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AMERICAN IDIOT – Ein Besuch beim Green Day-Musical ​

Ab dem 10. Januar geht offMUSICAL mit der ersten deutschsprachigen Produktion des Green Day-Musicals AMERICAN IDIOT auf Deutschland-Tour - Für Musical1 ein guter Grund, auf das Gastspiel im vergangenen August in Berlin zurückzublicken und die Frage zu beantworten, ob sich ein Besuch lohnt. ​

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AMERICAN IDIOT Szenenbild
AMERICAN IDIOT Szenenbild © Agnes Wiener / Niklas Wagner

Die beliebte „Punk Rock Opera“ auf der Musicalbühne

AMERICAN IDIOT basiert auf dem gleichnamigen Album von Green Day aus dem Jahr 2004. Die „Punk Rock Opera“ brachte der Band großen Erfolg und einen Grammy ein und verkaufte sich bis heute über 16 Millionen mal. Songs wie „American Idiot“, „Boulevard of Broken Dreams“ und „Wake Me Up When September Ends“ wurden zu den größten Hits der Gruppe und erfreuen sich auch 15 Jahre nach der Veröffentlichung noch großer Beliebtheit.

International erfolgreich

Da es sich bei „American Idiot“ um ein Concept Album handelt, das bereits eine Geschichte erzählt, bot sich eine Adaption für die Musicalbühne an, welche von der Band in Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Mayer umgesetzt wurde. Zusätzlich zu dem Album sind auch ausgewählte Lieder aus dem Folgealbum „21st Century Breakdown“ und der bis zur Welturaufführung unveröffentlichte Song „When It‘s Time“ Teil des Stückes.

2010 feierte AMERICAN IDIOT am Broadway Premiere. Auch die Cast-Aufnahme gewann einen Grammy, das Stück selbst zwei Tony Awards. Zwar lief es am Broadway selbst nur ein Jahr, war jedoch seitdem in zahlreichen internationalen Produktionen und Touren zu sehen, so auch 2015 im Londoner West End.

American Idiot Logo

© Off-Musical Frankfurt

Deutschlandpremiere 2018

Im Januar 2018 brachte schließlich offMUSICAL die erste deutschsprachige Aufführung auf die Bühne. Inszeniert von Thomas Helmut Heep, mit deutschen Übersetzungen von Titus Hoffmann feierte das Stück seine Deutschlandpremiere in der Batschkapp Frankfurt. Dem großen Erfolg dort verdankte es ein Gastspiel in Berlin im Spätsommer 2018 und die nun folgende Deutschlandtour.

Besondere Erzählweise

AMERICAN IDIOT erzählt von drei Freunden, die ihre Heimatstadt verlassen wollen und ihren Platz im Leben suchen. Eine Besonderheit des Stückes ist, dass es keinerlei gesprochenen Dialog gibt und die gesamte Handlung über die Songs von Green Day erzählt wird. Dies funktioniert erstaunlich gut, nicht zuletzt durch die Leistung der Darsteller, die viele Handlungselemente, die im Songtext nicht direkt vorkommen, allein durch ihr Schauspiel kommunizieren müssen.

In Kombination mit einer aussagekräftigen Choreografie gelingt eine kurzweilige und abwechslungsreiche Erzählung, die viele aktuelle Themen beinhaltet, die (junge) Menschen in ihrem Leben bewegen: Liebe, Beziehung und Schwangerschaft, die Suche nach einem Platz in der Welt, psychische Krisen wie Drogenabhängigkeit und Traumata. Auch politische Themen, unter anderem vertreten durch den Titelsong, finden ihren Platz und haben in den letzten Jahren nicht an Aktualität verloren.

Hohe darstellerische Qualität

AMERICAN IDIOT Szenenbild mit Philipp Büttner, Lena Weiss, Sebastian Smulders

© Agnes Wiener / Niklas Wagner

Im Vergleich zur Broadway-Inszenierung ist die offMUSICAL-Produktion in Bezug auf Cast und Bühnenbild deutlich abgespeckt. Lediglich zehn Darsteller stehen – neben der Band – auf der Bühne, sind dafür jedoch fast die ganze Zeit in die Handlung eingebunden und erfüllen, auch wenn sie keine einzelne, direkt bemannte Figur verkörpern, wichtige Funktionen. Gerade durch die geringe Anzahl an Beteiligten fällt die darstellerische Qualität aller Personen, besonders in Bezug auf ausdrucksstarke Mimik und Bewegungen, ins Auge.

Trotz geringer Mittel optisch eindrucksvoll

Das recht minimalistisch Bühnenbild wird in der Inszenierung ebenfalls eindrucksvoll umgesetzt, vor allem durch Lichteffekte und einen großen Spiegel. Dieser ermöglicht es durch geschickten Einsatz beispielsweise, St. Jimmy auftauchen und verschwinden zu lassen und Szenen zu zeigen, während derer Darsteller auf dem Boden liegen oder sich im Publikum befinden und ansonsten nicht gut erkennbar wären.

Auch die frechen, frischen, teils ironischen Choreografien von Ludwig Mond sorgen gemeinsam mit den passenden punkigen Outfits dafür, dass das Stück nicht nur musikalisch sondern auch optisch großen Spaß macht. Sie leben nicht zuletzt von den klaren, rockigen Beats und der großen Präzision der Darsteller. Ab und an wird räumlich mit dem ganzen Saal gearbeitet, unter anderem durch einen Teil der Bühne, der bis ins Publikum führt, sowie die kreative Choreografie der Anfangs- und Endszenen.

AMERICAN IDIOT Szenenbild mit Philip Büttner, Yvonne Braschke, Laura Friedrich Tejero, Claudio Gottschalk-Schmitt, Paulina Plucinski

© Agnes Wiener / Niklas Wagner

Green Day auf Deutsch?

Wie alle Musicals mit Songs, die dem deutschsprachigen Publikum bereits unabhängig vom Stück in der Originalversion bekannt waren, weckte AMERICAN IDIOT im Vorfeld Skepsis in Bezug auf die Übersetzung der Songtexte, die sich die Band selbst gewünscht hatte. Lieder zu übersetzen ist nie leicht, unter anderem da es gilt, nicht nur den Sinn sondern auch die den Rhythmus und Klang zu erhalten. Bei Songtexten, die sich auf Englisch bereits in das Gedächtnis der Zuschauer eingebrannt haben, ist der Druck auf den Übersetzer noch größer. Für AMERICAN IDIOT übernahm Titus Hoffmann, der unter anderem auch NEXT TO NORMAL übersetzte, diese Aufgabe.

In der von uns besuchten Vorstellung erschwerten Probleme mit dem Ton, insbesondere bei Songs mit großer Beteiligung der Band, leider das Verständnis der meisten Texte. Hörbar waren vor allem die der langsamereren Songs wie „Weck mich auf, wenn der Herbst beginnt“ („Wake Me Up When September Ends“) und „Gib mir mehr Morphin“ („Give Me Novocaine“). Diese haben uns durch ihre Klarheit und Einprägsamkeit, die dem Original gerecht wird, und die geschickte, behutsame Anpassung an die deutsche Sprache überzeugt. Auch sehr bekannte Phrasen wie beispielsweise der Titel „Wake Me Up When September Ends“, dessen wörtliche Übersetzung sperrig gewesen wäre, wurden rhythmisch und inhaltlich passend ins Deutsche übertragen und geben so auch weiterhin gute Songitel ab.

American Idiot Schlussapplaus Frankfurt

© S.Ahrens

Neue Gesichter für die Tour

Für die Tour-Produktion kehren bekannte Gesichter zurück, doch offMUSICAL hat auch einige neue Darsteller und Mitwirkende verpflichtet.

Sebastian Smulders (Tunny), Robert Lankester (St. Jimmy) und Lena Weiss (Abgefahr‘ne Frau) kehren in ihren Rollen zurück. Den Johnny verkörpert nun Lukas Sandmann, der zuletzt als Danger in FACK JU GÖHTE zu sehen war, während die Rolle der Whatsername von Veronika Riedl, die derzeit in GREASE zu sehen ist, übernommen wird. Alexander Sasanowitsch wird als Will auf der Bühne stehen; den Part seiner Freundin Heather übernimmt Helena Lenn. Auch Michael Postmann (Lieblingssohn), Ruth Lauer (Alysha) und Valentina Inzko Fink (Chelsea) stoßen neu zum Team dazu.

Für die Überarbeitung der Inszenierung konnte Regisseur Manuel Schmitt gewonnen werden, während Myriam Lifka die Choreografie übernimmt und als Co-Regisseurin fungiert. Nicolai Brenner wird die Tour als musikalischer Leiter unterstützen und Christoph Pauli das Licht- und Setdesign überarbeiten.

Tour 2019

Die kommende Tour umfasst folgende Stationen:

  • Donnerstag, 10. Januar: Ringlokschuppen Bielefeld
  • Samstag, 12. und Sonntag, 13. Januar: Tonhalle München (jeweils Matinée und Soirée)
  • Donnerstag, 17. Januar: FILharmonie Filderstadt
  • Samstag, 19. Januar: Colosseum Theater Essen (Matinée und Soirée)
  • Dienstag, 29. Januar: Congresshalle Saarbrücken

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AMERICAN IDIOT – Cast im Gespräch

American Idiot Boys

© S.Ahrens

Sie möchten mehr über AMERICAN IDIOT erfahren? In unseren Interviews haben sich die Darsteller unseren Fragen zum Stück und ihren Rollen gestellt:

Kategorie: Kritiken, Tour Musicals

Tags: Bielefeld, Essen, München

Autor: C. Hain(09.01.2019)

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