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Wienpremiere von BURNOUT- DAS MUSICAL

Am 29.Oktober war es auch in Wien soweit: Im Theater Akzent fand die Österreichpremiere für ein ungewöhnliches Stück statt: BURNOUT – DAS MUSICAL von Sabine Haydn (Buch) und Jens Uhlenhoff (Musik). Das Musical zum sensiblen Thema Stress und Mehrfachbelastung regt zum Nachdenken an. Es löst durch die gute Darstellerleistung Mitgefühl aus. Der Abend hinterlässt kein Gefühl wie bei einem gute Laune Musical, führt aber die Notwendigkeit vor Augen mehr auf sich selbst und seinen Körper zu hören und rechtzeitig für Auszeiten zu sorgen.

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Miriam Pielhau & Thomas Klotz BurnOut – Das Musical © Archiv Theater Akzent

Ernstes Thema – gut vertont

Ein Musical über ein so heikles Thema wie „Burnout“ zu machen, erscheint nicht jedermann logisch. Auch auf Seiten der Macher erfordert dies viel Mut und ein gewisses Risiko. Sabine Haydn war dieses gesellschaftliche Tabu sehr wichtig. 2011 kam die Idee auf ein Musical über das immer häufiger auftretende Erschöpfungs-Syndrom zu machen. Gemeinsam mit Jens Uhlenhoff wurden erste Songs entwickelt. In Workshops und Readings wurden erste Befürworter gesucht. Ein Teil des benötigten Geldes wurde mithilfe von Crowdfunding finanziert. In Form von verschiedenen Spendenmöglichkeiten hatten Fans und Interessierte die Möglichkeit zur Realisierung des Musicals beizutragen.

Von der heilen Welt bis zum totalen Kollaps

Die Handlung ist wie aus dem Leben gerissen: Der junge Mann Ben (Thomas Klotz) führt ein nahezu perfektes Leben. Der werdende Vater ist beruflich erfolgreich in einer Werbeagentur tätig und ist mit seiner Frau Rebecca voller Vorfreude auf den gemeinsamen Sohn Lukas. Stück für Stück jedoch steigt durch die Mehrfachbelastung die Übermüdung, von dessen verschiedenen Aspekten jeder im Publikum bestimmt einen Teil aus dem Alltag kennt: der Druck an seinem Arbeitsplatz wird immer größer, seine Frau verlangt immer mehr Beteiligung im Haushalt und auch seine Eltern erwarten, dass ihr Sohn funktioniert. Zwischen eigenen Ansprüchen und fremden Erwartungen versucht die Hauptfigur allen gerecht zu werden. Schließlich sieht Ben keinen Ausweg mehr und es folgt der totale Kollaps – Kurz nach der Pause wird die Diagnose gestellt, die auch in der Realität ein Tabu darstellt: „Burn out“. Eine harte Therapie kommt an dessen Anfang die schwere und schreiende Ehrlichkeit steht. Die Ehrlichkeit mit dem Umfeld, aber auch mit sich selbst – Es folgt ein schockierendes Geständnis, dass das Publikum überrascht.

BurnOut - Das Musical

© BurnOut – Das Musical

Wechselspiel

Die Versagensängste kommen durch den gefühlvollen Gesang und die schauspielerische Leistung von Thomas Klotz sehr gut zum Ausdruck. Immer mehr verwandelt sich Ben von dem dynamischen Mann in ein Wrack, dass sich mit Tabletten pushed und Alkohol braucht um wieder zu entspannen. Das Publikum kann seine Situation wirklich nachempfinden. Die aus dem Fernsehen bekannte Moderatorin Miriam Pielhau spielt in einer Doppelrolle: Bens Ehefrau und seine gute Freundin Anna. Schauspielerisch liefert die sympathische Wahlberlinerin eine eindrucksvolle Leistung, kann aber gesanglich mit den anderen Darstellern nicht mithalten. Positiv fällt ihre Darbietung als Anna – Bens fürsorgliche Arbeitskollegin – auf, welche sie sehr glaubhaft verkörpert. Veit Schäfermeier und Michaela Duhme spielen sehr überzeugend ihre verschiedenen Rollen und wechseln gekonnt zwischen Chef Clemens, Arbeitskollegin Daniela und Bens Eltern hin und her. Dies gelingt auch durch den Wechsel der Überbekleidung (Mäntel, Jacken und Sakkos).

Ein Hoch auf die Drogen

Während Ben in fast allen Szenen beteiligt ist, verlassen die anderen Darsteller die Bühne in ihren Spielpausen nicht, sondern sitzen immer am Bühnenrandauf schwarzen Lederbänken. Dadurch erzeugen sie eine Arena-Atmosphäre in der Ben unter Dauerbeobachtung steht. Der Druck von außen durch die Erwartungen seiner Mitmenschen, der für ihn dauerhaft spürbar ist, wird auch für das Publikum sichtbar und ist allgegenwärtig. Musikalisch werden die Schauspieler von einem Musiker-Quartett unter der Leitung von Jens Uhlenhoff. Dem Sound fehlt auf der kleinen Bühne manchmal das Volumen und Ohrwürmer bleiben wenige. Trotzdem fügen sich die Songs gut in die Handlung ein. Herausragend ist „Gott segne die Drogen“. Der scheinbar an Gospel angelegte Song zeigt, zu was die Band und auch die dann tanzenden Schauspieler fähig sind.

BURNOUT – DAS MUSICAL wird sicher kein Musical für die großen Bühnen werden und ist durch die eher düstere Thematik kein Musical für die breite Masse. Überzeugen kann das Musical durch die Aktualität und die schauspielerischen Leistungen der Darsteller. BURNOUT – DAS MUSICAL zeigt die Vielfalt des Genres und ist neben den großen Shows eine interessante Abwechslung. Definitiv gelingt es, dass die Rezipienten die Prioritäten im Leben wieder einmal überdenken.

Kreativteam

  • Musik: Jens Uhlenhoff
  • Buch/Texte: Sabine Haydn
  • Regie Thomas Smolej
  • Bühne: Sam Madwar

Besetzung

  • Ben: Thomas Klotz
  • Rebecca/Anna: Miriam Pielhau
  • Clemens/Vater/Psychiater: Veit Schäfermeier
  • Daniela/Mutter: Michaela Duhme

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (30.10.2015)

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