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Theater Trier darf RENT nur noch in Originalversion zeigen

Das Theater Trier wollte etwas Neues wagen und zeigte das Musical RENT in einer Neuinzenierung von Malte C. Lachmann - mit einer neuen Figur, die den Zuschauern die Einordnung der Geschichte erleichtern sollte. Jetzt schritten allerdings die Rechteinhaber ein und untersagte dem Theater die Aufführung dieser neuen Version. Fortan muss das Theater Trier RENT in originaler Fassung zeigen.

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Carin Filipcic, Christopher Ryan und Kathrin Hanak spielen Rent am Theater Trier
Rent Teatrier Foto Vincenzo Laera

Was war passiert?

Am Silvesterabend hob sich in Trier zum ersten Mal der Vorhang für die Neuinszenierung von RENT. Regisseur Malte C. Lachmann hatte dem Musical eine neue Figur hinzugefügt: die erwachsene Joanne, die moderierend und erklärend durch die Geschichte führte. Carin Filipcic übernahm ie Rolle und sprach auch im Musical1 Podcast Interview über die Änderungen am Musical.

Die Neufassung kam bei vielen Zuschauern gut an, andere übten dagegen Kritik. Auch auf verschiedenen News-Seiten und Musical-Portalen fanden sich einige Tage nach der Premiere negative Kritiken. Allerdings war es nicht die Resonanz der Zuschauer, die das Theater Trier veranlasste, die Figur der “Joanne heute” wieder zu streichen. Vielmehr schalteten sich der Verlag und die Rechteinhaber des Musicals ein, die erst nachträglich von den Änderungen am Musical erfahren hatten. Der Wiesbadener Verlag Musik und Bühne vertritt die Erben von Jonathan Larson, Komponist und Autor des Musicals. Diese waren mit den Änderungen nicht einverstanden.

Stellungnahme des Intendanten

Auf Facebook bezieht Karl M. Sibelius, Intedant des Theaters Trier, Stellung zu den Vorkommnissen.  Das Theater habe ein förmliches Schreiben erhalten, welches das Theater aufforderte, die Figur der “Joanne heute” zu streichen oder aber das Stück ganz abzusetzen. Der Brief habe auch Zitate aus Kritiken zum Musical enthalten, auf die sich die Rechteinhaber berufen hätten. Damit die Zuschauer auf RENT nicht komplett verzichten müssen, entschied sich Sibelius dafür, das Musical fortan ohne die neu eingeführte Rolle aufzuführen. Am vergangenen Donnerstag stand Carin Filipcic daher zum letzten Mal als ältere Joanne auf der Bühne. Sibelius bedauert, dass durch die strikte Anwendung des Urheberrechts die künstlerische Freiheit des Theaters eingeschränkt werde.

Rechteinhaber untersagen Aufführung der veränderten Fassung

Vor allem für Carin Filipcic ist die nachträgliche Streichung der Rolle natürlich bedauernswert. Eigenmächtige Änderungen am Musical werden durch den Vertrag mit dem Wiesbadener Verlag Musik und Bühne allerdings eindeutig untersagt. Stephan Kopf, Geschäftsführer des Vertrags, habe sich eine Vorstellung von RENT angesehen und sei dabei auf die Änderungen aufmerkam geworden, heißt es in einem Bericht des Trierischen Volksfreunds. In der Stellungnahme des Theaters ist noch zu lesen, dass kein Theaterbesuch seitens der Rechteinhaber und ihrer Vertreter stattgefunden habe.

So, wie es aussieht, hat also eine mangelnde Abstimmung zwischen Theater und Verlag zu den Problemen geführt. Die Zuschauer müssen jedenfalls nicht ganz auf RENT verzichten, alle geplanten Vorstellungen finden statt – nur eben in der ursprünglichen Version ohne zusätzliche Figur.

 

 

Kategorie: Stadttheater,Theater Eigenproduktionen

Autor: S. Gerdesmeier (09.01.2016)

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