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Time Warp open air – gefeierte Wiederaufnahme in Magdeburg

Der Wettergott war den Musicalgängern und Darstellern treu – die Wiederaufnahme-Premiere der Rocky Horror Show am 19.06. in Mageburg fand zwar unter grauen Wolken statt. Umjubelt gefeiert wurden die Mitwirkenden an jenem Abend vom ganzen Publikum.

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© Nilz Böhme
Rocky Horror Show Magdeburg 2015 © Nilz Böhme

Die schräge Story um Brad, Janet und Dr. Frank’n‘Furter

Brad und Janet sind frisch verlobt, als sie bei strömenden Regen auf einer Landstraße liegen bleiben. In der Nähe befindet sich ein Schloss, bei dem die Beiden Hilfe besorgen wollen. Was im Schloss von vor sich geht, hätten sich wohl niemand träumen lassen: Der exzentrische Wissenschaftler Frank’n’Furter präsentiert in jener Nacht seine neueste Schöpfung – das blondgelockte, muskelbepackte Retortenwesen Rocky. Brad und Janet sind mittendrin im Geschehen und werden nicht nur Zeugen dieser Enthüllung, sondern werden im weiteren Verlauf der Nacht auch Beide von Frank’n’Furter getäuscht und verführt…

Mitmachen erwünscht

Wie bei der Rocky Horror Show üblich, war das Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Fanbags mit Reis, Spielkarten, Ratsche, Wasserpistole und mehr gab es zu erschwinglichen Preisen vor Ort zu kaufen. Auch wenn sich bei kühlen 13°C nur ganz hart gesottene Fans im schwarzen Extrem-Mini oder Korsage auf den Domplatz getraut hatten, das Prozedere der Show war bestens bekannt. Es wurde Wasser gespritzt, Reis geworfen und der Erzähler selbstverständlich ausgebuht! Die Atmosphäre und Stimmung waren bestens.

 Heiße Show in Eiseskälte

Manch ein Besucher war überrascht, wie viele Anweiser durch die Reihen schritten. Beim genauen Hinsehen, erschraken Einige, als da Phantoms auf ihren Plätzen saßen, ihnen auf die Schulter klopften oder über das Programm mitlasen…

Alle Darsteller zeigten am Premierenabend eine hervorragende Leistung. Im Mittelpunkt stand dabei eindeutig Dominik Hees als Frank’n‘Furter, der mit sicheren Gang in schwarzen Heels auf der Bühne umherstolzierte. Nicht nur hatte er sein Umfeld, sondern auch die Zuschauer unter Kontrolle – forderte er immer wieder ihre Aufmerksamkeit ein und spannte auch die Pause bei „Anticipation“ bis aufs Äußerste. Hees zur Seite standen eine großartige Lucy Diaskovka als Magenta und ein ebenso hervorragender Marlon Wehmeier als Riff Raff. Diaskovka, in schwarzem Lackmantel und mit Glatze, stimmte die Zuschauer zunächst mit starker, durchdringender Stimme mit „Science Fiction Double Feature“ auf das Kommende ein. Herrlich auch wie Wehmeier, blass geschminkt mit blauschwarzen Lippen, dem Pärchen die Tür öffnet, tief grunzt und sich lässig auf Brads Schulter aufstützt! Den passenden Kontrast zu den Transylvaniern stellen eben Michèle Fichtner (Janet) und Jonas Hein (Brad) dar: Bieder, anfänglich steif und zurückhaltend. Zeigen konnten beide ihr Potential, als sie sich auf die Rocky-Horror-Welt eingelassen hatten und im passenden Outfit ihre gesanglichen Qualitäten zeigen konnten. Einzig der Erzähler (Peter Wittig) wurde ordnungsgemäß vom Publikum lauthals mittels „boring“ und „langweilig“ Rufen aus dem Konzept gebracht. Selbst die Phantoms halfen mit und „fegten“ ihn von der Bühne – da half auch eine originelle Verkleidung zu Beginn des zweiten Teils nichts.

Immer wieder fiel auch, dass Ulrich Wiggers (Inszenierung) sich die Größe des Domplatzes zu Nutze machte. So fuhr das Brautpaar standesgemäß in einem Oldtimer vom Platz, Brad und Janet in einem gelben Kleinwagen und Eddie brauste mit einer Harley an. Auch der Einsatz des großen Ballettensembles neben den übrigen Darstellern wirkte zu keiner Zeit überladen. „Besonders“ wurde die Vorstellung durch mannshohe Blumen, die aus dem Boden kamen, „Gummibetten“, in denen Brad und Janet verführt wurden, eine überdimensionale Kugel, aus der Rocky geboren wurde oder auch bespielte Transverse und Seitenarme der Bühne in luftiger Höhe. Dem Publikum wurden zahlreiche Momente zum Staunen geboten.

Die Kostüme (Christoph Weyers) passten stimmig in die gesamte Inszenierung. Brad und Janet herrlich bieder, die Phantoms außergewönlich und futuristisch, Rocky äußerst knapp und Frank’n’Furter gewohnt lasziv.

 Kreativteam

  • Musikalische Leitung – Sebastian de Domenica
  • Inszenierung – Ulrich Wiggers
  • Bühne & Kostüme – Christoph Weyers
  • Choreographie – Danny Costello
  • Szenische Leitung – Thomas Schmidt-Ehrenberg
  • Choreografie – Leah Allen

Besetzung

  • Frank’n’Furter – Dominik Hees
  • Janet – Michèle Fichtner
  • Brad – Jonas Hein
  • Riff Raff – Marlon Wehmeier
  • Columbia – Christina Patten
  • Magenta – Lucy Diakovska
  • Rocky – Sebastian Smulders
  • Eddie – Tobias Regner
  • Scott – Wolfgang Klose
  • Erzähler – Peter Wittig
  • Ensemble – Rosalie Becker, Lisa Kolada, Ulrike Figgener, Linda Verstaten, Jaqueline Reinhold, Markus Krenek, Christian Funk, Lars Schmidt, Jürgen Strohschein, Julius Williams und das Ballett Magdeburg

Die Magdeburger Inszenierung der Rocky Horror Show ist noch bis zum 12.07.2015 auf dem Domplatz zu sehen. Vorstellungsbeginn ist jeweils um 21 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei Eventim 

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Kategorie: Kritiken,Open Air

Autor: R. Imping (22.06.2015)

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