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TICK, TICK… BOOM! – in deutscher Fassung im Dschungel Wien

Was als Endergebniss auf der Bühne immer ganz einfach aussieht ist in Wahrheit ein aufwändiger Prozess. Das Musical TICK, TICK... Boom! weist auf die Anstrenungen eines Komponisten abseits der Bühne hin. Der Verein OFFStage zeigt das Musical im Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum - an insgesamt vier Terminen. 2001 gewann das Drei-Personen-Musical von Jonathan Larson, das autobiographische Züge aufweist und die Entstehungsgeschichte des Broadway-Erfolgsmusicals RENT beinhaltet, den Outer Critics Circle Award für das beste Off-Broadway-Musical. Die deutschsprachige Aufführung in Wien überzeugt mit Wortwitz, Schwung und tollen Darstellern.

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Aris Sas Andreas Wanasek Dagmar Bernhard
Aris Sas, Andreas Wanasek und Dagmar Bernhard © Verena Funk

TICK,

© Verena Funk

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Dieses ständige Ticken in seinem Kopf will einfach nicht aufhören. Panisch sieht Jungkomponist Jon (Andreas Wanasek) seinen dreißigsten Geburtstag näher rücken und noch hat er in seinem Leben nichts erreicht. Sein bester Freund Micky hingegen hat die Schauspielerei aufgegeben und macht jetzt das große Geld in der Marktforschung. Er will ihn ebenso dazu bewegen bodenständig zu werden.  Seine Freundin Susi möchte raus aus der Stadt, ans Meer ziehen und eine Familie gründen. Doch Jon hat andere Träume und Pläne: er will endlich mit seinem Musical ganz groß rauskommen, dafür muss er aber kellnern, um sich über Wasser halten zu können. Das Musical TICK, TICK… BOOM! wirft einen Blick hinter die Kulissen und gewährt dem Zuschauer damit einen Einblick in die Gefühlswelt eines jungen Komponisten, an dem die Sorgen und Ängste nagen, der aber andererseits seine Wünsche und Träume nicht aufgeben will. Es zeigt auch welchen Mut es bedarf an seinen Träumen festzuhalten.

TICK…

© Verena Funk

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Andreas Wanasek, der zuletzt in Tschitti Tschitti Bäng Bäng in München auf der Bühne stand, gelingt es schauspielerisch und gesanglich den persönlichen Kampf gut darzustellen. In inneren Monolgen spricht Jon über sein Leben direkt zum Publikum, was dem Stück eine ganz besondere Note verleiht. Ursprünglich wurde das jetzige Drei-Personen Musical als “rock monologue” gezeigt. Während Jon die Unsicherheit als Preis für die Erfüllung seiner Träume in Kauf nehmen muss, streben Michael und Susi, die hier als Gegenpole fungieren, hauptsächlich nach Sicherheit.  Durch die rockige schwungvolle Musik (Jonathan Larson), die flotte Erzählweise und viele witzige und spritzige Regieeinfälle (Erhard Pauer) wird die emotionale Zerreisprobe von Jon noch deutlicher und er wird von allen Seiten bedrängt.   Das kommt sehr schön in der Kaffeehausszene beim Sonntagsbrunch zu Geltung, in der er nicht mehr weiß wo ihm der Kopf steht.  Stimmen aus dem Off werden sowohl in dieser Szene als auch bei diversen Telefonaten eingesetzt.  Gerade bei den dreistimmigen Songs  werden die verschiedenen Sichtweisen und Standpunkte klar. Auf großes Bühnenbild oder Requisite wird beinahe komplett verzichtet. Einzig sechs schwarz-weise Kastenelemente helfen dem Zuschauer sich die verschiedenen Schauplätze vorzustellen. Die Tatsache, dass die Vorstellungskraft des Publikums gefragt ist, verleiht dem Musical eine weitere Besonderheit. Hier ist weniger mehr. Dagmar Bernhard und Aris Sas schlüpfen neben ihren Rollen als Susi und Micky auch in diverse andere Rollen. Bernhard verkörpert unter anderem eine Muscialdarstellerin mit niederländischem Akzent und beweist ihr komisches Talent und ihre Vielseitigkeit. Dies sorgte nicht nur bei Annemieke van Dam, die mit Freund Julian Loomann im Publikum saß, für so manchen Lacher. In der Nummer „Zucker“ bewiesen alle drei Darsteller ihr parodistisches Talent, indem sie mit Mäusespeck hantieren und eine witzige Tanzeinlage liefern. Aris Sas kann vor allem mit seiner warmen Stimme beim Publikum punkten. Ab mitte Juli ist er bei den Frankenfestspielen Röttingen als Joe Gillis in Sunset Boulevard zu sehen.

BOOM!

© Verena Funk

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Die Originalhandlung wird von New York nach Wien verlegt und auch die deutschen Texte von Bernd Julius Arends sind ans Jahr 2016 angepasst, modern und frech. Viele Wortspiele und Wiener Schmäh bringen zusätzlich Schwung ins Musical. Die vierköpfige Band unter der Leitung von Bettina Bogdany setzt die größtenteils flotten und rockigen Songs gut um und zaubert einen vollen Klang ins kleine Theater. Das Finale des Musicals wird eingeleitet durch den Workshop zu Jons Musical “Superbia”, bei dem auch sein Idol Steven Sond…. anwesend ist und gipfelt  in der Geburtstagsparty zu seinem Dreißigsten.  Ob die Bombe am Ende platzt oder ob sich doch noch ein Produzent bei Jon meldet soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Besetzung:

  • Jon: Andreas Wanasek
  • Susan: Dagmar Bernhard
  • Michael: Aris Sas

Kreativteam:

  • Buch, Musik und Liedtexte:  Jonathan Larson
  • Regie: Erhard Pauer
  • Musikalische Leitung: Bettina Bogdany
  • Kostüm: Katharina Kappert
  • Bühnenbild: Michael Mathis

Band:

  • Piano: Bettina Bogdany
  • Drums: Philipp Sevcik
  • Gitarre: Konstantin Sieghart
  • Bass: Mike Wagner

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (29.05.2016)

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