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Thüringen hat einen Höhepunkt mehr – Jekyll und Hyde in Gera

Das Musical JEKYLL UND HYDE im Großen Haus Gera behandelt sowohl das Thema Wahn und Wahnsinn, als auch Liebe und Liebschaften. Vom 28.11.214 bis zum 28.12.2014 konnte das Publikum die Verwandlung des Dr. Jekylls live miterleben. Musical1 war am 27.12.2014 in einer ausverkauften und vorerst vorletzten Vorstellung dabei.

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Randy Diamond als Mr. Hyde
Randy Diamond als Mr. Hyde © Stephan Walzl

Das Musical JEKYLL UND HYDE entführt das Publikum in Gera in die verstörende Welt von Gut und Böse

Das Musical JEKYLL UND HYDE basiert auf dem Roman “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” von Robert Louis Stevenson aus dem Jahre 1886. Im Jahre 1990 uraufgeführt, lässt das knapp dreistündige Stück den Zuschauer in die Welt des Dr. Jekyll eintauchen, welcher mittels eines selbst entwickelten Medikamentes das Gute und das Böse eines Menschen trennen und letzteres eliminieren möchte. Während eines tragischen Selbstversuches aber gerät sein Experiment außer Kontrolle und er verliert die Macht über sich selbst und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Aber wenn ich tue, was ich nicht will, dann tue nicht ich es,  sondern die Sünde in mir

Wir befinden uns als Zuschauer im London des 19. Jahrhunderts. Der Bühnenvorhang ist noch geschlossen, der Saal ist verdunkelt. Man hört undefinierbare Geräusche, den Schrei einer Frau. Es ruft eine Eule. Ein Mann betritt die Bühne, es ist der damalige Anwalt Jekylls, wie man später erfährt. Er gibt eine kleine Einführung in die Geschichte, die sich damals zugetragen habe. So erfährt man, dass Dr. Jekyll (gespielt von Randy Diamond) ein Mediziner gewesen sei, der an der Seele des Menschen geforscht und dabei die Erkenntnis erlangt habe, dass in jedem Menschen zwei Persönlichkeiten zu finden sein. Jekyll sei der Annahme gewesen, dass jeder Mensch das Gute und das Böse in sich vereine und man beides von einander trennen könne.

Genau diesen Vorgang erforscht Jekyll nun im Folgenden. Zu Beginn steht er vor einer Wand, auf welcher diverse mathematische Formeln festgehalten sind. Er selbst habe ein Medikament entwickelt, welches in der Lage sei, das Gute und das Böse eines Menschen voneinander zu trennen, sodass man das Böse leicht aus einer Person herauslösen könne. Allerdings steht er vor einem Problem. Das Medikament befindet sich noch in der Testphase und Versuchspersonen sind rar. Zudem wurde seine Forschung von einem Gremium des Londoner Krankenhauses als kontrovers tituliert und eine Abstimmung über die Möglichkeit der Forschung “am lebenden Objekt” beinahe einstimmig abgelehnt. Der medizinische Einsatz ist somit verboten.

Somit sieht sich Jekyll gezwungen, das Experiment an sich selbst durchzuführen. Zunächst ist es ihm möglich, die Auswirkungen unter Kontrolle zu behalten. Bald aber ist er nicht mehr Herr seiner Seele, das Böse in ihm gewinnt an Macht, es entwickeln sich zwei Personen in einer. Mr Hyde, der das Böse verkörpert, ist für mehrere Morde verantwortlich und Jekyll kann nur noch schwer verheimlichen, welch gefährliche Kreatur er in sich selbst entfesselt hat. Nur den detaillierten Auffassungsgaben seines Butlers Poole und seines Anwalts John Utterson ist es zu verdanken, dass dem Schrecken ein Ende gesetzt wird.

Der gewisse Blick für’s Detail

Die Inszenierung im Großen Haus Gera am 27.12.2014 besticht durch das Ambiente des Hauses selbst, aber auch mit ihren grandiosen Darstellern und dem punktgenauen Einsatz der Lichttechnik. So sind beide Charaktere stets farblich voneinander getrennt. Tritt Diamond als Dr. Jekyll auf die Bühne, so überwiegen helle Farben wie Blau und Grün. Verkörpert Diamond allerdings Mr. Hyde, so wird die Bühne meist in dunklere Farben wie Rot und Erdtöne getaucht.
Diamond selbst verkörpert beide Rollen perfekt. So ist es ihm möglich, innerhalb von Sekunden die Rollen sogar auf der Bühne zu tauschen. Gerade noch Dr. Jekyll mit Pferdeschwanz, ist er im nächsten Moment Mr. Hyde mit wildem Pony. Seine Mimik und Gestik passt er haargenau an. Das geht so weit, dass Totenstille im Saal herrscht, wenn er als Mr. Hyde mahnend den Finger hebt. Und wehe dem Zuschauer, der dennoch hustet. Das registiert und verfolgt Mr. Hyde bis in den Zuschauerraum.

Auch die Kletteraktion in 3 Metern Höhe fordert dem Darsteller viel ab. Gerade hier ist volle Konzentration gefordert. Diamond selbst hat vor dieser Szene am meisten Respekt, wie er uns im anschließenden Interview verriet. Dennoch merkt man ihm keine Nervosität oder Unsicherheit an. Bravourös gespielt.

Unterschied zwischen Großproduktion und Städteproduktion?! Gewiss nicht!

Randy Diamond und Eve Rades in Jekyll und Hyde

© Stephan Walzl

In weiteren Rollen spielten Alexander Voigt den Anwalt John Utterson,Claudia Müller die Verlobte Jekylls, Lisa Carew, Eve Rades die Prostituierte Lucie Harris und Günter Markwarth den Butler Jekylls. Sämtliche Darsteller sorgten für eine großartige Inszenierung, die auch an Detail-Fülle großen Produktionen in nichts nachstand. So waren Ketten beinahe in jeder Szene ein fester Bestandteil des Bühnenbildes und verbildlichten die gefesselten Mächte des Menschen. Aber auch an dem Make-Up der Schauspieler wurde auf Präzision gesetzt. Die Arme des Dr. Jekylls waren am Ende des Experimentes voller Blutergüsse von den Injektionen des Medikamentes, beim Mord an Lucie lief Theaterblut und der Revolver rauchte. Kein Wunder, dass das Publikum begeistert war. Schon während der Vorstellung wurde applaudiert, vereinzelt konnte man ein “Wow” vernehmen und manch einer ließ sich zu einem “Bravo” verleiten. Am Ende der Show gab es minutenlangen Applaus und stehende Ovationen für die Darsteller und das Orchester unter der Leitung von Thomas Wicklein. Schade, dass die Vorstellung am 28.12.2014 die vorerst letzte für die nächsten Monate war. Thüringen ist durch Jekyll und Hyde um eine Attraktion reicher. Große Musicalproduktionen haben Konkurrenz. Im Großen Haus Gera.

Kategorie: Stadttheater,Theater Eigenproduktionen

Autor: B. Hake (29.12.2014)

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