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Ab in den Wald!

Wo Hexen Mädchen mit korngelben Haaren in einem Turm verstecken, wo Jungen sich mit milchweißen Kühen verirren, wo junge Frauen in Schuhen aus purem Gold von einem Gala-Ball fliehen, wo kleine Mädchen in blutroten Mäntelchen ihre Oma besuchen wollen und ein Bäcker mit seiner Frau einen Fluch brechen will, da ist der Teufel los. Am 20.01.2018 feierte AB IN DEN WALD im ausverkauften Großen Haus des TfNs Premiere. Wir von Musical1 waren dabei und durften miterleben, was in diesem Trubel ein paar kleine Zauberbohnen anrichten können.

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Ab in den Wald Ensemble
Ab in den Wald Ensemble ©Jochen Quast

Kindheitserinnerungen neu verwoben

AB IN DEN WALD, ein Musical von Stephen Sondheim und James Lapine (deutsche Übersetzung von Michael Kunze), fand seinen Platz in der Spielzeit 17/18 im Theater für Niedersachsen. Es geht um bekannte Figuren aus den Märchen der Gebrüder Grimm. Wer meint, ihre Geschichten zu kennen, war noch nicht im Wald des Theaters für Niedersachsen.

Es war einmal…

Ab in den Wald Hexe und Bäcker

©Jochen Quast

Ein Bäcker und seine Frau versuchen vergebens ein Kind zu bekommen. Als die Nachbarhexe erklärte, dass sie vor langer Zeit einen Fluch über diese Familie gelegt hätte und nur vier besondere Zutaten ihnen helfen können den Fluch zu brechen, macht sich das Paar auf den Weg in den Wald, um diese Zutaten zu finden. Dabei begegnet ihnen der Junge Hans, der sich mit seiner milchweißen Kuh verlaufen hatte und diese aus Not verkaufen musste, das Rotkäppchen mit dem blutrotem Mantel, welches sich vom Wolf vom Weg abbringen lässt, Aschenputtel in ihrem Ballkleid und Schuhen aus purem Gold und Rapunzel, die mit ihrem langen korngelben Haar im Turm eingeschlossen ist. All diese Figuren haben etwas, das das Bäckerpaar braucht, um den Fluch zu brechen. Nur ist es schwer, einem frechen Mädchen den Mantel zu klauen oder Aschenputtel einen Schuh abzuquatschen, wenn sie immer vor ihrem Prinzen davon läuft. Und wenn man kein Geld hat, um eine alte magere Kuh abzukaufen, womit könnte man den Handel doch abschließen? Kann man da zur Notlüge greifen und dem Jungen fünf „Zauber“-Bohnen anbieten? Die Notlügen und Tricks führen zunächst zum gewünschten Ziel und die Märchenfiguren scheinen ihr bekanntes Happy End zu bekommen. Doch was passiert, wenn auf einmal eine Riesin um ihren ermordeten Mann trauert?

Gut oder böse? Oder doch nur nett?

Ab in den Wald Aschenputtel und ihre Familie

©Jochen Quast

Schon im heiteren und lustigen ersten Akt kann man erahnen, dass die sonst als „gut“ bezeichneten Figuren doch auch ihre Schattenseiten haben. Im zweiten Akt wird das noch deutlicher. Nun hat zum Beispiel Aschenputtel den Reiz am höfischen Leben verloren. Ganz unschuldig ist der Prinz dabei nicht. So interessiert er sich für Dornröschen und verführt später sogar die Bäckersfrau und entschuldigt sich damit „nicht zur Ehrlichkeit, sondern zum Charmantsein erzogen worden zu sein“. Tim Müller spielt diesen Prinzen und sagt, dass in jedem Menschen etwas von diesem Prinzen stecke. Manchmal fehle es allen etwas an Ehrlichkeit. Denn ohne Ehrlichkeit könne das Miteinander nicht funktionieren. Und es sei schon schön, charmant zu sein, aber wenn man seine Liebe gefunden hätte, solle man auch treu bleiben und nicht mit seinem Charme alle anderen verführen.

Auch die Hexe scheint auf den ersten Blick nur das Böse zu vertreten. Aber eigentlich hat sie auch etwas Gutes in sich. Sie liebt ihre, wenn auch von ihr entführte, Ziehtochter Rapunzel und gesteht ihr, dass sie alle vermeintlichen Bosheiten nur getan hat, um sie zu beschützen, da sie nur noch Rapunzel als Familie hat. Franziska Becker, bekannt aus MAMMA MIA! und ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK, spielt die Hexe. Sie sieht auch viel Gutes in ihr. So ist doch die Hexe die einzige, die immer Klartext spricht. Auch wenn die Wahrheit nicht immer schön ist, muss sie aber gesagt werden. Die anderen Figuren seien auch nicht gut oder schlecht, nur nett.

Das TfN wird zum Wald

Das Theater für Niedersachsen ist ein Mehrspartentheater. Nicht nur mit dem Auftrag als Stadttheater, sondern auch als Landestheater spielen sie jährlich in 60 Städten und Gemeinden über 630 Vorstellungen. Davon in den drei Sparten Oper/Operette, Schauspiel (Erwachsenen, Kinder und Jugend) und Musical. Die bundesweite Einzigartigkeit ist die hauseigene MusicalCompany. Diese ist für die Musicalproduktionen im TfN verantwortlich und hat am 20.01.2018 die Premiere von AB IN DEN WALD feiern können. Da in einem Mehrspartentheater jeden Tag etwas anderes stattfindet, kann es keine Requisiten wie in einem Long-Run-Musical geben. So hat die Kostüm- und Bühnenverantwortliche Esther Bätschmann auf einfache Mittel zurückgegriffen.

Ab in den Wald Wohnräume

©Jochen Quast

Der Wald wurde mit langen grünen Tüchern, die von oben herunterhängen, dargestellt. Bei einem Ortswechsel wurden diese Tücher in eine andere Anordnung verschoben. Auch der Baum über dem Grab von Aschenputtels Mutter war aus zwei dieser Tücher, auf dem eine Projektion einer sprechenden bzw. singenden Frau gestrahlt wurde. Auch die Bohnenranke wurde ähnlich wie die Bäume dargestellt. Die Wohnräume der Figuren wurden durch kleine, bewegliche, „offene“ Zimmer dargestellt. Die Einfachheit des Bühnenbildes hat dem Stück jedoch nichts genommen. Die großartigen schauspielerischen und gesanglichen Leistungen haben eine pompöse Requisite nicht gebraucht. Beeindruckend sind auch die Darstellerinnen und Darsteller, die für AB IN DEN WALD die MusicalCompany unterstützen. Sie kommen nicht nur aus dem Musiktheater-Ensemble sondern auch aus dem Opernchor. Alle spielen und singen auf hohem Niveau, sodass man auf den ersten Blick nicht erahnt, dass das Ensemble von Choristen unterstützt wird.

Feierlicher Abschluss

Auch das Publikum war der Meinung, dass es eine grandiose Leistung war. So haben sie die Premiere des Stückes mit langem Applaus und Standing Ovations gebührend gefeiert. Nach der Show ging dies auch weiter. Im TfN ist es üblich, dass im Anschluss an die Premiere ein kleiner Empfang im oberen Foyer stattfindet. Nachdem die Darstellerinnen und Darsteller sich frisch gemacht hatten, wurden sie noch einmal kurz vorgestellt, bejubelt und bekamen als Dank jeder eine Blume. Diese wurden von zwei Personen aus dem Verein „Freunde des TfN“ verteilt. Im Anschluss wurde ein kleines Buffet eröffnet und man hatte die Gelegenheit, persönlich dem Team zu gratulieren.

Besetzung + Team

  • Hexe – Franziska Becker (MusicalCompany)
  • Bäcker – Alexander Prosek (MusicalCompany)
  • Frau des Bäckers – Valentina Inzko Fink (MusicalCompany)
  • Hans – Jürgen Brehm (MusicalCompany)
  • Hans' Mutter – Agnes Buliga-Contras (Opernchor)
  • Rotkäppchen – Sandra Pangl (MusicalCompany)
  • Aschenputtel – Elisabeth Köstner (MusicalCompany)
  • Aschenputtels Prinz / Wolf – Tim Müller (MusicalCompany)
  • Aschenputtels Stiefmutter – Steffi Fischer (Opernchor)
  • Florinda, Aschenputtels Stiefschwester – Laura Mann (MusicalCompany)
  • Lucinda, Aschenputtels Stiefschwester – Franziska Blaß (MusicalCompany – Gast)
  • Großmutter / Aschenputtels Mutter / Riesin – Neele Kramer (Musiktheater)
  • Aschenputtels Vater – Daniel Chopov (Opernchor)
  • Geheimnisvoller Mann / Erzähler – Jens Krause (MusicalCompany)
  • Rapunzel – Kathelijne Wagner (Opernchor)
  • Rapunzels Prinz – Peter Kubik (Musiktheater)
  • Kammerdiener – Jesper Mikkelsen (Opernchor)
  • Inszenierung und Choreografie – Craig Simmons
  • Bühne und Kostüme – Esther Bätschmann
  • Musikalische Leitung – Achim Falkenhausen
  • Orchester des TfN

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Autor: S. Ahrens(23.01.2018)

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