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Welche Musical-Arten gibt es?

Musicals sind abwechslungsreich: Ernste Stücke wie LES MISERABLES stehen neben schrägen Komödien wie der ROCKY HORROR SHOW, durchkomponierte Stücke wie EVITA neben revue-artigen Rock-Musicals wie HAIR. Wir stellen verschiedene Musical-Arten vor.

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ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK © Stage Entertainment

Die Anfänge: Musical-Revuen

Als das Musical zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Broadway an Beliebtheit gewann, herrschten noch Revue-Shows vor. Musical-Revuen bestehen aus einer eher losen Aneinanderreihung von Songs, die keine zusammenhängende Geschichte erzählen müssen. Ein Beispiel sind die Ziegfeld Follies, nach ihrem Produzenten Florenz Ziegfeld Jr. benannte Shows, die zwischen 1907 und 1957 regelmäßig aufgeführt wurden, mit jährlich wechselndem Programm.

Musical Comedy: Die Musical-Komödie

Frühe Musical-Comedies am Broadway waren noch von der Tradition der Revuen geprägt. Songs waren lose in die komödiantische Handlung eingebunden und sollten auch aus dem eigentlichen dramaturgischen Ablauf herausgelöst bestehen können – für die Weiterverwertung im Radio und auf Schallplatte. Zu diesen frühen Musical-Komödien gehört zum Beispiel ANYTHING GOES von Cole Porter (1934). Vincent Youmans und George Gershwin schrieben Schwänke mit zusätzlichen Musikstücken wie zum Beispiel NO, NO NANETTE oder OH, KAY!

Unter Musical Comedy werden aber auch später entstandene, ausgeprägt komische Stücke verstanden, die durchaus über eine fortlaufende Handlung verfügen, etwa Porters KISS ME, KATE (1948) oder Frederick Loewes MY FAIR LADY (1956), die beide zu heute noch gern gespielten Klassikern geworden sind.

Musical Play

Die im US-amerikanischen Musical Play genannte Spielart des Musicals entwickelte sich in den 1920er Jahren vor allem unter Einwirkung des Autors Oscar Hammerstein II. An die Stelle lose aneinandergereihter Songs tritt eine durchlaufende Handlung; Gesang, Tanz und Musik werden dramaturgisch in den Handlungsablauf integriert. Die einzelnen Lieder sind wichtige Handlungselemente. Da diesen Musicals ein komplettes dramaturgisches Buch zugrunde liegt, werden sie auch als „Book Musicals“ bezeichnet. Eines der ersten Book Musicals war OF THE I SING von George Gershwin (1931), das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Musical Plays zeichnen sich häufig durch eine ernsthafte Handlung. Beispiele sind etwa SHOW BOAT, OKLAHOMA und THE KING AND I.

Rock-Musical

Als sich in den 1960er Jahren die moderne Rock-Musik entwickelte, ging das auch an den Musicals nicht spurlos vorbei. Woodstock und die Hippie-Bewegung nahmen Einfluss auf die Bühnenstücke – als erstes Rock-Musical gilt HAIR (1967), das „American Love Tribal Rock Musical“. An die Stelle der zuvor vorherrschenden Orchester- und Jazzkomponenten tritt moderne Rock-Musik. Weitere Beispiele für Rock-Musicals sind Andrew Lloyd Webbers JESUS CHRIST SUPERSTAR, Richard O'Briens THE ROCKY HORROR SHOW und THE WHO'S TOMMY.

Durchkomponierte Musicals

Femke als Evita

© Kai-Uwe Schulte-Bunert

Bereits mit den Rock-Musicals verloren die zuvor handlungstragenden, gesprochenen Dialoge in den Musicals an Bedeutung. In den 1970er Jahren änderte sich die kompositorische Grundrichtung: Sogenannte durchkomponierte Musicals verzichteten größtenteils oder ganz auf gesprochene Dialoge und setzten auf komplett gesungene Stücke – ähnlich der Oper. Die Rolle der Dialoge nehmen in diesem Fall Arien, Ensemblestücke und Chorstücke ein. In den 1980ern und 1990ern gewannen vollständig durchkomponierte Musicals an Bedeutung. In diese Zeit fallen etwa Andrew Lloyd Webbers EVITA und das Musical LES MISERABLES.

Jukebox-Musical

Unter einem Jukebox-Musical versteht man ein Musical, das ohne Original-Score oder Original-Partitur auskommt. Vielmehr setzt es sich aus bereits bestehenden musikalischen Stücken zusammen. Diese bereits veröffentlichten Lieder werden entweder in eine neue Handlung eingebettet oder erzählen zum Beispiel die Lebensgeschichte der komponierenden und singenden Künstler. Jukebox-Musicals mit neuer Geschichte sind zum Beispiel ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK mit den Songs von Udo Jürgens oder MAMMA MIA! mit den größten Hits von ABBA. Auch WE WILL ROCK YOU mit den Songs von Queen und das Udo Lindenberg-Musical HINTERM HORIZONT gehören dazu. Teilweise werden die Songs für die Musicals kompositorisch oder textlich angepasst.

Kinder-Musicals

Als eigene Gattung können auch Kinder-Musicals gesehen werden. Die Handlung basiert häufig auf Märchen oder Kinderbüchern, daneben gibt es aber auch eigenständig entwickelte Kinder-Musicals mit neuer Geschichte sowie verkürzte, für das junge Publikum adaptierte „herkömmliche“ Musicals. Viele Kinder-Musicals zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihr Publikum zum Mitmachen auffordern. Zudem verbindet viele Stücke ihr musikpädagogischer Anspruch: Kinder und Jugendliche sitzen nicht nur im Publikum, sondern bringen das Musical auch auf die Bühne und erarbeiten gemeinsam Schauspiel, Tanz und Gesang.

Zwischen all diesen Musical-Arten kann es Überschneidungen geben, die Übergänge sind oft fließend. Das heutige, moderne Musical präsentiert einen abwechslungsreichen Mix von ernsthaften und komödiantischen, durchkomponierten und revue-artigen Stücken. Und natürlich werden auch viele Klassiker heute noch gerne gespielt.

 

Kategorie: Ratgeber

Autor: S. Gerdesmeier (15.02.2016)

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