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Zwischen Himmel und Hölle – Paradise of Pain im Saarländischen Staatstheater

17 Jahre nach der Erstaufführung kommt Frank Nimsgerns Musical "Paradise of Pain" zurück ins Saarländische Staatstheater. Für die Hauptrollen konnten namhafte Musicaldarsteller wie Patrick Stanke, Sandy Mölling und Sasha die Capri verpflichtet werden. Doch überzeugt das Stück über das Leben in Himmel und Hölle?

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Copyright: Oliver Dietze
paradiseofpain Copyright: Oliver Dietze

Ein OP-Saal als Eingang zum Paradies?

Himmel und Hölle sehen für jeden anders aus und die Diskussion um ein Leben nach dem Tod ist sicherlich eine, die zeitlos ist und die Menschheit dauerhaft beschäftigt. Die Uraufführung von “Paradise of Pain” fand bereits 1998 im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken statt. Für die Wiederaufführung im Mai 2015 verpasste der saarländische Komponist Frank Nimsgern dem Stück einige neue Songs und neue Arrangements. Verantwortlich für die Inszenierung ist Sebastian Welker. Dieser wählt einen grün gefliesten OP-Saal als Eingangstor für Himmel und Hölle, ein Ort an dem man zwischen Leben und Tod steht. Dort werden nach einem Unfall Johannes Taucher und Jonathan Diver eingeliefert. Der artige Paragraphenreiter Taucher landet in der Hölle, der verruchte Diver im Himmel. Die Hölle leitet Mephista, den Himmel Angelina, Beziehungsprobleme allerorten! Bisweilen geht es auch im  Himmel wie in der Hölle zu und umgekehrt. Die Konflikte eskalieren und es kommt zum tödlichen Schluss.

Das englische Wort pain kann mit Schmerz oder auch Mühe übersetzt werden und leider ist es sehr mühevoll der doch überschaubaren Handlung des Stückes zu folgen. Dass Taucher mit Hilfe eines Gesetzesbuches versucht auch der Hölle ein Regelwerk zu verpassen und Diver sich in der himmlischen Atmosphäre nach einem richtigen Schnaps sehnt, wird deutlich. Doch die tieferen Einblicke in die Charaktere und die Beziehungen zu den weiblichen Regierenden der Ebenen wird nicht klar. Dazu trägt auch bei, dass manche Lieder auf deutsch, andere auf englisch gesungen werden und die Textverständlichkeit etwas unter dem rockigen Arrangement leidet. Trotz vieler Reprisen bleibt auch leider kein Lied länger im Gedächtnis.

Starke Stimmen der Darsteller

Dass man sich dem Geschehen auf der Bühne nicht vollkommen abwendet, ist den starken Stimmen der Hauptdarsteller zu verdanken. Patrick Stanke als Johannes Taucher und Sasha Di Capri als Jonathan Diver haben langjährige Musicalerfahrung und füllen ihre Rollen stimmlich perfekt aus. Die weiblichen Regierenden Sandy Mölling im Himmel und Anke Fiedler in der Hölle liefern mit ihrem Duett im zweiten Akt einen kleinen Gänsehautmoment. Auch Eric Minsk liefert mit seinen Mehrfachrollen Klobürste, Jesus und Miss Propper, bei denen jedoch nicht ganz klar ist wo die eine Rolle beginnt und die andere aufhört, stimmliche und optische Einzigartigkeit.

Bühnenbild bleibt sehr steril

Das Bühnenbild kann nicht mit Überraschungen aufwarten, da hat man im 2014 renovierten Theater schon spektakuläreres gesehen. Mit Hilfe von Videoprojektionen wird der OP-Saal in himmlisches oder höllisches Licht getaucht. Einziger Lichtblick ist im wahrsten Sinne des Wortes die überdimensionale OP-Lampe, die von der Decke schwebt. Es bleibt abzuwarten ob das Stück bei dem überwiegend älteren Abonnement-Publikum Stück ankommen wird. Bis zum 24. Juli wird “Paradise of Pain” noch im Saarländischen Staatstheater direkt an der Saar aufgeführt. Lohnenswert ist die überwiegend rockige Musik, bei der auch Komponist Nimsgern selbst mitspielt, gepaart mit den passenden Stimmen der Darsteller. Doch die Handlung ist leider nicht so stark und das Publikum macht sich mit offenen Fragen auf den Weg nach Hause, denn was hat eine rote Einbauküche in der Hölle zu suchen hat oder warum geht Walter White nach Breaking Bad im Himmel weiterhin seine zweifelhaften Einnahmequelle nach.

 

Kategorie: Stadttheater

Autor: N. Kroj (08.05.2015)

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