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ZORRO kämpft in Jagsthausen

Sich rivalisierende Brüder, zwei Liebesgeschichten und mitreißende Rhythmen: „ZORRO“ beschert einen gemischten Abend mit guter Leistung der Darsteller und einem effektiven Bühnenbild.

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Götzenburg © Burgfestspiele Jagsthausen

Freilichtbühne Jagsthausen

Jagsthausen, im Landkreis Heilbronn gelegen, versucht mit einem bunten Sommerprogramm die kleinen und großen Zuschauer anzulocken. Ob der Klassiker „Götz von Berlichingen“, Schauspiele oder Familien- bzw. Kinderstücke. Der diesjährige Spielplan ist gut gefüllt. Ende Juli sah sich unsere Redakteurin eine Aufführung von „ZORRO – das Musical“ an. Ihre Eindrücke hat sie unten festgehalten.

Das Leben des Diego

Diego, ein Sohn eines kalifornischen Alkalden, sollte in Spanien alles lernen, was ihm als zukünftigen Alkalden nützen kann. Stattdessen lernte er jedoch eine Gruppe von Zigeunern kennen, denen er sich anschließt. Diego verliebt sich in die Gypsy Queen Inez. Sein Bruder Ramon hingegen blieb in Kalifornien an der Seite des Vaters, genauso auch seine Jugendfreundin Luisa. Ramon hat während der Abwesenheit seines Bruders herrschsüchtig die Macht an sich gerissen und regiert als grausamer Statthalter. Luisa bricht nach Spanien auf, um Diego zurückzuholen. Nach seiner Rückkehr erkennt dieser die Grausamkeit seines Bruder und entschließt sich, die Rolle des Zorro anzunehmen, der für die Gerechtigkeit kämpft. Diego blendet in dieser Verkleidung sowohl Bruder als auch Luisa. Am Höhepunkt der Geschichte gelingt es Zorro, Ramon zu erniedrigen und mit einem „Z“ auf der Brust zu brandmarken. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden wächst zusehends an, zumal Zorro/ Diego erfährt, dass sein geliebter Vater nicht tot ist, sondern von Ramon gefangen gehalten wird. Als Ramon Luisa zur Heirat zwingen will, kommt es zur endgültigen Entscheidung: Zorro wird demaskiert und Ramon versucht ihn zu erdolchen, wobei dieser jedoch von Luisa erschossen wird.

Aussagekräftige Darsteller

Vor Beginn der Vorstellung wurde das Publikum zunächst darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Darstellerin der Luisa (Sonja Dengler) stimmlich angeschlagen sei. Trotzdem lieferte sie eine starke Vorstellung ab, in deren Verlauf sie sogar ein Schaumbad auf der bühne nahm.

In der ersten Szene führte dann Inez (Valerija Laubach) das Publikum ins Herz Madrids und Diego (Philipp Moschitz) heizte dem Publikum mit den ersten spanischen Rhythmen ein. Beide Darsteller waren durchaus überzeugend und legten viel Herzblut in ihre Interpretation der Rolle. Inez zeigte ein Wechselbad zwischen Liebe für Diego, Eifersucht gegenüber Luisa und einer gewissen Listigkeit gegenüber Garcia.Das Zusammenspiel mit Diego war pointiert. Dieser hingegen wechselte passend zwischen dem listigen und gegenüber Ramon eher unterwürfigen Diego und seiner Zweitrolle, dem forschen Zorro.

Ramon (Petter Bjällö) wirkte, passend zur Rolle, eher starr und herrschsüchtig. Das Zusammenspiel mit den Kollegen war stimmig und sein Lied sang er mit Hingabe. Garcia (Stephan Koch) sorgte durch die ganze Vorstellung immer wieder für Lachmomente.

Ton enttäuschend

Auf der recht kleinen Bühne sorgte vor allem der Einsatz von mehreren gestapelten Tischen für eine wunderbare Raumlösung. Die Zuschauer sitzen in Jagsthausen leider nicht versetzt; durch die bespielten Tische am linken Bühnenrand konnte man jedoch den Großteil des Geschehens mit verfolgen. Leider wurden die Darsteller immer wieder am unteren Rand der Bühne platziert, sodass zumindest aus den hinteren Reihen das Geschehen auf der Bühne nicht mehr verfolgt werden konnte. Sehr positiv fiel der Gitarrist auf, der die ganze Zeit über auf der Bühne agierte und nicht, wie der Rest des Orchesters, hinter einem Lametta-Vorhang versteckt war. Maske und Kostüme untermalten das Geschehen und wirkten nie zu überfrachtet. Eine schöner Einfall der Regie war es, Ramon seitlich des Publikums einen erhöhten Gang entlanglaufen zu lassen und zu den Anderen herab zu sprechen, somit war seine Herrscherstellung auch noch verbildlicht.

Ein großes Manko waren an diesem Abend leider die Licht- und Tontechnik. Als ein Scheinwerfer ausfiel, wurde ein Techniker darauf angesetzt und fing an die Verkabelung zu überprüfen. Dass er versuchte, seine Leiter leise aufzustellen und herumhantierte, merkten nicht nur die direkt nebenan sitzen Zuschauer, sondern noch mehrere, die in den höheren Reihen saßen. Augenscheinlich fiel der defekte Scheinwerfer jedoch nicht auf, denn nach zwei vergeblichen Reperaturversuchen, wurden weitere Versuche unterlassen und die Vorstellung auch nicht unterbrochen. Ferner gab es in der durchgängig gespielten (!) Inszenierung einen Tonaussetzer nach dem anderen. Mal war der Ton unter-, mal übersteuert, dann wurden Mikros zu spät dazu geschaltet oder auch einfach nicht ausgeschaltet. Im Laufe des Abends war es eine Herausforderung, zuzuhören. Dass „ZORRO“ zwei Stunden ohne Pause durchgespielt wurde, wurde leider auch nirgends kund getan. Im Spielzeitheft ist weder ein derartiger Vermerk, noch eine generelle Aufführungsdauer angegeben.

Am Ende bliebt festzuhalten, dass die Regie teilweise wunderbare Ideen hatte und die Darsteller wohl das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten gemacht haben.

ZORRO – Trailer der Festspiele Jagsthausen

Besetzung

  • Diego/ Zorro: Philipp Moschitz
  • Inez: Valerija Laubach
  • Luisa: Sonja Dengler
  • Ramon: Petter Bjällö
  • Garcia: Stephan Koch
  • Micaela: Angelina Kamp
  • Jorge: Alexander Klages
  • Joaquin: Johan Richter
  • Gitano, Eduardo, Priester: Frank Jordan
  • Gonzales: Achmed Ole Bielefeldt
  • Dolores: Alexandra Kurzeja
  • Henker/ Vater: Christopher Krieg
  • Ignacio: Frank Meyer-Brockmann
  • Gitano: Alexander Scala
  • Tänzer: Guido Breidenbach, Fides Groot Landeweer, Lisa Holl, Simon Horvath
  • Ensemble: Julia Altenberend, Sinan Akman, Wenke Bauer, Petra Beck, Philipp Bopp, Dominic Gärtner, Vanessa Otterbach, Elisabeth Reis, Cornelia Schmidt, Fiona Tinn, Lea Vogel, Jonas Volk, Judith Weiler, Daniel Werthwein

Kreativteam

  • Regie: Wolfgang Hofmann
  • Musikalische Leitung: Andreas Binder
  • Choreografie: Sven Niemeyer
  • Kostüme: Volker Deutschmann
  • Bühne: Lars Peter/ Sonja Zander
  • Kampfchoreografie: Rainer Wolke

Kategorie: Kritiken,Open Air

Autor: R. Imping (05.08.2016)

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