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Teure Musicaltickets bei ALADDIN – woher kommt die Preisexplosion?

Am 6. Dezember ist es endlich soweit: ALADDIN, das neue Musical von Stage Entertainment, feiert in Hamburg Europa-Premiere. Doch bei vielen Musicalfans macht sich neben der Vorfreude auch Unmut breit. Für Tickets des neuen Disney-Musicals müssen Fans nämlich tief ins Portemonnaie greifen. Wer in einer vorderen Reihe sitzen will, muss bis zu 165 Euro pro Ticket locker machen. Völlig überteuert, schimpfen viele Musicalfans. Musical1-Autorin Lisa Höfer hat sich mit der Preispolitik bei Musicals beschäftigt und auch bei Stage Entertainment nachgefragt, wie es zu den aktuellen Ticketpreisen kommt.

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Aladdin Logo
Aladdin Logo © Disney

Unverständnis bei den Fans

Die Kommentare auf der Facebook-Seite von Stage Entertainment sind eindeutig: “Werden Musicals bei euch nur noch etwas für Superreiche?”,  “Stage Entertainment ist mir zu teuer geworden. Gehe lieber in unsere kleinen Theater” und “Sorry, ihr habt sie nicht alle!” ist da zu lesen. Der Anlass für den kleinen Shitstorm ist schnell gefunden – es geht um die Ticketpreise für das neue Musical ALADDIN, das in wenigen Tagen Premiere in Hamburg feiert. Wer auf die Internetseite von Stage Entertainment schaut und Karten für eine Vorstellung der neuen Disney-Show kaufen möchte, sieht schnell, dass der Unmut vieler Fans nicht von ungefähr kommt. 60 Euro für ein Ticket in der schlechtesten Sitzkategorie an einem Dienstagabend, an einem Samstag sind sogar mindestens 90 Euro für ein Ticket fällig. Gab es vor einigen Jahren bei Stage-Musicals wie WICKED noch Plätze in den ersten Reihen für rund 100 Euro, so kostet ein guter Sitzplatz im vorderen Parkett heute schnell über 150 Euro. Stage Entertainment erklärt auf Anfrage die Ticketpreise für ALADDIN mit den hohen Produktionskosten. Das Musical werde “ein Fest für alle Sinne, ein wahres Feuerwerk an Kostümen, mit überdurchschnittlich vielen Darstellern, üppigen Bühnenbildern, einem großen Orchester, mit enormer technischer Raffinesse und mit viel Liebe zum Detail.” Das alles koste eben und müsse auch auf die Ticketpreise umgelegt werden. Weiter heißt es von Seiten Stage Entertainments, dass auch bei Shows, in denen der Aufwand nicht auf der Bühne sichtbar sei, oftmals an anderer Stelle liege. Beispielsweise wenn die Backstage Crew besondere Qualifikationen vorweisen müsse oder in einer Show besondere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden müssen.

Nur ausgewählte Rabattaktionen

Um den Geldbeutel der Musicalfans zu schonen, verweist man bei Stage Entertainment auf die Rabatte, die es für bestimmte Personengruppen gibt. Rollstuhlfahrer und Menschen mit einer Behinderung erhalten 20 Prozent Rabatt auf Tickets, Kinder bis 14 Jahre noch 15 Prozent und Senioren, Schüler, Studenten und Auszubildende an bestimmten Vorstellungstagen 10 Prozent. Gelegentlich gibt es außerdem besondere Rabatt-Angebote, zum Beispiel die sogenannten “Young Tickets”. Ausgewählte Plätze gibt es ab fünf Tage vor der Vorstellung für Schüler, Studenten und Azubis unter 25 Jahren für rund 45 bis 50 Euro, rechnet man zum Ticket-Preis von 34,90 Euro die noch anfallenden Gebühren dazu. Eltern bekommen am “Familientag” außerdem 15 Prozent Preisnachlass auf das eigene Ticket, wenn sie mit einem Kind ins Musical kommen. Zudem weist Stage Entertainment auf die Situation am Broadway hin –  die “Top-Preise [unserer Shows] haben noch längst nicht das Niveau nachfragestarker Broadway-Shows erreicht, die regulär bis zu 400 US-Dollar in der Spitze kosten”, so ein Pressesprecher des Unternehmens.

Günstigere Tickets in Wien und im West End

Schaut man einmal in die Musicalmetropolen unserer Nachbarländer, dann wirken die Rabattaktionen und Erklärungen von Stage Entertainment dennoch ein wenig halbherzig. Im Londoner West End sind unzählige Musicals beheimatet, Shows wie WICKED oder DER KÖNIG DER LÖWEN laufen dort genauso erfolgreich wie neuere Musicals. Auch im West End sind die Tickets im Vorverkauf oft teuer, doch die meisten Theaterhäuser bieten am Tag der Performance “Day Seats” für kleines Geld an. Wer zeitig an der Theaterkasse ansteht, kann sich für umgerechnet knapp 35 Euro einen Platz in der ersten oder zweiten Reihe des Parketts sichern. Für Schüler und Studenten gibt es manchmal sogar noch günstigere Angebote. Auch bieten viele Theater noch kurzfristig Stehplätze für 15 bis 20 Euro an, von denen man einen ebenfalls recht guten Blick auf die Bühne hat.

Auch in Wien kommt man als Schüler, Student oder Azubi unter 27 Jahren günstig in ein Musical. Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn kosten alle Restkarten an den Abendkassen der Shows der Vereinigten Bühnen Wien nur noch 15 Euro. Auch auch wer älter als 27 ist, kann sich günstig eine Vorstellung ansehen: Stehplätze kosten 5 Euro, die günstigsten Sitzplätze (mit teilweise eingeschränkter Sicht) 10 Euro.

Zukünftig mehr Tagestickets?

Auf die Ticket-Situation in Wien und London angesprochen, reagiert man bei Stage Entertainment immerhin ein wenig verständnisvoll. Günstige Stehplätze könne man nicht anbieten, da die Musicalhäuser lediglich einzelne Stehplätze für Mitarbeiter eingerichtet hätten – doch in Zukunft könnte es vielleicht auch bei Stage Entertainment mehr günstige Tagestickets geben. Für die vier Musicals, die Stage Entertainment in Hamburg zeigt, gibt es bereits eine Tageskasse am Firmensitz in der Speicherstadt. “Wenn sich das bewährt, werden wir überlegen, ob wir dies für unsere anderen Standorte ebenfalls machen”, kündigt ein Sprecher des Unternehmens im Interview mit Musical1 an. Bis es dazu kommt, müssen Musicalfans wohl auch weiterhin tief in den Geldbeutel greifen, um Musicals wie ALADDIN sehen zu können.

Kategorie: Aladdin,Allgemein

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Autor: L. Höfer (26.11.2015)

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  • Katy 27. November 2015 at 14:59 / Antworten

    So jetzt will ich mal etwas zu der Broadway Show sagen.
    Ich war letztes Jahr an einem Samstag Abend in Aladdin und habe pro Ticket ganze 98 € in der PK 1 (schon im Voraus übers Reisebüro) bezahlt.
    Da will mir nochmal einer was von 400$ pro Ticket erzählen.
    UNERHÖRT!

    • L. Höfer 27. November 2015 at 17:24 / Antworten

      Liebe Katy,
      die Aussage des Pressevertreters von Stage Entertainment bezog sich nicht konkret auf die Broadway-Produktion von ALADDIN, sondern auf Broadway-Musicals im Allgemeinen. Es ist tatsächlich so, dass es dort Shows gibt, für die die Tickets 400 US-Dollar und mehr pro Person kosten. Aktuell ist das zum Beispiel bei HAMILTON der Fall. Das ist aber, anders als es in der zitierten Aussage vielleicht klingen mag, nicht die Regel. Das wissen wir als Redaktion und das wissen viele Musical-Fans sicher auch. Gerade weil es in New York viele Rabattaktionen gibt, man Vergünstigungen erhält, wenn man als Schüler oder Student eine Produktion besucht und so weiter. Genau das hat der Artikel ja auch aufgegriffen.

      Viele Grüße,
      Lisa Höfer, Musical1

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