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Wir backen uns ein Musical – FOOTLOOSE beim Musicalsommer in Amstetten – Ein Musical nach Erfolgsrezept

Das 80er Jahre Tanzmusical FOOTLOOSE überzeugte beim Musicalsommer in Amstetten Fans und Presse gleichermaßen. Obwohl es bereits 2004 in dem Niederösterreichischen Ort auf dem Spielplan stand, mussten sogar vier Zusatzvorstellungen ins Programm gehoben werden. Was viele strukturschwache Regionen versuchen, gelingt in Amstetten in dieser Saison scheinbar spielend: Ein Musical als Besuchermagnet. Für den Erfolg des Musiktheaters in der nicht mal 25.000-Einwohner großen Stadt gibt es mehrere Faktoren. Nachdem von dem Festtagsmenü nur noch ein paar Krümel übrig sind, schauen wir uns an, welche Zutaten verwendet wurden.

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Tanzszene nach dem Sportunterricht
Ensemble Footloose © Gerhard Sengstschmid

Das Wichtigste: Die Menü-Planung

Amstetten hat in Sachen Musical große Konkurrenz. Wenige Autobahnminuten entfernt lockt das Landestheater Linz in diesem Jahr mit dem Udo-Jürgens-Tour-Produktion ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK. Auch Wien mit den großen En-Suite-Produktionen im Ronacher, dem Raimund Theater, bei den Kammerspielen oder an der Volksoper ist nicht weit entfernt und gut zu erreichen. Doch Amstetten nutzt bewusst das Sommerloch: Während die meisten anderen Häuser in den heißen Monaten pausieren, kann Amstetten bei Einheimischen und Touristen von Wien bis Linz auftrumpfen. In diesem Jahr haben sich die Verantwortlichen entschlossen den Kulturhungrigen das Sternemenü FOOTLOSE zu servieren.

Erfolgszutat 1: Erfrischende Inszenierung

Die Schüler der Bomont High School

© Gerhard Sengstschmid

Als Starkoch für die Amstettener Musicalküche wurde erneut Ramesh Nair gewonnen. Der Choreograf, Sänger und Tänzer tischt eine mitreißende FOOTLOOSE-Inszenierung auf. Er sorgt mit abwechslungsreichen Regieideen für Begeisterung bei Jung und Alt – für jeden Geschmack ist was dabei. Beim Song „Sombody´s Eyes“ kommen beispielsweise Taschenlampen zum Einsatz, die eine fast mystische Stimmung erzeugen. Auch in ruhigen Momenten lässt Nair den Figuren Raum sich zu entfalten. Einen ganz erheblichen Beitrag zum gelungenen Gesamtkonzept leisten die teils spektakulären und modernen Choreografien, die selbst Musicalgesättigte wieder auf den Geschmack kommen lassen. Schwungvoll und mit modernen Elementen gespickt, holt Nair aus seiner reichhaltigen Zutatenkiste die verschiedensten Tanzmoves von Hip-Hop bis hin zu Linedance heraus, denn auch das Auge isst beim Musicalmenü bekanntlich mit.

Erfolgszutat 2: Bekannte Hits würzen Inszenierung

Zu der lebhaften Inszenierung tragen auch die bekannten 80er-Jahre-Hits wie „Holding on for a hero“, „Footloose“ und „Let´s hear it for the boy” bei. Die fünfköpfige Band unter der Leitung von Christian Frank transportiert den schmissigen Sound aus den 80s perfekt bis in die hinterste Reihe der Johann Pölz-Halle. Schon in den vergangenen Jahren setzte der Musicalsommer in Amstetten auf die Inszenierung von Musicals mit Hits, die die Zuschauer aus dem Radio kennen – so auch bei FOOTLOOSE. Die Evergreens begeistern sofort, selbst wenn die Zuschauer die Handlung der Musicals nicht kennen – mit dem süßen Teelöffel Zucker aus den bekannten Songs, schluckt das Feinschmecker-Publikum genau wie Gourmet-Neulinge die bittere Medizin einer einfach gestrickten Handlung. Mehr zur FOOTLOOSE-Story lesen Sie hier in unserer Premierenkritik.

Erfolgszutat 3: Choreographie und Story bei heißen Rhythmen verschmelzen lassen

Nach SATURDAY NIGHT FEVER im vergangenen Jahr sowie FLASHDANCE und XANADU in den Jahren zuvor, setzte der Musicalsommer Amstetten auch in diesem Jahr wieder voll auf Tanz. Auch Ramseh Nair ist nach seinem Regiedebut im vergangenen Jahr wieder in einer Doppelfunktion als Regisseur und Choreograph, denn zu viele Köche verderben den Brei. Und obwohl er auch im letzten Jahr kein Lehrling mehr war, legt er noch einen Gang zu. Das bewährte Konzept ging in dieser Saison einmal mehr auf. Es wurden sogar nachgeordert: Die Zuschauer wollten scheinbar Nachschlag und einige Zusatzvorstellungen mussten gespielt werden.

Erfolgszutat 4: Frische Zutaten verwenden

Ren McCormack

© Gerhard Sengstschmid

Einen Ohrenschmaus gab es bei der Besetzung. Neben bekannten Namen wie Barbara Obermeier (THE SOUND OF MUSIC und MOZART!, jeweils Wien), Julian Loomann (SUNSET BOULEVARD, Tecklenburg; LOVE NEVER DIES, Wien) und Ramin Dustdar (NEXT TO NORMAL, Fürth, MAMMA MIA, Wien) wurden auch Newcomer auf dem Musical-Markt gefunden, die perfekt mit den bewehrten Profis harmonieren. Allen voran Hauptdarsteller Nathanaele Koll, der erst im Juni sein „Musical-Studium“ an der Musik und Kunst Privatuniversität in Wien mit Auszeichnung abgeschlossen hat und dem seine erste Hauptrolle in Amstetten gut zu schmecken scheint, machte eine gute Figur. Der junge Darsteller spielt äußerst erfrischend und hat neben dem Schauspieltalent zudem noch eine tolle Stimmfarbe mit leichten R´n´B-Einflüssen. Er arbeitet derzeit auch an seinem ersten Soloalbum, welches er Ende 2016 unter dem Künstlernamen Nathan Trent veröffentlichen wird. So oder so sollte man sich seinen Namen merken, denn eine Bühnenkarriere ist ihm sicher.

Erfolgszutat 5: Exzellente Besetzung

Das Ensemble hat insgesamt ein sehr starkes Niveau. Hervorzuheben ist Annakathrin Naderer. Sie überzeugt als Rusty sowohl mit ihrer starken Tanzdarbietung und stimmlich z.B. bei Ihrem Solo „Let´s hear it for the boy”. Musicalgröße Barbara Obermeier darf sich ausführlich von ihre temperamentvolle Seite zeigen – wie  schon 2013 als Elle Woods in NATÜRLICH BLOND.

Erfolgszutat 6: Als Serviervorschlag zur Abrundung eine fulminante Applausordnung und leuchtende Zugabe

Spätestens bei der Zugabe der etwas anderen Art war auch der letzte „Tanzmuffel“ von seinem Stuhl aufgesprungen um „Footloose“ – völlig frei und losgelöst –  mitzuklatschen. Das Zugaben-Medley wurde von den Darstellern in weißer Kleidung absolviert. Als es plötzlich dunkel wird, leuchten die Schuhe des Ensembles in bunten LED Farben. Eine so beeindruckende Applausordnung und Zugabe gab es bisher selten und schloss das professionelle Musical-Menü mit einem perfekten Dessert ab.

Kreativteam:

  • Bühnenfassung: Dean Pitchford und Walter Bobbie
  • Musik: Tom Snow
  • Texte: Dean Pitchford.
  • Zusätzliche Nummern:  Eric Carmen, Sammy Hagar, Kenny Loggins und Jim Steinman
  • Deutsche Fassung :Frank Thannhäuser
  • Regie und Choreographie: Ramesh Nair
  • Musikalische Leitung, Arrangements: Christian Frank
  • Bühnenbild: Roswitha Wilding-Meisel
  • Kostümbild: Monika Biegler
  • Lichtdesign: Michael Grundner
  • Tondesign: Andreas Frei

Besetzung:

  • Ren McCormack: Nathanaele Koll
  • Reverend Shaw Moore: Patrick Imhof
  • Ariel Moore: Barbara Obermeier
  • Vivian Moore: Nicole Rößler
  • Rusty: Annakathrin Naderer
  • Willard Hewitt: André Haedicke
  • Chuck Cranston: Julian Looman
  • Wendy Jo: Livia Wrede
  • Urleen: Katharina Gorgi
  • Coach Roger Dunbar | Cowboy Bob: Mischa Kiek
  • Ethel McCormack: Jana Werner
  • Eleanor Dunbar |Rektorin Clark: Katrin Mersch
  • Lulu Warnicker | Betty Blast: Nina Tatzber
  • Wes Warnicker | Polizist | Barkeeper: Ramin Dustdar
  • Travis | Ensemble |Dance Captain: Niran Straub
  • Lyle | Ensemble: Leon de Graaf
  • Bickle | Ensemble: Jan-Eike Majert
  • Garvin | Ensemble: Nico Stank
  • Jeter | Ensemble: Erik van Hoof
  • Ensemble: Jagoda Palecka
  • Ensemble: Michelle Catherine Härle

Kategorie: Allgemein,Kritiken

Autor: M. Sommerfeld (16.08.2016)

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