine Jungs liebt. Sie sind zwar oft ein bisschen grob zu ihm, aber das ist es ihm wert. Lieber so, als alleine zu sein.

Claudio: Ich bin… alles in diesem Stück * lach * also vordergründig bin ich der Lieblingssohn. Er ist der Hauptdarsteller einer Fernsehwerbung, durch die sich Tunny verleiten lässt, in die Armee zu kommen. Ich mach das auf eine ganz spielerischen Art und verführe ihn und mach gute Mine zum bösen Spiel.

Robert: Ich spiele St. Jimmy. Er ist so etwas wie der Alter Ego von dem, was Johnny gern wäre. Er ist das, was ihm so im Leben fehlt, das Böse, das Verführerische, das Lustvolle, einer, der auch Mal ein Mädchen abbekommt. Eigentlich ist Johnny voll der Loser, aber mit mir an seiner Seite, ist er voll der Macker. Wir machen Party und nehmen zusammen zum ersten Mal Heroin und mit diesem Heroinkonsum, komm ich auch immer wieder. Ich bin… das Böse.

Philipp: Ich verkörpere den Johnny und wie Robert ja schon gesagt hat, fehlt dem Johnny der Halt und das Ziel im Leben. Er weiß eigentlich nichts mit sich anzufangen und entscheidet sich mit seinen Freunden zusammen, dass sich etwas ändern muss und stürmen los, ohne zu wissen, wohin es gehen soll und was sie eigentlich wollen. Dabei verlieren sich sich auf dem Weg. Ja, und aus dieser Haltlosigkeit produziert er sein Alter Ego.

Dennis: Ich spiele Will und er ist ein sehr frustrierter Jugendlicher, der wie auch auch Tunny und Johnny entfliehen will und sich mitziehen lässt. Er hat auch lange darauf gewartet, aber das Schicksal hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht: seine Freundin ist schwanger und er muss zurückbleiben, muss das Leben seiner Eltern führen, versumpft darauf zu Hause und kommt mit dieser Rolle gar nicht klar, dass ein Anderer ihm seine Zukunft ausgewählt hat. Er geht daran zugrunde und nimmt dann einen eigenen Weg.

Kann die eine Rolle ohne die Anderen bestehen bzw. könnte man jemanden Streichen?

Sebastian: In dieser Geschichte eigentlich nicht.

Claudio: Nein, nein! Auch wenn meine Rolle die kleinste ist, aber ne, kann man nicht. Ohne mich würde die Geschichte so nicht weitergehen.

Sebastian: Ohne Heather würde Will nicht Vater werden.

Dennis: Also im Vergleich zum Broadway oder London, sind bei uns ja Rollen zusammengestrichen worden. Also von uns Jungs kann man keinen mehr streichen. Wenn es nur zwei Freunde wäre oder ohne Alter Ego, also der, der wir nie sein werden, würde etwas fehlen. Es geht ja darum, die verschieden Wege zu zeigen.

Philipp: Das Ding ist, jeder Freund bring ja einen Anderen dazu, etwas zu tun. Tunny geht in die Armee und Johnny ist dann so am Limit, dass er sagt „Jetzt verliere ich auch meinen letzten Freund, nachdem der Erste schon gegangen ist“ und als Reaktion darauf, kommt St. Jimmy. Jede Handlung der eigenen Rolle hat einen Einfluss auf eine Andere.

Sebastian: Und es ist immer so ein bisschen unvorhersehbar. Ich denke, keiner der Jungs weiß am Anfang, was ihm widerfahren wird. Alle stehen am selben Punkt. Dann passieren verschieden Dinge, die sie alle in verschiedene Richtungen bringen, aber eben, das ist das verrückte, nachher auch wieder zusammen führt.

Würdet ihr euch genau so besetzten?

Dennis: Also ich finde, dadurch das die Story so real und zeitgemäß ist, kann jeder von uns jede Rolle spielen. Also ich kann was mit diesem Gefühl „zu Hause bleiben zu müssen und einen Weg zu gehen, der einem vorgesetzt wird“ schon etwas anfangen. Ich würde zwar auch nicht zur Bundeswehr gehen, aber man kennt es. Jeder verliert sich Mal in der Nacht und findet etwas, dass in ihm schlummert. Wer hatte das nicht schon Mal, dass man jemanden gesehen hat und auch so wie der sein wollte.

Claudio: Es geht vordergründig zwar um drei Jungs, aber theoretisch stehen die ja für eine ganze Gesellschaft und auch wenn sie am Ende zurück kommen. Sie stehen für einen ganzen Haufen an Jugendlichen, den es genau so geht. Ich glaube, deswegen kann man das ganz gut sagen, dass es allgemein für alle passt. Als ich der „Lieblingssohn“ wurde habe ich mal geguckt, wie er am Broadway besetzt wurde: Der Typ war zwei Meter groß, muskulös und dunkelhäutig. Ich bin ja gar nichts davon, aber wir haben alle unser eigenes Ding draus gemacht.

Sebastian: Genau, wir haben uns eben nicht an die Broadway-Version gehalten und haben es komplett neu umgekrempelt.

Philipp: Ging ja auch nicht, wir sind ja auch nur zehn und keine 30 Leute auf der Bühne.

Sebastian: Nicht nur das. Auch vom Set her.

Claudio: Das war ganz schon, dass uns das Regieteam so viel Freiheit gegeben hat. Das Wichtigste war, dass wir den Musikstil stimmlich bedienen und das war auch die größte Arbeit, finde ich. Aber im Endeffekt, wie wir die Charaktere füllen, war eine sehr persönliche Arbeit und da gab es keine Vorlagen. Da waren wir wirklich sehr frei.

Sebastian: Es kostet einem Darsteller sehr viel vertrauen und da ziehe ich auch den Hut vorm Regisseur, dass er sich die Zeit genommen hat. Grade weil er mit uns an den Rollen so individuell gearbeitet hat. Wir haben sehr viel darüber gesprochen und hat uns dann auch sehr viel Raum gegeben, dass wir Sachen einfach ausprobieren konnten und dabei hat er immer noch sehr fein gearbeitet. Es war schon toll.

Ihr findet euch also in irgendeiner Art in euren eigenen Rollen wieder?

Sebastian: Ja immer, immer!

Auch in einer anderen Rolle?

Philipp: Also weil wir das vorhin schon hatten: Wir kommen alle ja aus dieser Generation und wenn man vielleicht nicht selber so ist, kennt man auf jeden Fall jemanden oder hatte jemanden in der Klasse, der dann seine eigene Band aufgemacht hatte und zu Demos gegangen ist. Dadurch ist alles sehr nah. In anderen Stücken, die zum Beispiel 1750 spielen, ist es viel weiter weg. Ich persönlich frag mich auch, wie das Team es entschieden hat, wer von uns nun welche Rolle spielt. Aber als was ich mich am wenigsten besetzten würde, ist der St. Jimmy, weil er noch das extremste ist.

Claudio: Muss man als Darstelle der Rolle ähnlich sein? Weil ich finde mich überhaupt nicht in meiner Rolle wieder, aber das macht es auch für mich aus, es zu machen. Es ist für mich super spannend und ich glaube, das ist fast schwieriger zu spielen… also ihr drei fühlt euch euren Rollen noch am ehesten nahe. Ich kann mich kann mich aber total in ein Muster einfügen. Ich kann sagen: Als Lieblingssohn bin dann eher ein Bisschen abgespacet und so bin ich dann persönlich auch etwas. Das hat natürlich auch seinen Reiz, aber ich würde jetzt nicht sagen: Genau das bin ich privat. Ich finde, was dieses Stück eher ausmacht, sind ganz, ganz starke Emotionen, de geschafft werden und Messegas übermitteln. Das steht eher im Vordergrund, als die Storyline und da gibt es eben Momente wie zum Beispiel das Ende, wo wir wieder auf den Stühlen stehen oder ganz viele andere Momente, bei denen ich sage: Da fühle ich mich in den Emotion wieder. Die kenne ich aus meinem Leben, als dass ich die Rolle in mir wiedererkenne.

Robert: Es ist die ganze Green Day-Sache. Ich glaube ich bin einer von vielen, der diese Musik in der Jugend durchlebt hat. Mit meinen Haaren, hatte die härteste Emo-Phase, Skinny Jeans, Poster, Green Day… in dieser Idee finde ich mich TOTAL wieder. Dieses: Ich weiß nicht wer ich bin, habe keinen Bock zu duschen, was mache ich hier überhaupt? Ich war damals voll der Loser und hatte diese richtig traurigen Moment im Leben, mitten in der Pubertät und man weiß wirklich nicht wohin mit sich. Dennoch gab ich einen Scheiß drauf, was mir vorgelebt wurde und deswegen hörte ich Green Day und machte mir Kajal drauf. Da finde ich mich in diesem Lebensmuster total wieder. Ich glaube, als Jugendlicher wäre ich viel lieber St. Jimmy gewesen, aber ich war eher ein Johnny. Also nicht ganz so hart der Loser, aber schon in dieser Richtung.

Dennis: Aber es ist echt krass, wenn man so an die Jugend zurück denkt. Ich habe mir Nietengürtel gekauft und dann zwei übereinander getragen,…

Robert: Die weißen Vans hatte man bemalt.

Dennis: Die total abgeranzt waren. Je mehr desto besser und man hat gehofft, dass die Eltern gefragt haben „Willst du dir keine neuen kaufen?“ und ich denk mir „NEIN! Das ist einfach geil.“ Ich fand es auch cool der Außenseiter zu sein. Ich habe es geliebt!

Sebastian: Also ich fand das alles nicht so cool. Ich fand es cooler, als ich sitzengeblieben bin und dann war ich cool.

Dennis: Was sagst du denn dazu?

Redaktion: Es war, wie ihr schon gesagt habt, unsere Jugendzeit und man hat es irgendwie gelebt. Was an dem Album aber auch so wichtig ist, ist der Gedanke. Jeder Teenager hatte mal die Phase, in der er weg vom Üblichen wollte. Nur die wenigsten leben es dann auch tatsächlich aus. Das Musical tut es zum Beispiel und es spiegelt einfach die Gedanken ganz, ganz vieler Teenager wieder.

Robert: Stimmt.

Redaktion: Und deswegen brauchen die Rollen auch gar nicht so sehr ausgearbeitet sein, weil es auch einfach viel Persönliches ist.

Sebastian: Genau deswegen kann man es ja so gut füllen! Im Gegensatz zu einer Rolle aus dem 17./18. Jahrhundert spielen soll. Bei dieser muss man sich erst einmal überlegen, wie man diese Illusion herstellen kann und wie man es technisch umsetzt. Sonder hier ist es einfach das, was man selber kennt/ kennengelernt hat oder zumindest etwas ähnliches.

Claudio: Da merkst du auch einfach ganz stark, dass die Musik geil ist. Immer wenn man auf der Bühne steht, und wahrscheinlich auch, wenn man im Publikum sitzt, hat man wieder so Gänsehautmomente. Ich zum Beispiel, bekomme bei 21 Guns immer Gänsehaut oder auch Tränen in die Augen, weil die Musik einfach wirklich gut geschrieben ist.

Sebastian: Und es funktioniert JEDES Mal! Man brauch nichts und kann sich quasi sich davon tragen lassen. Ich hätte das nie gedacht! Mein Gedanke war eher: Wenn wir das übersetzten, Songs wie „21 Guns“ oder „Wake me up when September ends“, das geht TOTAL nach hinten los. Und als wir dann die deutschen Texte bekommen habe, man haben wir uns da teilweise quer gestellt: „OH GOTT, das können wir so nicht singen!“ Aber letzten Endens kam so ein Flow und dann ging es. Jetzt bin ich immer wieder beeindruckt, was es so mit einem macht und wie krass man dazu connecten kann.

Philipp: Ich muss auch sagen, weil ich so jung damals war, als ich es gehört hatte, habe ich vieles gar nicht so richtig verstanden, weil mein Englisch noch nicht so gut war. Ich war da in der 5. Klasse, da hatte man erst Englisch bekommen. Für mich war das damals mehr nur so „Bla, bla“, aber jetzt die Texte nochmal durchzugehen, da wurde einem dann erst richtig bewusste, um was es geht. In den Übersetzung wurde auch noch Mal viel gedreht und geändert. Dabei durften wir auch immer eigene Vorschläge machen, die waren da sehr offen für.

Robert, Dennis und Philipp von American Idiot

© S.Ahrens

Es kam ja durch, dass ihr alle Green Day gehört habt. War das der Grund warum ihr beim Musical mitmachen wolltet?

Sebastian: Nicht nur. Ich wusste, am Broadway hat es der Michael Mayer inszeniert und ich habe FRÜHLINGS ERWACHEN in Wien gemacht und da hat er mit uns gearbeitet. Ich wusste zwar nicht wer AMERICAN IDIOT inszenieren wird, aber ich wusste FRÜHLINGS ERWACHEN hat mir unfassbar viel Spaß gemacht und AMERICAN IDIOT geht in die selbe Schiene, so ein Bisschen von der Tiefe her. Es ist nicht so etwas larifari sondern es geht ums Eingemachte. Ich wusste einfach, dass es geil ist. Auch wenn Michael Mayer es jetzt nicht inszeniert hat, hat es trotzdem diese Tiefe bekommen. Ich bin da total bestätigt worden!

Claudio: Ich muss ehrlich gestehen, ich bin der jüngste von uns und ich bin grade so an dieser Zeit vorbei… also ich habe damals nicht unbedingt Green Day gehört. Bei mir kam gerade „21st Century Breakdown“ raus und ich habe es auch gekauft, aber es war bei mir nicht so aktuell. Es ist bei mir eigentlich eine ganz andere Ecke gewesen. Ich bin zur Audition gefahren und wollte es auch unbedingt machen, weil ich diese Art von Theater schätze und liebe. Welches jetzt auch hoffentlich mehr kommt und ich möchte das unterstützen und machen. Das ist genau das, womit ich mein Geld verdienen möchte und was ich den Leuten zeigen will. Ich finde es gibt so viel „anderes“ Theater und „anderes“ Musical.

Sebastian: Es hat einen hohen Anteil an Authentizität. Es gibt so viele Sachen, die sind auch toll, aber werden sehr oberflächlich und unterhaltsam inszeniert. Das ist so das Klischee am Musical, aber das muss es gar nicht sein!

Claudio: Ich finde, Geschichte und Emotionen zu vermitteln und Leute zu berühren, ist viel wichtiger. Das kann Musical allemal!

Sebastian: Richtig! Und es kann auch mal hart sein und tief gehen und es darf auch mal nicht immer mit „Happy End“ sein und erschrecken.

Robert: Ich wollte es auch unbedingt spielen, UMBEDINGT! Und als ich die Mail bekommen hatte war das so: JAAA!!!

Philipp: Was ich auch toll fand war, als man dann erkannt hatte, dass zwei junge Menschen, die jetzt was ganz eigenes machen, so mutig sind eine Marktlücke zu füllen und das auch noch zu guten Konditionen, das allein ist schon Unterstützenswert.

Dennis: Das merkte man auch schon bei der Audition. Man konnte alles machen, haben sich Zeit genommen und haben einen nicht nach den ersten 10 Takten abgebrochen.

Sebastian: Sie haben viel Interesse gezeigt.

Claudio: Was auch schön daran zu sehen ist, ist dieses perfekte Team, das da Menschen sind, die wirklich Bock darauf haben.

Sebastian: Die haben es bestimmt nicht so einfach, als so kleine Firma mit so einem Projekt. Es ist wie ein Seiltanz. Da balanciert man auf schmalem Grad.

Philipp: Natürlich müssen sie auch überleben, aber das Kommerzielle steht nicht im Vordergrund und man merkt mit wie viel Herz die dabei sind.

Meint ihr, dass AMERICAN IDIOT eine Chance hat, wie HEDWIG AND THE ANGRY INCH, in einer anderen Stadt zu gastieren?

Dennis: (Ironisch) Ne, niemals!

Sebastian: Jaaa, ja, ja, ja!!!

Claudio: (Ironisch) Was ist das für eine frage? Also ich kann von vielen Freunden, Bekannten und Zuschauern sagen, dass sie meinten: „Bitte, bitte machte es nochmal woanders!“ und wir haben auch alle Bock.

Robert: Ja, mega! Und wenn man es sich anguckt, ist es prädestiniert zum Touren. Man braucht nur den Spiegel und die Stühle. Es steht und fällt mit uns.

Philipp: Du kannst es vor allem auch in vielen Locations machen.

Dennis: Ja und dann in den großen Musical-Städten wie Hamburg und Berlin. Die müssen auch sehen, dass es eine „Alternativmusical“- Szene gibt.

Sebastian: Und es ist auch ein gutes Stück, um Leute ins Theater zubekommen, die sonst nicht gehen würden. Was wir alles an Publikum schon hatten.

Claudio: Ja! Eine Show nur mit Leuten in Green Day-Pullies, dann aber auch wieder so richtige Musicalgänger. Das ist total unterschiedlich.

Philipp: Und dann rufen die auch noch rein, was einem im „normalen“ Theater/Musical eher stören würde, aber hier ist das dann doch cool.

Robert: Oder sie stehen einfach auf und holen sich ein Bier und ich denk mir so „JAAA!!!“

Claudio: Go for it!

Dennis: Die eine Frau neben mir hatte einen Wein oder so, von dem ich trinken durfte, als ich neben ihr saß.

Robert: Und die Green Day-Fans erst. Oh Gott, ich liebe sie! Sie geben einen so viel Energie und Kraft. Diese pure Liebe, auch mit den deutschen Texten, ist einfach fantastisch.

Philipp: Man ist auch viel näher am Publikum dran und hat keine riesige Bühne auf der man sich verliert oder noch fünf Meter Orchestergraben vor sich hat.

Claudio: Ich muss echt sagen und da spreche ich bestimmt für alle mit, dass es wirklich DAS Stück bis jetzt ist, dass mich am meisten Energie gekostet hat. Sei es stimmlich oder konditionell und es hat mich am meisten aus meiner Komfortzone herausgeholt, aber es ist das gehaltvollste Stück, was mir auch am meisten zurückgibt.

Dennis: Und wo ich am meisten Teil davon sein durfte, was Teil von mir auch ist. Ich glaube, ich durfte noch in keinem Stück zuvor, so viel von mir selbst miteinbringen.

American Idiot Boys

© S.Ahrens

AMERICAN IDIOT ist ein energiereiches und beeindruckendes Rockmusical, dass aber auch, wie wir nach diesem interessanten und ausführlichen Interview festgestellte haben, ein durchaus tiefes und persönliches Stück ist, welches immer noch aktuell ist und die Gedanken und Emotionen vieler Teenager unserer Gesellschaft wiederspiegelt. Wir bedanken uns recht herzlich bei den American Idiot Boys und wünschen viel Spaß und noch mehr tolle Momente für die Dernière am 10. Mai im Batschkapp Frankfurt. Die letzte Show in Deutschland wird es aber nicht gewesen sein. AMERICAN IDIOT geht auf Tour! Weitere Informationen folgen.

American Idiot Schlussapplaus

© S.Ahrens

Kategorie: Interviews

Tags:

Autor: S. Ahrens(10.05.2018)

Diesen Beitrag teilen

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Hiermit stimme ich zu, dass meine Angaben aus dem Kommentarformular zur Beantwortung meiner Antwort erhoben und verarbeitet werden. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an info@musical1.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen